Tochter, 2,5 Jahre bringt uns oft an Rande unserer Nerven :-(

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von millamaus 09.03.11 - 20:07 Uhr

Guten Abend,

vielleicht habt ihr einen Tip für mich.
Es ist zur Zeit vieles schwierig was den Umgang mit unserer Tochter angeht. Gerade hatten wir wieder die Situation das sie mich gehauen hat und ich ihr natürlich mit klarer Stimme deutlich machen wollte das sie das nicht soll. Sie möchte doch schließlich auch nicht gehauen werden. Ich bekam ein Lachen und noch ein Hauen zurück.
Nun saßen wir ja eigentlich im badezimmer um das leidige Thema Zähne putzen zu erledigen, aber auch da meinte sie wieder den Mund zuzulassen und den kopf wegzudrehen. Auch da haben wir alles mögliche durch...singen, spaßen usw...Zettel im bad aufgehängt, wo Kinder drauf sind die sich auch die zähne ect.putzen.
Manchmal klappt es, meistens endet es im Ärger..
Ich habe das Gefühl, dass mich mein eigenes Kind "auf den Arm nimmt", und weiß nicht mehr wie ich mit umgehen soll.
Nach der zuletzt genannten situation habe ich ich sofort ins bett gebracht und ihr noch mal deutlich erklärt das das so nicht geht.
Generell ist das Thema "Hören" zur Zeit sehr schwierig...
Bei der Tagesmama klappt übrigens alles reibungslos...was mich natürlich noch missmutiger stimmt.
Ich will einerseits nicht ja und amen zu allem sagen was mein Kind tut, und nicht schreien wie eine Furie. Ich oder wir probieren von Anfang an ein Mittelding, und erheben schon mal die Stimme wenn es z.B. mit dem Zähne putzen nach dem 5. ermahnen nicht funktioniert..

Oh man :-(

Lg Milla

Beitrag von harveypet 09.03.11 - 20:28 Uhr

Kinder brauchen Klare Ansagen und Konsequenz! Meine wissen von Klein auf: Papa sagt etwas 2 Mal beim dritten Mal schlägt der Blitz ein. Kein Zähneputzen-2 Ansagen und beim dritten Mal halte ich den Zwerg fest und putze selbst. Sie/er schlägt mich? Hände festhalten und zwar länger als 10 Sekunden. etc.

Beitrag von zahnweh 09.03.11 - 21:41 Uhr

Hallo,

beim Hauen habe ich meiner immer die Hände festgehalten, Blickkontakt hergestellt und DANN geredet. So lange sie mir nicht in die Augen schaut, ist sie nicht aufnahmefähig. Also liebevoll festhalten, warten und dann erst reden. (das kann einige Minuten dauern, so lange tief durchatmen).

dass sie lacht ist ein natürlicher Reflex. Ist ein Gegenüber wütend oder gereizt, fangen die meisten Menschen reflexartig an zu grinsen. Nicht weil sie es wollen, sondern weil es die Natur ihnen mitgegeben hat. Der Grund: Lachen steckt an!!!
Durch das vermeintliche Grinsen, soll das Gegenüber dazu gebracht werden mitzulachen. Das stimmt sanft und mildert die Wut ;-)

Da das einige Erwachsene aber auf die Palme bringt, habe ich mir diesen Reflex im Erwachsenenalter mühsam abgewöhnt. Mit dem Bewusstsein, dass es andere noch mehr ärgert.

Wenn meine Madam mich angrinst, mache ich es meistens so: kurz zurückgrinsen (dann merkt sie, dass ich sie verstanden habe), kurze Pause, ERNSTES Gesicht, BLICKKONTAKT (ohne den geht nix) und dann erst reden.

Mit Worten alleine kam ich lange Zeit nicht an.
Stell dir vor, dein Chef erklärt dir, was du falsch gemacht hast. in einer Fremdsprache. Du spürst an seiner ganzen Haltung, dass er sauer/enttäuscht etc. aber du verstehst die Sprache nicht.

So ähnlich geht es deinem Kind. Sie hört, was du sagst, aber begreifen kann sie deine Sprache/Worte noch nicht voll. Einzelene Wörter wird sie wieder erkennen. Daher ist deine ganze Haltung, Mimik und eben auch Körperkontakt wichtig.


Nimm es nicht persönlich! Sondern hilf ihr dabei die Gefühlswelt zu entdecken und Grenzen zu BEgreifen.

#sonne Ein gutes Buch über die Entwicklung der Kinder, wie sie denken, fühlen und warum sie sich verhalten wie sie es tun
"die ersten fünf Jahre im Leben eines Kindes"

Es gibt Einblicke, wie Kinder denken und fühlen und wie sie es in welchen Entwicklungsabschnitten tun.
Denn wir Großen können versuchen so zu denken wie unser Kind. Unser Kind kann noch lange nicht so denken wie wir (Entwicklungen/Erfahrungen müssen sie dazu erst noch machen, die wir ihnen aus unserer gewohnen Sicht leider oft voraussetzen)

Beitrag von snuffle 10.03.11 - 13:27 Uhr

Das Buch hab ich auch und es hat mir in vielen Situationen schon so sehr geholfen.#pro

Beitrag von snuffle 10.03.11 - 13:34 Uhr

Beim Zähneputzen gehen wir auf"Monsterjagt".

Meine Tochter hat zum Geburtstag ein Buch bekommen.

http://www.amazon.de/Mein-erstes-Zahnputzbuch-Frauke-Nahrgang/dp/3473324620/ref=sr_1_10?ie=UTF8&qid=1299760142&sr=8-10

Seid dem funktioniert es prima. Erst putze ich die "grossen" Monster weg und meine Maus dann alleine die "kleinen".

Kinder in dem alter sind schon sehr verständig. Bei meiner Tochter merke ich immer mehr, je besser ich ihr alles versuche zu erklären, desto besser klappt es auch.

Du musst deinem Kind auch zu verstehen geben, dass du sie verstehst. Sie darf auch mal schlecht drauf sein.

Meine Tochter muss aber auch in extremen Situationen in ihr Zimmer und da bleiben bis sie sich wieder beruhigt hat. Wenn sie nicht alleine geht, dann bring ich sie.

Es gibt viele Bücher, die wirklich hilfreich sind. Erkundige dich da mal.

LG

Beitrag von tessy25 23.03.11 - 21:16 Uhr

Hallo Milla,

versuche, alles störende Verhalten zu igorieren. Du könntest sagen, ich will nicht gehauen werden, das tut mir weh, deshalb gehst du aus dem Zimmer. Ohne viel Aufhebens, ohne bösem Gesichtsausdruck. Jedes Verhalten, dass du begrüßt, solltest du Lobend erwähnen. "Unglaublich, wie schön du schon mit der Gabel essen kannst, da ist ja fast nichts daneben gegaben." "Oh, alleine Schuhe angezogen? Du bist ja schon richtig groß" "Das klingt ja schön, toll das du dir so ein schönes Lied gesungen hast, kannst du mir das beibringen?"....

So wird sie ihre Aufmerksamkeit bei Dingen bekommen, die es wert sind und muss sich nicht um negative Aufmerksamkeit bemühen.

Übringens gibt es Dinge, die müssen gemacht werden! ENde! Ohne Trallala und Firlefanz! Zähneputzen, Toilette gehen/Windeln wechseln, etc.
Ein Kind in dem Alter kann nicht abschätzen, was passiert, wenn man es einfach sein lässt. Diese wichtigen Dinge haben gemacht zu werden. Mit entsprechendem Tonfall und Übung wird es dir gelingen.
Lass es Routine werden. Austehen, Toilettengang, Frühstück, Zähneputzen, Anziehen. Was, du willst keien Zähne putzen, das kannst du dir nicht aussuchen, das wird gemacht. Keine negative Bestärkung mit Bildchen und großem Tamtam. Abends gibt es nach dem Zähneputzen eine Geschichte. Wer zu lange braucht, bis die Zähne sauber sind, kann halt keine Geschichte mehr hören.

Gute Nerven und viel Erfolg

Tess