Was kann ich gegen Mobbing tun (Sohn 11 J)?

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von madmat 10.03.11 - 06:01 Uhr

Hi,

es geht um meinen 11-jährigen Sohn. Er geht seit letzten Sommer in die weiterführende Schule.
Schon am Anfang berichtete er von kleineren Prügeleien und Beleidigungen. Da habe ich noch gedacht, die Kinder müssen eben ihren Platz finden und wollen sich behaupten.
Vor 2 Monaten etwa hat mich seine Klassenlehrerin zu einem Elterngespräch geladen, da er (ihrer Ansicht nach) andere Kinder provoziere.
Ich hatte vorher ein Gespräch mit meinem Sohn, und eigentlich kann ich mich auf mein Gefühl verlassen, ob er die Wahrheit sagt, oder nicht. Er erklärte mir, daß er sich und seine Familie nicht beleidigen lassen möchte und daher nur auf Beleidigungen "entsprechend" reagiert.
Wir haben ihn gebeten, den unteren Weg zu gehen. "Geh weg, wenn dich jemand beleidigt!"
Die Lehrerin schilderte Situationen genau anders herum.

Letzte Woche Donnerstag gab es eine heftige Schlägerei. Unser Sohn wurde auf einer längeren Treppe immer wieder geschubst, konnte isch aber halten. Die ltzten 3-4 Stufen fiel er. Rappelte sich auf. Der andere Junge (2 Jahre älter als unser Sohn) schlug ihn, woraufin M ihm die Mütze vom Kopf schlug. Der andere Schüler stieß unseren Sohn dann zu Boden, trat auf ihn ein, stieß seinen Kopf immer wieder zu Boden. Die Prügelei endete erst, als eine Lehrerin kam.
Unser Sohn verharmloste die ganze Situation gegenüber den Lehrern und auch hier zu Hause. So hielten wir es nicht für nöig, einzugreifen.
Vorgestern traf mein Sohn einen Bekannten. Ihm wurde von 2 Jungen von der Prügelei berichtet, sie waren geschockt wegen der Brutalität.

Am selben Abend telefonierte ich mit der Mutter. Sie berichtete mir, wie es Martin durch Beobachtungen ihrer Söhne gehen würde. Es wird in den großen Pausen regelrecht Hetz auf ihn gemacht. Er braucht nur die Pausenhöfe zu betreten, schon hat man ihm im Auge und würde ihn beleidigen und prügeln.

Wir waren durch die Erzählungen schier geschockt! Also riefen wir auch noch die Klassenlehrerin an. Ihr Wortlaut: "Was soll ich denn da machen? Wie stellen sie sich das vor? Der Fall liegt nicht auf meinem Schreibtisch. Das behandelt ein anderer Kollege!"
Mein Man spach die Aufsichtspflicht an. Es gibt natürlich auf jedem Hof eine Aufsicht! (Wie kann dann so eine Hetzjagd gemacht werden?)

Gestern wurde er wieder von zwei Schülern seiner Klasse "vermöbelt".

Letzte Woche bekamen wir einen Elternbrief. Er würde in der Gruppenarbeit nicht mitarbeiten. Das ist eigentlich seltsam, da er sich auf das Thema vorbereitet hat. Er Schilderte: Ein Mädchen seiner Gruppe sagte ihm, seine Schrift sei zu häßlich. Er soll jetzt einfach irgendwas machen! Wer läßt sich das zweimal sagen? Also las er und malte mit seinem Zirkel! Nach dem Unterricht ging das Mädchen zur Lehrerin, und sagte, M. hätte nichtgeholfen, sie wären deswegen nicht fertig geworden!:-[

Soll ich jetzt mit jedem Fall zur Klassenlehrerin gehen? Welche Möglichkeiten gibt es?
Diese Schule hat nicht den besten Ruf. (einen Selbstmordfall gab es)
Ich habe mich an den 2 nächstgelegenen Gesamtschulen kundig gemacht, ob noch Plätze frei wären. Anmeldungen erst für Klasse 7 möglich!!! Also noch 1 1/2 Jahre durchhalten?

Wir führen jetzt ein Tagebuch, in welches jeder Vorfall in der Schule dokumentiert wird.
Bleiben uns Möglichkeiten, durchzugreifen?

LG und Danke!

Beitrag von soulcat1 10.03.11 - 09:38 Uhr

Hallo! #winke

Hat Eure Schule einen Sozialarbeiter???

Erster Weg: spreche mit dem/r Lehrer/in

Zweiter Weg: frag nach dem Schulsozialarbeiter!!

Die sind GENAU für solche Fälle da!!!!!!

Und stärke Deinem Sohn den Rücken in dem Du ihm zeigst, dass Du IMMER für ihn da bist, er ALLES mit Dir bereden soll, damit Du ihm helfen kannst.

Und zögere nicht - da MUSST schnell tätig werden.

ALLES GUTE!

Petra & Joelina 7 (die in der Grundschule auch schon fiese Fälle mitbekommen haben...)

Beitrag von madmat 10.03.11 - 10:51 Uhr

Hallo,

nein, unsere Schule hat keinen Sozialarbeiter!

Mit der Lehrerin haben wir schon mehr als einmal gesprochen.

"Was stellen sie sich denn vor? Was soll ich machen?"

Wir stärken unseren Sohn, und er weiß, daß er uns immer alles erzählen kann. Neigt in diesem Fall aber eher zu Untertreibungen.

LG und Danke!

Beitrag von soulcat1 10.03.11 - 13:21 Uhr

Na prima. Tolle Schule. Tolle Lehrerin. :-[

Und die nächste Instanz? Also den Rektor/die Rektorin?

Lass Dich nicht abwimmeln!

Und wenn Du die Auskünfte über die Eltern der anderen einholst - tu alles, was nur irgendwie möglich ist!

Sauerrei.

Beitrag von kawatina 10.03.11 - 11:44 Uhr

Hallo,

die Lehrerin hat deinem Sohn gegenüber eine Fürsorgepflicht.
Die Schule ist kein rechtsfreier Raum.
Wenn sie nicht tätig werden möchte, wendest du dich an den Rektor/Rektorin.

Es geht nicht an, das dein Sohn über den Schulhof gehetzt wird, weil manche Kinder deutliche Erziehungsdefizite aufweisen!

Bekommst du auch dort keine Hilfe, wäre das Schulamt die nächste Anlaufstelle - gegen Lehrer kann man auch Aufsichtsbeschwerden einreichen!
Es gibt schließlich Ordnungsmaßnahmen, die man in Anwendung bringen kann...bis hin zum Schulverweis!

Außerdem solltest du jeden Übergriff gegen deinen Sohn zur Anzeige bringen - egal wie alt der Täter ist.

Du mußt dich halt regen und richtig schön unbequem werden....im Interesse deines Kindes.
Wenn nicht du - wer dann?

LG
tina

Beitrag von madmat 10.03.11 - 12:24 Uhr

Hallo Tina,

auch Dir herzlichen Dank für Deine Antwort!

Ich werde auf jeden Fall auch mit der Rektorin ein Gespräch führen, da sich die Lehrerin leider außerstande sieht, etwas zu tun. Strafarbeiten für andere Kinder sind bislang nicht erfolggekrönt :-(

Wo fängt Übergriff für Dich an?
Ich glaube,.. ich würde dann ständig mit ihm bei der Polizei sitzen, da fast täglich irgendetwas vorfällt. Mal ist es nur eine Rangelei, mal wird er zu Boden gestoßen und getreten!
Ich möchte ja Ruhe für meinen Sohn erlangen und nicht noch mehr Ärger. Ich bin keine Rabenmutter, aber ich möchte nicht, daß wir eher noch mehr Konflikte heraufbeschwören.

LG und Danke

madmat

Beitrag von kawatina 10.03.11 - 15:27 Uhr

Hallo,

wie lange willst du denn warten?
Meine Tochter wurde wegen einem einmaligen Vorfall zweimal operiert.

Und damit das nie wieder vorkommt, habe ich direkt klar gemacht, das das in Zukunft zu unterbleiben hat.#schein...seitdem wechseln die vier Kerle (heute erwachsen) immer noch die Straßenseite, wenn sie mich nur von Weitem erblicken:-)

Die Jungen üben Macht aus über deinen Sohn und fühlen sich gottgleich - warum sollten sie das von allein beenden?

Lies dich doch mal durch die Schülermobbingforen. Das wird nicht besser, wenn man untätig bleibt.

Beitrag von soulcat1 10.03.11 - 13:22 Uhr

RICHTIG!!! #pro

Beitrag von manavgat 10.03.11 - 11:46 Uhr

zielführend ist:

Strafanzeige bei der Polizei wegen Körperverletzung. Dann wird bei den anderen Jungen - da noch nicht strafmündig - das Jugendamt eingeschaltet und man wird sich in der Schule wohl endlich mit dem Problem befassen!

Außerdem würde ich die Schule schriftlich mit Einschreiben dazu auffordern, dafür zu sorgen, dass Euer Sohn unversehrt bleibt - in der Schule und auf dem Weg dahin/nach Hause!

Gruß

Manavgat

Beitrag von madmat 10.03.11 - 12:18 Uhr

Hallo Manavgat,

du hast mir schon bei vielen Dingen geholfen.

Ist es nicht "zu doll", Strafanzeige zu stellen?

Ich möchte nicht als Rabenmutter dastehen, und werde das sicher beim nächsten Mal tun. Ich frage mich nur, ob diese Reaktion nicht überzogen wäre. Verstehst Du, wie ich das meine?

Wo fängt Prügelei an?

Erst gestern war es wieder soweit. Zwei beteiligte Jungen, die meinen Sohn vorher beleidigten, er wehrte sich verbal. Später dann wurde er zu Boden gestoßen und von einem anderen Jungen getreten.

Ich möchte durch eine eventuelle Anzeige ja Ruhe für meinen Sohn erlangen und nicht noch mehr Probleme für ihn...

Liebe Grüße

madlen

Beitrag von manavgat 10.03.11 - 12:51 Uhr

Körperverletzung ist eine Straftat und muss geandet werden. Unsere Gesetzgebung passt die Reaktion dann dem Alter der Täter an. Insofern musst Du Dir keine Gedanken machen, ob das zu "doll" ist oder nicht.

Ersatzweise kannst Du warten, bis Dein Sohn eine Behinderung davon trägt. Gemeinschaftlich auf einen einzuschlagen läuft übrigens unter "gefährliche Körperverletzung". Ich finde es wichtig, ein Zeichen zu setzen. Vielen Intensivtätern wurde in der Kindheit/Jugend nichts entgegengesetzt.

Gruß

Manavgat

Beitrag von katici 10.03.11 - 12:25 Uhr

Nur als Anregung.
Auch Lehrer sind damit teilweise überfordert.
Denn wie sollen sie denn vorgehen? Die Kinder ansprechen, Mobbing thematisieren, mit den Eltern sprechen, Schulsozialarbeiter hinzuziehen,Kinder strafen, Rektor hinzuziehen. Und dann? Wenn das nichts hilft?
Aufsichtspflicht hin oder her-wenn die Kinder das Kind schlagen wollen, finden sie dazu Zeit.
Bitte wende dich auch an die Eltern!
Ich finde es schwierig, die ganze Verantwortung den Lehrern abzugeben, auch wenn das naheliegend ist. Aber auch Lehrer können nur begrenzt in solchen Fällen helfen.
Lg
eine Lehrerin, die mit solchen Fällen offen gesagt manchmal auch überfordert ist!

Beitrag von madmat 10.03.11 - 12:29 Uhr

Hallo,

ich möchte heute auch keine Lehrerin sein ;-)

"Bitte wende dich auch an die Eltern! "
Auch darüber habe ich nachgedacht. In einem Ratgeber über Mobbing wird aber ganz klar davon abgeraten. Welche Eltern werden nicht zu ihrem Kind stehen? Werde ich meinem Kind dadurch noch mehr schaden?

Man ist als Mutter und auch Vater eines gemobbten Kindes wirklich fast sprachlos, irretiert, ängstlich aber auch überfordert.

Ich weiß nicht, wie ich handle, was ich richtig mache...

LG und viel Kraft ;-)

Beitrag von leiahenny 10.03.11 - 16:46 Uhr

Was ist mit dem schulpsychologischen Dienst ?
Such Dir Hilfe und bitte dort den Unterricht zu besuchen etc.

Die Lehrer sind überfordert, was dort mit z.B. dem Mädel abläuft zeigt nur wieder Jungs haben keine Chance in der heutigen Schule.

Daher, wie sieht es aus mit der Schulaufsicht aus ?

Schütz deinen Sohn vor der Prügel, aber auch vor dem Psycho-Mobbing.

Sag der Rektorin klar, was du erwartest - ein sofortiges Eingreifen und kein vertrösten. Wenn Sie dies nicht gewährleisten kann, soll sie bitte dich Unterstützen eine andere Schule zu suchen.

Beitrag von zanadu01 11.03.11 - 09:27 Uhr

Hallo, ich würde mit der Lehrerin noch einmal reden. Es gib Kurse und Angebote um die Gemeinschaft zu stärken. Grade so einvorfall , wie die Geschichte mit der Gruppen arbeit. Da muß die Lehrerin aktive gelfen.
Außerdem den Schulsozialpädagogen ansprechen, bei uns werden Ranadalierer" in einen extra Pausenraum mit Aussicht geschickt.
Den Schulsychologischer dienst ansprechen.
Außerdem den Rektor, die Elternvertreter .
In "Sh" gib es stund up Kurse für Mobbing Opfer , außerdem Fachkräfte die die Lehrer unterstützen. Vielleicht gib es soetwas bei euch auch.