Hatte ich zu wenig getrunken, oder woran lag es?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. 

Beitrag von seluna 08.03.11 - 09:19 Uhr

Hallo,
nachdem ich gestern mit großen Selbstzweifeln ins Bett bin, bin ich nun auf Ursachensuche und ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Meine kleinste war gestern sechs Wochen alt.
Gegen 10 Uhr morgens rief meine Schwester mich an, das ihre Tochter, also meine Nichte, im Kindergarten verunfallt ist und sie mit ihr ins Krankenhaus müsse.
Da sie keinen Führerschein hat und mein Schwager sich mit einem gebrochenem Bein rumplagt, packte ich meine jüngste ein, parkte meine drei großen bei meinen Schwager und sprang ins Auto.
Wir mussten in zwei Krankenhäuser, für eines davon quer durch die Großstadt und ich war erst gegen 17.00 Uhr wieder zu Hause.
Ich stillte die lütte unterwegs, was schon bei meinen drei großen für mich kein Thema war.
Um 12 Uhr bekam sie ihre Mahlzeit in der Zahnklinik.
Um 15 Uhr bekam sie wieder die Brust, und da begann sie Richtung ende der Mahlzeit schon zu meckern und zu schimpfen.
Ich schob das darauf, das der Tag ja an ihr auch nicht spurlos vorbeigeht, auch wenn sie zu 80% geschlafen hat, sie war halt nicht zu hause.
Da sie nicht doll meuterte, bekam sie den Schnulli und ich schaukelte sie etwas und das lies sie letzendlich einschlafen.

Die nächste Brust bekam sie zu hause, Sie forderte bereits kurz vor der Haustür und damit vor ihrer Zeit.
Mir fiel es natürlich auf, aber ehrlich gesagt dachte ich mir nichts dabei.
Der Tag war eben völlig durcheinander und so ein Baby merkt das ja auch.

Ich überbrückte mit ihrem Schnulli und zuhause
gab es sofort die Brust.
Dann begann das Theater.
Sie suchte die Brust, lies sie los, weinte richtig, jammerte, schrie und schimpfe.
Ich dachte an die Brustschimpfphase und an den Tagesablauf.
Ich versuchte 30 min erfolglos sie zu stillen.

Die kleine schimpfte immer mehr, suchte und am ende schrie sie wie angestochen.
Kannte ich nicht von ihr. Sie ist ja ansich ein sehr ruhiges Kind.
Ich war echt verzweifelt und plötzlich fiel mir auf das ich keinen Milchspendereflex hatte und die Brust sehr weich war.
Im Grunde genauso weich, wie nach dem Stillen.

Ich weiss aber auch, das immer Milch vorhanden ist da der Körper diese ja permanent nachbildet.

Ich atmete durch, und startete einen neuen Versuch.
Blieb ganz ruhig und legte sie wieder an.
Sie stürzte sich gierig drauf und wiederholte alles. Meckern schimpfen, weinen und schreien.

Ich drückte links die Brustwarte zusammen, kein Tropfen Milch, normal kommt dort sofort Milch raus gepritzt.
Rechts bis auf einen winzigen Tropfen das gleiche Spiel.
egal was ich unternahm, da kam nix raus.

Mein Kind schrie also weil da nichts raus kam, warum auch immer, und eben weil sie Hunger hatte.

In meiner Verzweiflung, gab ich meiner Tochter ca 70 ml warmes Wasser direkt aus dem Wasserhahn zu trinken (habe immer eine Flasche stehen) und sie trank es gierig.
Zum Abkochen und abkühlen war einfach keine Zeit, sie schrie erbärmlich und ich war kurz vorm heulen.
Kaum das sie etwas im Bauch hatte, schief sie vor Erschöpfung ein.
Dann packte ich sie in den Sitz, stürmte ins Auto und fuhr zum nächsten Budni, kaufte eine Packung Pre Nahrung und bereitet ihr diese zu Hause zu (dieses mal natürlich mit abgekochtem Wasser)

Sie trank gierig ca 120 ml und war danach deutlich satt und so zufrieden wie ich sie kenne.

Heute nacht habe ich wieder erfolgreich gestillt, meine Brust ist aber nicht so voll wie gewohnt.

Abgesehen davon das ich mir gestern wie ein Versager vorkam und sowas noch nie hatte in 5 Jahren stillen, überlege ich woran das lag.

Klar es war ein stressiger Tag, aber ich habe schon wesentlich stressigere Tage erlebt und konnte normal weiter stillen.

Habe ich zu wenig getrunken?
Ich habe gestern eindeutig zu wenig getrunken, aber im Grunde auch nciht das erste mal und ich habe neulich gerade erst gelesen das die Trinkmenge der Mutter, nicht ausschlaggebend für die Milchproduktion ist.

Ich stille ja auch nicht das erste mal (ist mein viertes Kind), zusammengerechnet komme ich auf 5 Jahre Stillzeit und meine einziges Problem in der Zeit, war ein einzelner Milchstau bei Kind 3.

Ich habe Angst das es wieder vorkommt und ich am ende abstillen muss.
Ich möchte so gerne stillen, aber das von gestern Abend nagt an mir.

Ich habe kein Problem mit Flaschemilch, mein erstes Kind bekam sie auch weil ich damals einfach zu naiv und unwissend war.
Ich möchte aber gerne stillen.
Kann vielleicht nicht jeder nachvollziehen, aber ich habe echt das Gefühl ich habe versagt.
Nicht nur das ich nicht vorher bemerkt habe, das mein Kind nichts aus der Brust bekommt und es keine blöde Phase ist, ich hatte keine Milch. Warum war meine Brust leer? Wieso hat sich nichts nachgebildet?
Scheinbar gab es ja um 15 Uhr schon Probleme.

Ich hatte bei jedem Kind immer ne menge Milch, bei meiner lütten im Prinzip auch.
Ich brauchte noch nie etwas zur Milchförderung.

Was war gestern los?
Für mich war das kein besonders stressiger Tag, ich hatte wirklich schon schlimmere und da gab es nie Probleme.


Sorry, für den langen Text, aber ich bin echt geknickt und musste das loswerden .:-(

Lg seluna










Beitrag von lalal 08.03.11 - 09:34 Uhr

Guten morgen,

erstmal ich fühle mit dir, ich hatte gestern ein ähnliches Drama hier. Meine Tochter hat auch gut 2 Std. meine Brust angeschrieen:-(, es kam einfach nichts mehr und ich dachte auch es lag am wenigen Trinken, sie hatte davor aber wirklich dauergestillt und war nicht "satt" zu bekommen. Aber das war mir auch neu, ich hatte ein solches Problem bisher bei keinem Kind.
Ich hab allerdings nicht zugefüttert sondern meinen Mann mit der kleinen im TT spazieren geschickt, das hat geklappt sie hat 3 Stunden geschlafen und anschließend völlig entspannt getrunken. Ich war so erleichtert. Die Nacht war auch ruhiger im vergleich zu den anderen Nächten, vielleicht war es auch das berühmte Clusterfeeding? Ich weiß es nicht aber das brauch ich so schnell nicht noch mal.

Bei deinem Kind könnte es durchaus der Mehrbedarf sein der sich jetzt anpassen möchte bedingt durch einen Schub, würde ja durchaus passen mit 6 Wochen. Bei uns ist es dafür eigentlich noch zu früh denke ich#kratz

Vielleicht lag auch gestern was in der luft;-)

Entspann dich und still weiter, wenn du dich jetzt unter Druck setzt bzw. Angst hast das es wieder passiert machst du dich selbst fertig, das wird schon.:-)

Und stell die Pre Miclh gaaaaanz weit weg;-), das schaffst du auch so ganz sicher#pro

Lg

Beitrag von berry26 08.03.11 - 09:38 Uhr

Hi,

könnte es sein das du gestern sehr gestresst gewesen bist durch die Rumfahrerei. Mit 6 Wochen seit ihr ja noch in der Eingewöhnungsphase.
Durch viel Stress kann es schon mal passieren das die Milch kurzfristig ausbleibt.

LG

Judith

Beitrag von sarahjane 08.03.11 - 14:12 Uhr

Siehst Du, gerade auch für solche Fälle kann es hilfreich sein, Premilch im Hause zu haben.

Kein Baby sollte vor Hunger/Durst weinen müssen.

Beitrag von schwilis1 08.03.11 - 19:00 Uhr

ich bin bestimmt nicht die einzige stillmama di enie pre im haus hat /hatte... :)

Beitrag von muehlie 08.03.11 - 14:45 Uhr

"Für mich war das kein besonders stressiger Tag, ich hatte wirklich schon schlimmere und da gab es nie Probleme."

Wann war das und wie sahen diese Tage aus? ;-)
Ich denke mal, Stress ist ja auch nicht gleich Stress. Wenn ich nur von A nach B hetze, ist das zwar stressig/anstrengend, berührt mich aber nicht sehr. Kommen zur Hetzerei aber auch noch irgendwelche Ängste o.ä. dazu, sieht das vielleicht schon anders aus.

Ich denke auch, das nächste Mal in einem solchen Fall solltest du nicht nur dich selbst, sondern auch die Kleine erst einmal richtig beruhigen und es dann noch mal (vielleicht im Halbschlaf) versuchen.

Beitrag von trymybest 08.03.11 - 21:46 Uhr

so ging es mir vor genau 2 Stunden auch, als mein Mann versuchte sie schlafen zu legen und nichts ging mehr. #zitter

Also schnell im Eilverfahren eingeforene Milch aufgetaut und sie hat wirklich noch 60ml getrunken (trotz des vorherigen Stillens) und innerhalb von 3 Minuten in ihrem Bettchen eingeschlafen.

Also keine Pre, sondern eingefrorene MuMi #mampf

Beitrag von julchen-mama 10.03.11 - 11:11 Uhr

Hallo Seluna,

eigentlich wollte ich dir schon am 8. schreiben, habs dann aber nicht geschafft. Wie ist es denn jetzt bei Euch? Hat es sich wieder eingespielt? Ich habe genau einen Tag vor Dir das selbe Problem gehabt. Seitdem hab ich jedes Mal total Angst zu stillen, und bin jedesmal total erleichtert, wenn der Milchspendereflex dann endlich kommt. Dauert jetzt immer einige Minuten bis vor 1,5 Wochen war auch immer mehr Milch vorher drin und wenn der Reflex kam, konnte meine Tochter richtig trinken. Sie hat schon alle 4 Stunden getrunken und war immer zufrieden. Seit 2 Wochen schläft sie durch und da fing das Dilemma an, weiche Brust, weniger Milch. Sie meckerte dann auch schon öfter mal nach 2-3 Minuten. Außerdem hatte ich zwischendurch immer den Milchspendereflex einfach so. Das ist jetzt kaum noch. Deswegen ist die Brust auch schon vor dem Stillen kleiner. Ich bin echt ratlos. Hab mir aus lauter Sorge auch schon pre-Nahrung geholt, will aber unbedingt stillen. Meld Dich doch mal - Gruß julchen-mama