Umgang - kann man Regelmäßigkeit zur Bedingung machen?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von mondfee79 09.03.11 - 08:22 Uhr

hallo,

meine tochter ist nun bald 8 monate alt. ihr vater hat bis jetzt nie nach ihr gefragt u. keinen unterhalt gezahlt...
nun ist das gerichtsverfahren durch mit vaterschaftstest u. allem u. er wurde zur zahlung (inkl. nachzahlung der letzten 8 monate) verpflichtet.

genau jetzt meldet er interesse an dem kind an #zitter

er wohnt ca 150 km weit weg von uns.

meine frage:
kann ich ihm sagen, dass er die kleine gerne sehen kann, ich aber wenn er das möchte, darauf bestehe, dass dies regelmäßig alle 2 wochen ist?
oder hat er das recht zu sagen, dass er kommt, wann es ihm passt (z.b. nur alle 3 monate)??
(habe mitbekommen, wie die kleine einer freundin unter genau so einem erzeuger jahrelang gelitten hat, der meinte, sich nur alle 6 - 8 monate mal bei seiner tochter blicken zu lassen). das möchte ich meiner kleinen auf keinen fall antun!!!

bitte nur antworten, von denjenigen, die die rechtliche seite kennen...

danke :-)

Beitrag von sarai2110 09.03.11 - 09:12 Uhr

Ich kann dich sehr gut verstehen,aber trotz allen Rechten und Pflichten, ist es nicht immer leicht!

Hallo,

ich würde versuchen,mit ihm darüber zu reden,und gemeinsam eine gute Lösung zu finden.Womit ihr beide klar kommt.

Du kannst zwar auch gerichtlich die Umgangszeiten festlegen lassen,aber meist bringt das auch nichts.

Wenn er vielleicht Termine absagt,willst du ihn zwingen,mit dem Beschluss in der Hand?

Eine Regelmässigkeit sollte schon stattfinden,denn da geb ich dir Recht!
Wenn ein Vater(gerade in dem Alter deines Kindes)sich nur alle paar Monate meldet,kann zu dem Kind keine Beziehung aufgebaut werden.

Dieses Problem haben wohl einige,aber ich hoffe ihr findet unter euch eine Lösung

Viel Glück

Beitrag von schnecki82 09.03.11 - 09:14 Uhr

Hallo!

Der Umgang kann per Beschluss geregelt werden.

Wenn der Papa aber meint, sich daran nicht halten zu müssen, sich monatelang nicht meldet und dann wieder Interesse ankündigt, kannst du leider auch nichts machen. Du bist verpflichtet, den Umgang zu fördern.

LG Sabine

Beitrag von mondfee79 09.03.11 - 09:20 Uhr

dass heisst dann also im umkehrschluss, dass so ein erzeuger machen kann was er grad will, egal wie das kind darunter leidet???
man muss ihm als frau trotzdem immer so entgegenkommen wie er gerade meint mal bock drauf zu haben?
neeeee, das kanns ja auch net sein...
aber danke für deine antwort, wenn die rechtliche seite so aussieht...

Beitrag von schnecki82 09.03.11 - 10:27 Uhr

Genau so wurde es mir beim Jugendamt aber gesagt, als ich wegen genau diesem Problem da war. "Man kann ihn ja nicht zwingen!"

Mich hat es auch die Krätze geärgert aber mittlerweile ist es mir egal. Meine Tochter freut sich immer wenn sie Papa sieht, egal wie unregelmäßig und gut ist ...

Versuche halt im Guten dich vorher mit ihm zu einigen.

LG Sabine

Beitrag von mondfee79 09.03.11 - 11:15 Uhr

würde ich ja gerne, aber er weigert sich seit anfang der schwangerschaft mit mir zu kommunizieren... nur auf druck über rechtsanwälte :-(
mails von mir werden einfach gar nicht beantwortet...#klatsch

Beitrag von matw 09.03.11 - 10:51 Uhr

Im Mittelpunkt der Umgangsregelung steht immer, was für das Kind am sinnvollsten ist. Und da ist natürlich eine Regelmäßigkeit immer von Vorteil.
Wenn bisher alles übers Gericht geregelt werden mußte, ist es offenbar relativ unrealistisch, dass ihr Euch auf anderem weg einigen könnt. Die Frage für mich wäre erst mal, hat er wirklich Interesse an seinem Kind oder kommt das jetzt nur so nach dem Motto, wenn ich schon meine Pflichten erfüllen muss, dann will ich jetzt auch mein Recht durchsetzen??
Oft (leider) geht es bei solchen Fragen gar nicht ums Kind, sondern ums Recht haben und Recht behalten.
Richtig ist, Du mußt Umgang gewähren und fördern (sog. "Wohlverhaltensklausel"). Falsch ist, dass er da schalten und walten kann, wie es ihm passt, weil das nicht dem Kindeswohl entspricht.
Sinnvoll ist, wenn Du ihm einen Vorschlag unterbreitest, dann hast Dú erst mal Deinen Teil der Verpflichtung erfüllt. In dem jungen Alter ist es natürlich fraglich, ob es Sinn macht, ihm das ihm bis dato völlig "fremde Kind" schon über Nacht mitzugeben. Da ist auch das JA meist kein Freund davon. Aber wie soll es gehen, wenn er 150km Weg hat? Hin- und Rückfahrt für ein so kleines Kind an einem Tag- nicht zumutbar. Was haben beide davon? Würdest Du ihm denn den Umgang in Deiner Wohnung ermöglichen? Bischen spielen, spazieren gehen, mal ein Eis essen usw. Dann wären 2 Wochenendtage sicher sinnvoll, entweder eine Woche um die andere am Samstag oder Sonntag oder abwechselnd, ein WE Samstag, das übernächste Sonntag. Damit kann man davon ausgehen, ist dem Kindeswohl entsprochen und Du hast mehr als Deine Schuldigkeit getan. Entweder er akzeptiert das oder macht einen anderen (sinnvollen!) Vorschlag. Wenn sich das Kind an ihn gewöhnt hat, kann es ja ab Kindergartenalter auch mal ein ganzes WE mit zu ihm. Wenn es bis dahin nicht schon zu mühsam für ihn geworden ist...
Sollte das Umgangsrecht per Gericht festgelegt werden, achte darauf, dass ein getroffenes Urteil als "vollstreckbarer Beschluss" erteilt wird. Nur so kannst Du auch was unternehmen, wenn er sich nicht dran hält.
Gruß Silly

Beitrag von schnecki82 09.03.11 - 11:24 Uhr

Aha und nun bitte zurück in die Realität, wie im vorliegendem Fall (einer von vielen) !

Er möchte Kontakt. Kann er anscheinend auch haben. Eventuell geht es nur ums Prinzip. Nehmen ir an, er kümmert sich die erste Zeit wirklich toll um das Kind. Nach 2-3 Monaten schläft alles ein. Danach besteht er wieder auf Kontakt. Wie willst du da vorgehen? Die Mutter ist dann verpflichtet, den Kontakt WIEDER zu fördern. Sie darf ihm das Kind nicht vorenthalten. Notfalls eben mit betreutem Umgang. Aber was nutzt dann ein Urteil? Was soll vollstreckt werden? Der Kontakt?

Beitrag von matw 09.03.11 - 12:52 Uhr

Der Inhalt des Beschlusses kann vollstreckt werden. Vom Kontakt bis über die Modalitäten dazu (z.B. wenn eine Nennung der Wunschtermine für den Folgemonat bis zum xten des Vormonats vereinbart wurde, die An- und Abholung gereglt wurde ect.)
Praktisch sieht das so aus, dass er bei Nichteinhaltung eine Frist gesetzt bekommt, bis wann er sich zu melden und Stellung zu nehmen hat. Dann wird ein Bussgeld verhängt. Kann bis zur Erzwingungshaft gehen, läßt aber selten wer drauf ankommen.
Keine bloße Theorie, alles schon selber durch! Bußgeld hat seine Wirkung nicht verfehlt! Bei uns war es die Hol- und Bringepflicht durch ihn, die bei ihm mal so aussah, dass er meine Tochter mit 8 Jahren abends im Dunkeln allein in den Zug gesetzt hat- und das ohne Fahrkarte wohlgemerkt!!!

Gruß Silly

Beitrag von nadineriemer 09.03.11 - 11:33 Uhr

Natürlich kann sie etwas machen,wenn er sich nicht daran hält.Sie muß Umgang fördern,aber wenn er den immer wieder abbricht und nach einiger Zeit doch wieder kommt.
Das muß sie überhaupt nicht hin nehmen,klar geregelt und wenn er sich nicht daran hält ab zum Anwalt.Wenn er wirklich sich um sein Kind kümmern möchte,dann würde er regelmäßig kommen und nicht nach Lust und Laune.

Nadine

Beitrag von schnecki82 09.03.11 - 11:45 Uhr

Eben! Es würde zum betreuten Umgang kommen (mit dem Jugendamt), aber das Kind entziehen kann sie ihm nicht. Wenn du was anderes sicher weißt, dann hätte ich gern die passende Quelle dazu, denn ich habe auch lange dafür gekämpft, dieses hin und her nicht mehr hinzunehmen - ohne Erfolg !

Beitrag von nadineriemer 09.03.11 - 12:04 Uhr

Nein ich meinte ja nicht das er dann gar keinen Umgang mehr bekommt,dann aber eben begleitet und ich denke dann wird er sich das vielleicht noch mal überlegen.

Wenn du selber noch Fragen hast wegen Umgang frag mich lieber über Vk weil hier sonst wieder einige ausflippen.

Nadine

Beitrag von schnecki82 09.03.11 - 12:18 Uhr

Aber das mit dem betreuten Umgang habe ich doch schon anfangs geschrieben ... ;-)

Mittlerweile macht es mir nichts mehr aus. Ich lasse meine Tochter nun selbst entscheiden, sie ist ja nun auch schon 6 Jahre alt. Sie genießt das bisschen Umgang und irgendwann wird sie selbst sehen, dass es nicht das Wahre ist - oder auch nicht. ;-)

Beitrag von winnie_windelchen 09.03.11 - 12:56 Uhr

Hi :-)

Erstmal schön zu lesen das ihr nun übers Gericht einiges klären konntet. :-)

Zum Umgang -> er hat ein Umgangsrecht aber keine Pflicht, das vorab. Auch hat dein Zwerg ein Recht auf den Papa.

Für die Entwicklung eines Kindes und um Spätfolgen, die auftreten können aber nicht müssen zu verneiden, ist ein geregelter Umgang sehr wichtig.

Ein "heut komm ich mal und dann sich zig Wochen/Monate nicht melden und dann schwupps morgen will ich mein Kind wieder sehen" ist nicht gerade die feine Art.

Bei der Umgangregelung sollte auch das Alter berücksichtigt werden. Man sagt das unter einem Jahr der Umgang in kurzen Abständen stattfinden soll, dies über mehrere Stunden. Ist bei eurer Entfernung nun ja kein Kinderspiel.

Später heißt es dann im Normalfall aller 2 Wochen von Fr-So.

Es kommt aber auch auf weitere Umstände und Möglichkeiten an zb. Beruflichen, Auto/Pkw ect.

Bei uns ging es 3 Jahre lang nur so wie der KV Lust hatte (wohnt nur 20km entfernt) und mein Kind fing an zu leiden, sie war oft traurig, schlief schlecht oder fand schlecht in den Schlaf, wurde immer wieder entäuscht, da ihr Dad sich oft ankündigte aber dann absagte oder verschob oä.

Vorriges Jahr bin ich dann zum Jugendamt um ihr Hilfe zu suchen, mir waren die Hände gebunden. Auf meine vielen reden mit ihm, wie wichtig es seiner Kleinen ist und das sie ihn doch lieb hat und braucht folgte immer nur "Ja werd ich mal sehen wie ichs hinbekomm" aber geändert hatte sich nichts.

Das Jugendamt vereinbarte dann mit mir und Lini ihrem Paps einen Termin. Wir hatten also ein gemeinsames Gespräch um zu klären inwieweit ein Umgang möglich ist. Mir war es wichtig das er einfach nur geregelt ist, ob der Abstand 2 oder 4 oder sogar 6-8 Wochen betragen hätte war mir egal, denn damit würde mein Kind ja aufwachsen.

Letzten endes war es sein Vorschlag sein Kind jede erste Monatswoche von Donnerstag mittag bis Freitag abend zu nehmen.

Bis jetzt läuft es....ich sag mal gut....manchmal wird verschoben, sich garnicht gemeldet oder abgesagt aber irgendwie, so kommt es mir vor, fällt es mir zumindest leichter mit solchen Situationen umzugehen, da ich dies dann dem JA mitteile und es für mich daher keine Last mehr ist. Ich muss mich damit also nicht mehr wirklich auseinander setzen und meinem Kind geht es seitdem auch viel besser. :-) Weil sie nun eine starke Mama hat.

Also, geregelt ist immer besser aber versucht gemeinsam einen Plan zu machen, so das es euch beiden Recht ist aber vorrangig und dies immer bedenken, es dem Kind gut tut.

LG