Die letzten Wochen entgleitet mir alles irgendwie :-(...

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von 2fachmutti1986 05.03.11 - 20:14 Uhr

Hallo Ihr Lieben!

Sitz hier... Bin einfach fertig und muss mich mal ausheulen.

Wo soll ich anfangen? ... Hmm. Also ich habe 2 Kinder. Der Große wird nächsten Monat 4 und der Kleine wird übernächsten Monat 2 Jahre alt.
Bei unserem Großen war ich die Ruhe selbst und mit der Erziehung hatte ich keinerlei Probleme. Er war zwar ein Schreibaby und auch als Kleinkind anstrengend....aber ich habe alle Probleme relativ liebevoll und konsequent gelöst und war trotzdem sehr ruhig. Habe nie rumgeschrien oder so. :-)

Dann kam der Kleine auf die Welt. Die erste Babyzeit haben wir noch gut gemeistert. Der Große war zwar teilweise sehr eifersüchtig und schwierig, aber ich hatte alles relativ im Griff und die Eifersucht legte sich dann wieder. :-D
Soweit sooo gut...

Aber seit ca. einem halben Jahr ist hier echt nuuur Theater. #zitterDer Kleine ist wirklich ein absolutes Energiebündel. Er hält uns nonstop auf Trapp. Meine Nerven liegen wirklich blank.
Ein paar Beispiele: Wir stehen auf... er schreit weil es ihm mit dem Frühstück zu lange dauert... . er will sein Brot nicht essen (obwohl er sich den Belag ausgesucht hat) ... sucht sich was neues aus ... spuckt es aus... kippt sein Becher mit Wasser aus um zu testen wie schön man damit matschen kann... Wir nehmen ihm die Sachen dann natürlich weg. Darauf reagiert er mit heftigstem Geschrei... der laaaange anhält. ( Sehr schön am frühen Morgen wenn man sich auf ein schönes Familien-Frühstück freut). Alle sind gereizt ...:-(
Dann räumen wir auf und der Kleine zieht sich komplett aus und pinkelt im Zimmer herum. :-(. Aaaaahhhhh.... Spielt danach mit der Pflanze von der Fensterbank....überall Erde und alles zerfetzt.....zieht sich zwischenzeitlich immer und immer wieder seine Hose und Socken aus... (was natürlich auf den kalten Fliesen gut kommt)... Er schreit jedesmal, wenn ich ihm die Socken wieder anziehe.... und wieee.... wie am Spieß... #schock
ER schreit weil er genau DAS Spielzeug haben will womit der Große gerade spielt... Er schreit, weil er nicht begreift, dass die Kartoffeln erst gekocht werden müssen bis das Mittagessen fertig ist ... er schreit weil er nicht versteht, dass er sein Laufrad nicht mit in die Wohnung nehmen darf.... Er schreit jedesmal im Hausflur, warum auch immer?!... er schreit weil er nicht ins Bett will.... schreit beim Zähneputzen....

Noch zu erwähnen ist, dass er sich ständig Gefahren aussetzt. Er rennt auf die Straße in sekundenbruchteilen... #schockEr fährt mit sein Laufrad in den Graben (weil es ja sonst zu langweilig ist)... Seine Leidenschaft ist... mit dem Laufrad die Bordsteinkante runter zu fahren. Er sucht ständig den Kick. Klettert nur rum. Er hatte bis jetzt schon oft einen Schutzengel. Sooo schnell kann man wirklich garnicht immer gucken.. Das ist echt Wahnsinn.

Naja.. Die Liste könnte ich noch unendlich fortsetzen. Es ist somit jeden Tag sehr laut bei uns. Meine Nerven liegen blank. Normalerweise bin ich wie gesagt die Ruhe in Person. Probleme wurden bis dato immer ruhig und fair gelöst, aber momentan bin ich einfach auch eine schreckliche Mama. Ich schreie mittlerweile viel rum... habe den Kleinen heute sogar auf die Fingerchen gehauen weil ich einfach nicht mehr wusste was ich machen sollte. #heulUnd was macht er? Lacht noch darüber. Er hört auf fast garnix. Ich versuche ja wirklich konsequent zu sein...aber nichts fruchtet.

Und dann wird er spätestens 2 Stunden nach dem Zubettgehen schon wieder wach und ich muss zu ihm gehen bis er wieder einschläft. Das dauert dann auch mal locker 45 Minuten. Er schläft sowieso von Anfang an in unserem Bett. Ich kann ja verstehen, dass so kleine Zwerge viel Nähe brauchen...aber mittlweile habe ich das Gefühl, dass mir einfach nur noch die Luft zum atmen geklaut wird. Bin nur noch unter Strom. Hab nur noch Panik, dass der Kleine sich schon wieder irgendeiner Gefahr aussetzt oder ob er wieder anfängt zu schreien.

Ich weiß mir momentan echt keinen Rat mehr... Dabei habe ich schon so zwei- dreimal im Monat Zeit für mich. Da geh ich z. B. mit meinen Freundinnen weg oder auch mal mit meinem Mann.
Ich habe mich jetzt arbeitslos gemeldet und möchte unbedingt wieder arbeiten gehen. Letzte Woche hat sich z. B. schon ein Arbeitgeber gemeldet....aber wie es immer so ist, hat der Kleine im Hintergrund total geschreit und er war abgeschreckt und hat sich nie wieder gemeldet. :-(

Der Große leidet auch ganz schön unter der Situation. Zum einen fahre ich bei kleinsten Sachen schnell aus der Haut... und zum anderen muss er dauernd zurückstecken. Er kommt auch nicht mehr zur Ruhe und ist dadurch schon total hibbelig.

Habt ihr Tipps für mich??? Ich bin momentan ratlos. Abends sage ich mir immer wieder, dass es eben ein Kleinkind ist und ich gelassener werden muss usw...aber wenn dann das Frühstück wieder so chaotisch startet hat sich das meist schon wieder erledigt.

Wie meistert ihr das so mit 2 kleinen Kindern??? Seid ihr ruhig oder liegen bei euch auch manchmal die Nerven blank? Ich fühle mich so schlecht... bin momentan echt eine schlechte Mama...

LG

2fachmutti

Beitrag von hella10 05.03.11 - 20:51 Uhr

Hallo,
ich bin da sonst sehr vorsichtig, weil meiner Meinung nach die Diagnose viiieel zu häufig gegeben wird, aber hast Du mal an ADHS gedacht? Zumindest würde ich Dir drigend raten, einen SPZ-Termin zu vereinbaren und ihn mal ausführlich testen zu lassen (eine umfassende Diagostik wäre da sicherlich nicht schlecht).
LG, Hella

Beitrag von 2fachmutti1986 05.03.11 - 21:41 Uhr

Danke für deine Antwort.

Ich hoffe mal nicht, dass er ADHS hat. :-( Vor ein paar Monaten war ich der Meinung, dass ADS/HS sowieso nur eine Modekrankheit ist...naja..aber mittlerweile werde ich auch schon nachdenklich, ob sich unser Kleiner normal verhält.

Beitrag von cosimaduma 06.03.11 - 19:53 Uhr

Ähm.....

Ganz ruhig. ADHS ist eine Erkrankung, die frühestens mit dem 5. Lebensjahr diagnostiziert werden kann und vorher von einem seriösen Psychologen auch nicht diagnostiziert werden würde. Dein Sohn ist noch nicht mal zwei....

LG
Cosi

Beitrag von hella10 06.03.11 - 23:10 Uhr

Das stimmt nicht.

Beitrag von ilva08 07.03.11 - 11:34 Uhr

Da gehen die Meinungen der Ärzte auseinander. Richtig ist, dass ADHS - Kinder schon im Vorschulalter ADHS - typische Verhaltensweisen zeigen.

Allerdings können dieselben Verhaltensweisen auch Teil einer normalen Entwicklung sein.

Hier ein sehr informativer Link:

http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/ADHSkurz.pdf

Woher beziehst du deine Information?

LG

Beitrag von ma-lu 07.03.11 - 14:16 Uhr

Hallo,

ich weiß jetzt nicht, wen Du genau meinst, aber ich antworte jetzt mal: ich bin Sozialpädagogin und habe schon viel mit ADHS-Kindern (und solche, die dafür gehalten werden, es aber nicht sind) gearbeitet. Ich kenne die Testverfahren und das Diagnoseprocedere.

Sicher zeigen ADHS-Kinder schon im Vorschulalter Symptome, und sicher können Verhaltensweisen darauf hindeuten. ABER: Die Tests, die ADHS diagnostizieren, greifen erst ab dem 5. Lebensjahr. Alles vorher sind VERMUTUNGEN. Kinder vor dem Schulalter medikamentös zu behandeln (Ritalin und Co) ist meiner Meinung nach nicht sinnvoll - die Kinder sind unter der Behandlung nicht mehr "sich selbst". Bei Schulkindern sieht es wieder anders aus. Damit die dem normalen Schulalltag gerecht werden können, brauchen sie z.T. Medikamente.

Das hier beschriebene Kind ist noch nicht mal 2 Jahre alt. Es kann noch nicht sprechen, es kann sich nicht richtig verständlich machen. Vieles von dem, was hier beschrieben wird, wird sich wahrscheinlich legen, wenn das Kind erst mal die Möglichkeit hat, sich sprachlich zu äußern. So ist jedenfalls meine Erfahrung.

LG
Cosi

Beitrag von ilva08 07.03.11 - 17:15 Uhr

Hallo,

ich meinte hella, die behauptete, man könne ADHS schon im Vorschulalter diagnostizieren. Da hätte ich gerne die Quelle gewusst, denn mein Wissensstand ist ähnlich wie deiner.

Und schaut man sich die Vorgehensweise bei einer seriösen Diagnostik an, so wird schnell klar, dass diese nicht im 2. Lebensjahr erfolgen kann. :-)

Beitrag von zahnweh 05.03.11 - 21:27 Uhr

Hallo,

Tipps habe ich nicht wirklich. Ich kann dir nur mitfühlen. Habe hier auch so eine "Kamikaze"-Madam.

Jetzt mit 3,5 Jahren wird es besser. Zumindest sagt sie inzwischen von sich aus, was sie darf und was nicht.
Aber verstehen kann sie es noch nicht. Vor ein paar Tagen kam sie zu mir: "Mama, was ist gefährlich?" #gruebel#kratz

Eines der am häufigst gebrauchten Wörter bei uns. Aber wie soll ich ihr das erklären... #hicks#kratz

Die genannten Beispiele von unterwegs kenne ich nur zu gut.
Bei uns half nur noch eine Kinderleine. Stimmt, es ist drastisch, aber da ich so gar keine Ausruhzeiten hatte und 24 Stunden in Hab-Acht-Stellung war (sie braucht weniger Schlaf als ich und saß dann mal morgens um 7 Uhr auf dem Wickeltisch und rief mich, weil sie allein nicht runterkam). Jedenfalls für unterwegs hatten wir dann eine Kinderleine. Es tat soooo gut. Uns beiden!
Sie spürte endlich eine effektive Grenze, die sie nicht durchbrechen konnte (das tat ihr sichtlich gut) und mir, weil ich endlich mal wieder gefahrreduziert mit ihr unterwegs sein konnte.
Buggy brachte nicht viel: 1. durfte sie dann nicht laufen, Mama erschöpft, Kind zu Hause top fit erholt 2. darin hätte ich sie noch sehr viel enger angurten müssen 3. egal wie ENG ich sie angeschnallt hatte, sie schaffte es immer wieder sich abzuschnallen und auszusteigen. bei der Leine ging es nicht. Ja, ich hab sie gefühlte 20.000 mal zurückgesetzt... 4. ich schrie deutlich weniger und deutlich später und das entspannte uns beide. 5. als sie die spürbare! Grenze immer wieder spürte, fing sie an mir freiwillig die Hand zu geben und hörte auf sich loszureißen. 6. wenn sie angesprochen wurde (überwiegend positiv), freute sie sich sehr.

Da wir unterwegs entspannter waren - und sie vom Laufen müde #verliebt - wurde es auch zu Hause besser.

Zu Hause half nur ALLES sichern. Steckdosen doppelt, alles höher stellen, Hocker/Hochstuhl etc. außer Schieb- und positionierreichweite bringen.

Kinderzimmer-Flur war offen. Sonst alle Türen zu oder ich war IMMER dabei.


Das mit dem Schreien kenne ich auch. Ja, das haben wir auch durch. Aber ehrlich gesagt, weiß ich nicht mehr, wie wir das überstanden haben. Es ist irgendwo in dunkler Erinnerung. Wobei die positiven überwiegen #verliebt jetzt im Nachhinein. Als ich noch drin steckte, seufzte ich oft. ;-)

Gibt es bei euch auch Böschungsfreie Laufradstrecken? Feldwege oder so?
Meine wollte man einen Abhang zu einem Fluss runter, seither meiden wir die Strecke.


"Noch zu erwähnen ist, dass er sich ständig Gefahren aussetzt. Er rennt auf die Straße in sekundenbruchteilen... Er fährt mit sein Laufrad in den Graben (weil es ja sonst zu langweilig ist)... Seine Leidenschaft ist... mit dem Laufrad die Bordsteinkante runter zu fahren. Er sucht ständig den Kick. Klettert nur rum. Er hatte bis jetzt schon oft einen Schutzengel. Sooo schnell kann man wirklich garnicht immer gucken.. Das ist echt Wahnsinn. "

#zitter#schock#schwitz ich versteh dich! #winke

Beitrag von 2fachmutti1986 05.03.11 - 21:46 Uhr

Danke für deine Antwort.

DAs beruhigt mich ein wenig. Im Grundegenommen weiß ich ja auch, dass er halt ein sehr neugieriger kleiner Junge ist...aber wenn man ihn halt 24 Stunden um die Ohren hat...braucht man starke Nerven. Die fehlen mir allerdings momentan. :-(

Wir fahren immer schon extra Laufrad auf einem Feldweg...wo "nur" ein kleiner Graben auf der rechten Seite ist... ;-) ... Durch unsere Siedlung zu fahren heißt schwitzen, schwitzen, schwitzen... Vorallem mit beiden Kindern. Der eine kann gerade eben Fahrrad fahren und fährt noch ziemlich unsicher und der Kleine macht andauernd irgendwelche Stunts wenn man zwei Sekunden wegschaut. ;-)

Und das mit dem Wickeltisch kennen wir. Er sitzt fast täglich drauf. In seinen Hochstuhl kann er auch alleine reinklettern. Aber ich kann ja net den Wickeltisch abbauen und wirklich jede Sekunde im Kinderzimmer sitzen. Und unsere Fensterbank findet er auch super.... Wir haben jetzt extra abschließbare Griffe montiert, weil er auch schon am Fenster rumfummelt. Unser Großer hat sowas wirklich nieee probiert.

Beitrag von zahnweh 05.03.11 - 23:23 Uhr

irgendwie beschreibst du grade meine ;-)

abschließbare Griffe sind ein Segen. Schlüssel hängen extra und Madam hat mir sofort gezeigt WO (sie war beim Haken annageln und Schlüssel aufhängen gerade nicht anwesend - eine Freundin blieb mit ihr in jeweils einem anderen Zimmer.

Wickeltisch hab ich dann tatsächlich abgebaut. Da war sie knapp über 1,5 Jahre. Bett mit Unterlage macht sie zum Glück mit und für meinen Rücken geht es auch.
Dafür versuchte sie einige Male die Regale raufzuklettern (die jetzt Türen haben). Kinderzimmer ist soweit gesichert, dass sie da sehr gut spielen kann. Also die gefährlichsten Sachen wie Fenster, Steckdosen doppelt, keine offenen Regale mehr, inzwischen auch kein Gitterbett mehr (mit 1,5 kletterte sie drüber. habe dann eine Gitterseite weg und die andere unter die Dachschräge), nichts was man runter ziehen kann. Das geht dann ganz gut. Kindertisch bekommt sie je nach Tagesform oder wenn ich dabei bin. Sie erzählt zwar noch oft, dass sie runtergefallen ist und dann mit dem Tütata-Auto fahren durfte (Gehirnerschütterung, nachdem sie runtergefallen ist), aber wenn keiner schaut, versucht sie es wieder und sagt mir noch, dass sie es nicht darf.

Die Hummeln im Hintern wird sie noch behalten. Wenigstens versteht sie immer mehr. Von Tag zu Tag und von Woche zu Woche :-)

Beitrag von ilva08 05.03.11 - 22:10 Uhr

Hallo,

ich kenne mich mit sooo kleinen Kindern (noch) nicht aus, das gleich vorweg.

Mir fällt jedoch bei der Szene "Frühstück" auf: Wieso lässt du das Kind so lange machen?

Meines Erachtens sollte das Kind spätestens in dem Moment, in dem es das Brötchen mit Belag 2. Wahl ausgespuckt hat, aufs Zimmer.

Wie reagierst du denn auf dieses Fehlverhalten? Wegnehmen allein reicht nicht, du merkst ja, das Kind sucht sich dann einfach neue Schauplätze.

LG #winke

Beitrag von zahnweh 05.03.11 - 23:36 Uhr

Und was lernt das Kind aus auf's Zimmer geschickt werden?
Wenn ich brülle muss ich weg?

Meine hat sofort Angst und Panik bekommen und sich abgeschoben gefühlt. Ich mich auch als Kind.

Bei meiner war es erst mal ein Weltuntergang aus ihrer Sicht (und meine erwachsene kennt sie ja noch nicht). Es hat gedauert und es hat Nerven gekostet. Aber es hat sich gelohnt bei ihr zu bleiben, sie über ihren echten Schmerz zu trösten und trotzdem dabei zu bleiben, dass es nichts anderes gibt.

Jetzt mit 3,5 Jahren kann sie sich auch verbal ausdrücken, das macht sehr viel aus. Bis ca. 2,5 Jahre hat sie ihre zu zerbrechen drohende Welt (aus ihrer Sicht, meine kennt sie wie gesagt noch nicht, dazu fehlen ihr über 20 Jahre Erfahrung) herausgebrüllt.
Jetzt mit mehr Sprache sagt sie auch "das ist bäh" "ich bin satt, darf ich später essen?" "ich bin satt, ich mach Pause" "ich ess deins und du isst meins! Is des ok?" "Warum hast du dir was anders macht?"
Und sie versteht jetzt auch mehr. Sie versteht, dass es dabei bleibt, was sie sich rausgesucht hat. Sie versteht, dass auch mal nicht genug von etwas da ist und ich was anderes esse: probieren ok. Sie versteht, dass wir auch mal was teilen können...

das konnte sie mit 2 Jahren noch nicht. Sie sah etwas, sie wollte es und dann sofort. Ein jetzt, später, bald kannte sie nicht. Weder sprachlich noch vom Gefühl.

Wie gesagt, es hat Kraft gekostet ein brüllendes Kind zu trösten und es hat Kraft gekostet einem Brüllenden Kind nicht nachzugeben. Aber es hat sich gelohnt, dass wir es GEMEINSAM durchgestanden haben. Und ich würde im Nachhinein sagen: die Wutausbrüche waren und sind für mein Kind sehr viel schlimmer als für mich!

Ich kann wie mein Kind denken (versuchen), aber mein Kind kann nicht denken wie ich. SIE ist in der Situation gefangen. ICH weiß, dass sie vorbei geht bis die nächste kommt.

Beitrag von ilva08 05.03.11 - 23:54 Uhr

Hallo,

wie gesagt, ich kenne mich mit dem Alter (noch) nicht so wirklich aus. Habe beruflich mit Kindern, aber mit älteren Kindern zu tun.

Es klang halt nach "Neverending Story": Erst selbstgewähltes Brot abgelehnt, neues Brot ausgespruckt, Getränk ausgekippt und rumgematscht, rumgeschrien, Pflanze auseinandergenomme, Klamotten ständig ausgezogen, ins Zimmer gepinkelt...

Klingt für mich nach einem Kind, das eine Grenze braucht, zumal es mit Wegnehmen nicht getan war.

Verstehe ich dich richtig: Du bist auch dafür, das Kind aus der Situation zu nehmen, dann aber bei ihm zu bleiben? Klingt nach einer guten Alternative.

Bin weiterhin gespannt auf die Antworten hier, in zwei Jahren werd ich sie wahrscheinlich brauchen. :-)

Beitrag von zahnweh 06.03.11 - 13:18 Uhr

Deinen Satz, dass du dich noch nicht auskennst hab ich schon gelesen. Daher das Herzchen, dass ich es nicht als Kritik meine, sondern eher als Erfahrung. ;-)

"Verstehe ich dich richtig: Du bist auch dafür, das Kind aus der Situation zu nehmen, dann aber bei ihm zu bleiben? Klingt nach einer guten Alternative. "

genauso kann man es auf den Punkt bringen!

Je nach Kind kann es sogar gut tun, das Kind liebevoll aber kräftig festzuhalten. So hat sich meine am besten beruhigt. Und manchmal hat es ihr auch einfach geholfen wie ein Fels bei ihr zu sein. Egal ob sie mich angeschrien oder rausgeschickt hat. Einfach da sein und warten und sie offenen Armes empfangen, wenn sie sich ausgetobt und ausgeschrien hat.
Und wenn sie sich dann beruhigt hat, in Ruhe noch mal über die Situation reden. Während der Situation hing sie so sehr fest, dass jedes Wort alles nur schlimmer gemacht hat.
Hinterher kann man gut mir ihr über alles reden. Wenn sie den Blickkontakt hält, ist sie aufnahmebereit. Wenn sie ihn nicht hält, ist sie gerade irgendwo in ihrer Kinderwelt und braucht noch ein bisschen.

Beitrag von ilva08 06.03.11 - 15:20 Uhr

#danke für die genauere Erläuterung. #blume

Beitrag von monab1978 06.03.11 - 11:17 Uhr

Was ist das den für ne Taktik? Aufs Zimmer geht finde ich GAR NICHT...Klar kann sie jetzt mit Strafen das Kind dressieren bis es ein pflegeleichter kleiner Junge wird, aber der interessantere Erwachsene wird er sicher, wenn er weiter ausprobieren darf....

Beitrag von ilva08 06.03.11 - 12:10 Uhr

Ja, klar, es ging mir um Dressur... nieder mit den Kindern... meine Güte, wie kann man am Sonntagmorgen so aggressiv sein?

Beitrag von monab1978 06.03.11 - 12:22 Uhr

Du, so war das gar nicht gemeint, du liest dir da was rein, was nicht drinsteht....

Beitrag von ilva08 06.03.11 - 12:33 Uhr

Na, dann is ja gut. :-)

Beitrag von thyme 06.03.11 - 17:38 Uhr

"Meines Erachtens sollte das Kind spätestens in dem Moment, in dem es das Brötchen mit Belag 2. Wahl ausgespuckt hat, aufs Zimmer."

Hihi, du erinnerst mich an mich selber. ich war auch seeehr klar in meinen Vorstellungen, als ich noch keine Kinder hatte. ;-)
Diese haben dann den Praxistest grösstenteils nicht überlebt. Zum Glück, würd ich sagen.

Da du ja bald mal Mutter wirst: Ich kann dir die Babyjahre von Remo Largo sowie die Bücher von Jesper Juul empfehlen. Nur mal so als Anregung, was für Erziehungs-Alternativen zum Ins-Zimmer-schicken dann auch noch möglich wären.

LG thyme

Beitrag von ilva08 06.03.11 - 18:01 Uhr

Hallo,

auch dir ein #danke für die Empfehlung. Ich werds mir besorgen! :-)

Mich wundert allerdings langsam, dass so viele mir antworten, aber nicht der Threaderöffnerin? #kratz

Mir war gestern, als ich schrieb schon klar, dass ich mit meinem Rat aufgrund mangelnder Erfahrung auch falsch liegen kann. Hab ich ja gleich im Voraus deutlich gesagt.

Ich hab nur geantwortet, weil es so wenige Rückmeldungen mit konkreten Ratschlägen gab und die TE echt verzweifelt schien... schon ADHS als mögliche Ursache in den Ring geworfen wurde (was allerdings so früh noch gar nicht diagnostiziert werden kann) usw.

Was ist die Botschaft deines Posts für die TE? Das Verhalten des Kindes ist normal für eine Zweijährige? Schreib ihr doch mal, wie du in solchen Fällen reagierst... ich denke, sie kann es brauchen. :-)

LG #winke

Beitrag von thyme 06.03.11 - 18:25 Uhr

Huhu

Wenn ich etwas Konstruktives antworten könnte, würd ich es tun. lisasimpspn hat sehr schön zusammen gefasst, was ich in etwa hätte sagen können, somit brauchts meine Meinung eigentlich nicht auch noch.

Ich könnte höchstens noch anfügen, dass sich auch meine beiden unterschiedlich entwickeln. Das Theater der TE kennen wir von unserem Grösseren sehr gut, wenn auch nicht sooo extrem.
Möglich, dass wir Eltern inzwischen ruhiger und erfahrener sind, quasi die Feuertaufe schon beim ersten Kind hinter uns gebracht haben oder ob die Kleine einfach ein ruhigeres Temparament hat - keine Ahnung.

LG thyme

Beitrag von lisasimpson 06.03.11 - 09:50 Uhr

Hallo junge zweifachmuttti!

Meine beiden sind in etwa so alt wie deine (der große jetzt vor 2 wochen 4 geworden, der kleine 2,5 jahre alt)
der kleine auch quirliger als der große.

Du hörst dich ja sehr reflektiert an- dir ist klar, daß ihr euch im kreis dreht und die "schrei-schraube" sich gerade bei euch immer weiter hoch dreht.

Daher fände ich es wichtig

1. daß der kleine eine krippe/ einen Kindergarten/ kleinkindgruppe hat
dort könne nsich kinder auspowern, er bekommt völlig neues input, er lernt von eienr neutralen person, wie wichtig regeln sind (in einer Gruppe unerläßlich), er lernt von anderen kindern, welches verhalten angemessen ist,..- glaube mir nach 3-4 stunden in eienr solche ngruppe holst du ein viel entspannteres kind. dir und dem kind würde das sehr gut tun

2. ich habe keine erfahrung mit der "kinderleine" wie meine vorschreiberin- aber offenbar war das für sie ein wirklich gutes mittel. wenn du denkst, das wäre was für dich, würde ich es ausprobieren.
alles was euch aus dem "ich bin auf hab acht- ich mach blödsinn- ich werd unruhig- ..." Kreislauf rausbringt ist ne gute sache.
ich würde so viel "ungefährliche wege/ orte suchen wie nur Möglich und ihn so viel toben, rennen, ausprobieren lassen wie es geht,. so wenig wie möglich "nein" und eingrenzen, sondern Grenzen erfahren lassen.
also ein wald/feldweg wo er flitzen kann, eine wiese wo er sich austoben kann, gefahrenquellen so gut es geht meiden- einfach um euch beide zur ruhe kommen zu lassen.

und für dich: such dir was, was dich entspannt, was du tun kannst, um ruhiger und ausgegelichener zu werden (einen ausgleich, einen sport, entspannungsübungen, die arbeit... keien ahnung- irgendwas, was dir die möglichkeit gibt besser mit stress zurecht zu kommen und in stressituationen gelassener zu sein)

alles liebe
lisasimpson


Beitrag von lilli1983 06.03.11 - 11:35 Uhr

Hallo,

ich kann das alles so gut nachvollziehen. Habe nur 1 Kind, einen Jungen. Er ist 5 und war schon immer genauso wie Dein Jüngster.
Auf Anraten der Erzieherin wird er bald auf ADHS getestet.
Viele sagen ja, diese Krankheit gibt es nicht, oder das Kind ist schlecht erzogen oder einfach sehr wild. Aber ich weiß das etwas nicht stimmt. Er setzt sich permanet Gefahren aus, er macht täglich Dinge kaputt, er hat Wutanfälle wegen Kleinigkeiten da schlackern mir die Ohren. Und ich gebe mir wirklich Mühe, aber zur Zeit ist es auch bei uns sehr schlimm.

Alles Gute! #klee

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