Hexenjagd - ich habe mich in eine scheißdoofe Situation gebracht!

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ichbinsodoof 08.03.11 - 18:25 Uhr

Entschuldigt, dass ich heute in schwarz schreiben, aber ich drehe wirklich wirklich wirklich durch. Und ich bin selbst Schuld.

Vor vier Jahren wurde mein Mann versetzt und wir mussten überraschend umziehen - 5 Stunden weit weg von "zuhause". Wir fanden ein kleines Haus auf einem Dorf nahe des Autobahnzubringers (für ihn verkehrstechnisch toll!) und ich hatte mir wirklich gewünscht, auf dem Land zu wohnen, für die Kids. Das habe ich mir leider zu idyllisch vorgestellt!

Die ersten acht Monate habe ich keinen Anschluss gefunden, obwohl ich superkontaktfreudig bin - es ging nicht. Die Mamas im Kiga etc haben kaum gegrüßt. Ich bin öfters heimgefahren (Kinder noch nicht in der Schule), habe angefangen, auf 400€ Basis zu arbeiten und habe beschlossen, ich muss mir selbst in den Hintern treten.

Ein Dorf weiter habe ich mich einer Frauengruppe mit ca. 30 Frauen angeschlossen und fühlte mich sofort heimisch. Ich war -nach sieben Monaten Abstinenz- auch sehr dankbar für Kontakte. Irgendwann habe ich dann 1 - 2 in der Woche mit jemand aus der Gruppe was gemacht und hatte mit vielen fast täglich kurz Kontakt (über Email oder Facebook), wenn man sich beim Einkaufen getroffen hat, dann hat man geratscht (Dorf halt :-p).

In der Gruppe gab es eine totale Zicke, die intrigiert, einzelne Leute subtil hochnimmt (z.B. hat mal eine eine Einladung getippt, in der Fehler waren, die hat sie dann imitiert). Das nervte fast alle, allerdings hatten die beiden Gründeninnen der Gruppe die Einstellung "jeder, wie er will", daher wurde v.a. nur hintenherum gelästert. Irgendwann ist mir nach so einer Aktion leider der Geduldsfaden gerissen und ich habe mal geäußert, wie befremdlich ich das Verhalten finde. Das hat einen gruppendynamischen Prozess par exellance in Gang gesetzt - gegen mich. Zwar war jeder irgendwie genervt, aber ich bin nun halt die, die von außen kommt und alles besser weiß.

Seit drei Wochen ist totale Eiszeit, ich bekomme keine emails mehr, werde nicht mehr eingeladen, beim Einkaufen rennen die Leute an mir vorbei. Von den beiden Leiterinnen hat mich eine angerufen und gesagt, sie fand es nicht okay (kann ich so akzeptieren) die andere hat mein Verhalten öffentlich als "unverzeihlich" hingestellt. Steht in keinem Verhältnis zu meiner Äußerung, aber so ist es nun passiert.

Was soll ich jetzt tun? Entschuldigen mag ich mich nicht wirklich (wofür, meine Meinung war fundiert und begründet) - oder doch? Wie denn, bei jedem einzelnen? Oder soll ich versuchen, mir was Neues aufzubauen?
Bitte helft mir. Wie geht sowas aus?

Beitrag von asimbonanga 08.03.11 - 18:30 Uhr

Hallo,
was genau hast du denn gesagt?
L.G.

Beitrag von ichbinsodoof 08.03.11 - 18:35 Uhr

Ich habe gesagt, dass ich derartiges Verhalten (ich habe mich auf die fehlerhafte Einladung bezogen) wirklich sehr niederträchtig finde, man hätte die Fehler auch mit dem einzelnen besprechen können und nicht breittreten müssen, dass ich das einfach nicht sozial sei. Es gab noch ein paar Intrigen, die eindeutig auf die Person zurückzuführen waren, ich habe gemeint, es sei harmonischer, wenn es sowas nicht geben würde.

Beitrag von fruehchenomi 08.03.11 - 18:41 Uhr

Also ich seh da nix Schlimmes. Wo steht denn, dass man sich alles gefallen lassen muss und nichts sagen darf ?
Nur immer den Mund halten muss nur um des Friedens willen ?
Ich schau mir auch immer eine ganze Weile was an, aber dann wird Klartext geredet. Ich vertrags übrigens selber ja auch. Ehrlichkeit ist mir lieber als so ein Hintenrumgehetze. Ist zwar schade um die Clique, aber Freundschaft war das wohl eh keine....
LG Moni

Beitrag von schnee-weisschen 08.03.11 - 18:57 Uhr

Das sind die Weiber im Dorf.
Wir leben in einem, und ich habe im ganzen Dorf mit niemandem Kontakt, genau deswegen.
Unser Leben fängt in der nächsten Stadt (8 Min. Autofahrt) an.

Ich habe keinen Bock auf joggingbehoste Minipliedauerwellen, die 20x am Tag den Gehweg kehren, um bei Frau Schmidt darüber abzulästern, was Frau Müller Frau Meier "angetan" hat.

Ich würde mich auf keinen Fall entschuldigen, wenn Du es wirklich so gesagt hast, denn Du hast auf jeden Fall Recht.
Sollen sie sich gegenseitig in den Ar... kriechen und die Intrigantin hofieren.

LG

sw

Beitrag von asimbonanga 08.03.11 - 19:47 Uhr

Da kann ich nun nichts bei finden.Ich selbst werde schon mal deutlicher.
Es scheint als wärt ihr nicht auf einer Wellenläge.Wenn es nicht akzeptiert wird, "das Kind beim Namen zu nennen", würde ich mir andere Kontakte suchen.

Beitrag von asimbonanga 08.03.11 - 19:48 Uhr

hier noch ein n

Beitrag von sonntagsmalerin 08.03.11 - 19:31 Uhr

Wozu entschuldigen? Du stehst doch zu deiner Meinung und warst nur ehrlich, nicht beleidigend. Wenn die Dorf-Frauen damit nicht zurecht kommen, würde ich auf den Kontakt auch keinen Wert mehr legen. Es gibt doch sicher noch mehr weibliche Wesen in deiner Umgebung ;-)

Ich kann mit solchen Läster-Weibern auch überhaupt nichts anfangen. Dann lieber keine oder wenige Kontakte als solche, bei denen man nie weiß, wann hinter dem Rücken über einen selbst hergezogen wird....

Beitrag von lisasimpson 08.03.11 - 19:56 Uhr

Nun ja- die frage ist doch eher: was hat dein Gesprächs-gegenüber gestört.

Ich habe mich durchaus schon in ein paar situationen entschuldigt- nicht für den Inhalt meiner Äußerung, den wähle ich in aller Regel mit bedacht- aber dafür, daß ich jemanden damit verletzt habe- denn das ist in den seltensten Fällen mein Anliegen.

Daher würde ich das Gespräch mit der Frau suchen, mit der du (offenabr öffentlich ,so wie du es ihr vorwirfst, daß es nicht sozial wäre) den Konflikt hattest.
Ich würde sie fragen, ob es vielleicht ein mißverständis gab und daß du keinesfalls beabsichtigt hattest sie zu kränken, öffentlich zu demütigen oder sonstwas (was auch immer ihr problem mit deiner aussage war)

ansonsten würde ich an deienr stelle genauso offensiv auf diejenigen zugehen, die zuvor gelästert haben und sie fragen, wie sie den ndie sitaution eingeschätzt hätten. du hattest das gefühl nur das anzusprechen ,was alle dächen, aber offenabr hast du da was mißverstanden..

lisasimpson


Beitrag von moeriee 08.03.11 - 20:32 Uhr

Hi du! #winke

Ich bin in einem Dorf aufgewachsen und mein Mann und ich haben in diesem Dorf auch ein Haus gekauft. Und ja: Es gibt sie überall, diese Lästerweiber. Und zwar zu Hauf'! Früher war ich genau wie du: Ich habe den Kontakt zu anderen gesucht, hab' versucht mich anzupassen und es anderen Recht zu machen. Doch irgendwann kam die Zeit, in der ich merkte, dass ich nicht mehr hinter meinem Verhalten stehe. Ich kann nicht mehr alles so hinnehmen und dann anderen in den A*sch kriechen, nur damit alles "Friede, Freude, Eierkuchen" ist. Und ganz bestimmt lasse ich mich auch nicht mehr ausnutzen. Das kam viel zu häufig vor. Kam jemand und wollte etwas gemacht haben: Ich habe es getan, weil ich keine schlechte Stimmung wollte. Nein, aber das kann ich nicht mehr! Ich war zunehmend unzufriedener, habe mich immer mehr über andere und auch über mich selbst geärgert, denn ich wünschte mir, dass ich nur einmal den Mut gehabt hätte, meinen Mund aufzumachen und zu sagen: "Spar' dir deine Lästereien! Das will eh keiner hören!" oder einfach mal abzulehnen, wenn jemand etwas von mir will. Als ich dann 2 Monate lang im Krankenhaus lag, wurde mir bewusst, dass mir die ganzen Leute echt am Hintern vorbeigehen. Obwohl wir in einem Dorf mit nur knapp 250 Einwohnern leben, wussten viele nicht einmal, dass ich so lange weg war. Angebliche Freundinnen, die ja "sooo dicke" mit mir waren, haben nicht einmal angerufen oder kamen mich besuchen. Ich muss diesen Weibern unheimlich wichtig gewesen sein. Als ich wieder zuhause war, hab' ich damit abgeschlossen. Ich lasse mich nicht mehr auf so einen Müll ein. Ein paar angebliche Freundinnen meldeten sich noch einmal, als ich mit meinem Sohn ins KKH musste, weil sie ja "ach so besorgt" waren. Wer's glaubt! Die wollten nur ihre Neugierde befriedigen und wieder neuen Stoff zum Tratschen haben. Mehr nicht! Ich hab' nicht darauf reagiert und seitdem ist Feierabend. Ich habe zwar keine richtigen Freunde hier im Ort, aber besser gar keine Freunde, als falsche! Ich pflege weiterhin meine Freundschaften aus Studienzeiten und das reicht mir. Über meinen Sohn wird sich sicher auch noch die ein oder andere Bekanntschaft ergeben, vielleicht auch eine Freundschaft. Und wenn nicht, dann eben nicht. Ich habe einige sehr gute Freunde, auch wenn sie nicht hier in meiner Nähe wohnen. Das hält mich aber nicht davon ab, täglich mit ihnen zu telefonieren oder sie zu besuchen. Bei ihnen weiß ich, woran ich bin. Da muss ich hier nicht auf Teufel komm raus nach Freunden suchen.

Nimm's nicht so schwer! Ich würde mich nicht entschuldigen für das, was du gesagt hast. Du hast ja schließlich Recht damit! Und wenn die anderen Weiber deshalb sauer sind: So what!? Auf solche "Freundinnen" kannst du nun wirklich verzichten. Oder nicht? Echte Freunde vertragen Kritik und wollen nicht immer nur Honig um's Maul geschmiert bekommen. So geht es mir zumindest, WENN die Kritik freundlich / sachlich formuliert wird und nicht unter die Gürtellinie geht!

Ich wünsche dir, dass du in diesem Ort vielleicht doch noch die ein oder andere Freundschaft schließen kannst. Erzwingen kannst du es nicht, aber wie heißt es so schön? Unverhofft kommt oft! #liebdrueck

Liebe Grüße #herzlich

Marie

Beitrag von nyiri 08.03.11 - 21:15 Uhr

Kurz und knapp:

Auf einen Bekanntenkreis, dessen Zusammenhalt nur durch Hinterfotzigkeit und falschen Freundlichkeiten funktioniert, würde ich getrost verzichten und mich stattdessen lieber mit weniger aber dafür ehrlicheren Damen treffen.

Beitrag von ichbinsodoof 08.03.11 - 22:28 Uhr

Ich danke euch schon mal für eure Antworten, ich sag mich auch die gesamte Zeit, dass ich so einen scheißintriganten Haufen nicht brauche. Es ist ein doofes Gefühl, wieder bei 0 anzufangen .... wird aber schon klappen. Danke! Es hat echt geholfen, eure Antworten zu lesen.

Beitrag von badguy 08.03.11 - 22:40 Uhr

Helfen kannst du dir nur selbst. Indem du dir was Neues aufbaust.

Landpomeranzen unter sich. Du kommst als Externe in ne gewachsene Gruppe und legst dich mit der Platzzicke an.

Musst ja nicht mal unrecht haben. Alle können genervt sein. Nur muss nach so einer Aussage Stellung bezogen werden. Auf dem Dorf kennt jeder jeden und alle sind irgendwie miteinander verwandt.

Shit happens. Einer der Gründe, warum ich lieber in der Stadt wohne.

Beitrag von ephyriel 09.03.11 - 00:06 Uhr

Hallo Du #winke

ich lese hier eigentlich nur ab zu still mit.
Aber diesmal muss ich doch was schreiben ;-)

Ich wohne auch in einer kleineren Gemeinde.
Und bin hier aufgewachsen...

Doch der liebe Gott wollte unbedingt das ich einen Hang zur (extremen) Ehrlichkeit habe #freu
Ich finde das schön und es tut mir gut!

Natürlich versuche ich mich immer freundlich aus zu drücken, was mir auch meist gelingt.
Aber der Inhalt ist gnadenlos ehrlich...

Nachteil: Es giebt viele Leute die einen nicht leiden können

Vorteil: Es umgeben mich keine Menschen die mir nicht gut tun und denen ich offensichtlich auch nicht gut tuhe!

Ich habe EINE beste Freundin und ein paar Bekannte die ich wirklich sehr gern mag.

Die Menschen die dich umgeben sollten dich so mögen wie Du bist. Denn auf Dauer wird es Dir nicht gut tun dich ständig bemühen zu müssen so zu sein wie Andere dich wollen...

Bleib Dir selber treu, dann hast du auch keine Leute um dich die Dir das Leben schwer machen!!! ;-)

Du wirst Menschen finden die besser zu Dir passen...

Und übrigens steht auch nirgend wo geschrieben das Freunde immer die selbe Meinung teilen müssen!
Das macht doch grade Freundschaft aus! Das man den Anderen gern hat auch wenn er/sie mal andere Ansichten hat.

Auf die Hauptsächlichen Dinge kommt es an. DA sollte man sich einig sein.

(Z.B. das intrigieren und lästern etwas abscheuliches ist, noch da zu auf so eine hinterfotzige Art und Weise, Du siehst, Du bist mit deiner Meinung nicht allein! Und Deine Ausdrucksweise war völlig in Ordnung!)
LG
Billa#winke

Beitrag von ooch ja? 09.03.11 - 03:20 Uhr

Ich stelle dich mir als ein kleines Ekelpaket vor. So wie du dich beschreibst sogar Gott ins Spiel bringst, kommst du sehr selbstverliebt und übermäßig selbstbewusst rüber.

Beitrag von sternentage 09.03.11 - 10:03 Uhr

Huch, wie bist du denn drauf???

Beitrag von ephyriel 09.03.11 - 10:05 Uhr

Das kannst Du sehen wie Du möchstest.
Ich bin glücklich und mag mich so wie ich bin ;-)

Beitrag von ichbinsodoof 10.03.11 - 14:56 Uhr

Danke euch. Inzwischen sind ja noch ein paar Tage verstrichen und ich komme mit der neuen Situation auch gut klar ...
#winke#winke