Mein kleiner schreit die Brust an

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. 

Beitrag von summerfun 10.03.11 - 10:23 Uhr

seit ein paar Tagen ist das stillen am Tage zur qual geworden. Wenn er alle drei std. an die Brust kommt saugt er an trinkt ein wenig zaghaft dann rekelt und reckt er sich und zieht an der Brustwarze und fängt dann an zu schreien. Das geht den ganzen Tag so.
Und am schlimmsten ist es bei der letzten Mahlzeit gegen halb 7-7. da ist das stillen so gut wie unmöglich.
Habe gedacht es liegt an der Brust darauf hin habe ich dann gestern Abend die Flasche gemacht ohne Erfolg da ist das gleiche er zieht an saugt schluckt und schreit... Nachts trinkt er gut und dann auch ziemlich gierig die ersten Minuten.

So langsam bin ich überfragt denn ich befürchte das er über den Tag nicht genügend trinkt.
Lt. Waage hat er in den letzten 3 Tagen 30g nur zugenommen das ist doch viel zu wenig oder?

Ansonsten ist er nicht anders als sonst, geweint hat er schon immer viel. Fröhlich ist er zwischendurch auch mal brabbelt und grinst. Ich finde er hat ne Blasse Haut aber das war er bei der U3 schon und da hat die KiA nichts weiter zu gesagt.

Musste mir das mal von der Seele schreiben.

Lg Summerfun + little P (8Wochen)

Beitrag von alfa156 10.03.11 - 10:30 Uhr

Hallo,

ich kann dich gut verstehen. Mir ging es auch schon mal so. Wie oft hat dein kleiner denn Stuhlgang?
Beie uns war das Problem, das oben nichts mehr rein passt, wenn unten nichts raus kommt. Sie hatte damals ganze 12 Tage keinen Stuhlgang gehabt. Kaum war die ganze Schei... draußen, hat sie auch wieder normal und ruhig getrunken.

Heute in der Früh hat meine Kleine auch wieder gemeint, Brust anschreien sei toll. Jetzt hatte sie Stuhlgang in der Windel und ich hoffe, dass sie heute abend wieder normal am Busen trinkt.

Gruß
Rita & Hedi, 13 Wochen

Beitrag von latonia 10.03.11 - 10:31 Uhr

Hallo

Google mal nach Brustschimpfphase. Die machen die meisten Kinder durch

LG Iris

Beitrag von woelkchen1 10.03.11 - 10:33 Uhr

Das ist ganz normal und legt sich auch wieder, halte durch! Mit deiner Milch hat das gar nix zu tun, viele Babys haben manchmal so eine "Meise", wollen nur an eine Brust oder brüllen beide an... Er trinkt nachts gut- und wird sich da auch holen, was er brauch.
Kann auch mit einem Schub zusammen hängen!

Stillbabys nehmen in Schüben zu- mal wenig, dann wieder ganz viel!

Beitrag von marie627 10.03.11 - 10:35 Uhr

Haben wir auch gehabt...und teilweise auch heute abends immer nochmal...

Das legt sich aber auch wieder...oft liegts an Verstopfung oder Bauchweh. Hab dann immer etwas Milchzucker morgens gegeben und dann gings auch wieder.

Beitrag von hella10 10.03.11 - 10:36 Uhr

Hallo!
Das Thema kommt hier häufiger mal auf. Ich habe es damals auch gefragt.
Vielleicht sollten wir mal eine Umfrage starten?
Mein Zerg hat damit ebenfalls in dem Alter angefangen, genau so, wie Du es beschreibst.
Er ist nun fünf Monate und macht es immer mal wieder. Es gibt Phasen, da ist alles gut. Und dann gibt es Zeiten, da brüllt er, sobald er meine Brust sieht.
Nachts trinkt er immer zufrieden.
Ich habe alles an Ursachen überprüft. Doch bisher habe ich keinen eindeutigen Grund ausmachen können.
Also, sollte jemand wissen, woran es liegt, immer her mit den Antworten!

Aber ich würde die empfehlen, ihn nicht so oft zu wiegen. Das macht Dich nur verrückt und baut zusätzlich Druck auf.

LG, Hella

Beitrag von meram 10.03.11 - 10:36 Uhr

Hey,
meine Kleine ist inzwischen fast drei Monate alt und wir hatten so um den Dreh rum auch so ne Phase. Mich hat das fast wahnsinnig gemacht - ich wusste sie hat Hunger, aber statt zu trinken hat sie nur die Brust angebrüllt. Was manchmal geholfen hat war sie sofort nach einem Schläfchen anzulegen, wenn sie noch so ein bisschen verdöst war ;-) dann hat sie meistens halbwegs normal getrunken. Nachts ging es eben auch immer.
Ich denke das ist ne Phase, bei meiner gings nach ner Woche ungefähr wieder und inzwischen trinkt sie ohne Probleme. Mach dir keinen Stress mit dem Zunehmen. Ich hab meine garnicht gewogen, nur so aller zwei Wochen mit der Hebi mal. Solange er halbwegs fit wirkt und auch mal lacht und tagsüber mehrfach die Windel nass macht bekommt er bestimmt auch genug. Meine Hebamme meinte, dass man sich dann Sorgen machen soll, wenn die Kinder schläfrig und apathisch sind - solange sie schreien sind sie meistens auch fit :-)
Ich wünsch dir ganz viel Durchhaltevermögen und drück die Daumen, dass es bald vorbei geht
LG
meram

Beitrag von eowyn77 10.03.11 - 10:39 Uhr

Hallo,

mein Kleiner hat zwischendrin auch immer mal diese Phasen. Ich habe ihn dann immer mal wieder hoch genommen, versucht ein Bäuerchen zu machen, wenn es auf einer Seite nicht geklappt hat, die Seite gewechselt usw.. Nach ein bißchen probieren hat es immer geklappt.

Meine Hebamme hat übrigens mal gesagt, er mache das mit dem Anschreien, um den Milchfluß anzuregen:-p.

Manchmal habe ich das Gefühl, wenn er es besonders eilig hat mit dem Trinken und die Milch braucht ja einen Moment, bis sie fließt, ist er unleidlich, weint dann, schlucht dabei Luft und dann tut der Bauch weh, so dass er dann nicht trinken mag/kann, bis das Bäuerchen da war. Irgendwie ein blöder Kreislauf...

Wenn es sich nicht bessert, kannst Du ja eventuell mal Deine Hebamme ansprechen, die haben immer ganz gute Tipps!

Viel Erfolg beim Durchhalten!

LG, Eowyn

Beitrag von loewen-mami 10.03.11 - 11:01 Uhr

bei uns ist das genauso, in der Nacht zufriedenes trinken am Tag schreckliches gequengel und geziehe an der Brust *autsch*
ich mach das auch mit den bäuerchen zwischendurch oder mal den schnuller geben und dann wieder anlegen. Da hat er sich meistens wieder beruhigt und trinkt ne weile ruhiger (bis es wieder losgeht). Er ist jetzt 6 wochen und macht das seit 3 wochen ungefähr :(.
Aber zunehmen tut er super.

lg

Beitrag von hafnerjulia 10.03.11 - 11:11 Uhr

Hallo!
Du schreibst mir aus der Seele! Das gleiche Problem habe ich auch seit ca. einer woche. Meine Kleine ist jetzt 6 1/2 Wochen alt. Nachts ist alles super, da ist sie nach 10 Minuten "vernünftigen" trinken satt und zufrieden. Aber tagsüber - Hölle! Meistens ist am Anfang alles ok aber nach paar Minuten zieht sie an der Brustwarze oder drückt so lange mit der Faust dagegen, bis sie aus dem Mund "flutscht". Dann weint und schreit sie, zieht aber trotzdem an, wie wenn sie halb am verhungern wär. Zunehmen tut sie prima und Stuhlgang ist reichlich da! Meine Hebamme hat gemeint, dass die Milch vielleicht zu schnell läuft oder ihr in den Rachen spritzt. Kann ich mir schon vorstellen aber zwischendurch trinkt sie ja ganz manierlich! Ich hoffe echt, dass das nur ne Phase ist! Da traut man sich ja kaum mehr in einem Cafe oder so zu stillen, wenn das jedesmal so ein Tanz ist!

Zwischendurch aufstoßen lassen hab ich auch schon mal probiert, hat aber leider nix gebracht...

Alles Gute
Julia

Beitrag von summerfun 10.03.11 - 11:23 Uhr

Vielen Dank für eure so schnellen und zahlreichen Antworten. Es ist immer gut zu wissen das man mit seinem Problem nicht allein da steht und es vielen Müttern so geht.

Ich werde durchhalten und hoffen das diese Zeit dann bald der Vergangenheit angehört.

Lg nochmals und einen schönen Tag gewünscht.

Beitrag von putzemann 10.03.11 - 11:43 Uhr

hi
....kleiner auszug....

Die "Brustschimpfphase"



Ein besonderes Kapitel bildet die schwierige "3-Monats-Phase" (die bei vielen Kindern später auftritt als die Bezeichnung vermuten lässt), die sehr anschaulich in der Fachpublikation der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung "Stillen und Muttermilchernährung", Ausgabe 2001, S. 67 beschrieben wird: "Die meisten Frauen berichteten von Blähungen in dieser Zeit, in der das Kind gerade beim Stillen untröstlich zu weinen anfängt - die "Brust-Schimpf-Phase", wie es die Psychoanalytikerin Melanie Klein nennt. Frauen, die sich damit befasst hatten, empfanden deren Erklärungsmodell besonders entlastend: Das Kind trinkt, setzt ab, weint wütend, will nicht trinken. Statt in Schweißausbrüche, Ratlosigkeit und Wut zu verfallen, regt das Klein'sche Modell zum Verständnis dessen an, dass das Kind nach drei Monaten zu "begreifen" beginnt, dass es nicht mehr eins mit der Mutter ist, sondern die Brust etwas ist, was nicht zu ihm, sondern zur Mutter gehört. Sie kann den Milchquell geben oder entziehen. Diese traurige Entdeckung setzt das Baby durch das "Anschimpfen" der Brust - wie eine erste Pubertät - selbst in Szene, und auf diese Weise übt es die erste Eigenständigkeit ein. Frauen, die diese Situation - das Kind ist hungrig, trinkt, setzt ab, schreit wütend los, lehnt die erneut angebotene Brust ab - nach diesem Denkansatz verstehen, schaffen es leichter weiterzustillen. Denn sie verarbeiten das abweisende Gebrüll und Verhalten nicht als Kritik an Milch, Menge, Nippel, Brust, Halteposition oder Stillsituation, sondern als einen ersten Schritt auf dem Weg, das eigene Selbst zu entdecken. Wenn die Mutter in dieser 3-Monats-Phase jedoch zusätzlich einem besonderen Druck vom Partner ausgesetzt ist, bildet diese Zeit oft den Grund, das Stillen aufzugeben nach dem Motto: "Die Milch hat nicht mehr gereicht. Das Kind hat ja nur noch geweint.“


lg

Beitrag von maerzschnecke 10.03.11 - 22:09 Uhr

Ob es diese Brustschimpfphase gibt, kann ich nicht beurteilen.

Ich kann nur aus meiner kurzen Erfahrung folgendes schildern:

Emilia zieht an der Brustwarze und 'quatscht' mit meiner Brust, wenn sie Blähungen hat. Sie will dann an die Brust, weil die neu aufgenommene Milch die Verdauung anregt und die Pupsis dann leichter gehen. Sie führt sich dann aber an der Brust auf wie ein kleines Teufelchen. Zwischendurch setzt sie ab, zappelt mit den Beinchen und weint/schreit, weil der Pups nicht geht.

Sie wackelt mit dem Kopf, schreit und ist unruhig, lässt die Brustwarze aus dem Mund fallen und ist ganz narrisch, wenn sie Luft im Magen hat, also Bäuerchen machen muss. Wenn ich sie zum Bäuerchen-Machen dann auf meinen Schoß setze, quengelt sie arg und wird weinerlich - bis das Bäuerchen kommt und sie mich ganz verdutzt anschaut.

Beobachte doch einfach, ob es bei Deinem Kleinen auch zutreffen könnte.

Beitrag von steffi0413 11.03.11 - 01:03 Uhr

Hallo Summerfun,

wenn ein Baby die Brust anschreit, hat in den meisten Fällen eine von den folgenden Ursachen:

1. Saugverwirrung (BW ziehen, Brust anschreien, an und abdocken, am schlimmsten wenn er müde ist, aber im Halbschlaf keine Probleme - sind ziemlich typische Symptome) - verwendet ihr Flasche, Schnuller?

2. zu grossen Hunger, hat keinen Geduld abzuwarten bis die Milch fliesst - wird er nach Bedarf oder nach Uhr gestillt? Legst Du bei den ersten Hungerzeichen an, oder wartest Du ab, bis er schreit?

3. Schmerzen (Soor, Ohrenschmerzen usw.), verstopfte Nase

4. Milchspendereflex zu stark - verschluckt er sich oft beim Stillen?

LG
Steffi