Milchfrage

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. 

Beitrag von shmenkman 08.03.11 - 12:22 Uhr

Hallo allerseits!

Habe gerade weiter unten den "Ist mein Baby zu dick?"-Thread gelesen und das hat mich auf ein bzw. zwei Fragen gebracht:

Woran liegt es, dass ein Baby, das vollgestillt wird nicht zu dick sein kann, egal wieviel es wiegt, ein Flaschenbaby, das 1er Milch bekommt aber schon?

Ich meine, Fett ist Fett, egal woher es kommt, oder nicht? Warum ist das eine Fett gesünder als das andere?

Das bringt mich zur nächsten Frage:

Flaschenmüttern wird hier ja immer davon abgeraten, was anderes als Pre zu geben.
Andererseits habe ich schon ein paar mal gelesen, dass Muttermilch sich in der Zusammensetzung dem Bedarf des Babys bzw. Kleinkinds anpasst.

Bei der Pre passiert das ja nicht, warum soll man dann auf die Folgemilch verzichten, wenn diese doch in der Zusammensetzung auf ältere Babys und Kleinkinder angepasst ist?

Ich finde das alles etwas widersprüchlich und freue mich über Aufklärung.

Ich gebe meinem Kind übrigens nach wie vor Pre, frage mich allerdings, ob das richtig ist, weil ja Stillmütter immer sagen, die Milch kann nicht NICHT reichen, weil sie sich in der Zusammensetzung anpasst.

Hoffe, ihr versteht, was ich meine.

Danke!

Beitrag von neroli83 08.03.11 - 12:58 Uhr

Hallo!

Die Zusammensetzung der Muttermilch ist genau darauf abgestimmt, was der kindliche Körper erwartet, daher funktioniert hier das Sättigungsgefühl genau, wie es soll. Das Verhältnis von Laktose und längerkettigen Kohlenhydraten ist genau so, dass die Bauchspeicheldrüse der Kleinen damit gut klar kommt und der Blutzuckerspiegel der Babies stabil bleibt. Mit dem Fett hat das weniger zu tun, der Körper kann auch ein zuviel an Kohlenhydrate in Fett umwandeln um es dann einzulagern.

Bei uns Ewachsenen ist es ja ähnlich:
Ernähren wir uns mit natürlicher Nahrung (Gemüse, Obst, etwas Fleisch, etc.), funktioniert unsere Hunger- und Sättigungsgefühl und wir bleiben schlank.
Wenn wir aber zuviel schlechte Nahrung zu uns nehmen, auf die unser Körper nicht wirklich eingestellt ist (zuviel Zucker, zuviel Fett), kann das zu Übergewicht führen.

Pre passt sich nicht an die Bedürfnisse der Mäuse an, das stimmt. Daher sollten Flaschenbabies ja auch spätestens mit 7 Monaten Beikost erhalten, damit sie ausreichend Vitamine und Mineralstoffe erhalten.
Stillkinder können ohne weiteres über ein Jahr ohne feste Nahrung auskommen. Man kann sie früher zufüttern, muss es aber nicht unbedingt, wenn sie nicht bereit sind.

Pre enthält als einziges Kohlenhydrat Lactose (und unverdauliche Ballaststoffe), genau wie Muttermilch. Bauchspeicheldrüse und Darm eines Säuglings sind auf diese Kohlenhydrate eingestellt. Laktose wird relativ langsam verstoffwechselt, der Blutzucker bleibt stabil.

In Folgemilch ist zusätzlich Stärke enthalten. Dieses Kohlenhydrat sättigt zwar etwas länger, aber das Verdauungssystem der Kleinen ist in den ersten Monaten damit überfordert und das kann dazu führen dass sie in Fett umgewandelt wird. Daher darf Folgemilch ja auch nicht mehr nach Bedarf gegeben werden, sondern streng nach Plan.

Außerdem wird Stärke bereits im Mund verstoffwechselt (Laktose nicht). Man kann also Nuckelflaschenkaries von Folgemilch bekommen, von Muttermilch und Pre nicht.

Wenn ich nicht stillen würde, würde ich meinem Kind Pre geben (da ich damit auch nach Bedarf füttern kann). Auch während des Beikostalters würde ich weiterhin Pre geben (nach Bedarf), denn Stärke und andere Kohlenhydrate bekommt mein Kind ja dann über die Beikost.

Nun hab ich aber vor die Breiphase zu überspringen und mein Kind über Fingerfood direkt an die Familienkost heranzuführen (BLW). Als Stillmami ist das ja kein Problem. Stillen wollen wir, solange wir beide uns wohl dabei fühlen.

Ich hab heute erst gelesen, dass es in immunologischer Hinsicht im Kleinkindalter in der westlichen Welt nicht mehr unbedingt Vorteile mit sich bringt, aber natürlich auch keinerlei Nachteile hat. :-)

Liebe Grüße,

Neroli + Finchen

Beitrag von shmenkman 08.03.11 - 13:31 Uhr

Danke für deine ausführliche Antwort!

Ich habe mir eben auch überlegt, wie das bei uns Erwachsenen ist, nämlich dass zuviele Kohlenhydrate in Form von Zucker bzw. Weißmehl etc. und Fett uns dick werden lassen.

Du schreibst: "Das Verhältnis von Laktose und längerkettigen Kohlenhydraten ist genau so, dass die Bauchspeicheldrüse der Kleinen damit gut klar kommt und der Blutzuckerspiegel der Babies stabil bleibt. Mit dem Fett hat das weniger zu tun, der Körper kann auch ein zuviel an Kohlenhydrate in Fett umwandeln um es dann einzulagern."

Aber ist das nicht egal, wie dieses Zuviel an Kohlehydraten aufgenommen wird? Es ist doch in jedem Fall zuviel, wenn Fett eingelagert wird (zumindest ab einem bestimmten Grad).

Das Zuviel an Kohlenhydraten stellt bei der Folgemilch ein Problem dar, aber bei der Muttermilch nicht, weil das Verhältnis von Lactose und langkettigen Kohlenhydraten bei ersterem stimmt, bei der Folgemilch aber nicht? Habe ich das richtig verstanden?

Aber ich verstehe leider immer noch nicht, warum einmal die Einlagerung als Fett kein Problem ist und im nächsten Fall dann doch.

Unterm Strich passiert doch das selbe ...

Danke dir jedenfalls, ich werde mich wohl mal nach Literatur dazu umsehen und bei der Pre bleiben :-).

Deinen Plan, den Brei zu überspringen halte ich übrigens für gut. Ich möchte die Breiphase bei uns so kurz wie möglich halten, einfach auch, weil ich diese Breisachen so unappetitlich und eintönig finde. Ich finde zwischen einer gedünstete Zucchini oder Karotte und dieser geschmacklosen Pampe liegen Welten.

LG!

Beitrag von neroli83 08.03.11 - 14:07 Uhr

Bei Muttermilch und Pre funktioniert das natürliche Sättigungsgefühl: Das Baby ist also genau dann satt, wenn genug aufgenommen wurde. Ein zuviel, welches unnötig eingelagert weden würde, kommt dann nicht vor.

Bei angereicherten Folgemilchen sieht das anders aus: Hier hat das gleiche Volumen mehr Kalorien, es sind andere Zuckerarten enthalten etc. Das Komplexe Zusammenspiel von Magenfüllung, Verdauungsenzymen und Hormonen, welche die Sättigung auslösen, funktioniert nicht mehr, wie es sollte, das Kind nimmt u.U. zuviel an Nahrung auf.

Beitrag von berry26 08.03.11 - 13:22 Uhr

Hi,

na so ganz stimmt das nicht.

Ein Baby kann mit PRE oder 1er genausowenig ZU dick werden wie mit Mumi aber es gibt schon einen Unterschied zwischen dem Fett der Stillkinder und dem Fett der Flaschenkinder. So wurde es mir zumindest erklärt. Das Fett der Stillkinder hat eine andere Zusammensetzung und schmilzt eher als das der Flaschenkinder...

Was diese ganzen Folgemilcharten angeht so sind diese eine nette Erfindung der Babynahrungsindustrie. Säuglingsnahrung (PRE und 1er) unterliegen strengen Richtlinien und dürfen nicht beworben werden! Für Folgemilch gilt das alles nicht. Man darf untermischen was man möchte und vor allem darf man Werbung dafür machen, Sonderangebote ausgeben usw. Das steigert enorm den Profit!
Ansonsten ist Folgemilch eben KEIN Muttermilchersatz und somit komplett sinnfrei. Das ganze.... "optimal abgestimmt auf den derzeitigen Bedarf" ist völliger Unfug, aber irgendwas muss man ja sagen um den Mist zu verkaufen.

Muttermilch passt sich tatsächlich auf die Bedürfnisse des Babies an ABER das betrifft kaum die Nährstoffe in der Milch. Die Nährstoffzusammensetzung reifer Muttermilch ist überall auf der Welt bei jeder Frau ähnlich. Die Schwankungen hier sind minimal. Es betrifft vor allem die Enzyme, Abwehrstoffe und Hormone in der Muttermilch, also all das was eine Flaschenmilch sowieso nicht enthält.

Was jetzt die Sache mit der Beikost angeht so ist es einfach so das die Nährstoffe, wie auch das Eisen aus der Mumi viel besser verwertet werden kann. So kann ein Stillkind auch länger ohne Beikost auskommen als ein Flaschenkind.

LG

Judith

Beitrag von shmenkman 08.03.11 - 14:00 Uhr

Danke auch dir für deine ausführliche Antwort!

Ok, für mich hat sich das immer so angehört, als ob auch der Nährstoffgehalt der Muttermilch sich anpasst.
So wie du das erklärt hast, macht das dann auch Sinn mit der Pre-Empfehlung.

Das mit dem "unterschiedlichen" Fett muss ich recherchieren, habe auch neroli schon geschrieben, dass ich mich wohl einfach mal mit Büchern zum Thema beschäftigen muss, nicht nur im Internet.

LG!

Beitrag von sarahjane 08.03.11 - 14:01 Uhr

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Beitrag von shmenkman 08.03.11 - 14:12 Uhr

Danke auch dir!

Ich hatte mich eben gefragt, ob ich mein Kind künstlich "auf Sparflamme" halte mit der Pre. Nur, damit er nicht zu dick wird und dann lese ich immer von den dicken Stillbabys, wo das völlig ok ist.

Da er jetzt aber schon Beikost bekommt ist meine Sorge sowieso nicht mehr so akut.

LG!

Beitrag von sarahjane 08.03.11 - 14:30 Uhr

Nee, keine Sorge, Pre reicht wirklich.

Zu 2er wird meist erst dann geraten, wenn ein Kind für sein Alter keine ausreichenden Beikostmengen zu sich nimmt. Und selbst dann würde ein Kind ja nicht den ganzen Tag 2er trinken, sondern nur ein Fläschchen oder so. Oft würde es die anderen Trinkmilchmahlzeiten über seine gewohnte Pre erhalten.
Auf diesem Wege würde das i. d. R. auch nicht zum Dicksein führen.

Na, und Dein kleiner Schatz ist ja beikostmäßig so gut davor, dass Ihr Euch wg. 2er keine Sorgen machen müsst.

Beitrag von neroli83 08.03.11 - 14:16 Uhr

#kratz
Ein zuviel an Nahrung landet auf den Hüften der "Brustmütter" nicht in der Milch. Die ist immer in etwa gleich zusammengesetzt, es sei denn die Mutter ist über längere Zeit extrem unterernährt, dann nimmt der Nährstoffgehalt ab.

Die Natur hat es so eingerichtet, das zuletzt am Nachwuchs gespart wird (denn da steckt evolutionär das meiste Potential drin). Ernährt sich die "Brustmutter" also nicht ausgewogen und gesund, schadet sie i.d.R. nur sich selbst: Der Körper geht an ihre Reserven: Calzium aus den Knochen, Eisen, Vit A und D aus der Leber, Eiweiße aus den Muskeln, etc.

Das gestillte Babies anfangs pummeliger sind ist normal und naturgewollt (Reserven für Wachstumsschübe und die beginnende Mobilität sowie Vorrat für schlechte Zeiten (die früher durchaus mal vorkamen). Daher gibt es seit einigen Jahren auch Wachstumskurven von der WHO für Stillkinder. Die Kurven im U-Heft basieren hauptsächlich auf Flaschenkindern, daher ist es kein Problem, wenn ein gestilltes Baby über der Norm liegt.

Beitrag von kleine.welle 08.03.11 - 15:18 Uhr

#pro genau so ist es!

Beitrag von berry26 08.03.11 - 14:59 Uhr

"Und oftmals sind es gerade die mit Frauenmilch Ernährten, welche sehr viel Babyspeck besitzen (kein Wunder, sie müssen ja alles, was die Mutter isst/trinkt auch zu sich nehmen und die wenigsten Brustmütter denken konsequent genug an eine ausgewogene und gesunde Ernährung)."

LIEBE ASTRID!!! soviel Schwachsinn kannst nur du verzapfen. Muttemilch hat IMMMER ca. 70 kcal! Bei allen Frauen überall auf der ganzen Welt!!!