Schwester

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von fühl mich doof 07.03.11 - 09:29 Uhr

Erstmal sorry, dass ich hier schreibe, mit Partnerschaft hat es leider wenig zu tun.

Meine Schwester, 1 Jahr jünger wie ich, hat in ihrem Leben schon viel Mist gebaut. Falsche Freunde, Schulden ohne Ende etc. Wir, meine Eltern und ich, standen ihr immer bei und haben (auch geldmäßig) geholfen, wo wir nur konnten. Zwischendurch wohnte sie auch 1,5 Jahre bei mir und meinem Mann. Dann wurde sie von einer Discobekanntschaft schwanger, heiratete ihn. Ein halbes Jahr später verließ sie Mann und Kind. Meine Eltern konnten ihr das nicht verzeihen und brachen den Kontakt ab.
Ich hielt immer zu ihr, versuchte zu vermitteln. Dann trat ein neuer Mann in ihr Leben, mit dem sie auch noch ein Kind bekam. Endlich zahlte sie auch regelmäßig ihre Schulden ab, heute, 5 Jahre später, ist sie endlich schuldenfrei. Durch das 2. Kind bauten meine Eltern auch langsam den Kontakt zu ihr wieder auf. Seit einem Jahr wohnt nun auch ihr 1.Kind wieder bei ihr. So weit, so gut und ich bin ja auch froh, dass sie die Kurve bekommen hat.

Ich selbst suche seit über einem Jahr einen Job, schreibe Bewerbungen ohne Ende, bin oft down, wenn wieder Absagen im Briefkasten liegen. Versuche auch oft mit meiner Mutter darüber zu reden. Doch statt mich etwas aufzubauen, muss ich mir ständig anhören, wie gut es doch meiner Schwester geht, wieviel die Beiden zusammen verdienen, was sie sich alles neu angeschafft haben. Auch dass sie nicht zum Geb. meiner Mama da war, wird entschuldigt, schließlich wäre das ja eine lange Fahrt (45min), ich selbst fahre auch 30min bis zu ihr. Wenn ich meine Mama mal darauf anspreche, dass meine Schwester da ja mal anfangen könnte, das Geld zurück zu zahlen, was sie und ich ihr in den letzten Jahren gegeben haben (und das war nicht wenig), werde ich unterbrochen, ich solle doch froh sein, dass es ihr gut geht und nicht auf alten Sachen rumhacken. Dazu sei gesagt, meine Eltern und wir leben am Existenzminimum, kommen gerade so über die Runden. Ich selbst habe kaum noch Kontakt zu meiner Schwester, sie selbst zog sich zurück, nachdem sie sich ihr neues Leben aufgebaut hat und nun wieder guten Kontakt zu unseren Eltern hat. Meinen 2. Neffen sah ich bisher einmal, obwohl der auch schon 3 ist.

Ich finde das wirklich sehr ärgerlich und traurig. Mein Mann ist am schimpfen, ich solle endlich unser Geld zurückfordern, aber ich weiß ja nicht mal genau, wieviel es war (meine Schuld), mal hier 100€, mal dort 50€, dann mal da wieder 200€ und so ging es über Jahre, nur habe ich nie aufgeschrieben, wann ich ihr was gegeben habe, war/ist ja schließlich meine Schwester (sind aber im Laufe der Jahre bestimmt 2000€ gewesen). Mir selbst geht es ja noch nicht mal um das Geld, aber sie hätte ja auch von allein mal kommen und fragen können, was sie für uns mal tun kann. Meine Eltern meinen, ich solle sie wegen des Geldes in Ruhe lassen und froh sein, dass es ihr jetzt so gut geht, wenn ich es unbedingt haben will, würden sie es zusammen sparen und es uns geben.
Aber ich will doch von meinen Eltern kein Geld.

Achja, vielleicht habt ihr Meinungen dazu. Aber ich musste mir das jetzt mal von der Seele schreiben.

Beitrag von goethes-erbin 07.03.11 - 09:37 Uhr

Hallo,

da fällt mir spontan zu ein:

Undank ist der welt Lohn.

Ich finde es ziemlich hart von deinen eltern, denn schliesslich warst du in der schwersten Zeit für deine Schwester da und hast sie unterstützt und ihr beigestanden. Dieses hätten eigentlich deine /eure Eltern tun sollen und nicht du.

Von deiner Schwester finde ich ihr Verhalten sehr undankbar und unverschämt.
Sie könnte nun auch für dich da sein.

Erwarte bitte nichts von deinen Eltern, geschweige denn von deiner Schwester. Für sie zählt nur ihre Nehmerqualität.

So hart es ist, von deinen Eltern und auch deiner Schwester hast du nichts zu erwarten.

Deine Eltern wollen ihr schlechtes Gewissen bei dir abstreifen, weil du ihr geholfen hast und nicht sie.
Deshalb möchte deine Mutter auch nichts davon hören das deine Schwester euch Geld schuldet.

So wäre meine Draufsicht. Einen Tip kann ich dir leider nicht geben. Wünsche dir aber alles Gute.

Beitrag von werouz 07.03.11 - 15:55 Uhr

Hallo!

Ich kann mich gut in deine Situation versetzen, bei uns in der Family ist es ähnlich.

Mein Bruder ist ein Jahr älter als ich und hat auch schon ziemlich viel Scheiße gebaut, bzw. macht es immer noch. Genauso wie du auch, habe ich ihn immer wieder finanziell unterstützt, wenn es nicht mehr ging, einmal saß er sogar wegen seiner Schulden im Gefängnis und wir haben das Geld (800 Euro) aufgetrieben und bezahlt. Aber auch so sind in den letzten 20 Jahren bestimmt um die 4000 bis 5000 euro an meinen Bruder bzw. seine Gläubiger geflossen.

Trotzallem ist er der Liebling meiner Mutter, wenn er sich mal nicht meldet macht sie sich Sorgen, wäscht ihm die Wäsche, steckt ihm immer noch Geld zu. Ich dagegen bin egal, weil es mir ja gut geht, ich habe ja einen Mann und einen Job. Nie frägt sie mal, wie wir eigentlich klar kommen, es geht immer nur um ihn.

Wenn sie sich über ihn aufregt, bin ich gut genug um bei mir über ihn zu lästern, sobald sie sich mit ihm wieder versteht ist er wieder der Liebling, der halt durch sein Umfeld so geworden ist.

Ich würde dir raten, das Thema bei deinen Eltern nicht mehr anzusprechen und stattdessen mit deiner Schwester zu sprechen. Sag ihr, dass du enttäuscht bist und dass du dich abschoben fühlst, wenn sie jetzt, wo es ihr besser geht, den Kontakt so reduziert.
Das Geld solltest du auch ansprechen, möglichst ohne Vorwürfe, aber mit der ganz konkreten Bitte, dir wenigstens einen Teil zurückzuzahlen.

Deine Eltern solltest du außen vor lassen, das ist eine Sache zwischen euch Geschwistern. Wenn sie sich doch einmischen und die Schulden deiner Schwester bei dir zahlen wollen, würde ich dankend ablehnen und das gespräch beenden.

Du musst diese ganze Konstellation aufdröseln und deine Beziehung zur Schwester so klar wie möglich von deinen Eltern trennen.

Im übrigen glaube ich auch, das deine Eltern etwas wieder gut machen wollen.

Meine Mutter meinte mal zu m ir, als ich sie fragte, warum sie mir gegenüber immer so gleichgültig ist: "Um dich muss ich mir keine Sorgen machen, du hast immer alle deine Probleme allein lösen können und kannst alles schaffen, dein Bruder ist nicht so stark." Vielleicht steckt so eine ähnliche Denke auch bei euch dahinter.

Mach's gut und viel Erfolg bei der Arbeitssuche!