Wie habt ihr euch zu einer Therapie "überwunden"? Sorry: länger

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von therapiebedürftig 08.03.11 - 11:54 Uhr


Hallo ihr Lieben,

erstmal sorry! Meine Frage hat nur bedingt etwas mit dem Thema Partnerschaft zu tun ... die Ausläufer meines Problems aber irgendwie schon, deshalb schreib ich doch hier (und anonymer als anonym sein brauche ich jetzt auch)

Eckdaten: 31, glücklich verheiratet, 2 Kinder.

Ich hadere seit Jahren mit mir, weil ich selbst der Meinung bin, daß ich eine (Gesprächs)Therapie brauche/ mir so etwas gut tun würde.
Ich bin in einem sehr lieblosen Elternhaus aufgewachsen.
Meine Mutter schlug mich bis ich ca 16 war, mit 18 bin ich zuhause raus (Eltern mittlerweile getrennt).
Mein, nicht leiblicher Vater, war immer unheimlich kalt. Er hat mich als süße Zweijährige kennengelernt und konnte mit dem größer werdenden Kind dann nichts mehr anfangen - kurz gesagt: ich war und bin (?) ihm unsympathisch, er hat mich das spüren lassen und später auch ausgesprochen.
Ich habe zu beiden, unabhängig voneinander, seit 3 bzw 6 Jahren keinerlei Kontakt mehr - das soll auf jeden Fall so bleiben.

Beide Eltern wurden nicht müde, mir einzuimpfen, daß ich zu fett, zu faul, zu träge und zu blöd für alles bin /war und ich werde das Gefühl nicht los, daß mich diese Vorwürfe immer noch beeinflussen. Ich traue mir nichts zu, mein Selbstbild ist irgendwie ... verschwommen.
An manchen Tagen kann ich mich schlichtweg nicht leiden und sehe mich als - Überraschung - fette, faule, langweilige, blöde Kuh. Ich sitze dann hier wie gelähmt, kann mich zu nichts überwinden, als wäre ich innerlich gefesselt.
Das wirkt sich auf mein gesamtes Leben aus. Schule hab ich nicht fertig gemacht, weil ich irgendwann zuviel Angst hatte dort hin zu gehen. Eine Ausbildung habe ich nie angefangen. Gearbeitet habe ich bis die Kinder kamen, dort war ich allerdings einigermaßen erfolgreich und auch beliebt. Momentan bin ich 'eigentlich' auf Jobsuche, aber ich habe solche Angst, weil ich nicht weiß was mich erwartet, ob ich das schaffe etc (selbst wenn es ums putzen ginge)


Den Kindern gegenüber zeige ich das natürlich nicht, ich halte mich für eine recht gute und vor allem liebevolle Mutter. Meine "Lähmungserscheinungen" zeigen sich eher vormittags und die Pflicht, die Kinder aus dem Kindergarten holen zu müssen, bricht den Zustand irgendwie.


Nun gut, ich denke also, mir würde eine Therapie helfen mich selbst zu finden, mit meiner Kindheit und Jugend abzuschließen, mich vielleicht selbst nochmal mögen zu lernen. ABER ich kann mich einfach nicht überwinden. Wenn es mir gut geht, rede ich mir selbst ein, daß ja alles okay ist und wenn es mir schlecht geht, dann kann ich einfach nicht über meinen Schatten springen. Ich weiß nicht, wie ich das Gespräch mit dem Hausarzt beginnen soll, es ist ja nichts greifbares. Es kommt mir blöd vor, zu sagen "es geht mir seelisch einfach schlecht", außerdem habe ich irgendwie Angst, als verrückt abgestempelt zu werden ...
Ging/ geht es vielleicht jemandem ähnlich? Wie habt ihr den Schritt gemacht?


Grüße und Danke!



Ach so: ich habe mir jahrelang die Arme aufgeschnitten (geritzt kann man das nicht nennen) und vor 12 Jahren aus eigenem Antrieb und mit sehr viel Mühe damit aufgehört. Mittlerweile kann ich sogar recht problemlos meine Arme zeigen, die meisten Leute reagieren ja relativ angenehm auf sowas.

Beitrag von gh1954 08.03.11 - 12:01 Uhr

>>>Es kommt mir blöd vor, zu sagen "es geht mir seelisch einfach schlecht", außerdem habe ich irgendwie Angst, als verrückt abgestempelt zu werden ... <<<

Deinem Arzt wird das nicht blöd vorkommen und niemand kompetentes wird dich als verrückt abstempeln.

Gehe es an, wenn du den ersten Schritt gemacht hast, wird es dir schon besser gehen.

Beitrag von therapiebedürftig 08.03.11 - 17:24 Uhr


Das stimmt natürlich. Ich bin mir auch sicher, daß es mir dann besser gehen würde ... vielleicht bitte ich mal meinen Mann um moralische Unterstützung :-)

Beitrag von wennduschonsoweitbist 08.03.11 - 12:03 Uhr

Hallo,
ich fand das gar nicht so schwer. Mir ging es so schlecht, dass ich schon bei meiner Hausärztin in Tränen ausgebrochen bin. Zeig deinem Arzt deine Arme und er wird nicht lange fragen.

Ich hatte eine Fehlgeburt, die mir sehr zugesetzt hat und über die meine Ärztin auch BEscheid wusste. Insofern musste ich da nicht viel erklären oder überzeugen.

Du bekommst dann von deinem HA eine Überweisung für den Psychotheratpeuten und der stellt dann den Antrag bei der Kasse (wenn ich mich recht entsinne). Vielleicht kennt dein HA sogar einen, zu dem er öfter überweist und den er empfehlen kann. Ich bin damals über die Empfehlung von einem psychologischen Notdienst an meinen Therapeuten gekommen.

Alles GUte!

Beitrag von therapiebedürftig 08.03.11 - 17:27 Uhr


Oh nein, das tut mir sehr leid für dich!
Du bist also quasi in der akuten Situation zum Arzt!?

Als es bei mir akut war (also der Auslöser) haben mir meine Eltern einen Besuch beim Psychologen "verboten" und als ich raus war, wollte ich einfach nur verdrängen. Vielleicht fällt es mir deshalb jetzt so schwer ...

Beitrag von lisasimpson 08.03.11 - 12:14 Uhr

Du mußt nicht zu deinem Hausarzt gehen, wenn du dsa nicht möchtest.

Such dir einen Therpaueten, der eine fachrichtung anbietet, die dir liegt.
Möchtest du gerne im alten, vergangenen "wühlen", dann mach was tiefenpsycholgisches/ psychoanalytisches, willst du konkret an betimmten problemen arebtein, dann such dir einen verhaltenstherapeuten und wenn du neue Impluse brauchst um neu an dein leben rangehen zu können, würde ich dir einen systemsich arbeitenden Therapeuten empfehlen

und keine angst- die leben alle davon, daß du zu ihnen kommst- sind also froh um jeden, der diesen schritt wagt

lisasimpson

Beitrag von therapiebedürftig 08.03.11 - 17:28 Uhr

Hallo,

meine Hausärztin ist wirklich unheimlich nett, ich denke ich würde den Schritt dann über sie gehen. Vielleicht kann sie ja auch schon ein bißchen sondieren.

Beitrag von lisasimpson 08.03.11 - 17:58 Uhr

umso besser-der hausarzt ist die beste adresse.
nur machnchmal ist es eine hürde zu diesem zu gehen.
wen nds bei dir nicht so ist, perfekt- denn dort bekomsmte alle wichtigen infos

lisasimpson

Beitrag von lagefrau78 08.03.11 - 13:11 Uhr

Hallo!

Ich schließe mich meiner Vorschreiberin an. Du musst nicht zum Arzt, sondern gehst einfach direkt zu einem Therapeuten Deiner Wahl. Mit diesem Therapeuten absolvierst Du ein paar Probetermine, danach beschließt Ihr gemeinsam, ob Du die Therapie dort fortführen willst. Wenn ja, stellt der Therapeut einen Antrag an die Krankenkasse. Das heißt, auch mit dem bürokratischen Kram hast Du nichts am Hut. (Zumindest war es bei mir vor einigen Jahren so)
Niemand wird Dich für verrückt erklären. Es ist der Job eines Therapeuten, sich um diese Dinge zu kümmern. Und es klingt schon so, als bestünde bei Dir Redebedarf mit jemanden vom Fach.

Du kannst ja mal recherchieren, vielleicht gibt es bei Dir in der Nähe auch eine Stelle, wo man beraten und dann gezielt an einen bestimmten passenden Therapeuten vermittelt wird. Das könnte Dir die Suche erleichtern.

Beste Grüße und alles Gute!

Beitrag von therapiebedürftig 08.03.11 - 17:31 Uhr

Ah ja, das hört sich doch ganz gut an. Ich denke, ich werde noch diese Woche
zur Hausärztin - eine sehr sehr nette Frau - gehen und mal sehen inwieweit sie mich da unterstützen kann.

Beitrag von putzi9988 08.03.11 - 13:29 Uhr

hallo,
erstmal so allgemein,

ob du fett bist, kann ich nicht beurteilen. das kannst du nur selbst. fühlst du dich denn fett und unwohl? musst du dich aus der tür rollen, oder kommst du garnicht erst durch?? ich denke mal nicht. jeder hat so seine problemzönchen. ist ganz typisch bei uns frauen. auch teils bei männern.

kann man damit leben, dann ist es gut. wenn nicht, kann man sich ja immer noch gesund ernähren bzw. auch mal sport machen. das liegt ja dann jeden selbst!
also lass dir da mal nichts einreden.

du schreibst du wärst faul! glaub ich dir nicht! du hast einen mann und 2 kinder! alle achtung! ich hab bis jetzt noch kein kind. aber einen mann.
doch kann ich mir gut vorstellen, was du so alles zu erledigen hast. mit den kindern regelmäßig zum arzt, haushalt, essen kochen und backen, wäsche waschen, bügeln und verräumen. putzen. vielleicht habt ihr auch noch haustiere um die du dich mit kümmerst.

alle achtung! wie schaffst du das nur? ist ernst gemeint!

du wärst träge? na ist ja fast das gleiche wie faul! kann ich also so nicht bestätigen! denn wie gesagt schmeisst du einen haushalt mit ehemann und 2 kindern und vielleicht auch haustieren!

und zu blöde! also ganz ehrlich, wer das alles auf die reihe kriegt und auch noch zeit für die kinder und den ehemann hat, kann nicht zu blöde sein! ich denk du weißt wie man essen kocht, ohne das dir sogar das wasser anbrennt, ich bin auch sehr sicher, dass du weißt wie man eine waschmaschine betätigt und die wäsche auch sauber bekommt.
wieso solltest du also zu blöde sein? vor allem für was? niemand weiß oder kann alles. da wären wir ja auch gott! aber deshalb ist man doch nicht zu blöde! manche können kein auto fahren aber dafür 5 fremdsprachen. und ich bin sicher, du hast auch ein paar verborgene talente!
ich kann auch nicht alles. und hab auch in eins zwei dingen meine probleme. aber als blöde würd ich mich nicht bezeichnen.

du hast angst vor neuer arbeit? wem geht das nicht so! hab ich auch, wenn ich irgendwo neu anfange. was erwartet mich? sind die kollegen nett? komm ich mit der arbeit zurecht?
da kann ich dir nur raten, probier es einfach aus. kündigen kannst du ja immer noch. vielleicht hilft es dir ja erstmal einen schnuppertag zu machen. so kannst du dich mal reinfühlen, wie es so ist. und wenn es dir gefällt, fang hat an. oder arbeite erstmal nur ein paar tage in der woche. oder ein paar stunden. du musst doch nicht gleich voll und ganz arbeiten!

ach langweilig bist du auch? na bei 2 kindern und nen ehemann glaub ich das aber nicht! da lässt du dir doch bestimmt immer mal was einfallen. so wie bastelarbeiten (grad zu weihnachten, ostern, geburtstag) oder backen, spaziergänge und herumtollen. den kindern die welt erklären.

sicher gibt es menschen, die langweilig sind. aber woran merkt man das denn? du hast doch ein tolles leben! zumindest jetzt! da gibt es doch bestimmt viel zu erzählen und zu erleben!

du hast zwar kein schulabschluss und keine ausbildung, aber du hast gearbeitet. und vielleicht willst und kannst du ja den abschluss in der abendschule nachholen. dein mann unterstützt dich da bestimmt, falls du es noch machen willst.

aber immerhin hast du gearbeitet. bist also nicht daheim geblieben.

solltest du mal wieder dein verschwomenes selbst vor augen haben, dann sieh dir auch mal an, was du alles kannst und geleistet hast! nicht das negative! das positive!
denn negative gedanken machen einen auch negativ. man sollte von sich immer nur positiv denken. und sich nicht selbst schlecht machen! den tipp hat mir mal mein bruder gegeben. und den geb ich dir nun weiter!

ich wurde als etwa 12 oder 13 jährige von den damaligen lebenspartner meiner mutter sexuell mishandelt. und grad wenn man in der pupertät kommt, ist dies besonders schwer. man ist sich über die eigenen gefühle unsicher und unklar über das ganze sexualleben.
das ganze ging etwa 2 bis 3 jahre. ich hab lange gebraucht, darüber hinwegzukommen. ich hatte ebenfalls dieses gestörte selbstbildnis von mir.
ich bin damals in eine therapie gegangen. ich hab einfach bei einer angerufen und mir einen termin geben lassen. das kannst du auch machen. ruf an oder geh vorbei und hol dir einen termin.

aber ganz wichtig ist es, dass du selbst wirklich was ändern willst!

und wie gesagt es geht dir seelisch schlecht, weil du dich selbst schlecht machst! red dir mal gute sachen ein! dann geht es dir auch gut.
du brauchst dir noch nicht mal gute sachen einreden. denn du bist gut! du bist eine gute mutter und eine gute ehefrau! und bestimmt auch noch viel mehr gutes!!!

Beitrag von therapiebedürftig 08.03.11 - 17:36 Uhr

Hallo auch dir,

hmm, an den meisten Tagen finde ich mich echt nett, cool, lustig
(okay, zu dick bin ich wirklich, allerdings komme ich noch super durch alle Türen :-) ). Ich sehe dann auch meine Leistungen als "Hausfrau und Mutter"
in einem guten Licht - ich kümmere mich hier quasi um alles.
Und dann gibt es eben noch die anderen Tage und gegen die komme ich alleine nicht mehr an.
Deshalb werde ich allen Mut zusammen nehmen und zum Arzt gehen!


Beitrag von putzi9988 08.03.11 - 19:50 Uhr

hallo,

dann denk an den schlechten tagen an deine lustigen seiten. vor allem, wenn du dich eh als lustig bezeichnest.

schreib doch einfach mal in ein buch oder so auf, was gerade besonders lustig ist. was du schönes erlebt hast. oder du besonders gut gemeistert hast an diesen tag. und dann les es dir durch, wenn es dir mal nicht so gut geht. vielleicht kannst du ja dann auch darüber lachen. oder dir zumindest selbst mut zusprechen!
und vielleicht siehst du dann auch alles in einen anderen licht!

naja, geh zum arzt. das hilft ganz bestimmt auch!
und jeder hat mal so einen tag, an dem alles sch...e ist. deshalb solltest du dich davon nicht entmutigen lassen!

Beitrag von therapiebedürftig 08.03.11 - 20:17 Uhr

Naja, es ist ja leider nicht so, daß ich einfach manchmal schlecht gelaunt bin.
Mir schmerzen Herz und Seele seit .. sagen wir .. mindestens meinem 10. Lebensjahr. Mit 12 habe ich halbherzig versucht, mir das Leben zu nehmen und seitdem denke ich daran, eine Therapie zu machen.

Würde ich an guten Tagen eine Art Tagebuch führen, um mich an schlechten aufzuheitern, würde das wohl nicht gut gehen. Ich bräuchte dann eher Trost und Verständnis als Fröhlichkeit, weißt du?

Beitrag von putzi9988 08.03.11 - 22:23 Uhr

ja dann ist es echt besser, wenn du eine therapie machst! den entschluss hast du ja nun schon gefasst! dann kann es ja losgehen.

Beitrag von der-dude 08.03.11 - 13:35 Uhr

Hallo.

Lass dir eines gesagt sein: DU bist nicht verrückt. Wenn du Verrückte sehen bzw. lesen willst, hast du hier im Forum eine nie versiegende Quelle...

Mal im Ernst: Wenn man sich erst mal überwunden hat, eine Therapie zu beginnen, fragt man sich im besten Falle, warum man nicht schon viel früher damit begonnen hat. Das wünsche ich dir.

Es ist doch toll, dass du eine liebevolle Mutter bist, trotz der Erfahrungen mit deinen Eltern. Also, ab zum Hausarzt oder Psychologen (ich würde übrigens keine Psychoanalyse empfehlen, sondern Gesprächstherapie)!!

Beitrag von therapiebedürftig 08.03.11 - 17:40 Uhr


Hahaha! Unter dem Aspekt muss ich tatsächlich nicht mehr an meiner geistigen Gesundheit zweifeln :)

Der Zuspruch hat ein bißchen geholfen und ich hoffe, daß ich den Schritt auch gehen werde. In meiner Vorstellung setze ich das mit einem Sprung von der Klippe gleich (warum auch immer ..)

Beitrag von auch-schwarz 08.03.11 - 18:56 Uhr

Hallo Du,

In einigen Dingen , die du erzählt hast , finde ich mich auch wieder.
Als ob man innerlich gefesselt ist...das trifft es ganz gut.
Es ist manchmal wie ein riesengrosser Kampf nur aus dem Bett zu steigen oder von der Couch wieder aufzustehen.

Ich habe meinen ersten Therapie-Termin schon gehabt am 1. März....und bald geht es weiter...und ich bin sehr froh darüber! Ich hab mich schon seit einiger Zeit richtig drauf gefreut , dass jetzt endlich losgeht.
Ich hab auch einiges aus der Vergangenheit aufzuarbeiten, es muss aber auch Hilfe für den Alltag her.

Mit der Arbeit geht es mir im moment genauso. Ich weiss genau....hätte ich vormittags eine Arbeitsstelle, würde es mir gut tun.
Aber ich hab so eine Angst davor mich blöde anzustellen und das alles nicht zu schaffen....ja...auch ich habe selbst vor Putzstellen Angst und Bedenken.
Dazu kommen fehlende soziale Kontakte....naja...es spielt eben alles zusammen.

Ich war zwar bei meinem Hausarzt, war aber völlig unnötig und würde ich auch nicht mehr so machen. Suche einfach für dich selbst nach einem Therapeuten....du hast dort sowieso immer 5 Stunden, in denen du dich erstmal entscheiden kannst ob es zwischen euch passt.
Ich war vor ca. 9 Jahren schonmal in einer Therapie....das war aber nur eine Verhaltenstherapie...die hat mir auch wirklich nur bedingt geholfen....vielleicht kannst du ja schon ein bisschen überlegen...ich denke, dir würde das auch nicht reichen.
Wenn du was aus deiner Vergangenheit aufarbeiten willst, muss wohl auch was tiefenpsychologisches her.

Nochwas....Hut ab, dass du trotz Allem eine gute Mutter bist!!!
Ich schaffe es nur noch selten.

Vielleicht würde dir Tagebuch-schreiben helfen den ersten Schritt zu machen. Wenn du dann einen guten Tag hast.....dann setzt du dich hin...nimmst das Telefon...liest dir nochmal durch, wie es dir an einem schlechten Tag wirklich ging...und rufst einfach an und machst einen Termin aus.
Siehst du...du kannst deine Arme zeigen....damit kannst du den Leuten indirekt auch sagen, dass es dir mal schlecht ging.
Dann kannst du es auch jetzt.

Ich wünsch dir viel Glück und Alles Gute

Beitrag von therapiebedürftig 08.03.11 - 20:23 Uhr

Hmm, ja das hört sich so an, als ginge es uns ähnlich. Offenbar dir schlechter als mir, das tut mir leid!
Ich wünsche dir viel, viel Erfolg bei deiner Therapie #klee. Hoffentlich geht es dir bald besser.

Bin jetzt grade ein bißchen schreibfaul und noch dazu fällt mir, aufgrund der Ähnlichkeit unserer Postings, einfach nichts ein außer: Es tut mir leid, daß es dir nicht gut geht und Viel Glück!

Beitrag von so ist es besser 08.03.11 - 21:59 Uhr


Hallo!

Finde es sehr gut das du diesen Schritt gehen möchtest, eine Therapie zu machen, es wird sich lohnen.

Bei uns war es mein Vater, der uns sehr übel beschimpft hat und uns fast täglich verprügelt hat. Das letzte mal hat er mich mit 17 geschlagen, danach bin ich weg. (nun bin ich 25)

Bei mir hat es viele Jahre gedauert, bis ich gemerkt habe, dass ich eine Therapie brauche. Mich hat mein Freund (jetzt Ehemann) sehr unterstützt, er wusste von meiner Kindheit.
Mein Therapeut sagte mir, dass ich Posttraumatische Belastungsstörungen habe. Sehr oft träume ich schlimme Dinge. Die Angst ist immer da, dass ich so werden könnte wie mein Vater.... (ja klingt irgendwie verrückt, aber so ist es hald)

"Es kommt mir blöd vor, zu sagen "es geht mir seelisch einfach schlecht", außerdem habe ich irgendwie Angst, als verrückt abgestempelt zu werden ..."
Als verrückt wirst du sicherlich nicht abgestempelt. Ein Therapeut ist für dich da, er kann dir helfen.

Und es ist ja auch nicht pflicht, das man es jedem sagt, das meine eine Therapie macht. :-) Bei mir wissen es nur eine Hand voll Leute.

Wünsche dir alles Gute.

Grüße

Beitrag von therapiebedürftig 09.03.11 - 08:36 Uhr

Guten Morgen!

Die Angst, so zu werden wie die Eltern klingt gar nicht verrückt, finde ich.
Ich habe diese Angst auch ständig. Und natürlich schimpfe ich auch mal und mecker die Kinder an, das ist immer wie eine Gratwanderung. Darf ich das? Kommt das von mir? Oder kommt gerade jetzt "das Böse" raus?

Mein Mann wirft mir manchmal vor, ich sei zu streng oder ungerecht. Das trifft mich oft härter als es sollte. Er ist gar nicht streng, selten daheim und deshalb eher der Typ Sunshine-Daddy, ich übernehme dann eben den strengen Part.

Was mich wundert: ich denke selten bis gar nicht an meine Eltern. Meine Mutter hat mir einen Haufen Schulden vermacht, damit drängt sie sich natürlich ins Gedächtnis, macht mich aber eher wütend als traurig. Über meinen Vater habe ich vor ein paar Tagen mit meiner Tochter gesprochen (die fragt natürlich mal nach), da musste ich den ganzen Abend weinen. Ich war eigentlich gar nicht traurig, ER fehlt mir nicht, ich kann das gar nicht beschreiben ...

Viele Grüße und dir Viel Glück!

Beitrag von **xy* 08.03.11 - 23:29 Uhr

Hey,

na da kann ich was beitragen :-)

Es ging mir auch so wie dir: Wenns mir schlecht ging, traute ich mich nicht, wusste nicht, wie ich das angehen sollte mit dem Psychologen. Gings mir gut, sah ich keine Veranlassung.

Ich hatte nichtmal einen Hausarzt (Teil meines Problems: Angst/Unbehagen vor Ärzten/Autoritätspersonen) und meine größte Sorge war, dass mir dieser dann auf den Zahn fühlen würde, ob es mir auch wirklich "schlecht genug" geht für einen Psychologen. Einfach zu einem Therapeuten hingehen wollte ich allerdings auch nicht. Meist muss man ja vorher anrufen und ich hasse telefonieren!

Wie ichs gelöst habe:

Da ich Studentin bin, bin ich in die offene Sprechstunde der psychologischen Studentenbetreuung. Das war viel einfacher, weil die ja dort schon wissen, es kommen nur Leute hin, die was psychologisches Wollen. Man muss nicht mehr so viel erklären (wie beim Hausarzt) und anrufen muss man auch nicht. Dort habe ich mein Anliegen vorgetragen und um Hilfe gebeten bei der Suche nach einem Therapeuten. Das hat aber auch nicht gleich geklappt, da sie mir zuerst nur eine Liste mit möglichen Therapeuten gab und mir Mut machte, diese anzurufen. Der Mut hat aber nicht gereicht :-P Erst 4 Jahre später bin ich dann nochmal hin, um Hilfe zu bekommen, mein Studium abzuschließen. Dann hatte ich einige Sitzungen mit der Psychologin und am Ende fragte Sie mich von selbst, ob eine Therapie das Richtige wäre. Sie empfahl mir dann eine Kollegin, mit der ich per E-Mail Kontakt aufnehmen konnte.

Du bist ja nun keine Studentin, aber könntest dir ja auf ähnlichem Weg Hilfe suchen. Es gibt ja genügend Organisationen, die gemeinnützig Hilfe leisten. Die hier oft zitierte Caritas? Vielleicht haben die eine psychologische Beratung? oder du googelst mal nach einem Sorgentelefon. Einfach irgendjemand, der dir den richtigen Impuls geben kann. Den ersten Schritt hast du ja nun schon gemacht, indem du hier um Hilfe gebeten hast. Nun lass es nicht im Sande verlaufen!

Beitrag von therapiebedürftig 09.03.11 - 08:39 Uhr

Oh,
ich bin nicht allein :-)
"Angst/Unbehagen vor Ärzten/Autoritätspersonen"* das kenne ich auch. Und ich verfalle in Panik, wenn ich irgendwo anrufen muss.

Super, daß du es geschafft hast!



* mein Vater ist Arzt, ich denke, da liegt die Erklärung :-D

Beitrag von sarsch 09.03.11 - 09:26 Uhr

Hallo,

geh zum Arzt.
Ich bin mir sicher dein Mann wird dich unterstützen.