Ich kann / will bald nimmer

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von tjaja....... 10.03.11 - 02:42 Uhr

Hallo

ansich würde ich mich als ziemlich tolerant bezeichnen,was den Lebensstil meines Mannes angeht,aber irgendwie kann ich langsam nicht mehr.

Wir sind Mitte 30, haben 2 Kinder und seit 10 Jahren ein Eigenheim.
Stehen beide beruflich gut da ( Beamter u. öffentlicher Dienst), dennoch sind wir dank unseres lebhaften Umfeldes allen Vorurteilen zum Trotz noch spontan ,lustig und locker geblieben.

Und hier beginnt auch schon das Problem. Mein Mann hat alle Freiheiten der Welt , geht häufiger mit Kumpels weg, hat sich seinen Traum von Motorrad erfüllt ,hat eine eigene kleine Garage undweit von unserem Haus ( 5 Minuten ),die liebevoll manngerecht eingerichtet wurde. Dort finden regelmäßig kleine Pokerabende statt und auch so geht er häufiger hin, um sich dort mit Kumpels zu treffen und zu klönen,natürlich bei Bier und (sehr)lauter Musik.
Generell soll er das machen,hab nix dagegen, aber es nimmt überhand.
Er kam ebend wieder erst gegen 2 uhr ( unter der Woche, ziemlich angetrunken ) nach hause. Er ist 1- 2 Abende in der Woche dort.

Wenn ich was sage, komm ich mir schon richtig dämlich vor.

Er versackt häufiger mal, auch bei Nachbars,wo er nur mal ebend was abgeben wollte.....

Das schlimme an der Sache : er bemängelt die angeblich mangelnde
Freiheit.
Er ist ständig unterwegs, da wir in Berlin leben hat er alle Möglichkeiten der Welt, die er auch nutzt.

Ich hocke jeden Abend schön brav zu hause, bring die Kinder ins Bett etc.
Er hat nichts dagegen,wenn ich weggehen würde, aber wie es nun mal unter Frauen so ist, hält einem ja auch das Pflichtbewusstsein den Kindern gegenüber davon ab, derart über die Stränge zu schlagen.

Klar trifft man sich mal : auf einen gemütlichen DVD Abend bis 23 Uhr oder geht ins Kino und dann aber schnell nach hause.

Er nutzt es immer aus,wo er nur kann. Und fragt dann, wo eigentlich mein Problem liegt ??!!!

Ich kann bald nicht mehr, wir sind über 15 Jahre zusammen, aber so wollte ich es nie haben.

Für die Kinder wird es schon blöd, die fragen schon immer,wo er denn ist.

Die Große bekommt das schon voll mit ( 12 Jahre ), hab ihm auch gesagt, dass er diesbezüglich kein gutes Vorbild ist. Aber das sieht er anders....

Tja, was machen ? Gerdet haben wir schon Millionenfach drüber, er siehts dann ein,will sich bessern und nach wenigen Tagen geht´s wieder von vorn los.

tjaja.........

da es halb Nachts um halb 3 ist,bitte ich von Rechtschreibfehlern abzusehen :-)

Beitrag von stormkite 10.03.11 - 07:20 Uhr

Hm,

ich würde mal sagen - du hast ihn mehr oder weniger von Verantwortung entbunden, so das er eben gar nicht sieht, das er Verantwortung hat.

Und möglicherweise (wenn das Ältere 12 ist, ist das zweite vielleicht nicht noch ganz klein?) machst und tust du mehr, als unbedingt sein muss. Meine Kinder mussten mit 10 und 12 häufiger ganz alleine zuhause bleiben - alleinerziehend, und ich hab hin und wieder an der Abendschule unterrichtet.

Um den aus der "Routine" zu reißen, braucht es mehr, als nur eine Festansprache.

Aber was? Ideal wäre es, wenn du 2-3 Monate komplett weg wärst. Gibt es keine Berufliche Fortbildung, oder einen wichtigen Ausseneinsatz, die dich für ein paar Wochen oder Monate von zuhause fort bringen? Da würde dann nämlich schnell klar, wie viel du trägst, und er müsste ein neues Arrangement mit den Kindern finden. Wenn du dann wieder kommst, wäre die optimale Zeit für ein Gespräch.
Ansonsten bleibt fast nur die "Trennung auf Probe" - damit kann man aber leicht mehr kaputtmachen als Positves rumkommt - da geht viel Vertrauen den Bach runter.

--------

Zum Anderen: WAS genau möchtest DU / IHR denn haben vom Leben? Klar, dein Mann soll sich mehr einbringen. Aber das kann ja nicht alles sein, oder? Euch gehts gut, ihr habt alles, was ihr wolltet - aber was - außer der Routine-Kram - hält euch zusammen? Was begeistert euch zusammen?

Was möchtest du erleben MIT deinem Mann, außer träge Sofaabende? Dein Mann fühlt sich eingesprerrt - und ihr seid das auch - in einem goldenem Käfig der Bequemlichkeit und der Routine. Pokerabende mit Freunden dämpfen vielleicht das Gefühl, aber weg geht es davon nicht.

Von daher ist der Rückzug deines Mannes vielleicht ein deutlicher Hinweis, das es an Abenteuer und Herausforderung fehlt: Gemeinsam Selbständig machen? Entwicklungshelfer in Afrika werden? Expedition auf den K2 in Badehose? Sich für ein soziales Projekt engagieren? Mit Marathonlaufen anfangen?

Egal, irgendwas, das Sinnstiftend in eurem Leben ist ...

Kite

Beitrag von flogginmolly 10.03.11 - 07:27 Uhr

Hu hu,

es klingt so als hätte er sich nie an die Verantwortung Vater und Ehemann zu sein gewöhnen müssen. Du hast ihn sein ''Junggesellen'' Leben einfach weiter leben lassen.
Das hat nichts mit Jung geblieben oder so zu tun, sondern mit mangelndem Interesse an dir und den Kindern.
Warum sollte er den unbequemen Weg gehen jetzt plötzlich Papa und Ehemann zu sein, mit allen Konsequenzen wenn er merkt dass er doch machen kann was er will?
Klar braucht man Freiheiten und eigene Interessen, auch wenn man verheiratet ist und Kinder hat, aber eher als Ausgleich zu Job und Familienleben, nicht als Lebensinhalt. Was dein Mann da macht ist ein Singelleben zu führen. Es geht halt nicht wenn man Kinder hat und verheiratet ist, dass man nur das macht wonach einem halt ist, man hat eine Verantwortung den Kindern gegenüber und aus Respekt vor dem Partner sollte man schon etwas versuchen ein Gleichgewicht zwischen Hobby und Familie zu schaffen.
Aber du hast es ihm ja eingestanden, euch links liegen zu lassen. Es hat nicht damit zu tun eine Tyrannischer Hausdrache zu sein von seinem Partner zu erwarten, dass er da ist, aber nach so langer Zeit wird das schwer. Ich glaube reden bringt da nicht mehr viel.

LG

Beitrag von barebottom 10.03.11 - 10:01 Uhr


Hey du,

er lebt einfach weiter als wäre er noch 20. #kratz

Verantwortung übernimmt er scheinbar nur auf der Arbeit, zu Hause nimmst du ihm alles ab und er verkrümelt sich.

Wenn ihr schon millionenfach drüber gesprochen habt und es sich nichts geändert hat, kann ich mir nicht vorstellen das es was bringt nochmal drüber zu reden. Er kann und will sein Verhalten scheinbar nicht ändern.

Warum drehst du den Spieß nicht mal um??
Bleibst einfach auch mal bis 2h weg und kommst "angetrunken" nach Hause.
Auch wenn es sonst nicht deine Art ist, dann musst du halt über deinen Schatten springen.

Was würde er denn dazu sagen?

LG #blume

Beitrag von witch71 10.03.11 - 13:58 Uhr

Fang mal ein Gespräch darüber an, dass Du Dir gerne dieses und jene Hobby zulegen würdest und dann auch so häufig von zu Hause weg wärest, wie er. Diskutiere dann mal ernsthaft darüber, wie er Dir das von seiner Sicht aus möglich machen würde, schliesslich würden sich dann ja zum Teil die Rollen vertauschen und er müsste öfter mal auf die Kinder aufpassen.

Ich glaube, diese Diskussion wird Dir ordentlich die Augen öffnen, wie er das Ganze sieht und welche Probleme Ihr wirklich habt..