Chaos im Kindergarten, was können wir als Eltern tun???

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von kaffetante 09.03.11 - 20:55 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich erlaube mir mal den Thread hier in diese Rubrik zu setzen, da hier ja auch "Fachpersonal" unterwegs ist.

Bin gerade total verzweifelt - bei uns im KIGA herrschen Zustände, dass ist für uns als Eltern nicht mehr tragbar. Das Ganze zieht sich schon fast über zwei Jahre aber jetzt scheint es zu eskalieren....

Wir sind eigentlich eie tolle Einrichtung, eine Eingruppige mit 27 Kindern, ein tolles Haus mit einem schönen Grundstück und auch lieben Erziehern. Das Problem ist, dass es kein ordentliches Konezpt gibt. Die Kinder dürfen fast den ganzen Tag frei spielen und dementsprechend langweilig ist den Kindern auch. Mein Sohn kann sich recht gut alleine beschäftigen, wie einige andere Kinder halt auch. So hat es sich eingebürgert, dass diese Kindern so ein bisschen hinten rüberfallen, da sie ja nicht "bespasst" werden müssen....

Soweit auch alles ok. Nun haben sie seit dem Sommer drei richtige "Problemkinder" im KIGA, die die Erzieher richtig fordern. Das Problem: sie sind den ganzen Tag nur damit beschäftigt besagte Kinder in den Griff zu bekommen. Der Rest schaut zu. Natürlich kommen die Erzieher an die Grenzen und mir tun sie auch unendlich leid, aber das ist doch Fachpersonal, die müssen doch Mittel und Wege haben....

Seit einem Monat läuft es völlig aus dem Ruder. Da 2,5 Erzieherinnen wohl nach dem KIBIZ zuviel sind, wurde auf 2 gekürzt. Nun sind diese aber mit der Situation dermaßen überfordert, dass nur noch Chaos herrscht und der Rest der Gruppe auch noch anfängt durch zu drehen. Gestern hat mein Sohn eine andacht bekommen, weil er sich beim Spaziergang im Busch versteckt hat. Da habe ich ihn auf den Schoss genommen und mit ihm gesprochen, dass das so nicht geht, da kommt ein Kind von diesen an und spuckt mich an #schock.

Nun hat eine der verbliebenen Erzieherinnen sich einen Krankenschein geholt und die Letzte steht mit ihren 63 Jahren alleine da. Es wird sicher jemand kommen, zur Vertretung - aber so kann das doch nicht gehen.

Ich bin berufstätig, ich würde ihn sonst aus dem KIGA lassen, bis sich die Situation entspannt, denn meiner fängt auch schon an "handgreiflich" zu werden, weil keiner mehr in der Lage ist, die Kinder zu schützen. Mich k..... (sorry) das dermaßen an....

Was können wir als Eltern tun? Wir möchten den Erziehern gerne den Rücken stärken, aber ich sehe nicht ein, dass die anderen Kinder nur noch verwahrt werden und auch noch zu Mitteln greifen, die mir nicht liegen, nur um sich selbst zu schützen....

LG

Beitrag von scura 09.03.11 - 21:09 Uhr

Ich würde versuchen, erstmal Eltern mit einzubeziehen. (Der Betreuungsschlüssel ist eh schon heftig) Das klappt natürlich nur, wenn es Eltern gibt die Zeit haben. Die machen dann einmal die Woche Vorlesetag, oder Bewegungsgruppe o.ä. mit einer bestimmten Anzahl der Kinder. Das kann man dann mehrmals die Woche wiederholen und entzerrt die grosse Gruppe ein bißchen. (ähnlich wie in Elterninitiativen)
Man könnte sich natürlich auch solche Angebote von externen Einrichtungen wie z.B. Musikschulen holen. Das kostet allerdings Geld.

Vielleicht ist es auch sinnvoll einen Förderverein zu gründen, der den Kindergarten mit evtl. pädagogischen Kräften unterstützt.

Beitrag von kaffetante 09.03.11 - 21:23 Uhr

Danke, dass sind ja tolle Ideen....mit den externen Kräften ist nicht erlaubt, da ein städtischer KIGA.

Wie das mit der Fördervereinssache ist, weiß ich nicht, dass verfolge ich mal, zufällig bin ich im Vorstand #schein.

Habe eben schon mit meinem Mann gesprochen, wenn wir uns zu 6 zusammen tun würden, könnten wir uns von unserem Beiträgen eine eigene Erzieherin leisten #schock.

Danke Dir...

Beitrag von asimbonanga 09.03.11 - 22:46 Uhr

Hallo,
wer hat denn die Fachaufsicht? Das Jugendamt ?Wer ist der Träger?
Den würde ich umgehend informieren und um sofortige Abhilfe bitten-mit oder ohne die Unterschriften der anderen Eltern.

L.G.

Beitrag von kaffetante 10.03.11 - 06:48 Uhr

Die Stadt ist der Träger - also das Jugendamt. Die binden uns ja auch ein bisschen die Hände, da dort nichts ohne deren Erlaubnis passieren darf. Sprich, ein Projekt, z.B. ein Waldprojekt oder eine Theatergruppe, die das ganze über Wochen ein bisschen entzerren könnte.

Beschweren, wie würdest Du das angehen - man "haut" ja Erzieher und Kinder quasi in die Pfanne.

Beitrag von asimbonanga 10.03.11 - 10:03 Uhr

<<<Beschweren, wie würdest Du das angehen - man "haut" ja Erzieher und Kinder quasi in die Pfanne. <<<

Das sehe ich anders.
Wenn es nicht rund läuft oder wenn ich den Eindruck habe die Erzieherinnen sind überfordert, habe ich auch schon bei der Fachaufsicht angerufen.
In einem Kindergarten hatten die Erzieherinnen die Angewohnheit in Gruppen zusammen zustehen, dadurch waren große Areale der Außenanlage nicht beaufsichtigt, eine Garten Tür nicht abgeschlossen. Eines Morgens -verließen zwei Vierjährige unbemerkt den Kiga und wurden im Ort von einer Frau aufgesammelt.( Einer davon war mein Sohn )
Da gab es klare Ansagen für das Personal und das Tor wurde mit einem Schloss versehen und künftig abgeschlossen.
Ein andermal kam es gehäuft zu Unfällen-----Stühle wurden sich über den Kopf gezogen u.s.w. ein Gespräch mit der Aufsicht brachte auch hier Abhilfe.
Letztendlich ist es nicht Aufgabe der Eltern für Aktivitäten zu sorgen, der Personalschlüssel stimmt in deinem Fall nicht, die Erzieherin ist allein und überfordert.

Beitrag von angelinchen 09.03.11 - 22:58 Uhr

Hallo
kann dir leider bei deinem Problem nicht wirklich helfen, habe aber mal eine Frage.
Woher weisst du diese Dinge denn alle? Also, dass sich nur um die 3 Kinder gekümmert wird und der Rest der Gruppe den ganzen Tag nix macht...Und warst du auf dem Ausflug dabei?

Was tun denn die Erzieherinnen gegen die besagten schlimmen Kinder? und warum wird denn der Betreuungsschlüssel runter gesetzt, das versteh ich gar nicht. Bei uns heisst es, auf 12 Kinder MUSS mind. 1 Erzieherin kommen. Das heisst, 2 Erzieherinnen für max. 24 Kinder...

Hm, ich wär in dem Kiga auch nicht glücklich! Aber dass es aus dem Ruder läuft, liegt sicher nicht hauptsächlich an den 3 Kindern, die neu dazu gekommen sind. Vll. reagieren die auch "nur" auf das (lt dir) fehlende Angebot im Kiga...

Ich wünsch euch alles Gute
Anja

Beitrag von kaffetante 10.03.11 - 06:44 Uhr

Hallo,

die Dinge sind offensichtlich.

Es vergeht nicht ein Tag, in dem in der Abholzeit nicht eines der Kinder eine "Strafe" absitzt. Es vergeht kaum ein Tag, an welchem mein Sohn oder einer seiner Freundinnen oder Freunde nicht einen "Schaden" aus "Gewalt" davon getragen hat. Dazu hat mein Sohn sich nun entschieden, mit diesen Kindern befreundet zu sein, da es ja dann viel besser wäre, denn dann würden sie ihn in Ruhe lassen. Er ist nicht das Einzige Kind, dass sich so entscheidet, das heißt, das Chaos nimmt seinen Lauf, da sie nun auch noch applaudierendes Publikum haben. Dazu kommt, dass wir Eltern oft aushelfen, was notwendig ist, aber für diese Kinder nicht gerade förderlich - ich weiß aus eigener Erfahrung, wie Phasen der Kinder von einem ganzen Dorf "bewertet" werden.

UND Du hast Recht - dass diese Kinder so sind wie sie sind liegt sicher auch in fehlendem Angebot und natürlich auch in einem riesigen Altersgefälle. Aber ich würde auch nicht sagen, dass zum jetzigen Zeitpunkt mehr Struktur die Lösung wäre, denn dazu ist es zu eingefahren und die Erzieher sind am Ende.

Ob und wie sie mit den betreffenden Eltern sprechen, weiß ich nicht, aber wenn meiner was ausgefressen hat, erfahre ich das in der Regel immer, so dass ich mir schon vorstellen kann, dass dort gehandelt wird.

LG



Beitrag von marina74 11.03.11 - 10:24 Uhr

Was da hilft? Gar nix mehr!
Kind sofort da rausnehmen, koste es was es wolle und satten Beschwerdebrief an die zuständige Behörde schreiben!

Kinder den ganzen Tag machen lassen... klar...
Was ist das? Eine Montessori-Einrichtung?
Manche Kinder wie deines können sich eben dank guter Erziehung auch außer Haus angemessen verhalten, andere Eltern überlassen die Erziehung (immer mehr) dem Kiga, der Kita oder der Schule und wundern sich dann wenn es Probleme gibt (wenn sie sie überhaupt wahrhaben wollen), Hauptsache sie können weiterhin die "Freunde" ihrer Kinder bleiben...
Wie anders kann man sich erklären, dass einem ein Kind ins Gesicht spuckt?!



Beitrag von kaffetante 11.03.11 - 12:32 Uhr

Harte klare Worte, Danke dafür.

Telefoniere mir schon die Finger wund, damit wenigstens der Kleine ne vernünftige Betreuung erhält. Für den Großen sehe ich kaum Chancen, den kann ich als Kann-Kind aber "notfalls" zur Schule schicken - aber wie denn, wenn er keine Strukturen kennt? Die kennt er nur von zu Hause, ich weiß nicht, ob das reicht.

Habe gerade mit einer Bekannten gesprochen, die aus diesem Grund den Kiga gewechselt hat, sie meinte, das wäre die beste Entscheidung gewesen, die sie treffen konnte, auch wenn es dem Kind schwerfiel.

LG

Beitrag von marina74 11.03.11 - 13:02 Uhr

Ob dein Kind schulreif ist, hängt von der Beurteilung bei der Einschulung ab.
Die Kita wird da wohl kaum eine realistische Einschätzung abgeben können...
Ich wünsche dir jedenfalls viel Glück, dass du eine gute Lösung findest und vergiss den Beschwerdebrief nicht!

Beitrag von kaffetante 11.03.11 - 19:25 Uhr

Die Schule hält ihn für schulreif, aber die kennen ihn ja auch nur eine Stunde...Ich denke er ist noch nicht soweit. Leider konnte ich heute nur für den Kleinen Erfolge verbuchen. Zwei Kindergärten, die sehr gut sind würden ihn - allerdings erst 2012- nehmen.

Für den Großen sieht es schlecht aus....

Beitrag von juiciest 14.03.11 - 10:08 Uhr

Du meinst nich zufällig die Kita in Dresden auf der Roquettestraße??

Was Du beschreibst klingt genau nach dem Kindergarten meiner Tochter.

Als mal nicht genügend Erzieher da waren haben sie einfach die Küchenfrau hochegholt um die Kinder zu betreuen #schock ...

Und dann wird bei uns auch einfach das Konzept umgeworfen.

Kein schwimmen mehr
kein Englisch mehr... keine Musikschule mehr ..
passt angeblich nicht ins neue Konzept.

ich wundere mich seit Wochen warum mein Kind immer so müde und unausgeglichen ist.. da erfahre ich das die Kinder jetzt gefragt werden ob sie gern Mittagsschlaf machn wollen...

Meine Tochter ist 3 und sagt natürlich nicht freiwillig.. ja ich möchte jetzt gern schlafen.. unmöglich sowas :-[