Der Freund unserer Tochter ist ein Problem??

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von aniek11 07.03.11 - 19:59 Uhr

Ich brauche mal Euren Rat oder Eure Meinung.
Unsere Tochter ist nun 16,5 Jahre und hat seit einem halben Jahr einen Freund. Mit Schlag 16 machte sie eine Wandlung durch, wo ich meine Zeit für brauchte alles zu verarbeiten. Auf einmal Disco, Alkohol ausprobieren, rauchen, der erste Freund, die Pille. Sie hat aber in keiner Weise über die Strenge geschlagen, bis auf einmal. Ihre Freundin hat sich uns anvertraut, dass sie wohl PEP (oder wie das heißt) ausprobiert hat. Für mich brach eine Welt zusammen. Wir haben darüber geredet. Tagelang. Haben ihren Freund dazu geholt und er hat geschworen damit nichts zu tun zu haben. Sie hat uns versprochen sowas nie mehr anzurühren. Nun muss ich etwas weiter ausholen. Wir sind eine normale Familie, gehen beide arbeiten. Unsere Tochter machte uns bisher keine große Sorgen bis auf das eine mal. Sie hat gute Noten, schwänzt die Schule nicht, vertraut uns (fast) alles an. Nur ihr Freund macht uns jetzt auch Kummer. Leider hat er kein gutes Familienleben kennengelernt,war auch eine Zeit im Heim.
Er schwänzt die Schule, hat schlechte Noten und wird vom Jugendamt betreut. Nun hatte ich die letzten Tage so ein blödes Bauchgefühl und habe in seine Tasche geguckt (haltet mir keine Predigen ob das richtig war oder nicht)) und habe dort ein Tütchen mit weißem Pulver gefunden. Wir haben ihn zur Rede gestellt und er sagte es wäre von einem Freund. Wer`s glaubt. Wir haben ihn dann erstmal nach Hause gefahren. Und jetzt stehen wir da und wissen nicht was wir richtig machen. Morgen will er mit uns reden.
Warum nicht heute schon? Er läuft vor seinen Problemen davon. Er kann keinem Erwachsenen vertrauen. Wie würdet Ihr reagieren, wenn er nun sagt sowas kommt nie wieder vor, und er will jetzt alles tun damit er mit unserer Tochter zusammen bleiben darf. Unsere Tochter ist hin und her gerissen weil er halt der erste Freund ist, denke ich, weil Sie noch keine Erfahrung hat, weil Sie vielleicht auch Mitleid hat, weil sie ihn vielleicht auch noch lieb hat.
Aber das ändert sich bei ihr fast stündlich. Ich frage mich nur ob ich die Kraft habe mich noch um ein "Kind" zu kümmern. Sollte ich vielleicht mal das Gespräch mit seinem Berater von Jugenamt suchen? Ich würde es nicht hinter seinem Rücken machen. Mir tut er auch irgendwie leid nur will ich auf keinen Fall das mein Kind durch ihn abrutscht. Es ist so schwierig. Ich denke er ist in schlechter Gesellschaft aber er ist nicht mein Sohn ich kann ihm nichts verbieten. Er sagte mal wenn er beim Jugendamt ist dann erzählt er das was die hören wollen. Deshalb vermute ich das er es bei uns genauso macht. Wie würdet Ihr reagieren? Meine Tochter ist stark aber ich weiß nicht wie weit sie stark genug ist. Im voraus schon mal vielen Dank das Ihr meine Geschichte gelesen habt.

Beitrag von chili-pepper 07.03.11 - 20:23 Uhr

Respekt.
Und das kurz nach dem Abendessen. ;-)
Hier ist er echt teuer, der gute Rat.
Ich denke, ich würde mir erstmal anhören was er zu sagen hat.
Wahrscheinlich Ausreden und pipapo...
Aber hört zu und dann macht ihr ne ganz klare Ansage.
Er ist herzlich willkommen, doch wenn er weiterhin solche Dinger dreht, ist es aus.
Und bietet evtl. Stütze an.
Man, dass ist echt schwer.
Wie erreicht man diesen Jungen?
Ihr könnt es nur mit offenen Gesprächen versuchen, u.a. mit dem Betreuuer.
Und Deiner Tochter sagen, dass der Umgang unterbunden wird, wenn er mit Drogen experimentiert.

Mehr bleibt wohl nicht.

Alles Gute für Euch.

Beitrag von susanne64 08.03.11 - 15:44 Uhr

Sorry, das versteh ich nicht!
Du hast ihn nach Hause gefahren?
Ich hätte ihn mit dem Tütchen gleich zur nächsten Polizeidienststelle gebracht, den Ärger wäre mir meine Tochter wert.

Beitrag von aniek11 08.03.11 - 16:58 Uhr

Sorry Susanne, aber das ist genau das was unser allerletzer Schritt wäre. Vielleicht auch der einfachste. Aber unsere Tochter liebt diesen Burschen.
Und bevor wir sie gegen uns haben versuchen wir erstmal andere Möglichkeiten bzw suchen noch nach Lösungen.

Beitrag von marta100 08.03.11 - 18:55 Uhr

.....Oje, schwierig.....:-(

Zum Einen mag man ja das Vertrauen der Tochter behalten, zum anderen ist da aber die Angst....

Vielleicht holt ihr euch mal Rat beim Jugendamt, wo der Freund deiner Tochter betreut wird?

Sorry....so eine richtig zündende Idee hab ich nicht.

Trotzdem alles Gute!;-)

Beitrag von aniek11 08.03.11 - 21:38 Uhr

Danke Marta,
ja es ist schwierig. Zumal wir heute dann gerade unser Gespräch zu viert beendet haben. Unsere Tochter ist bereit freiwillig einen Drogentest zu machen. Dies werden wir jetzt auch tun. Auch damit sie sieht das wir nicht nur so daher reden. Von ihm kamen dann natürlich auch die Sätze wie, ich weiß das ich totalen mist gebaut habe, jetzt wird nichts mehr passieren....
ob wir ihm glauben? Ich weiß nicht , ich bleibe lieber skeptisch. Leider hat er keine guten Erfahrungen mit dem Jugendamt gemacht. Also werden wir diese erst mal aussen vor lassen. Aber vielleicht Kontakt aufnehmen mit einer Drogenberatungsstelle. Ich weiß nicht ob das anonym geht. Mal sehen.
Der Junge hat wirklich keinen Halt aber ist zumindest bereit sich auf eine "Familie" einzulassen, die er vorher nicht hatte. Wir können es nur ausprobieren. Es ist eine letzte Chance für ihn, das sagt auch unsere Tochter. Vielleicht gehe ich auch den falschen Weg aber wer ist schon allwissend? Drückt mir die Daumen das alles gut geht. Aniek

Beitrag von marta100 09.03.11 - 12:39 Uhr

Hallo nochmal ;-) ,

ich denke, das hört sich erstmal gut an.

Vielleicht ist es ja genau das was er braucht um sich positiv zu entwickeln.

Und für eure Tochter auch toll, wenn sie auf diesem Weg versteht, dass ihr hinter ihr steht.

Klar - kann auch schief gehen, aber ein Versuch ist es wert!

Liebe Grüße!

Beitrag von doris.r. 10.03.11 - 19:40 Uhr

Hallo,

ich finde Eure Situation sehr schwierig und bewundere Eure Haltung und Euren Weg.#pro
Deine Geschichte hat mich ein bisschen an diesen Film erinnert, bei die Geschichte allerdings sehr negativ verlief:-(
http://www.moviepilot.de/news/sat-1-kaempft-mit-meine-tochter-nicht-um-quoten-106087

Ich wünsche Euch von ganzem Herzen, dass Euer Weg positive Früchte tragen wird.
Alles alles Liebe und Gute.#klee
doris

Beitrag von blinki.bill 13.03.11 - 22:20 Uhr


Hallo du,

also ich denke, du kannst den jungen nur helfen, wenn du mit seinen Betreuer redest. Ich bin der Meinung, das Zeugs war in seiner Tasche, also ist es auch seines.
Und wenn er es nimmt, dann hört er bestimmt nicht von jetzt auf gleich damit auf.
Ich hätte da viel zu viel Angst, das er mein Kind da mit rein zieht.

Und wenn er schon sagt er erzählt denen vom Amt, das was sie hören wollen, dann glaubt ihr doch nicht wirklcih das er es bei euch anders macht, oder?

Naja so würde ich reagieren, ihr müsst natürlich im Endefekt selbst entscheiden, wa sihr macht, aber wenn er eh schon Probleme hat, muss man halt auch abwägen, ob es nicht mal wichtig wäre, das er für den Mist auch gerade stehen muss.