Problem mit 4 jährigem Sohn

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Forum: Erziehung

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Beitrag von winterkinder0907 07.03.11 - 10:51 Uhr

Hallo,

wie schon oben geschrieben habe ich zur Zeit Probleme mit meinem großen Sohn. ( Ich hab noch eine kleine Tochter 1 Jahr)

Er ist zur Zeit total auf Papa fixiert...ich darf ihn nicht zum Kindergarten bringen, nicht ins Bett bringen, nichts zu trinken geben etc. Alles nur noch Papa. Das allein wäre ja noch nicht das Problem. Aber wenn ich ihn dann mal zum Beispiel ins Bett bringen will weil der Papa zum Beispiel gerade Besuch hat dann schreit er wie am spieß und total hysterisch nach seinem Papa.Als wenn och ihm was getan habe. Dann kommt noch dazu das er manchmal so gemeine Sachen sagt wie z.b. er hat mich nur ein bisschen lieb, oder ich will ohne Mama da und da hin fahren...

Dann kommt noch ein Problem dazu...wenn er irgendwas machen soll, zum Beispiel Schuhe anziehen dann sagt er sowas wie ich will das aber nicht. Sonst brauchte ich nur anfangen zu zählen dann hat er gehört. Darauf reagiert er mittlerweile auch nicht mehr. Also fange ich an ihn zu erpressen weil ich nicht weiss was ich sonst tun soll (z.b. wenn du das jetzt nicht tust dann....) Finde das eigentlich total blöd, weiß aber nicht was ich sonst tun soll. Wenn sein Papa was sagt wirds spätestens bei "böser" Stimme getan. Wenn ich etwas lauter werde,keime Reaktion...

Inmoment bin ich wirklich ratlos...er ist sonst,tagsüber eigentlich lieb mir gegenüber,wir kuscheln auch oft zwischendurch,er sagt mir er hat mich lieb und und und...aber dann zwischendurch halt sowas wie oben beschrieben....

Jetzt muss ich noch dazu schreiben.. zwischen November und Januar hatte ich eine ganz schlechte Phase. Ich war Nervlich so am Ende weil mein Mann die ganze Woche über auf Montage war und ich immer alleine war, die kleine Nachts so oft wach war und ich dadurch total übermüdet und auch überfordert war das ich viel rumgeschrien und genervt reagiert habe. Jetzt hab ich schon überlegt ob mein Sohn deswegen so ist...vielleicht hat das bei ihm was hinterlassen? Was kann ich nur tun damit es zwischen uns wieder besser wird?

Ich hoffe es kann mir jemand hilfreiche Tipps geben wie ich das wieder in den Griff bekomme und was ich tun kann damit er wieder auf mich hört...über Buchtipps wäre ich auch schon dankbar

liebe grüße

Beitrag von kaffetante 07.03.11 - 11:05 Uhr

Mmmh, ich weiß nicht, ob ich da gleich wieder etwas reininterpretieren würde.

Meine Kinder haben immer mal wieder solche - wenn auch nicht ganz so extreme - Phasen, den Schuh ziehen mein Mann und ich uns gar nicht an.

Tagsüber bleibt ihm ja keine andere Wahl und da klappt es ja auch.
Vielleicht lässt Du ihn einfach in Ruhe, er kann doch am Wochenende ruhig zu Deinem Mann gehen und ihn fragen, wenn er keine Zeit hat oder beschäftigt ist, kommt er schon von alleine wieder zurück. Sei nicht verletzt oder genervt, dann geht das auch ganz von selbst wieder weg. Der Papa ist eben Seltenheitswert, das ist bei vielen so.

LG

Beitrag von marion2 07.03.11 - 12:17 Uhr

Hallo,

wie soll ein 4jähriger verstehen, dass der Besuch dem Papa wichtiger ist als er?

Kein Kind kann von morgens bis abends lieb sein.

Buchtipp: "Warum unsere Kinder Tyrannen werden"

Da ist das Verhalten von Müttern beschrieben, die so reagieren wie du. Wenn du dich wieder erkennst, hast du den 10er gut investiert.

Dein Sohn muss dich nicht mehr als ein bisschen lieben. Er darf dich auch hassen. Das ist sein gutes Recht und kein bisschen gemein. Er ist nur EHRLICH - kleine Kinder sind nicht diplomatisch.

Gruß Marion

Beitrag von olivia76 07.03.11 - 12:45 Uhr

Hallo!

"er hat mich nur ein bisschen lieb"
"auch oft zwischendurch,er sagt mir er hat mich lieb und und und"
"Dann kommt noch dazu das er manchmal so gemeine Sachen sagt "

Entschuldige, aber ich kanns mir nicht verkneifen: Überdenke, wer von EUch beiden die Ältere ist! Überdenke, wer hier Mutter und wer hier Kind ist!

Dein Kind muss Dir nicht permanent seine Liebe bekunden. Stelle sicher, dass Dein Kind DEINE Liebe spürt und sich ihrer sicher ist!

Diese Anbrüll-Phase würde ich thematisieren, mich erklären und entschuldigen, für die Zukunft versprechen, dass diese Zeit vorbei ist. Die Rollen wieder zurechtrücken. Vielleicht ist er tatsächlich verunsichert was Deine Stabilität für ihn betrifft. Vielleicht gibt Dein Mann ihm einfach mehr Sicherheit. ?

Alles Liebe,
O.

Beitrag von winterkinder0907 07.03.11 - 14:09 Uhr

ok, jetzt...wo man das liest komm ich mir echt kindisch vor...ich glaub ich hab schon ein Brett vorm Kopf gehabt...Ich denke auch das meine Vorschreiberin recht mit der Annahme hat das er bei meinem Mann mehr Sicherheit fühlt...Jetzt, wo ich weiß was ich falsch gemacht habe ist es viel einfacher es zu ändern...Habe aber noch eine zusätzliche Frage, vielleicht kann mir dabei auch jemand helfen...

und zwar gehts um folgendes...bin inmoment ziemlich unsicher was logische Konsequenz angeht...

z.b. thema Schuhe anziehen

ich sage zu meinem sohn er soll sich bitte die Schuhe anziehen weil wir z.b. zum Kiga fahren wollen.Er-Nein...was soll ich da sagen? Als logische Konequenz???wenn ich sage dann fahren wir eben nicht zum kiga oder sonst wo hin kommt nur, dann bleiben wir halt zu Haus....bin da ratlos...

oder anderes Beispiel vorhin....er hatte wegen Karneval vorhin nur noch eine strumpfhose und Socken an und wollte sich dann die Socken auch noch ausziehen...ich sagte er soll sie anlassen weil wir unten nur fliesen haben und das sonst zu kalt ist...er fing dann wieder an, ich will aber....ich hab dann gesagt wenn er unten spielen möchte muss er die anlassen ansonsten muss er nach oben in sein Zimmer gehen.Habe ich da richtig reagiert?

Sorry, bin so unsicher wie ich reagieren soll wenn er nicht auf mich hört...irgendwie muss ich mich ja durchsetzen, möchte das aber nicht mit Gewalt erreichen.

Danke schonmal für eure Antworten

Beitrag von marion2 07.03.11 - 14:41 Uhr

Hallo,

wenn er beim Schuhe anziehen "Nein" sagt, ziehst du ihm die Schuhe an. Barfußlaufen wäre eine logische Konsequenz für das Schuhe-anziehen-Verweigern. Bei dem Wetter ist das aber schlecht.

Wie sagst du deinem Sohn, dass er die Schuhe anziehen soll?

So: "Ziehst du dir bitte die Schuhe an?" (schlecht, weil Wahlmöglichkeit)

oder: "Zieh dir bitte die Schuhe an!" (gut, weil klare Aufforderung)

Achte genau auf deine Wortwahl!

Gruß Marion



Beitrag von olivia76 07.03.11 - 15:27 Uhr

Hallo!

Mein Sohn ist ja in etwa so alt wie Deiner. Ich kenne es auch nur zu gut, dass -immer wenn wir gerade beim Anziehen sind- er ständig wieder wegrennt. Mir geht das je nach Tagesform auch echt aufn Keks #aerger Was das hantieren mit logischen Konsequenzen betrifft bin ich nicht unbedingt Fachfrau. Ich fordere ihn auf, sich anzuziehen, zu kommen, .... wenn er das nicht alleine macht biete ich ihm nochmal Hife an. Wenn er darauf nicht eingeht ziehe ich ihn an. Die "Drohung" zu Hause zu bleiben ist meiner Meinung nach nicht durchziehbar, das hast Du ja nicht ernsthaft vor, oder? Ich stelle eher die "positive" Konsequenz in AUssicht, WENN er angezogen ist: wer angezogen ist darf z.B. schon mal raus bis ans Hoftor. Ehrlichgesagt berwiegt bei uns eindeutig, dass er unter Winden angezogen wird. Ich habe den Eindruck, mein Sohn KANN im Moment einfach nicht von sich aus kommen und sich auf Kommando anziehen. Er steht sich da irgendwie selbst im Weg. Somit mache ich das. Ich gehe nicht davon aus, dass es in 40 Jahren auch noch so laufen wird ;-)

Was das Laufen auf kalten Fliesen betrifft: hier würde ich ihm die Socken hinlegen mit dem Hinweis, dass es zu kalt ist ohne. Hier passiert ja nicht sofort ein Unglück, wenn er mal 10min kalte Füße hat. Später einfach nochmal beiläufig auffordern oder Hilfe anbieten. In solchen Situationen hilft bei uns eigentlich echt immer Deeskalation durch Zeit-Geben. Ich würde versuchen, in solchen Situationen die Schärfe rauszunehemen. Wenn sich etwas anbahnt, von dem Du schon merkst, wie sich Dir der Magen zusammenkrampft, weil Du die Reaktion Deines Sohnes schon kennst, würde ich an Deiner Stelle einfach mal total entpannt handeln. Vielleicht eher erklären, eben, wie Du schon gesagt hast: oben, wo Tepich liegt ist das kein Problem ohne Strümpfe. Hier unten ist es zu kalt...

Alles Gute:-D
O.

Beitrag von winterkinder0907 07.03.11 - 15:59 Uhr

Danke für deine Tipps. Ich habe durch deinen Beitrag gemerkt das ich viel zu Streng bin. Ich habe immer drauf bestanden das er tut was ich sage...ich versuche es jetzt mal so wie du gesagt hast....es kommt natürlich immer auf die Situation an,is klar...aber z.b. beim Schuhe an ziehen übernehme ich das dann einfach.Vielleicht muss ich auch mal fünfe grade sein lassen....vll. werde ich dadurch ein bisschen lockerer...

Beitrag von lisasimpson 07.03.11 - 18:58 Uhr

ich glaub ich würde da nicht so todernst an die sache rangehen.
Wenn mein sohn sagen würde : nein, schuhe zieh ich nicht an" würd ich glaub ich lache nund ihn fragen, ob er denn heute gednkt zu fliegen-
dann würde er auch lachen und dabei würden entweder er oder ich eben die schuhe anziehen.

das ist doch alles kein beinbruch.

wenn du möchtest, daß er warme socken anhat, weil du dich um ihn sorgst, dann sit das alleien das argument.
Ich möche, daß du warme füße hast und nicht krank wirst (auch wenn der zusammenhang so nicht stimmt, ist das ein gutes mutterrecht so´n quatsch zu denken).
du mußt ihm nicht drohen, keine "wenn dann spiele" machen. sag ihm einfach, daß du möchtest, daß er die socken anzieht, daß du möchtest, daß es ihm gut geht und er warme füße hat und du dich freuen würdest, wenn er das jetzt schnell macht, damit ihr unten dann zusammen (irgendwas schönes) machen könnt.

daß dein sohn in keiner weise gemein ist, wenn er dir sagt, er habe dich nur ein bißchen lieb und daß die einzig vernüftige antwort darauf ist, daß du ihn unendlich lieb hast und daß sie das niemals ändern wird- ist ja mittlerweile auch klar.

ansonsten - einfach ein bißchen druck rausnehmen. würde dir und ihm gut tun.

lisasimpson

Beitrag von thyme 07.03.11 - 15:45 Uhr

Das kenne ich alles auch, nur unser ist das Mama-Kind. Uns hilft es, wenn wir gewisse Dinge schon im voraus regeln, z.b. beim Abendbrot ankünden: Heute bringt dich Papa ins Bett. Das gibt dann kurz Diskussionen, auf die wir allerdings gar nicht mehr gross eingehen. Ich sag ihm nur noch, dass er noch bei mir und seiner Schwester kurz kuscheln darf, bevor Papa ihn ins Bett steckt.

Schuhe anziehen etc: Erpressungen und Zählen etc. sind bei uns völlig sinnlos, da sie unser Sohn - wie deiner - komplett ignoriert.

Uns hilft die gute alte Kommunikation oft weiter: Ich bitte gar nicht erst, sondern befehle gleich: "Bitte ziehe dir die Schuhe an, wir kommen sonst zu spät." Und zwar Brülle ich nicht von hinten aus der Küche sondern ich geh zu ihm, schaue ihn an und bleibe dort, bis es die Schuhe an sind. Je nach Situation leiste ich ein bisschen Starthilfe.
Ist ein bisschen eine Übungssache, hilft aber. Und der Aufwand zu ihm hinzugehen ist wesentlich kleiner, als wenn ich ihm ewig hinterher renne.

LG thyme

Beitrag von zahnweh 07.03.11 - 21:15 Uhr

Hallo,

meine hatte mal so eine Phase mit einer Freundin. Mama war ok, aber sobald die Freundin in SICHTweite war, war ich abgeschrieben.

im ersten Moment fühlte ich mich zurückgesetzt. Dann fing ich es an zu genießen. Die Freundin machte mir außerdem Mut. Sie zog meine wie selbstverständlich mit an, neben ihren eigenen drei. "ist kein Problem" "keine Sorge, das stört mich nicht, genieße es einfach" ... und sie hatte Recht.

Ich habe es genossen :-) und es hat sich gelohnt. So wurde ich innerlich auch ruhiger, war entspannt und die Phase, in der nur noch Mama was durfte und andere Bezugspersonen angebrüllt wurden kam bald. und im Nachhinein fand ich letztere anstrengender #schwitz

Von daher mein Rat: nimm es nicht persönlich. Gönne dir die Auszeiten, wenn Papa in der Nähe ist, spanne Papa mit ein, wenn er in SICHTweite des Kleinen ist. Das hilft beim selbst entspannter werden und deine Entspannung spürt auch dein Kind.

Im Moment spürt er auch deine Unsicherheit und reagiert mit eigener Unsicherheit und noch mehr Papa, weil er bei ihm fühlt, woran er bei ihm ist.

Beitrag von youngmum85 08.03.11 - 09:59 Uhr

Vielen Dank für die vielen Antworten! Ihr habt mir wirklich damit geholfen. Ich habe gestern viel darüber nachgedacht wie ich eigentlich die verschiedensten Situationen angehe. Und dabei is mir dann erstmal bewusst geworden das ich wirklich viel zu angespannt und mit viel Druck an die Sache ran gehe. Ich versuche lockerer zu werden was gestern auch schon ganz gut geklappt hat:-D

Also nochmal Dankeschön!!!

Beitrag von no-limit 08.03.11 - 19:40 Uhr

Hallo,

ich würde ihm kindgerecht erklären, das es dir weh tut so behandelt zu werden a la ... stell dir mal vor, papa würde es nicht bei dir wollen :-).

Ebenfalls solltest du ihm erklären, das jeder mal eine gute und auch mal eine schlechte Phase / Zeit hat, genauso wie die Kids, die mal ihren Bock haben :-).

Ich bin immer damit gefahren, das ich meinem Sohn alles erklärt habe. Und wenn das nicht gefruchtet hat, hab ich ihm erzählt, das meine Ma / also seine Omi auch mal mies zu mir war. Aber sie mich trotzdem lieb hat und das nur gut gemeint ist und niemand einen ärgern will.

Alles Liebe

Beitrag von 221170 08.03.11 - 21:08 Uhr

Ich kenne das, aber umgekehrt.
Unsere Tochter ist auf mich fixiert, meistens.
Der Papa darf dann gar nichts, nein, die Mama soll das machen.....
Wenn es geht, dann mache ich es. Wenn es nicht geht (weil ich gerade nicht alles fallen lassen kann..), dann sage ich das sie entweder warten muß bis ich Zeit habe, oder der Papa macht es. Der kann es genauso gut.
Dann kann sie wählen.
Sie sagt auch:" Papa, ich habe dich lieb, aber die Mama hab ich lieber..."
Oft.
Manchmal:
"Ihr beide seid die besten Eltern, ich habe euch beide lieb bis zum Mond"

Nerven behalten, ruhig bleiben, nicht auf Machtkämpfe einlassen. Er meint das nicht "persönlich"

Und zu der Sache das "die Sache was hinterlassen hat...":
Ich bin die Strenge hier. Mein Mann ist, was die Erziehung angeht, gelinde gesagt ein Weichei. Die Kleine wickelt ihn um den Finger und weiß das auch. Bei mir werden Haare gekämmt, ob es ziept oder nicht. Er schafft es nicht.
Davon gibt es Unmengen Beispiele, wir rasseln viel öfter zusammen als sie und mein Mann. Weil ich mehr Zeit mit ihr habe.
Trotzdem liebt sie mich. Auch wenn ich schimpfe und es mal Strafe gibt. Das ist das Wunderbare an Kindern.