An alle die Angst vor der Geburt haben..lest euch doch mal...

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von fialein84 09.03.11 - 16:52 Uhr

diesen Artikel durch!! Der hat mir gerade unheimlichen Mut gemacht!!#pro

http://www.geschlechterstudien.de/1-3-geburtsschmerz.html

Vielleicht hilft er ja der Einen oder Anderen von euch auch etwas entspannter an die Geburt zu gehen. Ich bin gerade viel entspannter..auch wenn der Artikel ein bisschen den Feminismus in Frage stellt.;-)

Viel Spaß beim Lesen!

Liebe Grüße Fia mit Lily Et-6#verliebt

Beitrag von sizzy 09.03.11 - 17:08 Uhr

"Tatsächlich sind es zunehmend Frauen, die per Kaiserschnitt bzw. unter Narkose entbinden, ebenso wie es die Frauen sind, die bei Schmerzen wesentlich schneller und häufiger als Männer zu Schmerzmitteln greifen, um die Schmerzen nicht aushalten zu müssen."

.... aehm, hab ich was verpasst? Seit wann entbinden Maenner auch? #rofl


"...eine Geburt sei objektiv betrachtet lediglich so, als würde man den „größten Haufen seines Lebens scheißen – weiter nichts“"

... Na, wenns dann so einfach ist, wofuer dann ins Krankenhaus? Dann kann ich auch ne tolle DVD einlegen, Tuete Chips dazu und abwarten, bis das Kind rausgekrochen ist ;-)

Beitrag von ida-calotta 09.03.11 - 17:16 Uhr

#rofl

Beitrag von estherb 09.03.11 - 17:20 Uhr

Ja, über den obersten Satz habe ich mich auch beömmelt...

:-p

Beitrag von estherb 09.03.11 - 17:19 Uhr

Also, um entspannter an die Geburt heranzugehen, ist der Artikel bestimmt nicht hilfreich, eher um sich unglaublich zu ärgern. Ich habe selten einen so unverschämten Artikel gelesen. Eine glatte Unverschämtheit.

Ich denke, die einzelnen Punkte braucht man nicht zu kommentieren - nur so viel dazu: Ich habe eine ausgesprochen schöne und positive Geburtshausgeburt ohne jeglichen Schmerzmitteleingriff beim ersten Kind hinter mir und warte gerade auf die zweite Geburt ebenfalls im Geburtshaus, ich halte wenig bis nichts vom ständigen Einsatz von Schmerzmitteln bei der Geburt und bin vermutlich der größte Wunschkaiserschnittgegner, der hier herumläuft.

Aber ich würde niemals behaupten, dass die Geburtsschmerzen nicht die stärksten Schmerzen waren, denen ich in meinen Leben bislang ausgesetzt war. Der Unterschied zu anderen Schmerzen besteht vielmehr darin, dass es möglich ist, diesen Schmerz positiv zu erleben, weil er einem das Kind näher bringt. Andere Schmerzen positiv zu erleben, stelle ich mir eher schwierig vor. Andere Schmerzen - dies sagen übrigens auch bandscheibenoperierte Frauen, um auf ein Beispiel des Artikels einzugehen - können als deutlich ekelhafter erlebt werden, auch wenn sie nicht unbedingt schlimmer sind - aber schwerer auszuhalten.

Ach ja, und zum Thema "vergleichweise harmlose Verletzung eines Dammrisses" schreibt Hebamme Ingeborg Stadelmann: " Ärzte und Hebammen, die behaupten, eine Dammverletzung könne nicht weh tun, sollten erst einmal selbst eine Verletzung an ihren Geschlechtsteilen haben, bevor sie mitreden können." Hast du schon mal einen Mann nach einem Besuch beim Urologen jammern gehört? Ich bin überzeugt, die meisten Männer würden allenfalls unter Vollnarkose gebären - die sind ja schon bei einem Schnupfen sterbender Schwan.

Nichtsdestotrotz: ich wünsche dir eine wunderschöne schmerzmittelfreie Geburt. Trotz der Schmerzen tun mir Männer leid, weil sie niemals eine Schwangerschaft und Geburt durchleben können.

Liebe Grüße, Esther (39+0)

Beitrag von fialein84 09.03.11 - 17:30 Uhr

Er ist sicherlich nicht unkritisch zu sehen! Für mich zählten eben die Kernpunkte, dass es eben keine Folter ist, dass es ein positiver Schmerz ist, das es etwas ist, worauf man sich versuchen sollte einzulassen.
Ich bin nur durch Zufall darüber gestolpert und er hat mir geholfen mich von meiner extremen Angst momentan etwas zu "heilen". Das er nicht 1:1 stimmt muss und sollte jedem klar sein. Aber jemandem, dem wie mir durch meine Angst die positiven Seiten einer Geburt nicht klar sind und ich deswegen total verkrampfe, hilft er. Deswegen habe ich ihn gepostet!:-)

Beitrag von estherb 09.03.11 - 17:49 Uhr

Ja, schon klar :-) sollte auch kein Vorwurf sein, ich fand den Artikel nur unmöglich, noch dazu nachdem ich den ganzen Tag schon wie seit zwei Wochen vor mich hinwehe und mein Baby mir die rechte Niere abquetscht und mein Mann es heute auch noch mehrfach fertigbrachte, mich zu fragen: "Was hast du denn?"#klatsch

Nein, natürlich sind Geburtsschmerzen keine Folter, Gott sei Dank!!!

Wenn du positive Geburtsberichte lesen möchtest: Ina May Gaskin, "Die selbstbestimmte Geburt" und Martina Eirich / Caroline Oblasser, Luxus Privatgeburt". Die sind realistisch, schön und wirklich aufbauend!

Eine Geburt hat trotz Schmerzen so viele positive Seiten, dass ich auf diese wundervolle Erfahrung verzichten möchte! Ich sage ja, die Männer tun mir leid, weil sie es nicht erleben dürfen! Übrigens auch, weil sie nicht erleben dürfen, unter Schmerzen das eigene Kind zur Welt gebracht zu haben. Und es ist wirklich wichtig, dass man sich darauf einlässt, um es gut aushalten zu können!

LG Esther

Beitrag von estherb 09.03.11 - 19:00 Uhr

niemals verzichten möchte, meine ich natürlich...#klatsch

Beitrag von sizzy 09.03.11 - 17:30 Uhr

Ich habe noch keine Geburt hinter mir, daher auch noch keine Erfahrung. Dennoch muss ich dir zustimmen, dass der Artikel unverschaemt ist.
Klar, jeder hat ein unterschiedliches Schmerzempfinden und eine unterschiedlich hohe Schmerzgrenze, aber trotzdem sollte jeder, ob Mann oder Frau, das Gebaeren eines Kindes als eine grossartige Leistung des weiblichen Koerpers respektieren.

Beitrag von estherb 09.03.11 - 17:53 Uhr

Männern ist oft gar nicht klar, was an Schmerzen schon vor der "richtigen" Geburt (was ist das? die Austreibungsphase?) im weiblichen Körper passiert. Mein Mann hat es doch glatt fertig gebracht, mich während der Geburt unserer großen Tochter zu fragen: "Schreist du so, weil das dazugehört, oder weil es wirklich so weh tut?" Ich war zu beschäftig mit schreien, Wehen veratmen und Konzentration auf die Wehen, um ihm eine runterzuhauen...

Beitrag von puppenclub 09.03.11 - 17:23 Uhr

Ich find es als Gegenstück zu den immer wieder kehrenden Schauergeschichten über die Geburt gut.

Ich denke, in der Mitte wird sich wohl die Wahrheit finden.

#winke

Beitrag von raketemitbaby 09.03.11 - 17:29 Uhr

#kratz das wurde bestimmt von einem Mann verfast oder;-)
Und warum bekommen wir die Babys "wenn ein Mann das doch besser aushalten würde"? ich weiß warum, weil die Männer wärend der Geburt ins Koma kippen würden #rofl#rofl....
Es kippen ja viele Männer im Koma nur vom zusehen....
bin Froh das wir Frauen die kleinen bekommen. Stell mir nur gerade vor wie dann der Pe.... aussehen würde von die Männer AUA#rofl.....

Aber trotzdem ok hab es Mir durch gelesen und schon Schlimmeres lesen müssen,, also Daumen #pro

Beitrag von leae83 09.03.11 - 17:48 Uhr

Hier ist ja ne hitzige Diskussion im Gange.
Eines steht auf jeden Fall außer Frage, wenn man sich auf etwas konzentriert bzw. etwas angstvoll erwartet empfindet man es deutlich stärker.
Das Schmerzempfinden von Männern und Frauen zu vergleichen ist doch unsinnig, da Schmerzempfindung subjektiv ist.
Ich kenne Menschen beider Geschlechter, die sehr sensibel sind und den eigenen Körper stark wahrnehmen und somit auch den Schmerz stark empfinden (können).
Wir Frauen sind aber im Allgemeinen (zum Glück!!!) das Geschlecht mit den feineren Antennen und der Erlaubnis Gefühle zuzulassen.
Ich nehme aus dem Artikel jetzt mal mit, dass ich mich durch Berichte über unerträgliche Geburtsschmerzen nicht verrückt machen lasse und hoffe einfach mal, dass stimmt was viele Frauen sagen: Wenn du dein Baby im Arm hast ist alles vergessen.
Lea mit ? (17. Wo)

Beitrag von susa-1 09.03.11 - 18:42 Uhr

Ich finde es ist ein sehr interessanter Text, ähnliche Aussagen bezüglich Angst wird ja bei der Hypnobirthing Methode auch gefunden. Der Vergleich mit der Spritzenphobie finde ich sehr nachvollziehbar. Es heisst sicher nicht, das eine Geburt ein Spaziergang ist, zudem laufen Geburten ja auch verschieden ab. Angst ist aber sicher nicht förderlich.

Angst bekommt man unweigerlich, wenn man die unzähligen Horrorstorys hört. Es wird ja auch gesagt, dass wenn man das Kind in den Armen hat, alles vergessen sei (welches schlimmen Schmerzen muss ich da vergessen).

Ein weiteres Problem in der heutigen Zeit ist, dass wir alles kontrollieren wollen. Wir haben je länger je mehr Schwierigkeiten uns gehen/treiben zu lassen, was sicherlich auch nicht förderlich ist für eine Geburt.
Daneben kann man sich die Frage stellen, wenn die Geburt so grausam ist, wieso ist die Menschheit dann noch nicht ausgestorben?

Es wird auch gesagt, dass sich die Schmerzen lohnen weil man ja sein Baby in den Armen hält. So nach dem Motto zuerst durch die Hölle gehen und dann erreicht man den Himmel. Also eine zweite Geburt käme dann nie in Frage.

Ich bin jemand der bis jetzt sehr Angst hat vor der Geburt, diese löst sich nun mittlerweile ein wenig. Wir Frauen sind doch nicht so masochistisch, dass wir uns dies eine zweitesmal antuen oder?

Ich möchte niemanden hier zu nahe tretten, wollte Euch einen Teil meiner Gedanken aufzeigen und einen weiteren Diskussionspunkt setzen.

Wenn eine Frau sagt es sei eine schmerzhafte Geburt bei ihr gewessen, dann ist das so. Der Schmerz ist so intensiv wie es die Betroffene sagt.

Aber müssen andere Erfahrungen auf einen selbst zu treffen?

Grüsse
Susa

Beitrag von estherb 09.03.11 - 19:16 Uhr

Liebe Susa,

der Geburtsschmerz bring zwei sehr posituve Dinge mit sich. Erstens wird während der Wehen eine Unmenge an Endorphinen ausgeschüttet. Dadurch hast du ein dickes Paket natürliche Schmerzmittel und Glückshormone im Blut, und ich fand immer schon im Vorfeld meiner ersten Geburt, dass es eine sehr beruhigende Vorstellung ist, wenn die Natur in einem solchen Maße vorsorgt, dass man diese Schmerzen eben auch aushalten kann. Und zum zweiten ist es tatsächlich so, dass man das Ausmaß der Schmerzen wieder vergisst - wahrscheinlich würden sonst tatsächlich viele Frauen kein zweites Kind bekommen...

Ich muss dazu sagen, letzteres war bei mir nicht der Fall (ich hab das nur so von vielen Frauen gehört). Ich habe schon, als ich kurz nach meiner traumhaften Wassergeburt im Bett im Geburtshaus und meine Tochter im Arm hatte, gewusst, dass ich das mindestens noch ein zweites Mal erleben möchte. Und da waren mir die Schmerzen durchaus noch sehr präsent - aber das Erlebnis "Geburt", "ich habe dieses Kind eben auf die Welt gebracht", das Wissen, das aus eigener Kraft geschafft zu haben, ein Kind geboren zu haben, war phänomenal. Und deshalb macht man das auch noch einmal! Es gibt Hebammen, die sogar die Frage stellen, ob viele Frauen vielleicht heutzutage nur noch ein Kind bekommen, weil sie diesen durchaus positiven Geburtsschmerz nicht mehr erleben dürfen (durch Eingriffe, PDAs, KS etc). Das finde ich auch einen sehr interessanten Aspekt.

Natürlich stehen auch richtige Dinge in dem Artikel. Aber die Herangehensweise ist unverschämt, und viele Vergleiche ein absoluter Käse. Wäre wirklich mal interessant, wer den Artikel geschrieben hat, aber im Impressum stehts nicht.

Angst ist ganz schlecht, denn Angst verkrampft, und Angst sollte man versuchen, vorher zu lösen. Mir haben die beiden Bücher über selbstbestimmte Geburten dabei geholfen, die ich oben in meiner Antwort genannt habe (Luxus Privatgeburt und Die selbstbestimmte Geburt).

Noch mal zu den Vergleichen: Zum Beispiel ist der Vergleich mit der Folter völlig hirnverbrannt. Kein Mensch will ja Folter verharmlosen, natürlich ist auch eine Geburt keine Folter! Aber es macht doch alleine schon einen immensen Unterschied, dass unter Folter Menschen bewusst gequält werden. Während meiner Geburt lief hingegen meine Lieblings-CD, ich lag in der warmen gemütlichen Badewanne, es waren beruhigende Aromadüfte in Wasser und Raum verteilt, mein Mann saß neben mir, hielt mir die Hand und stand mir bei, zwei Hebammen, eine Hebammenschülerin und ein Arzt haben mich unterstützt. Welcher Gefolterte wird unter der Folter getröstet? Und bitte, welcher Gefolterte darf am Ende der Folter ein geliebtes kleines Baby im Arm halten? Das sind die Punkte, die den Artikel so dermaßen unmöglich machen. Das Gleiche gilt ja auch für Extremsituationen wie Verletzungen im Krieg. Man kann doch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, beides ist Obst, aber ein Schmerz ist nicht wie der andere.

Liebe Grüße, Esther

Beitrag von fialein84 09.03.11 - 19:24 Uhr

Ich finde das Beispiel mit der Folter gerade gut und sehr treffend gewählt. So hat es mir zunächst vor Augen geführt, welches Ziel doch meine Geburt hat, nämlich mein Baby zu gebären und im Arm zu halten. Das verliere ich nämlich aus Angst vor der Geburt ständig aus den Augen, leider kann ich da nur sagen. Heißt im Klartext, ich haben eben doch ständig Angst vor dem Schmerz, dem Leid und den Verletzungen ohne an andere Dinge zu denken. DABEI ist eben KEINE Folter, obwohl ich manchmal das Gefühl habe, das genau das auf mich zukommt. Ich hoffe dass man das nachvollziehen kann, wie ich das meine.

Ich glaube im übrigen auch, dass diese ganzen Eingriffe in die Geburt durch Wehentropf, Gel, PDA, Schnitte, Saugglocke und co. die oft durchaus wichtig sind die Frau jedoch am meisten traumatisieren.
Ich hoffe im Übrigen auf eine Wassergeburt!


Beitrag von estherb 09.03.11 - 20:00 Uhr

Eine Wassergeburt kann ich auch nur empfehlen.

Und PDA, Wehentropf, Gel, Saugglocke und Schnitte sind viel seltener notwendig als oft kommuniziert wird! Dass das viel traumatisierender ist, glaube ich auch! Und eines das andere bedingt. LG

Beitrag von fialein84 09.03.11 - 19:17 Uhr

Sehr schöner Text, sehr schön geschrieben. Genau so empfinde ich es auch!! Danke!#blume