Kapitallebensversicherung?

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Beitrag von fuxx 08.03.11 - 13:19 Uhr

Hallo zusammen,

wie wahrscheinlich viele Andere auch, habe ich vor Jahren eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen. Man muss ja schließlich fürs Alter vorsorgen…
Ich gebe offen zu, dass ich mich seinerzeit nicht allzu intensiv mit dem Thema Vorsorge befasst habe und mir sowieso diese Versicherungsdinge eher zu wider sind.

Mittlerweile habe ich allerdings schon öfter gelesen, dass eine Kapitallebensversicherung nicht gerade der beste Vorsorgeweg ist, da die Rendite zumeist recht schlecht ist und die Beiträge relativ hoch (zumal diese auch jedes Jahr steigen). Es sei klüger, eine Risikolebensversicherung abzuschließen und das Geld anders anzulegen.

Wie habt Ihr Euer Geld fürs Alter angelegt (ich tendiere hier def. zu einer eher sicheren Geldanlage)?
Ich bin weder verheiratet, noch habe ich bislang Kinder –hier macht es sicher Sinn, eine Risikolebensversicherung erst nach der Geburt abzuschließen? Sollte ich die LV kündigen (oder veräußern) und das Geld besser anderweitig anlegen?

Für Eure Tips bin ich dankbar!

Beitrag von kathi.net 08.03.11 - 14:58 Uhr

Hallo,

was heißt denn "vor Jahren eine Kapitallebensversicherung"? Unter Umständen solltest du eventuell die steuerlichen Aspekt berücksichtigen.

Eine Risiko-LV ist in meinen Augen für die meisten rausgeschmissenes Geld. Insbesondere für ledige Singles ohne Kind, Haus und Hof. Und auch sonst sollte man sich gut überlegen, ob dieses Geld nicht anderweitig besser angelegt wäre. Tritt bis Ablauf der Laufzeit nämlich kein Versicherungsfall ein - also man stirbt doch nicht so schnell wie erwartet;-) - ist das Geld weg.

LG Kathi

Beitrag von myimmortal1977 08.03.11 - 15:12 Uhr

Ich würde sie ruhen lassen, wenn möglích. Wenn man Versicherungen vorzeitig kündigt, ist man meistens der Verlierer, da man selten das wieder rausbekommt, was man schon reingesteckt hat.

Ich würde immer versuchen, die Versicherung ruhen zu lassen, sprich, beitragsfrei stellen zu lassen.

Sie muss ja irgendwann fällig werden. Wenn Du sie bis zum Laufzeitende ruhen lassen kannst, bekommst Du wenigstens Deine Beiträge nebst Verzinsung wieder.

LG Janette

Beitrag von fuxx 08.03.11 - 15:18 Uhr

wo würdest Du denn dann die Beträge anlegen, die ich durch die Ruhestellung gespart habe?

Beitrag von myimmortal1977 09.03.11 - 00:01 Uhr

Ich persönlich bin wenig experimentierfreudig und verliere ungerne Geld. Daher nehme ich Variante sicher und spießig.

Ich habe einen Riestervertrag. Wird zur Zeit mit 2,3 % verzinst (bei meiner Bank) und ich kassiere noch die Förderung vom Staat.

Ich habe mehrere Tagesgeldkonten (4) bei verschiedenen Banken. Dort liegen größere Summen mit, für die heutige Zeit als sichere Geldanlage, ganz gute Verzinsungen ( bis 2,2 %).

Von dem Tagesgeld nehme ich immer, wenn eine bestimmte Summe € voll, die Kohle und lege sie festverzinslich für max. 4 Jahre an. So zwischen 3 und 3,8 % aktuell.

Alle halbe Jahre werden bei mir wieder gewisse Sümmchen € frei, wenn ich sie nicht benötige, lege ich sie wieder an. Wieder festverzinslich.

So bin ich immer flüssig und nutze vom Finanzmarkt das, was er hergibt. Aber ohne Risiko oder halt geringstes Risiko, was geht.

LG Janette

Beitrag von miau2 08.03.11 - 17:43 Uhr

Hi,
die Garantieverzinsung ist gerade in den letzten jahren immer wieder gesenkt worden.

Wenn du aber einen Vertrag hast, der noch eine (relativ) gute Garantieverzinsung hat dann sind die Aussagen darüber, dass jetzt abgeschlossene Neuverträge so miserabel verzinst wären nicht wirklich anwendbar.

Dass die Beiträge steigen dürfte doch eine Vereinbarung sein, die dir später die "Inflation" ausgleichen soll. Das soll jetzt mal wertungsfrei sein. M.W. nach müsstest du Jahr für Jahr die Möglichkeit haben, dieser anpassung zu widersprechen. Natürlich gibts dann am Ende auch weniger ;-).

Es ist heute so, dass es i.d.r. sinnvoller ist, Sparen und Risikoabsicherung zu trennen. Aber wie gesagt, vor einigen Jahren gabs noch einen deutlich höheren Garantiezins...da sollte man genau überlegen, ob man das woanders - garantiert - auch bekommt. Die Änderungen beim Garantiezins betreffen halt nur die ab diesem Zeitpunkt neu geschlossenen Verträge, nicht die alten.

Kündigen ist i.d.R. die schlechteste Variante, besser wäre ruhen lassen (beitragsfrei stellen). Natürlich sollte man wissen, ob man im Fall der Fälle den Vertrag wieder aufnehmen könnte.

Bei mir war es so, dass ich schon sehr früh (vor ca. 15 jahren) eine KLV abgeschlossen habe. Und das war auch gut so, vor 7 Jahren wurde bei mir Krebs festgestellt. Die schöne Überlegung "eine Risiko-LV abzuschließen wenn es denn dann Kinder und/oder eigentum abzusichern gilt" war damit hinfällig, mich nimmt nämlich keine Versicherung mehr. Und die Kinder kamen erst später, ebenso das eigene Haus.

So habe ich durch meine Kapital-LV immerhin überhaupt einen Todesfallschutz - den ich woanders nirgendwo mehr bekommen würde. Hätte ich die stillgelegt, wäre das heute nicht so...

Also, forsch mal genau nach, wie hoch die garantierte Verzinsung überhaupt für deinen Vertrag ist (Internet, musst halt wissen, wann du abgeschlossen hast). Und überleg dann noch mal, bevor du einen Schnellschuss machst.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von ylenja 08.03.11 - 18:29 Uhr

Hallo,

eine Lebensversicherung zu kündigen ist immer (fast immer) die schlechteste Lösung.
Wenn die LV schon seit Jahren läuft, dann hast Du auch schon ganz schön eingezahlt.
An Deiner Stelle würde ich sie eher ruhen lassen. Allerdings solltest Du Dich erkundigen, wie lange sie ruhen kann, bevor Du wieder ein ärztliches Gutachten benötigst. Lass sie diese Zeit ruhen, zahl dann wieder ein paar Monate, und lass sie dann wieder ruhen. Es kann ja niemand wissen, für was sie noch gut ist.
Eine Lebensversicherung kann auch beliehen werden. Es nennt sich Policendarlehen. Du kannst einen Teil des Geldes aus der LV herausnehmen. Entweder Du zahlst dann einen höheren Beitrag, oder Du bekommst eben bei Ablauf weniger raus.
Wenn Du in die LV nicht mehr einzahlen möchtest, würde ich Bausparer abschließen. Aber gut vergleichen, da gibt es von Anbieter zu Anbieter auch große Unterschiede.
Bausparer lieber zwei kleine statt einen großen. So hast Du gegebenfalls auch Geld zur Verfügung, wenn es mal enger wird. Dort aber auch nachfragen, ab welchen Betrag ein Nachweis über bauliche Maßnahmen vorgelegt werden muss (falls Du das daraus entstehende Darlehen in Anspruch nehmen möchtest).
Natürlich kannst Du auch Geld einfach auf´s Sparbuch einzahlen.
Aber da gibt es meistens am wenigsten Zinsen.
Bei Angeboten und Verträgen, bei denen Du für Dich fast unglaubliche Gewinne machst, würde ich die Finger lassen. Sie sind in den allerwenigsten Fällen wirklich sicher und seriös.
Mein Mann sagt immer: "in Aktien sollte nur Geld gesteckt werden, das auch im Abfall landen dürfte".

LG

Ylenja