So einfach eine Mu-Ki-Kur?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von abendrot79 08.03.11 - 21:51 Uhr

Hallo,

mich interessiert, aus welchen Gründen ihr zur Mutter-Kind-Kur gefahren seit bzw. sie bewilligt bekommen habt.

Bei manchen Mamas ist es aufgrund der Krankheits- / Lebensgeschichte gut nachvollziehbar, dass sie eine Kur machen dürfen / müssen, aber heute erzählte mir eine Mama auf dem Spielplatz eine "komische" Geschichte #kratz.

Ich kenne die Mama aus dem Kindergarten und vom Typ her ist sie eine fröhliche, gutgelaunte, selbstbewusste Frau in einer nach aussen hin glücklichen Ehe und einem geregelten Leben#sonne. Klar kann man den Leuten immer nur vor den Kopf gucken, aber gerade sie kam mir immer besonders taff und cool vor. Auf alle Fälle erzählte sie stolz #huepf, sie würde demnächst zur Mutter-Kind-Kur fahren und als ich sie ganz erstaunt fragte, wieso #kratz, sagte sie nur, wegen Erschöpfungs-Zuständen. Immerhin wäre sie EINMAL bei der Arbeit umgekippt. Lachte, dreht sich um und ging #schock.

Das soll es gewesen sein? Vielleicht hat sie nicht ALLES erzählt, aber dieses EINMAL umgekippt passt eben genau zu dem Bild was ich von ihr habe. Eben dass sie sonst sehr taff und gut organisiert etc. ist. Ich habe mich schon öfter mit ihr unterhalten und sie machte nie einen erschöpften Eindruck.

Nein, neidisch bin ich nicht, eine Kur wäre nichts für mich, obwohl ich sie sicher nötig hätte. Mich wundert es nur, dass es "scheinbar" so einfach ist eine Kur zu bekommen .... kennt ihr auch so Fälle?

Bitte versteht meine Frage nicht falsch, aber ich habe Fälle mitbekommen bei denen sich manche Mamas ihr Kur wirklich hart erkämpfen mussten - und das, obwohl sie die Kur absolut nötig hatten.

#danke für eure Meinungen,
abendrot79 #blume

Beitrag von tragemama 08.03.11 - 21:53 Uhr

Eine gute Freundin von mir hat ein Alkoholproblem, Depressionen und andere psychische Probleme, ihr Sohn leidet an chronischer Bronchitis. Den beiden wurde die Kur abgelehnt, weil der Sohn nicht krank genug war...

Andrea

Beitrag von tauchmaus01 08.03.11 - 21:56 Uhr

Tja, ich versteh es auch nicht. Ich leider seit meiner Kindheit an einer Wirbelsäulenerkrankung und weiteren Dingen.

Ich habe vor 2 Jahren eine MuKiKur beantragt....und war NICHT krank genug. Nur weil ich nicht lügen wollte und KEIN BurnOut angegeben habe.

Mittlerweile geht es mir körperlich immer schlechter und ich soll auf Reha aber ohne Kinder. Das geht bei uns aber nicht, ich habe keinen für meine Kinder hier und mein Mann kann nicht mal eben 3 Wochen frei machen.

Ich kapier es nicht, ich denke man muß fies schauspielern können um eine MuKIKUr zu bekommen.....Burnout wird sicher zu oft reingeschrieben damit die Kur genehmigt wird. Ehrlich kommt da nicht weiter.

Mona

Beitrag von shakira0619 08.03.11 - 22:03 Uhr

Hallo!

Habt ihr keine Großelten, wo Deine Kinder in der Zeit schlafen könnten?

Ich war im März 2010 zur Mu-Ki-Kur und musste sie nach ein paar Tagen abbrechen, weil mein Kind krank wurde (Rotaviren).

Die Krankenkasse und mein Arzt legten mir dann nahe, eine Reha ohne Kind zu machen. Ich fand das einen schrecklichen Gedanken.

Da es mir aber nicht besser ging (ich war 10 Monate krank), habe ich wohl oder übel eingewilligt und es war einfach wunderbar!!

Ich habe den Kleinen vermißt, keine Frage. Aber diese 3 Wochen ohne Kind taten mir so gut. Mir ging es nach der Reha viel besser, ich hatte endlich mal wieder Zeit für mich. Nur für mich. Das war sehr wichtig für meine Gesundheit.

Unser Sohn hat bei meinen Eltern geschlafen und mein Mann hat ihn nach der Arbeit abgeholt und abends wieder hingebracht. Am Wochenende haben die beiden mich besucht. Die Abschiede waren aber immer wieder schlimm.

Also wenn es irgendwie machbar ist für Dich, kann ich Dir eine Reha wirklich sehr empfehlen!!

Je nachdem, was Du für eine Krankheit hast, könnte ich Dir auch eine Klinik empfehlen. Bei uns waren 2 Frauen, die ihre Kinder mitnehmen mussten, weil sie niemanden für sie hatten. Die Kinder waren aber schon schulpflichtig und mussten im Dorf zur Schule gehen.

Liebe Grüße, Shakira0619

Beitrag von tauchmaus01 09.03.11 - 07:53 Uhr

Bandscheibenvorfall und Verdacht auf einen Morbus (dessen Name ich nicht aufschreiben will). Ich soll zur Schmerztherapie und dann gleich 3 Wochen auf Reha.

Großeltern wohnen 700 km weit weg, leider. Und die Große ist Schulpflichtig.

Dümpel ich eben weiter so rum, immer noch besser als scheinheilig eine MuKiKur zu beantragen und mit lauter gesunden Müttern die einen auf Urlaub machen rumzuhängen.

Melde mich nun für 4 Tage hier ab...

Mona

Beitrag von atarimaus 09.03.11 - 11:24 Uhr

Du machst das richtig... genau... #augen


Mensch, wann erkennst du endlich, dass du Hilfe brauchts??!!! Komm mal von deinem hohen Ross runter und nimm Hilfe auch in Anspruch!

Und nimmst du sie nicht in Anspruch, hör auf mit deinem scheinheiligen Getue, denn was anderes ist es nicht, was du hier betreibst. Du armes Häschen fährst nicht zur Kur, da du lieber weiter die Märtyrerrolle einehmen möchtest. Stattdessen verurteilst du andere Eltern, die sich rechtzeitig Hilfe holen und diese auch nutzen.

Gruß
Beate

Beitrag von tauchmaus01 13.03.11 - 17:56 Uhr

#augen

Beitrag von tigerente08 09.03.11 - 10:36 Uhr

Tja leider ist es nicht immer so, ich leide an BurnOut und Depressionen, habe aber leider keine Kur genehmigt bekommen. Ich sei noch nicht krank genug.
Und ich wahr ehrlich.

Nadine

Beitrag von zahnweh 08.03.11 - 22:08 Uhr

Hallo,

von den Menschen, die ich kenne, sind diejenigen, die am taffsten wirken und "nur einmal" umgekippt sind oder "nur einmal" Probleme gezeigt haben, diejenigen, die am dringensten Hilfe brauchen.

Die, die öfter über ihre Probleme reden, können es erzählen, ihre Ängste und Sorgen rauslassen, abbauen und finden um Moment des Zuhörens Unterstützung.

Gerade die "taffsten" wuppen oft am meisten. Den ganzen Tag, die ganze Nacht. Oft mehr als andere. Manchmal auch gleichviel. Nur merkt man es ihnen nicht an, weil sie nicht darüber reden (nicht wollen, nicht können oder weil niemand zuhört - bei mir hieß es oft: dir geht es doch gut, was willst du denn? oder ist doch nicht so schlimm. oder nach Doppeltem Todesfall in der Familie, Geburt und Ausbildung bestanden im selben Jahr, setzten alle im nächsten Jahr voraus, dass ich den Rest auch noch schaffe: ruh dich nicht auf deinen Lorbeeren aus!! sagte mir eine wörtlich. Dieses Jahr gehts dir doch gut, dann schaffst du die paar Kleinigkeiten auch noch. Im Vgl waren es Kleinigkeiten, aber das mich das eine Jahr erschöpft hat sah keiner. Warum? weil ich unter der Last nicht zusammengebrochen bin. Also durfte ich bei weiteren Kleinigkeiten keine Schwäche mehr zeigen oder wurde schlicht nicht ernst genommen)

und so geht es vielen Müttern. Sie stemmen so vieles mit einem Lächeln. Und weil sie dabei Lächeln oder es so scheinbar mit Leichtigkeit tun, merkt keiner wie schlecht es ihnen geht.
Bitten sie mal um Hilfe, werden sie groß angeschaut: wieso? du schaffst doch sonst auch immer alles. Oder: schau mal, die braucht meine Hilfe viel notwendiger, sie erzählt schon sooo lang, dass...

Ja, so kenne ich viele Mütter. Und dann wenn sie "einmal" umgekippt sind, dann ist es ein Nervenzusammenbruch oder Kreislaufkollaps oder Magengeschwür.
Wer häufiger umkippt fällt natürlich mehr auf. Auch dann, wenn es am eigentlich harmlosen niedrigen Blutdruck liegt.

Ich habe auch schon erlebt, dass Krankenkassen Müttern/Menschen Kuren erst im zweiten oder dritten Anlauf bewilligt haben, denjenigen, die es dringst brauchten.
Ich hab meine sofort und schnell bekommen. Auch wenn mein Umfeld der Meinung war, ich bräuchte keine, weil das harte Jahr nun vorbei war und ich den Rest ja sicher auch noch schaffen würde. Alles kein Problem. Meine Krankenkasse sah das anders. Schon beim ersten Antrag. Vielleicht, weil sie es schriftlich hatten und ich mich nicht hinter einem Lächeln verstecken konnte. ;-)

Beitrag von tigerente08 09.03.11 - 10:39 Uhr

#danke für deinen Beitrag, dem kann ich nur zustimmen...

Beitrag von luftundliebe 09.03.11 - 11:28 Uhr

Hallo #winke

Mein absolutes Reizthema gerade :-[

Habe eine MuKiKur beantragt und mir wurde heute telefonisch mitgeteilt, dass ich die nicht bewilligt kriege #schmoll

Ich habe Colitis ulcerosa, Rheuma und DAZU bin ich noch ausgelaugt (alleinerziehend und Kinder in Trotzphase #aerger)... leider hab ich den Antrag auf die falsche Diagnose gestellt (Colitis und Rheuma)und war im Selbstauskunftsbogen vom MDK wohl zu stolz um zu übertreiben #schein

Meine Freundin, die gleichzeitig mit mir den Antrag gestellt hat bei der gleichen KK, hat sie bewilligt bekommen wegen "NUR" Erschöpfungssyndrom (herzkrankes Kind).

Ich werde Einspruch einlegen... als Begründung für meine Ablehnung kam nämlich, dass ich erst vor Ort noch mehr Maßnahmen in Anspruch nehmen müsste und wenn ich von meinen Kindern überfordert wäre sollte ich mir doch erst mal Hilfe beim Jugendamt oder beim Psychiater holen #augen
Wirklich Maßnahmen vor Ort kann ich aber in dem Umfang nicht wahrnehmen, weil ich für die Zeiten dann nur schlecht oder gar keine Betreuung habe.

Naja, also mit Burn-out/Erschöpfungssyndrom scheint es einfacher zu sein, als mit chronischen Krankheiten #schmoll

Sollte der Einspruch nichts bringen werd ich eine Reha für mich mit Kinderbegleitung bei der Rentenversicherung beantragen.

Lieben Gruß

Sabrina

Beitrag von inessa73 09.03.11 - 12:10 Uhr

Hallo !!

Ich habe das Thema auch gerade auf dem Tisch, d.h. ich habe eine Kur beantragt und sogar beim ersten Mal bewilligt bekommen.

Bei mir ist es so, daß ich 3 Kinder habe. Der Große ist 4,5 und die Zwillinge jetzt 17 Monate.

Ich gehe seit Oktober letzen Jahres wieder arbeiten (30 h pro Woche).

Meine Mutter hat Bauchspeicheldrüsenkrebs, nicht heilbar.

Diese ganzen Punkte zusammen machen mir extrem zu schaffen. Mal ganz davon abgesehen, daß man ja als Frau der Hauptorganisator von Haushalt und Co. ist und mein Mann durch seinen Schichtdienst nicht immer helfen kann.

Ich bin total schnell ausgelaugt und leider werde ich auch schnell laut gegenüber den Kindern, vor allem wenn mein Mann Spätschicht hat und ich keine Minute mal ausruhen kann, also von 7 bis 19.30 Uhr im Dauerstess bin.

Das Ganze hat auch gesundheitliche Auswirkungen, wie Rücken- und Kopfschmerzen und seit einiger Zeit auch Magenprobleme (vermutlich Gastritis).

Es gibt bestimmt auch jede menge mamas, denen es noch schlechter geht, aber ich möchte auch gerne meinen Kindern wieder eine halbwegs ausgeglichene Mama sein, die auch für die Kinder nachvollziehbar reagiert.

Auch ich bin nicht der Typ, der es gleich nach außen trägt. Aber nachdem auch meine Psychologin, zu der ich wegen der Krankheit meiner Mutter gehe, gesagt hat, daß sie mir zu einer Kur rät, bin ich doch zum Überlegen gekommen. Und jetzt bin ich froh, das angegangen zu haben und freue mich schon auf die 3 Wochen Ende Mai.


Ines