Gefühlte "Depression" nach FG

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von tabaluga80 10.03.11 - 07:17 Uhr

Hallo zusammen,

nun muss ich mich mal wieder bei euch melden.

Wollt einfach mal fragen, ob es noch jemanden gibt, der nach der FG in so ein richtig tiefes Loch gefallen ist? Mittlerweile belastet es sogar schon unsere Beziehung :-(

Es will aber auch alles kein Ende nehmen. Drei Tage nach der FG Anfang Februar bekamen mein Sohn und mein Mann Noro-Virus, ich dann irgendwann auch, kaum ging es uns wieder besser befiel uns die zweite Runde Magen-Darm und im direkten Übergang dann erst meinen Sohn - jetzt mich - die übelste Erkältung. Ich bin so fertig mit mir und der Welt #schmoll Seit Wochen fühl ich mich jeden Tag einfach nur total besch** und ausgelaugt, völlig übermüdet, dazu krank. Ich komm aus dem Loch gar nicht mehr raus. Dazu kommt, dass mein Sohn noch extrem in der Trotzdphase ist #schock #schmoll :-[

Immerhin war ich heute beim FA zur Nachuntersuchung: alles gut. Wir dürfen also weiter üben - nur will ich das im Moment überhaupt noch?

Er fragte dann noch, wie es mir sonst geht? Ich sagte ich hätte es mir leichter vorgestellt, das zu verarbeiten. Ohne mehr dazu gesagt zu haben sagte er daraufhin, es sei völlig normal, dass ich a) sicher gereizter reagiere was meinen Sohn angeht, und viel weniger Stress-tolerant bin, b) vermutlich zickiger bin und oft auch unfair meinem Partner gegenüber, und c) näher am Wasser gebaut sei. Die Hormon-Rückumstellung sei bei einer Fehlgeburt einfach extrem. All das bin ich im Moment und dazu noch völlig depressiv. Besonders Abends. Das ist so schlimm, dabei möchte ich doch dass sich einfach alles wieder normalisiert #schmoll

Geht es noch jemandem so?

LG Sandra

Beitrag von dia111 10.03.11 - 09:36 Uhr

Ich weiß wie du dich fühlst... ich habe das jetzt 3x mitgemacht.
Und jetzt nach 12Wo komm ich ab und zu mal aus meinem Tief raus, und fall dann wieder rein.

Hast du mal drüber nachgedacht zur Therapie zu gehen?
Da geh ich nämlich hin und es tut gut, auch wenn es nicht helfen tut,aber es tut gut darüber zu sprechen, über meine Gefühle etc...

Laß deine Gefühle freien lauf, lass alles raus.Trauere und rede darüber.
Auch mit deinem Mann.

Wünsch dir viel viel Kraft

Lg
Diana

Beitrag von kebl 10.03.11 - 10:17 Uhr

Liebe Sandra,

mir ging es nach meiner ersten FG auch sehr ,sehr schlecht.Ich konnte an gar nichts anderes mehr denken als mein verlorenes Baby. Ich habe mich von allen zurückgezogen und wollte niemanden sehen(außer meiner Familie) und schon gar nicht darüber reden.
3 Monate nach der FG war ich wieder schwanger und damit auch raus aus me
inem Tief.Leider ist und dieses Baby auch nicht geblieben, aber ich konnte schon viel offener mit dem Thema umgehen und hatte nicht mehr das Gefühl mich "einigeln" zu müssen.
Mir hat das Reden und die Zeit sehr geholfen.
Ach ja, und zur Beziehung:ich habe auch oft die Wut und den Schmerz an meinem Freund ausgelassen und mich gefragt ob das alles noch Sinn macht mit uns-natürlich völliger Quatsch, aber die Nerven liegen blank und wenn man den ganzen Tag nachdenkt,kann man auch auf viel Unsinn kommen ;-)
Wenn Du erst Mal gesund bist wird es Dir schon besser gehen und vielleicht hilft Dir reden ja auch um alles zu verarbeiten.

Viele liebe Grüße #winke
Kerstin

Beitrag von unipsycho 10.03.11 - 15:05 Uhr

Wenn du dich so ausgelaugt und besch.. fühlst, solltest du vielleicht noch ein bisschen warten... #kratz

Ich war auch nicht so richtig fit, als ich wieder schwanger wurde und denke, wie mein Hausarzt, dass es wohl daran lag, dass ich es wieder verloren habe. Ich war noch nicht bereit für eine 2. schwangerschaft.
Jetzt heißt es also warten und aufpäppeln. Mal sehen, was der Frühling bringt #schein

auch bei uns ist es so, dass ich unfair zu meinem sohn bin/war und dass unsere ehe belastet ist.
"einfach alles normaliesieren" wär ja schön. Aber es belastet die Seele und das merkt man, wenn man wieder schwanger ist. Es ist nie wieder wie vorher und der positive Test weckt eher ein mulmiges Gefühl als Freude.
vielleicht solltet ihr darüber reden...

Es ist verständlich. Vielleicht könnt ihr beide euch etwas ausdenken, wie ihr dem Geschehnen einen würdigen Abschluss verleiht. Jemanden, der gestorben ist, begräbt man - was tut man mit einem sternchen? #stern

Liebe Grüße
Uni

Beitrag von ninanina89 10.03.11 - 16:55 Uhr

mir geht es auch noch sehr schlecht,aber ich denke bei mir liegt es daran das ich eben noch auf den natürlichen abgang warte,denke wenn alles weg ist,wird es mir leichter fallen,als zu wissen das da noch was in meinem bauch ist,deswegen kann ich noch nicht so mitreden wie es danach sein wird,aber ich denke schon daran weiter zu machen und es bald wieder zu versuchen,im gleichen atemzug denke ich darüber nach ob es dem verlorenen baby gegenüber unfair ist direkt weiter zumachen.
ich fange einfach an zu heulen in einer minute in der es mir eigentlich ganz gut...
nur diesen einen gedanken werde ich nicht los..
die welt ist so unfair...
wir alle hier wünschen uns sooo lange ein baby,wir stellen uns darauf ein,verändern bestimmte dinge wir ernährung und alles das es die besten vorraussetzungen für ein gesundes baby gibt und dann passiert es sooo vielen das sie sich wieder trennen müssen,
jedoch kenne ich niemanden ,der ein baby verloren hat der es 1.gar nicht wollte oder 2. ihm weder wichtig ist wie er sich verhäkt oder wie es dem baby geht..und das macht mich fertig...