Trennung trotz Haus und 2 Kindern

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von babe31 07.03.11 - 14:40 Uhr

Hallo,

ich möchte mich von meinem Mann trennen. Wir haben uns auseinander gelebt und seit der Geburt unsres 2. Sohnes läuft auch sonst nichts mehr. Wir sind Eltern, aber keine Partner mehr. Es wird noch nuch besprochen, wer wann zuhause ist oder wann wer weg kann. Bei den Kids lässt er mich alles alleine organisiern und macht es dann zwar, aber ich hab immer ein schlechtes Gewissen. Hab schon ein paarmal angedroht, wieder in meine heimatstaadt (90km entfernt) zurückzugehen wenn sich nichts ändert, das war zum ersten Mal vor 2 Jahren. Jetzt kann ich nicht mehr und möchte es umsetzten. Unser Großer kommt nächstes Jahr (2012) in die Schule und der kleine im Sommer eigentlich in KiGa und da denke ich, besser jetzt als wenn er in der ersten Klasse ist und die Schule wechseln muss. Problematisch ist allerdings, daß wir ein Haus haben und ich auch nicht weiß wie er reagiert. Für meinen Mann ist heile Familie sehr wichtig, denn die hatte er nie. Allerdings glaube ich auch nicht, daß er mich so liebt, wie ich es mir wünsche. Wer kennt so was und hat das auch schon hinter sich. Was koset das Ganze und wie wird das finanzielle geregelt?
Danke
Babe31

Beitrag von englchen 08.03.11 - 11:54 Uhr

Hallo Babe31,

wir haben zwar kein Haus, aber was Du schreibst trifft absolut auch auf uns zu. Meine Jungs sind 5,5 und 2,5. Allerdings kommt mein Großer schon dieses Jahr zur Schule. Bei uns läuft auch seit der Geburt des Zweiten nix mehr. Ich komme mir auch immer vor wie in einer WG aber nicht wie in einer Beziehung. Wir hatten auch schon diverse Gespräche und ich hab ihm auch gesagt, dass ich etwas Anerkennung bzw. Aufmerksamkeit brauche. Bei uns ist es echt das Gleiche. Ich organisiere alles vom Kindergeburtstag zum Urlaub, die Zahnarztbesuche - manchmal denk ich echt - wenn mir was passiert ist er mit den Kindern total überfordert. Er kommt manchmal mit sich allein nicht klar. Meine Mam sagt immer ich hätte drei Kinder und keinen Mann. :-( Aber es ist wirklich so, er bekommt nichts alleine auf die Reihe.
Ich habe auch oft über Trennung nachgedacht, aber irgendwie denke ich dass wir einfach in einer Phase stecken. Wir haben in den letzten Monaten viel mitgemacht, viel Stress gehabt. Mein Großer hatte einen Unfall war im KH und lange Zeit mit mir zu Hause, umgezogen, Renovierung, selbst krank etc. Ich weis dass mein Mann mich liebt, wünsche mir auch oft mehr Aufmerksamkeit - ich habe schon oft mit meiner Mama darüber gesprochen. Sie sagt ich soll endlich akzeptieren, dass er so ist wie er ist oder ich muss mich trennen.

Ich versuche zu akzeptieren, dass er nun mal so ist und erinnere ihn halt einfach ständig an alles und wenn´s mir zu viel wird geh ich mal raus!

Wir haben vor einigen Wochen noch mal ein sehr langes Gespräch mit vielen Tränen bei mir und bei ihm geführt und ich glaube dass es doch langsam besser wird.

Was Deine Fragen zum Finanziellen angeht kann ich Dir nicht helfen. Ich denke da müsstest Du bei einem Anwalt nachfragen, dass ist ja auch von Fall zu Fall verschieden.

Denk gut über Deine Entscheidung nach - ein Schulwechsel für ein Kind ist zwar schlimm, aber nicht so schlimm wie den Papa zu verlieren.

Ich wünsche Euch alles gute

Beitrag von schmelli 08.03.11 - 17:29 Uhr

Hallo Englchen,

wie war Dein Mann denn vorher? Ich meine er wird doch nicht durch die Geburt der Kinder so unselbstständig geworden sein?
Was fandest Du vorher an ihm toll, weswegen Du ihn geheiratet hast, irgendwas muss doch da gewesen sein, sonst hättest Du ihn doch nicht geheiratet und keine Kinder mit ihm bekommen?
Denke ihr solltet euch einfach mehr zusammen setzen und miteinander reden, gib die Kinder mal zu Deinen Eltern und macht mal einen Tag oder Abend ohne Kinder etwas, nur ihr zwei. Das ihr euch auch mal wieder als Paar wahr nehmt und nicht nur als Eltern.
Das Deine Mutte zu Dir hält finde ich super (weil hier ja jemand geschrieben hat, mit der Mutter darüber zu reden geht gar nicht), meine Mutter war das ganz anders und meinte bloß nicht trenne auf jeden Fall mit ihm zusammen bleiben, Männer sind eben so etc. da war ich ziemlich enttäuscht, seitdem sehe ich sie mit anderen Augen!

Beitrag von englchen 09.03.11 - 10:43 Uhr

Als wir uns kennengelernt haben war er doch aufmerksamer, hat gemerkt wenn ich traurig oder gestresst war hat mich angesprochen und versucht zu helfen. Heute merkt er das alles nicht mehr. Früher hab ich wenigstens zwei mal im Jahr Blumen bekommen oder mal ein nettes Abendessen.

Heute kann ich froh sein, wenn er an meinen Geburtstag denkt. Kinder hatten wir ja noch nicht, von daher wusste ich ja vorher nicht, dass ich später mal mit allem allein dastehen würde. Ich hab schon soooo oft mit ihm geredet und ihn gebeten mich mehr zu unterstützen, auch mal Verantwortung zu übernehmen und sich ein wenig um die Kinder zu kümmern. Aber ich muss alles planen und ihn um alles bitten und wieder erinnern. Nichts passiert von alleine. Das ist manchmal echt anstrengend.

Ich glaube ihm ist gar nicht bewusst, was ich alles tuhe. Ich habs zwar oft versucht zu erklären, trotzdem ändert sich nichts.

Es gibt Tage an denen habe ich es akzeptiert und lebe damit - es ist auch dann ok, aber manchmal wächst mir das alles über den Kopf. Trotzdem möchte ich noch nicht aufgeben und hoffe immer noch, dass wir es irgendwann schaffen eine gute Mittellösung zu finden.

Das mit dem Kinderfreien Wochenende haben wir jetzt mal für übernächstes Wochenende eingeplant. Meine Eltern haben schon zugesagt die Kinder mitzunehmen. Vielleicht haben wir dann noch mal Zeit in Ruhe zu reden und vorallem einfach mal nur für uns zwei zu sein.

Vielen Dank für Deine Meinung.

LG

Beitrag von blackpanther32 08.03.11 - 14:10 Uhr

....Männer schlucken ihre Probleme lieber runter, als dass Sie darüber reden.


Ich habe das Gefühl, dass Ihr beide im Prinzip garnicht wißt, wo das Problem bei Euren Männern liegt.

Und Eheprobleme mit MAMA besprechen - omg was schlimmeres kommt gleich nach dem Häuser anzünden. Mama wird immer zu IHREM Kind halten und die Situation nicht neutral beurteilen.

Ich wünsche Euch beiden, dass ihr wieder aus der Krise kommt "......in guten wie in schlechten Zeiten!" heißt es so schön, also denkt an Eure Kids und kämpft um Eure Ehe, davonlaufen macht nur noch mehr Probleme.

Ach zu Deinem Haus, es kommt drauf an, wer im Grundbuch steht, ob es abbezahlt ist, ..... brauchst nen Anwalt der das genau berechnet, bzw. Gutachter, der den Wert schätzt.

Scheidung -> TEUER ;-)

Ich wünsch Euch alles Gute ;-)

LG Blackpanther

Beitrag von schmelli 08.03.11 - 17:30 Uhr

Liebst Du ihn noch, oder nicht mehr, davon lese ich hier gar nichts #kratz das wäre die erste und wichtigste Frage die ich mir stellen würde.

Beitrag von kaffetante 14.03.11 - 06:29 Uhr

Hallo,

bei uns ist es ähnlich. Seit die Kinder da sind, haben wir uns irgendwie verloren. Jetzt sind sie 5 und drei und es wird langsam wieder besser. Wir haben auch Haus, Garten und eigene Firma und mir wächst manchmal auch alles über den Kopf. Mein Mann braucht auch für alles eine Extraeinladung.

Allerdings muss ich sagen, dass es anders auch nicht funktionieren würde. Wir haben beide soviel um die Ohren, wir könnten nichts abgeben, ohne dass der Fluss ins Stocken gerät. Wenn wir mal Luft haben "gönnen" wir uns schonmal einen Rollentausch ;-).

Was ich immer wieder erstaunlich finde, ist der Trennungsgrund: Wir haben uns seit der Kinder auseinander gelebt. Ich halte das ein Stückweit für normal. Es heisst doch: in guten und in schlechten Zeiten. Das ist auch so gemeint und keine Floskel. Wir haben auch unsere Probleme damit, aber die stehen wir durch und die gehen vorbei. Da gab es echt schon Schlimmeres.

LG