komplizierte Familiensituation - Jugendamt einschalten?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von frauanna-1984 09.03.11 - 15:43 Uhr

Hallo zusammen,

ich betrete hier absolutes Neuland.
Schon seit längerer Zeit beschäftig meinen Mann und mich die Lebenssituation unseres Neffen und unserer Nichte (im KiGa-Alter). Wissen aber nicht so genau, wie angemessen zu reagieren und vorzugehen ist.

Ich muss ein wenig weiter ausholen... versuche mich aber kurz zu fassen ;-)
Diese beiden Kinder sind in der Vergangenheit aus verschiedenen Gründen oft umgezogen. Zunächst gemeinsam mit der Mutter (unsere Schwägerin) weg vom leiblichen Vater zu einem anderen Mann. Nach 1 1/2 Jahren funktionierte dieses Zusammenleben nicht mehr und sie zogen wieder um. Kurzer Zeit später ging es für die Kinder zu den Großeltern mütterlicher Seits, da meine Schwägerin nicht mehr in der Lage war sich um ihre Kinder zu kümmern.

Nun ist es so, dass die Großmutter, bei der die Kinder bereits seit 1 Jahr als Pflegekinder leben, unter psychischen Problemen leidet. Sie befand sich schon in der Vergangenheit in Behandlung, doch derzeit hält sie sich in einer entsprechenden Klinik auf. Vermutlich kümmert sich ihr (berufstätiger) Mann währendessen um die Kinder. Ich habe das Gefühl, dass mit "unserer" Seite der Familie niemand von den Großeltern offen darüber sprechen möchte, wie es nun genau aussieht, oder Hilfe von uns annehmen möchte (die ich mehrfach angeboten habe!)
Aber ich habe schlaflose Nächte, denke darüber nach die Kinder vorübergehend zu uns zu nehmen, bis ihre Oma es sich wieder zutrauen kann die Verantwortung zu übernehmen. Was ist das Beste für die Kinder?

Doch weiß ich nicht, welche Möglichkeiten es da gibt. Was können wir als Tante und Onkel tun?! Ich habe wirklich Angst davor, dass die Kinder eines Tages im Heim landen! :-(

Ich würde mich sehr über Ratschläge und/ oder Tips freuen!

Danke!

Beitrag von brotli 09.03.11 - 19:47 Uhr

hallo

wo ist denn die mutter jetzt ?

und was heisst vorrübergehend zu euch nehmen?
müssten sie denn in der zeit den kindergarten wechseln und würden nach ein paar monaten wieder zurückgehen?
wenn der mann der großmutter arbeitet , dann müssten die kinder doch in der zeit irgendwo betreut werden? kindergarten?
vielleicht kümmert er sich nach der arbeit gut um die beiden?

ich würde nicht von außen oder hintenrum dinge planen oder ein jugendamt schicken, ich würde direkt mit denen sprechen. in ruhe und offen fragen ob hilfe erwünscht ist, weil man sich sorgen macht und das man helfen möchte.
vielleicht direkt am abend hingehen und reden.

dann erst kann man erkennen wie es da so aussieht und ob hilfe notwendig ist, trotz ablehnung. vielleicht wird ja dann die hilfe gar nicht abgelehnt?kann man da nicht mal hineinschauen? wie die kinder betreut werden, wie sie leben, wann die großmutter wiederkommt?bittet doch mal kurzfristig kommen zu dürfen um mal zu reden.

ja, mehr fragen , als antworten oder tips, aber ich hab mal meine gedanken einfach dazu geschrieben.
l.g.

Beitrag von frauanna-1984 10.03.11 - 13:15 Uhr

Zunächst danke für die Reaktionen!

Die Mutter der Kinder lebt mit ihrem dritten und kleisten Kind, und wechselnden Partnern in einem benachbartem Dorf.
Da auch wir ganz in der Nähe der beiden betreffenden Kinder leben, wäre ein Kindergartenwechsel nicht nötig. Wir würden es auch unterstützen und wünschen den Kontakt zu ihrer Mutter und den Großeltern wie gewohnt zu halten.
Soweit wir wissen arbeitet der Großvater, sowohl unter der Woche als auch hin und wieder an Wochenenden, auf Montage. Und das auch ausserhalb Deutschlands. Die Kinder sind bis Nachmittags im Kindergarten, doch frage ich mich, wer sie abholt, anschließend betreut und versorgt, sie ins Bett bringt... Mit in dem Haushalt wohnt noch der 16-jährige Sohn der Großeltern. Übernimmt dieser solche Aufgaben? Weiß das Jugendamt über die Situation bescheid? Wie man sieht habe auch ich viele Fragen ;-)

Ich habe nicht vor etwas hinterrücks zu inszenieren. Schließlich geht es um die Kinder! Auch das bisher entgegengebrachte Vertrauen möchte ich nicht zerstören.
Und offiziell wissen wir ja auch nichts von dem Klinikaufenthalt. Die Kinder haben es bei ihrem letzten Besuch erzählt. Dass die Oma nur am Wochenende zu Besuch kommt. Dass es ihr nicht gut geht, weil sie sich nicht mehr traut aus dem Haus raus zu gehen, oder aus dem Bett aufzustehen... Weiter nachgehakt haben wir nicht, weil wir die Kinder nicht zu Instrumenten machen möchten.

LG

Beitrag von snoopyeva 09.03.11 - 21:31 Uhr

Hallo!

Zu Dir nehmen kannst Du die Kinder nicht so leicht. Da steht ein hoher Berg Bürokratie dazwischen.
Das mal vorweg.

Die vermutlich beste Lösung wäre ein offenes Gespräch mit dem Jugendamt und allen Beteiligten.
Wer hat denn das Sorgerecht? Vor allem diese Person muß bei der Entscheidung über den Aufenthaltsort der Kinder mitbestimmen.

Meine persönliche Meinung: Wenn die Großmutter psychische Probleme hatte und auch hat, ist die Gefahr hoch, daß diese Situation sich mittel-bis langfristig als problematisch entwickelt (Überforderung, Streß,.. verschlechtert die Situation ja oftmals). Verläßliche und kompetente Betreuung könnten die Kinder in einer Pflegefamilie bekommen. Und wenn ihr euch aktiv an das Jugendamt wendet, könnt Ihr diese Pflegefamilie sogar mit aussuchen.


Lg, eva

Beitrag von frauanna-1984 10.03.11 - 13:32 Uhr

Hallo Eva,

ich bin mit im Klaren darüber, dass es eine aufwändige Prozedur werden könnte, bis alle Hürden genommen sind, doch davon lass ich micht nicht abschrecken. Schließlich geht es um Familienmitglieder, die wir sehr lieben!

Nach meinem Wissen haben die Großeltern das Sorgerecht und wollen dieses auch unter keinen Umständen ihrer Tochter wieder überlassen.

Sicher gibt es viele, liebe Pflegefamilien, aber zum einen gibt es noch Familienangehörige (nämlich uns), die bereit wäre die Kinder zu nehmen, und zum anderen könnte ich das nur wirklich schweren Herzens zulassen, da es der letzte Wille des Kindervaters war (er ist verstorben), dass wir - die Familie - dafür sorgen, dass dieser Fall niemals eintritt...

Ich bin deiner Meinung, dass jemand der psychisch vorbelastet ist, und mit Druck und Stress nicht fertig wird, vermutlich nicht auf Dauer die geeigneteste Person ist. Trotzdem hatte ich bisher den Eindruck, dass es den Kindern dort gut geht. Besser jedenfalls als bei der Mutter. So traurig das auch ist.

Gruß

Beitrag von arienne41 10.03.11 - 07:27 Uhr

Hallo

Wie oft siehst du die Kinder denn zur Zeit?

Beitrag von frauanna-1984 10.03.11 - 13:35 Uhr

Alle 2 bis 4 Wochen sehen wir die Kinder. Das ist halt auch abhängig davon, wann sie bei ihrer Mutter sind. Aber wir sind bemüht einen regelmässigen Kontakt zu pflegen.

Beitrag von lalal 10.03.11 - 09:50 Uhr

Hallo,

ich habe vor einigen Jahren meinen Bruder zu uns genommen, damals war er 15. Ich bin zum Jugendamt gegangen habe dort alles geschildert und bekam auch sofort hilfe. Später bekam ich auch das Sorgerecht für meinen Bruder zugesprochen.

Von Vorteil war natürlich das mein Bruder alt genug war sich selbst zu äußern. Er wollte zu Hause schnellstmöglich ausziehen.

Ich denke das es bei dir deutlich schwieriger wird, die Kinder sind sehr jung und haben ja schon einige "wechsel" durch. Niemand hier weiß wie gefestigt das Verhältnis der Kinder zu euch bzw. zu der Großmutter ist. Ein erneuter Familienwechsel kann das ganze sicher noch verschlimmrern?!

Vereinbart einen Termin beim Jugendamt und lasst euch beraten, die werden euch sicher helfen, vielleicht können sie der Großmutter auch direkt hilfe anbieten.

lg

Beitrag von frauanna-1984 10.03.11 - 13:44 Uhr

Wenn nicht unbedingt nötig, würde ich auch einen erneuten Wechsel vermeiden. Aber genau das kann ich momentan nicht genau abschätzen.
Unser Verhältnis zu den Kindern ist gut und innig. Mein Mann ist für seinen Neffen soetwas wie ein Vaterersatz. Aber auch ihrer Großeltern lieben sie. Unsere Nichte sagt zur Oma auch öfter mal "Mama".
Deshalt: Ich möchte niemandem in den Rücken fallen, die Kinder entziehen oder ein Machtspielchen spielen!! Aber ich möchte, dass die Kinder endlich mal ankommen. Es soll gewährleistet sein, dass sie zu gesunden jungen Menschen heranwachsen können. Und nicht umgeben von Geisteskrankheiten. Sie sollen nicht glauben, dass sie die Menschen in ihrem Umfeld krank machen würden. Papa, Mama, dann Oma...

Ich denke, ich werde als erstes um ein Beratungsgespräch beim Jugendamt bitten (ohne Namen zu nennen). Und dann auf ein ganz offenen Gespräch mit den Großeltern hoffen.

Güße!