Die Schwangerschaft nach dem Frühchen... Ängste!

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Forum: Frühchen

Obwohl die Überlebenschancen für früh geborene Kinder immer besser werden, müssen vor allem Eltern von extrem Frühgeborenen oft für die gesunde Entwicklung ihres Kindes kämpfen. Hier könnet ihr euch gegenseitig Rat und Unterstützung geben. Lest gern auch in unserem Magazin nach. 

Beitrag von butter-blume 06.03.11 - 18:07 Uhr

Hallo,

ich dachte wirklich ich wär emotional stabil, aber jetzt geht die Panik doch los! Ich hoffe ich finde hier die eine oder andere Mama die nach ihrem Frühchen schon eine weitere SS durchlebt hat und mir einen guten Rat geben kann!

Ich habe vor 3 1/2 Jahren in der 26.ssw einen Blasensprung bei meinen Zwillingen gehabt - die Geburt konnte nicht aufgehalten werden - der 1. hat es gut gemacht (650gramm) bis er am 16. Tag an einer Sepsis gestorben ist - der 2. (820gramm) musste am gleichen Tag 4 stunden notoperiert werden und bekam einen Anus Praetar - danach musste er noch 4 weitere Monate und 3 weitere OPs lang im KH bleiben, inkl. 3 Sepsen...

Jede Frühchenmama wird mir nachfühlen können wieviel Kraft das alles gekostet hat!

Jetzt bin ich in der 24. SSW mit einem Einling schwanger und heute Nacht hatte ich meine 1. Panik-Attake! Ich hab von meinem Blasensprung geträumt, der damals auch schlafend im Bett passiert ist... bin dann aufgewacht und hab gemerkt, dass nix passiert ist, aber ich hatte schreckliche Angst! Die Situation war ja immer noch genau die Gleiche und ich dachte es würde jeden Moment passieren! Hab mich auch nicht getraut aufzustehen - das ist ja bei drohendem BS ganz falsch! So lag ich dort heute Nacht und wusste nicht was ich machen soll... es war furchtbar!

Ich will das nicht noch einmal durchmachen müssen. Auch wenn die SS bisher komplikationslos verläuft - das war die andere bis zum BS auch... Mannno!

Sorry, ich ein bisschen lang geworden!

Lg Butter-blume

Beitrag von lilaluise 06.03.11 - 18:25 Uhr

hallo
ich versteh deine Ängste sehr gut. Ein vorzeitiger 'Blasensprung ist ein Trauma...das Gefühl wenn es passiert, ist so schlimm, das wünsch man niemandem!Und auch das was du danach erlebt hast, die Zeit mit deinem Kind auf der Frühchenstation hat dich geprägt. Mir würde es genauso gehen. Ich selbst hatte in der 18ssw einen BS und wenn ich mir vorstelle ich wäre wieder schwanger...#zitter Ich denke du solltest dir professionelle Hilfe suchen, jemand der dich während der Schwangerschaft begleitet!
Ist denn bei dir bekannt wie es zu einem BS kam?Ich mein, war es eine Infektion?Wenn ja, man kann ja was machen um eine Infektion vorzubeugen!
Ich drück dir ganz fest die Daumen, dass du eine weiterhin tolle Schwangerschaft erleben kannst und in der 40ssw dein Baby gesund zur Welt bringst!
Alles alle Gute!
luise

Beitrag von lilaluise 07.03.11 - 09:29 Uhr

ich finde die infos auf dieser Seite ganz gut:
http://www.fehlgeburt.at/fruehgeburt.html

Beitrag von mamitwins 06.03.11 - 18:32 Uhr

ich kann deine Ängste und Befürchtungen voll nachvollziehen. Lag selbst 12 Wochen seit der 22.ssw. mit strikter bettruhe im Krankenhaus, davon 12 Tage mit einem Blasenriss, nicht mal hinsetzten sollte ich mich....

Ich finde auch, dass es enorm wichtig ist, zu wissen, welche Ursache damals den BS auslöste. Kläre das bitte schnell auf und versuche dich zu entspannen!

Ich wünsche Dir alles alles Gute und halte Dir die Daumen, dass es diesmal gut geht und du deine SChwangerschaft doch noch einigermaßen wenigstens geniessen kannst!!!!:-D:-D

Beitrag von daby01 06.03.11 - 19:41 Uhr

Kann deine Ängste sehr gut nachvollziehen. Hatte wegen Infektion einen BS in der 24+4SSW unser Sohn wurde mit 795gr geboren, hatte eine Ductus-OP, die Zeit (119Tage)auf Intensiv ein Horror!Er verstarb für alle (auch behandelnden Ärzte)sehr überraschend an einer generalisierten bakteriellen Infektion im Alter von 18Monaten.Er galt als gesund.Ein Trugschluss denn er hatte kein wirkliches Immunsystem.
Bin jetzt in der 31.SSW und habe m die Geburtszeit nseres Sohnes herum ständig regelrechte Panikattaken gehabt. Als diese Zeit überstanden war blieb die Angst aber etwas erträglicher.
Warum hattest du den BS?Wurde eine Infektion ausgeschlossen?Das ist eine meiner größten Sorgen und ich bin da mit Ph-Test und Co. permanent auf der Hut. Habe nun einen totalen Muttermundsverschluss+Cerclage...beruhigt auch etwas. Mein Partner, der ja alle Sorgen mitgetragen hat unterstützt mich unglaublich, vor allem durch´s drüber reden. Diese SS war nicht geplant und ich weiß auch nicht, ob ich mich hätte dazu entschließen können nach alle dem.
Vielleicht ein kleiner Trost, jede #schwangerschaft ist wirklich anders und bis auf viel liegen und die OP in der 14.SSW geht es uns sehr gt.
Sei lieb gegrüßt
Daby

Beitrag von hannah.25 07.03.11 - 07:33 Uhr

Hallo,

ich glaube, dass solche Erlebnisse, wie du sie hattest, an keinem spurlos vorbeigehen.
Sowohl die zeitige Geburt durch den Blasensprung als auch die Zeit auf der Intensiv inklusive Trauer um dein Baby haben dich geprägt.
Wir haben unsere Sarah nach 4 Wochen auf der Frühchenintensiv verloren, nachdem sie nach einem Blasensprung in der 27. Woche zu früh und unerwartet so zeitig kam. :-(

Das hat uns genauso geprägt und ich hab große Ängste und Panik in dieser Schwangerschaft mit unserem Per gehabt. Diese war auch nicht ganz komplikationslos. Ich hab 16 Wochen im KH vor der Geburt in der 31.ssw gelegen wegen Frühwehen und hatte einfach Angst, dass er wieder viel zu zeitig kommt. Dass er wieder eher kam, lag an meiner Gesundheit, aber nicht an einem Blasensprung und er hatte zum Glück einen guten Start.

Aber ich denke auch, dass du dir unbedingt psychologische Hilfe suchen solltest. Mir hat das sehr geholfen. Als Erstes um die Trauer um dein Baby richtig zu verarbeiten, wie auch die Erlebnisse nach der ersten Geburt als auch die Panik in den Griff zu bekommen.

Ich wünsch dir alles Gute und ganz viel Glück, dass du keinen erneuten frühzeitigen BS hast und die SS noch genießen kannst.

Liebe Grüße
Hannah mit Niklas und Sarah fest im Herzen und #baby Per ganz fest im Arm (30+2, 18 Wochen alt)

Beitrag von lilaluise 07.03.11 - 09:33 Uhr

hallo Hannah,
wie gehts deinem Kleinen?Entwickelt er sich gut?Die Zeit vergeht ganz schön schnell, oder?
Was mich interessiert: wurde in der folgeschwangerschaft mit Per besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen, damit nicht wieder ein vorzeitiger BS passiert?
Würdest du nach dem Erlebten irgendwann noch mal ein weiteres BAby bekommen wollen?
Ich bin da sehr hin und her gerissen. Kurz nach der Schwangerschaft mit Leo hab ich mir gedacht: das will ich nie nie nie wieder erleben. ich will nie wieder schwanger sein. Aber jetzt denke ich mir und auch mein Partner, dass wir vielleicht doch in ein paar jährchen noch eins wollen.
Hast du infos wie hoch die wahrscheinlichkeit nach einem vorzeitigen bs ist noch mal einen zu bekommen, bzw. hast du dich da vor der Schwangerschaft mit Per drüber informiert?
Viele Viele Fragen, ich würd mich freuen wenn du mir antwortest!
einen lieben Gruß Luise mit Leonell

Beitrag von hannah.25 08.03.11 - 07:29 Uhr

Liebe Luise,

es ist schon voll ok, wenn du so viele Fragen hast. Du kannst mich jederzeit gern per PN fragen. Ist gar kein Problem. Ich freu mich, wenn ich mich mit anderen austauschen kann, die mich einfach verstehen.

Wie geht es euch? Ich hoffe, dass es deinen beiden Mäuschen gut geht und sich Leonell gut entwickelt.
Bei Per ist alles bestens. Er hat mittlerweile knappe 4200g bei 58cm. Die Ärzte und die KG sind mit seiner Entwicklung sehr zufrieden. Er muss eben noch körperlich etwas aufholen. Aber das schaffen wir schon. Da mach ich mir weniger Sorgen. Die Zeit rast echt nur so dahin. Jetzt ist er schon 4 Monate alt. Wahnsinn! Da frag ich mich echt oft, wo die Zeit hin ist.

Also zu deinen Fragen. Wir haben mit Sarah einen BS gehabt, der spontan war und wo uns keiner sagen kann wieso. Daher konnte man in der Schwangerschaft mit Per nicht viel machen. Ich hatte ja ab der 18.ssw mit Wehen zu kämpfen. Ich hab vorsorglich eine Cerclage bekommen. Ich glaube aber nicht, dass die gegen einen BS hilft, oder? Das war nur vorsorglich, dass sich der Muttermund nicht öffnen kann und damit die Geburt aufgehalten wird.
Die SS mit Per war von vielen Ängsten geplagt. Gerade als es relativ klar war, dass er wieder ein Frühchen war, war das für mich das Schlimmste. Ich hab so oft Angst gehabt, dass er wieder gehen muss, dass er wieder viel zu klein und zu leicht ist und keine Chance hat. Doch wir haben Glück gehabt und als ich wusste, dass er gut entwickelt ist für die Woche, hat das schon viel geholfen. Überhaupt hat mir das Liegen im KH geholfen, weil ich mich aufgehoben und gut betreut gefühlt hatte. Nichtsdestotrotz hätte ich natürlich lieber eine schöne und unbeschwerte SS bis zum Schluss gehabt, auch wenn wir das Beste draus gemacht haben.

Es war schon vornherein klar, egal wie diese SS ausgeht, wird es meine Letzte sein. Wir haben uns vorher eingehend untersuchen lassen. Ich hab die Gerinnungswerte mehrere Wochen vorher abklären lassen, bin jede Woche zur VU gegangen. Ohne diese Maßnahmen wäre eine erneute SS auch psychisch nie möglich gewesen.
Ich habe eine Gerinnungsstörung, was es nicht einfacher macht und was eine SS zusätzlich erschwert. Und mein Körper hat jetzt von SS zu SS so extrem abgebaut. Ich hab schon bei Sarah mit Vorwehen gekämpft und bei Per jetzt wieder. Ich musste noch länger liegen und mich nur schonen. Das würde mit großer Sicherheit in einer weiteren SS wieder so werden. Und ganz ehrlich, das kann und will ich meiner Familie nicht antun. Es war schon schlimm genug, dass mein Mann so lange auf mich jetzt verzichten musste. Das könnte ich ihm und Per nicht noch einmal antun. Sie beiden brauchen mich doch. Außerdem könnte ich es uns allen nicht antun, dass wir erneut ein Extremfrühchen bekommen könnten und dan wochenlang ins KH müssten und zittern müssten oder viel schlimmer erneut einen Verlust hinnehmen müssten. Also muss da der Verstand siegen, so schwer es ist. Ich würd gern ein Geschwisterchen hier haben. Auf natürlichem Weg haben wir das nun ausgeschlossen. Und eine Adoption wird wohl abgelehnt, sodass wir doch wohl mit allein sein werden, was sehr schwer ist, weil wir ja eigentlich zwei Geschwisterchen hier hätten und er uns jeden Tag vorlebt, was uns mit ihnen verwehrt geblieben ist. Und gleichzeitig ist er unser größtes Glück, weil ich weiß, dass auch mit ihm hätte alles schief gehen können und ich einfach unendlich dankbar bin, dass wir ihn haben dürfen. Es ist also Freude und Leid gleichzeitig und ich weiß, dass wir unseren kleinen Mann mit Sicherheit sehr verwöhnen. Aber das hat er auch verdient, weil er für uns das größte Wunder ist, was es geben kann.

Wenn du noch weitere Fragen hast, meld dich einfach. Ich wünsch euch alles Gute und ganz viel Freude mit beiden Kindern.

Alles Liebe
Hannah mit Niklas und Sarah fest im Herzen und #baby Per ganz fest im Arm (30+2, 18 Wochen alt)

Beitrag von lilaluise 08.03.11 - 07:43 Uhr

danke für die liebe anrtwort.schön zu hören dass per so fit ist. leo knackt gerade die 8 kilo...er ist kein frühchen mehr. ich bin so wahnsinnig dankbar wenn ich ihn anschaue- #verliebt
allees gute euch 3

Beitrag von hannah.25 08.03.11 - 08:12 Uhr

8kg??? Mensch da hat er aber echt extrem gut zugelegt und ist schon sehr weit. Ist er dementsprechend auch groß, oder?
Die Hauptsache ist eh, dass sie gesund und munter sind. Und ich glaube, dass wir beide einfach nur dankbar sind, dass wir unsere Jungs überhaupt haben. #verliebt

Ich wünsch euch auch alles, alles Gute und ganz viel Freude zu Viert!

Liebe Grüße
Hannah

Beitrag von butter-blume 07.03.11 - 09:57 Uhr

Hallo,

vielen Dank für Eure lieben Antworten und auch Euren Mäusen alles Gute!

Ich werde meinen alten Therapeuten wohl noch mal anrufen...

Lg butter-blume

Beitrag von yale 07.03.11 - 16:07 Uhr

Hallo Butter-blume,

ich hab auch ein Frühstarter daheim,ebenfalls nach Blasensprung,aber dennoch teilen wir das Schicksal eine früchenmami zu sein.

Wir haben auch sehr um Leon bangen müssen,aber heute ist er gesund und ein kleiner Frechdachs.

Die SS danach war der Horror,jedesmal dachte ich "und wieder wirst du ein frühchen bekommen" ich hab mehrer Doppler Sonos bekommen,weil ich so in Sorge war,das dass Wachstum meiner Tochter genauer beobachtet werden musste.

Ich kann dir nur einen Rat geben!

Versuch dich zu entspannen,das deine Mäuse zu früh kamen dafür waren andere Umstände für Verantwortlich .

Ich hab nach Leon eine gesunde Tochter bekommen die es auch noch länger in ihrer Bauchwohnung ausgehalten hätte,aber Mama konnte nicht mehr das war in der 37.SSW

Hast du deine Ängste mal mit deinem FA oder deiner Hebi besprochen,das hilft manchmal.

Ich wünsche Dir alles alles gute und wenn du lust hast und jemanden zum reden brauchst kannst du dich gern über die VK bei mir melden.

yale mit Ü-#ei 18.SSW