Dann ist Doping jetzt auch erlaubt!! JUHUU!

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Forum: Politik & Philosophie

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Beitrag von hilli2 05.03.11 - 19:59 Uhr

Hallo!

Also, wenn es nicht schlimm ist, sich einen wissenschaftlichen Titel zu ergaunern (durch 1. Betrügen, 2. Abstreiten und 3. Lügen), dann sollten auch vermeintliche Doping-Täter

(.....äääääh ich meine Doping-Opfer)

nicht durch Ausschluss von Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften bestraft werden. Die wollen sich ja auch nur einen Titel (keinen Doktortitel, sondern einen Weltmeisterschaftstitel oder ähnliches) ergaunern.

Aber...ach ja:

Wissenschaft betrifft ja nur einen Bruchteil der Bevölkerung und Sport-Schummeln versteht jeder hier.

Wenn in sowas Wichtigem wie einem Sportereignis geschummelt wird, ist das natürlich viiiiiiiiiiiiiiiel schlimmer

(und führt bei der Bevölkerung zur Meinung, dass so jemand selbstverständlich seinen Titel aberkannt bekommt und erst mal von weiteren Spielen ausgeschlossen wird)

als wenn ein Jura-Studierter-Politiker, der wichtige Entscheidungen für Deutschland trifft, betrügt, abstreitet und lügt

(der hat ja ansonsten so tolle Leistungen erbracht und ist ja sonst auch so toll).


Ich persönlich bin KEIN CSU/CDU Wähler, mochte Guttenberg aber trotzdem.

Nichtsdestotrotz finde ich das absolut NICHT in Ordnung, dass aufgrund bisher toller erbrachter Leistungen Betrug und Lügen auf einmal nicht mehr schlimm sein sollen.

Also: wer ist dafür, dass Doping-Kontrollen gelockert werden und dann, wenn ein Sportler sympatisch ist und bisher gute Leistungen erbracht hat, das Betrügen, Abstreiten und Lügen nicht zum Ausschluss führen?

Wenn Guttenberg zurückkommt, bin ich auf jeden Fall dafür!

Beitrag von devadder 06.03.11 - 08:34 Uhr

Ganz Deiner Meinung. Strafen gehören generell abgeschafft, jeder hat ja wohl schon auch mal etwas gutes getan, womit man einen Mord zum Beispiel gegenrechnen kann.

Aber weißt Du was für mich immer wieder das Schlimmste ist? Ganz einfach die Tatsache, dass heute ein derart mangelndes Unrechtbewußtsein herrscht, dass man den Glauben an die Menschheit verlieren kann. Gerade hier bei Urbia ist dieser Tatsache immer wieder zu begegnen.
Dann wird versucht die Straftaten zu legalisieren, in dem gesagt wird "das machen doch alle". Wenn alle vom Berg springen, machen sie es dann auch, sind wir bei den Lemmingen?
Gerade im Fall eines Bundesministers ist jede Verfehlung ein absolutes muss den Hut zu nehmen. In der normalen Arbeitswelt würde jeder auch im Nachhinein fristlos entlassen. Solche Leute leben von unseren Steuergeldern auf höchstem Niveau weiter. Aber leider wollen es ja 90% der Bildzeitungsles...ähem, der Deutschen so. Weiter so, so werden wir unser Land weiter an die Spitze führen und oben halten. Die schlauen Fachkräfte die nicht betrügen können wir ja aus dem Ausland holen und wir werden ein Volk von Hartz 4 Empfängern, die sich von den Ausländern finanzieren lassen, da wir selbst ja selbst mit gefälschten Arbeitszeugnissen keine Arbeit bekommen.
Alleine der eklatante Widerspruch den Frau Merkel nach außen trägt und die damit verbundene Unterstützung eines Straftäters ist ja das beste Beispiel für die Legalisierung von Straftaten. Hatte sie doch vor fast drei Jahren am Tag des Urheberrechts gesagt, dass Gedankengut besonders geschützt werden müsse. Sie als Unterstützerin eines Straftäters gehört gleich mit davon gejagt. Weitere Zahlungen an solche Politiker sollten der Vergangenheit angehören. Wer von uns aufgrund eines Betruges entlassen wird, steht auch ohne was da.

Gruß

Beitrag von harveypet 06.03.11 - 13:29 Uhr

In der normalen Arbeitswelt würde jeder auch im Nachhinein fristlos entlassen........

und kassiert eine Anklage wegen Titelmißbrauchs und kann dafür sogar in Haft gehen!!!

Beitrag von devadder 06.03.11 - 14:22 Uhr

Genau so meine ich das. Aber einem der höchsten Amtsträgern mit Vorbildfunktion passiert ja mal wieder nichts. Wie erkläre ich das meinen Kindern, die gerade Abitur machen, dass sie nicht schummeln dürfen, wenn es solche Leute als unbeabsichtigtes Abschreiben abtun? Wie erkläre ich Ihnen die von Dir aufgeführten Konsequenzen, wenn sie doch wissen, dass sogar einem Politiker nichts passiert?

Beitrag von harveypet 06.03.11 - 15:07 Uhr

ich habe es so versucht das ich meiner Großen (macht 2012 ihr Abi) die Bundeswehrrichtlinien für ein (mein) Diplom gezeigt habe.... es fängt an bei Degradierung und hört bei unehrenhafter Entlassung auf und natürlich hätte man sich dann das Studium schenken können denn mit einem gefaktem Diplom bekommst du auch in freier Wirtschaft keinen Job.

Beitrag von miau2 06.03.11 - 10:07 Uhr

Hi,
dann bin ich dafür, dass er nach 2 Jahren dort weitermachen darf, wo er heute aufgehört hat...denn DAS darf ein Sportler, der (erstmalig) erwischt wird.

Die lebenslange Verbannung kommt erst im Wiederholungsfall.

Aberkennung vom Titel bedeutet im Sport nicht auch auf Dauer den Jobverlust...es gibt ja durchaus einige Sportler, die nach aufgeflogenen Dopingversuchen "geläutert" (die einen mehr, die anderen weniger...) wieder zurückgekehrt sind.

Also, 2 Jahre Verbannung, dann aber genau so verfahren wie mit Sportlern - und die Möglichkeit zum Comeback?

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von devadder 06.03.11 - 12:39 Uhr

Das Comeback ist ja leider schon im Gespräch, obwohl der Straftäter noch nicht mal richtig weg vom Fenster ist. Unmöglich so etwas. Und ein Sportler der sein Comeback starten will, dazu einen Sponsor sucht oder braucht, hats teilweise ganz schön schwer. Da vergisst das deutsche Volk sonderbarerweiße nicht so schnell wie bei den Politikern. Die straffällig gewordenen Politiker sind noch im Amt und bekommen schon Jobangebote. Ob das mit der Kassiererin die die Pfandbons unterschlagen hat auch so war?

Beitrag von miau2 06.03.11 - 17:39 Uhr

Die Kassiererin musste nach höchstrichterlichem Urteil wieder eingestellt werden.

Immerhin unterscheiden Arbeitsgerichte m.W. nach danach, ob die Straftat im Job begannen wurde (am Arbeitsplatz) oder nicht, bzw. ob dann irgendwie jobrelevant.

Bei von Guttenberg wurde die "Kündigung" verlangt, ohne, dass diese Frage geklärt war ;-).

Ich finde es ja auch nicht ok, über ein Comeback zu reden bevor die ganze strafrechtliche Aufarbeitung (und die wird es geben) durch ist. Und ich denke auch nicht, dass er sich darauf einlassen würde. Erst durchkauen, Strafe hinnehmen und hinter sich bringen.

Nur: dieses ganze gerede darüber, dass Otto-Hartzler oder Hugo-Geringverdiener ja gaaaaaaaanz anders behandelt werden würde - nun gut, zu deinem beispiel: wenn es stimmt, hat die Dame am Arbeitsplatz unterschlagen. etwas, was bei höherem Einsatz durchaus auch strafrechtlich relevant hätte werden können. Und auch sie genoß wenn ich mich richtig erinnere ganze Heerscharen von Sympathisanten. Und es gab Boykottaufrufe für ihren (da noch ehemaligen...) Arbeitgeber...

Und auch sie hat natürlich immer alles abgestritten ;-).

Ich finde dieses Beispiel genau wie schon in anderen Diskussionen, wo mit dem armen Hatzler, der sein Abendessen im Supermarkt klaut und für den natürlich niemand Verständnis haben würde irgendwie am Thema vorbei.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von devadder 06.03.11 - 18:19 Uhr

Ja.
Gutenberg räumt ja wenigstens scheibchenweise Fehler ein, dass er unbeabsichtigt und aus Versehen abgeschrieben und somit urheberrechtlich geschütztes Gut verwendet hat. Aber auch nur nach Druck von anderen.

Beitrag von hilli2 06.03.11 - 20:12 Uhr

Hallo!

Ich habe gar nichts dagegen, dass "so jemand" wiederkommt. Ich finde es aber wichtig, dass die Tragweite seines Handelns nicht kleingeredet wird!!!


Er hat Mist gebaut. Dann hat er das gefälligst zuzugeben und nicht abzustreiten. Weiters muss er dafür bestraft werden (wegen Urkundenfälschung: am Ende einer Dissertation muss man unterschreiben, dass es sich um die eigene Arbeit handelt und keine anderen Quellen als die angegebenen verwendet wurden bla bla bla...). DAS hat er unterschrieben.

Und dann muss er sich den Konsequenzen stellen! Ich kann nicht Teil der Regierung sein, gegen das GEsetz handeln und das unter den Tisch kehren!!! Wenn das mit diesem Gesetz geht, dann auch bald mit weiteren Gesetzen.

Wenn er seine Strafe "gezahlt" hat (wie auch immer), hat er meiner Meinung nach ruhig die Möglichkeit, wieder in die Politik zurückzukehren. Aber dann wissen alle (Deutschen udn Bild-Zeitungsleser), dass er einmal gegen das Gesetz gehandelt hat und können auf anderer Grundlage für oder eben nicht für ihn stimmen