Zu gutmütig?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von rennmausi 06.03.11 - 22:01 Uhr

Hallo!

Unser Sohn ist 22 Monate alt und ein sehr aufgewecktes, dynamisches und fröhliches Kerlchen! Er mag andere Kinder total gerne und geht immer sehr offen und lieb auf alle zu. Wenn ihm ein Kind "böse" kommt (schubsen, hauen, zwicken o.ä.), dann lässt er sich das gefallen, ohne sich zu wehren. Meist schaut er nur ganz betröbbelt, bei etwas wilderen Attakcen fängt er an verzweifelt zu weinen. Wenn ihm Kinder Spielzeug wegnehmen, ist er zwar entrüstet, aber er wehrt sich nicht. Wenn er selber Spielzeug "klaut", dann zieht er meist den Kürzeren, weil die anderen Kinder sich das Zeug mehr oder weniger grob wieder zurückholen. Was dann wieder in Tränen endet.
Ich kann und will ja auch nicht immer als "Schidsrichter" dazwischen gehen. Aber ich haben einfach keine Ahnung, wie ich mich in so einer Situaiton am besten verhalte. Soll ich ihn ermuntern, sich zu zurückzuschubsen? Eigentlich wlll ich ihn ja nicht zu "rüpelhaften" Verhalten erziehen, aber ich will auch nicht, dass er ständig der "Prügelknabe" ist.

Dieses Verhlaten legt er übrigens nur bei fremden Kindern an den Tag. Bei Leuten (Erwachsene und Kinder) die er gut kennt ist er ein kleiner Wildfang, der sich sehr wohl zu helfen weiß und sich mit Händen und Füssen wehren kann.

Bin zur Zeit etwas ratlos und fühle mich in solchen Streitsituationen, wie sie unter Kleinkindern ja an der Tagesordnungs stehen, etwas überfordert. Für Tipps bin ich also sehr dankbar!

Lg Rennmausi

Beitrag von haruka80 06.03.11 - 22:17 Uhr

Hallo,

mein Sohn lässt sich sowas auch gerne gefallen...allerdings ist er dann bei jüngeren Kindern ebenso-er weiß halt, wo er nix auf die Nase bekommt:-p

Ich finde es immer schwierig und habe bisher auch glücklicherweise solche Situationen nur gehabt, wenn mein Sohn mal wieder dies einsteckte, dass dann die Mama vom anderen Kind aber zu ihrem Kind was sagte.
Man sollte immer bedenken, dass schubsen, hauen, kneifen eine Art der Kommunikation bei Kindern ist. Gerade, wenn es mit dem Sprechen noch nicht so doll ist, wird so kommuniziert. Wenn man Kinder dabei mal beobachtet (ne Freundin und ich haben unsere Söhne mal machen lassen) und es gab n Gerangel, nachher war aber irgendwas geklärt und sie spielten friedlich.
Das kann ich bei fremden Kindern nicht, da bin ich Löwenmama und froh, wenn die Mutter was sagt.
In der KiTa hab ich letztens auch einen zur Seite genommen, der ist schon 3,5 Jahre, also 1,5 Jahre älter als mein Sohn. Der schubste meinen zur Seite und das recht unsanft. Da bin ich zu dem, hab mich hingekniet, seine Hand festgehalten und ihm erzählt, dass es weh tat, dass er schon so groß ist, dass er sagen kann, dass er da durch möchte, ob er das beim nächsten Mal bitte versuchen könnte. Mein Sohn weinte total doll...der Junge entschuldigte sich auch gleich und na ja... ich hasse es, was sagen zu müssen, Kinder sind eben wild und aktiv, aber ich finde es wichtig, dass Kinder lernen, dass sie anderen weh tun können, was sie selbst auch nicht möchten. Schöner finde ich es, wenn ne Erzieherin bzw die Mutter dem Kind das selbst sagt wenn es nötig ist und nicht nur ne Kabbelei.

L.G.

Beitrag von rennmausi 06.03.11 - 22:40 Uhr

Ich verurteile das wilde Verhalten (kneifen, schubsen, hauen) auch nicht, weil wir klar ist, dass es in einem gewissen Maße einfach in diesem Alter normal ist und mit zur Kommunikation dient. Mir zerbricht nur das Herz wenn ich seh, wie mein Kleiner das über sich ergehen lässt. Grad vor zwei Tagen waren wir bei einer Freundin und ihrer Tochter (27 Monate). Mein Kleiner fand das Mädchen so toll und hat so richtig zu ihr aufgeschaut. Sie war leider ein bissi eifersüchtig auf ihn und hat ihn als Eindringling gesehen, vor dem sie ihre Spielsachen beschützen muss. Gleich am Anfang war sie sehr grob zu ihm, was er sich gefallen ließ. Er war dann halt zurückhaltend und hat nix von ihren Sachen angefasst. Meine Freundin wollte das Verhalten ihrer Tochter aber nicht fördern und hat meinem Sohn dann alles mögliche Spielzeug hingestellt, woraufhin er immer wieder vom Mädchen attakiert wurde. Die Mutter ging dann zwar immer dazwischen, aber die Kleine ist ja auch nicht dumm und hat abgewartet und wenn sie sich unbeobachtet gefühlt hat, hat sie meinen Sohn gehauen oder wild umgeschubst. Irgendwann fiel er halt mal ein ganzes Stück nach hinten und landete auf dem Rücken. Ab da war er total aufgelöst und verängstigt und hat sich gar nicht mehr von mir weggetraut. Ich tu mir dann schwer, ihn zu ermuntern weiterzuspielen, wenn er dann 5 min später wieder eins auf die Haube bekommt. #gruebel Ihm zu sagen, dass er das Mädchen dann halt auch mal schubsen soll, scheint mir aber auch nicht der richtige Weg zu sein...

Beitrag von manja85 07.03.11 - 00:25 Uhr

hallo..

also ich bin der meinung man sollte die kinder machen lassen.. natürlich muss man sich auf die zunge beißen wenn man sieht wie ein kind seinem eigenen zb. etwas weg nimmt.. aber so ist das eben.. den kleineren wird etwas weggenommen und die größeren nehmen weg.. und da jedes kind in jedes alter kommt, macht jedes kind alles mit.. ich denke, das müssen sie einfach unter sich klären..

sollte es aber zu grob sein, wie zb. treten oder gegen die wand schubsen, oder was ich auch ganz schlimm finde ist, mit etwas zu bewerfen, dann geh ich auch dazwischen.. allerdings gehe ich erst zu meinem kind, tröste es und sage dass das andere kind es bestimmt nicht mit absicht gemacht hat und ggf. sage ich dem fremden kind ganz kurz und knapp das es nicht geht und das es anderen damit weh tut.. aber ich mach kein großes thema draus.. ich finde es nicht wirklich schön, wenn sich zb. eine mutter vor ein "fremdes" kind kniet und erstmal einen vortrag hält.. ich möchte nicht das man es mit meinem kind macht und genauso würde ich es mit fremden nicht tun.. da reicht eine kurze ansage..

jetzt steckt dein kind noch ein, aber warte noch ein paar monate, dann probiert er es mit den anderen (meist kleineren) kindern auch aus.. denke einfach immer daran das dein kind genau diesen schritt mitmachen muss, denn genau das brauch er um sich zu entwickeln!! austeilen und einstecken!!

Beitrag von raena 07.03.11 - 11:15 Uhr

Kinder lernen die Regeln des sozialen Zusammenlebens am besten durch andere Kinder.
Daher halte ich mich immer raus, außer:

- die Gesundheit eines Kindes ist gefährdet
- es besteht ein erhebliches Ungleichgewicht an "Stärke/Können" (mehrere Monate Jahre Altersunterschied)

Aber auch im 2. Fall greife ich nur ein wenn es extrem blöd für das Unterlegene Kind wird.

Kinder lernen sehr viel aus diesen Situationen, auch wenn es für uns oft wie ein ständiges Verlieren aussieht. Nur wenn sie verlieren und gewinnen geübt haben, können sie auch Begriffe wie fair/Unfair, sozial/unsozial etc verstehen/leben.

LG
Tanja

Beitrag von kaki_luna 07.03.11 - 18:17 Uhr

Hallo,

das kommt mir sehr bekannt vor! Ich denke auch solange es sich im "normalen" rahmen abspielt müssen Kinder lernen das unter sich auszumachen. Mit den Eltern mit denen wir uns am häufigsten treffen hatten wir da schon im ganz kleinen Alter drüber gesprochen was für uns als Eltern okay ist und was nicht, und ebenso dass es okay ist wenn andere Eltern unserem Sohn auch mal "Halt" sagen.

Wenn ich sehe dass unser Sohn immer den Kürzeren zieht sage ich ihm deutlich dass er laut "Nein, ich will das nicht" oder ähnlich sagen soll. Es wird bei uns nicht zurückgehauen, nicht geschubst etc. aber er soll lernen klar NEIN zu sagen. Dabei stärke ich ihm immer den Rücken und stelle mich in Extremsituationen auch dazwischen.

Mittlerweile sagt er dann auch mal zu uns wenn wir mit ihm albern wollen "Ich finde das nicht lustig!, darüber könnte ich mich wegschmeißen, aber Recht hat er und dann muss ich als Mama auch lernen mich zurückzunehmen.

LG