Ist das ein Aprilscherz, eine Zeitungsente oder was???

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von ppg 10.03.11 - 11:38 Uhr

http://www.bild.de/BILD/politik/2011/03/10/hartz-iv-empfaenger/gericht-verhaengt-urteil-lotto-sportwetten-verbot.html

Das kann doch jetzt nicht wirklich ernst gemeint sein??? Sollen jetzt alle ALG II - Empfänger einen gelben Stern auf der Brust tragen, damit ihnen nicht versehentlich Tabak, Alkohol oder Lottoscheine verkauft werden???? #kratz

Egal ob man Lottospielen für sinnvoll erachtet oder nicht: Mir geht dieser Eingriff in die Persönlichkeitsrechte einfach zu weit.

Ute, übrigens kein Lotto - Spieler

Beitrag von kawatina 10.03.11 - 11:53 Uhr

Hallo,

warum nicht gleich Haushaltsbuch führen und dann jeden ausgegebenen Cent vor dem ARGE Sachbearbeiter rechtfertigen.

Das nennt man wohl Eingriff in die Privatphäre.....oder die Würde des Menschen..

Beitrag von rich.and.royal 10.03.11 - 12:05 Uhr

Gehört nicht zur Würde des Menschen auch, sich selbst um seinen Unterhalt zu kümmern und nicht den Staat und somit die Allgemeinheit dafür zu nutzen?

Beitrag von falkster 10.03.11 - 15:52 Uhr

was für ein Unsinn...

Beitrag von silbermond65 10.03.11 - 12:00 Uhr

"Hauptziel ist die Spielsucht zu bekämpfen" steht da irgendwo unten im Artikel.
Logischerweise gibts nur spielsüchtige ALG 2- Bezieher.#rofl
Völliger Blödsinn sowas.

Beitrag von rich.and.royal 10.03.11 - 12:03 Uhr

Nee, gibts natürlich nicht, aber die anderen machen das wenigstens mit ihrem selbst verdienten Geld und können es sich (eher leisten).

Beitrag von ppg 10.03.11 - 12:23 Uhr

Das steht doch gar nicht zur Debatte.

Hier geht es um mündige Bürger, Erwachsene. Wenn diese meinen es sei für sie wichtiger die Kohle zu verzocken und sich sattdessen von Toast und Tütensuppe ernähren wollen, dann ist das nunmal ihr verdammtes Recht!

Dieses Urteil ist dikreminieren und tritt die Menschenwürde mit Füßen. Wie wärs dann im nächsten logischen Schritt mit Zwangssterilisationen und Zwangsabtreibungen bei Harzern! Weil Kinder können sie sich ja schließlich auch nicht leisten. Und wer als Harzer krank wird, der wird dann eingeschläfert ( oder vergast, wenn das billiger kommt...)

Was da abläuft ist doch einfach nur unfaßbar!

Ute

Beitrag von trollmama 10.03.11 - 12:38 Uhr

Lies mal das Urteil richtig!
Dort steht NICHT, daß Hartz IV Empfängern untersagt wird, Lose zu kaufen.

Beitrag von ppg 10.03.11 - 12:42 Uhr

Zitat:
"Konkret wird West-Lotto auferlegt, keine Spiel- und Wettscheine oder Rubbellose mehr an Hartz-IV-Empfänger zu verkaufen. "

Ich interpretiere diese Passage eindeutig

Ute

Beitrag von windsbraut69 10.03.11 - 13:23 Uhr

Stimmt.
Es wird nur den Lottogesellschaften verboten, sie ihnen zu verkaufen.

Beitrag von wemauchimmer 10.03.11 - 12:44 Uhr

Naja, weißt Du, dieses Urteil richtet sich gegen ein Unternehmen, daß sein Geld nun nicht mehr damit verdienen darf, Leuten mehr Geld aus der Tasche zu ziehen als sie haben. Unter anderem auch Hartz-IV-Empfänger.

Das hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Vergasen, Einschläfern oder Sterilisieren zu tun. Wer solche Vergleiche zu ziehen beliebt, hat wohl nicht den Hauch einer Ahnung, was das Dritte Reich war. Ich bin sicher, daß jeder der 6 Millionen von Deutschen ermordeten Juden (z.B.) gerne sein Schicksal gegen das eines bundesdeutschen Hartz-IV-Empfängers des Jahres 2011 getauscht hätte.

Richtig ist sicher, daß mit so einem Urteil letztlich manche (rechenschwache) Hartz-IV-Empfänger um ein Stück Lebensqualität betrogen werden. Nun soll sich es aber niemand im Hartz-IV-Bezug gemütlich machen. Also ist das für diesen Personenkreis doch nur eine weitere Motivation, sich unabhängig von solchen scheinbar schikanösen Bevormundungen zu machen. Oder wahlweise mal nachrechnen, wer eigentlich beim Lottospiel die Zeche zahlt.
LG

Beitrag von ppg 10.03.11 - 13:04 Uhr

Nun, wenn ich Deiner Argumentation folgen würde, wäre doch der nächste Logische schritt, das alle ALG-II - Empfänger von der Mehrwertsteuer befreit werden müßten.

Es kann ja schließlich auch nicht sein, das der Staat diese Menschen auf der einen Seite subwentioniert und sich auf der anderen Seite wieder an ihnen bereichert.

Doch , ich bin geschichtlich bewandert, weiß auch das damals im Dritten Reich die Juden zum Sündenbock für alles was so schieflief gemacht wurden. Darum empfinde ich den Vergleich gar nicht an den Haaren herbeigezogen: Es gibt in diesem Land nunmal Menschen 2. Klasse: Das sind die, die keinen Arbeitsvertrag, oder nur einen sehr schlecht bezahlten vorweisen können. Und mehr und mehr wird diese Bevölkerungsschicht zur Hatz freigegeben.

Eine Entwicklung, die nicht nur ich mit Schrecken beobachte. Schau Dir doch nur mal an wieviele Blockwarte sich hier bei Urbia tummeln, die Harzer aus ihrem Umfeld liebend gerne den Behörden melden wollen....

Ute

Beitrag von wemauchimmer 10.03.11 - 13:37 Uhr

Also, dann habe ich mal einen Buchtipp für Dich:
Eugen Kogon "Der SS-Staat".
Lies das mal, bevor Du weiterhin solche Vergleiche anstellst.

LG
(Ich fürchte, Du wirst es natürlich nicht lesen und Dich weiterhin für bewandert in der Geschichte halten und für berufen, die Verbrechen des NS-Regimes durch lächerliche Vergleiche zu verharmlosen...)

Beitrag von ppg 10.03.11 - 13:39 Uhr

Dann hab ich mal einen Tip für Dich

Google Judenverfogung im Mittelalter

Ich bleibe bei meinem Vergleich

Ute

Beitrag von wemauchimmer 10.03.11 - 13:46 Uhr

Vielleicht kannst Du das etwas näher ausführen?
Willst Du uns sagen, Juden wurden im Mittelalter verfolgt, daher ist der industrielle Massenmord an Juden, Zigeunern, Homosexuellen, Kommunisten, Kriegsgefangenen nichts, worüber man sich groß aufregen sollte? Und wie kriegen wir dann wieder die Kurve zu den lottospielenden Hartz-IV-Empfängern?

Beitrag von ppg 10.03.11 - 13:54 Uhr

Manchmal denke ich, Du stellst Dich absichtlich dumm:

Wenn man sich mit der Judenverfolgung befasst stellt man sehr schnell fest, das Antisemitismus keine erfindung der Nazis war.

Und jetzt erleben wir wieder, das ganze Teile der Bevölkerung augegrenzt werden, nur das diesmal nicht religiöse, politische oder sexuelle Gründe das Motiv sind, sonder erschreckenderweise lediglich moneytäre

Ute

Beitrag von wemauchimmer 10.03.11 - 14:32 Uhr

Liebe Ute,
es ist nicht erforderlich, beleidigend zu werden nur weil Deine an den Haaren herbeigezogene Argumentation nicht ankommt.

Die Dimension der Brutalität, die war neu und die war eine Erfindung der Nazis. Im Mittelalter gab es keine Vernichtungslager und keine Zyklon-B-Duschen. Und keinen millionenfachen Mord. Und den Unterschied zu verstehen hilft das genannte Buch sehr gut. Und wenn man ihn verstanden hat, dann wird man auch nicht die Zumutungen, denen Hartzer ausgesetzt werden, mit diesen Ereignissen in Bezug setzen wollen.

Oder ganz simpel gesagt. Bei Hartz4 geht es um Existenzsicherung, im 3. Reich ging es um Existenzvernichtung.

Bitte, ich persönlich habe kein Problem damit, wenn Hartz-4-er im Lotto spielen. Und mir gefällt es ebensowenig, wie die Medien, insbesondere die regierungsnahen, in schöner Regelmäßigkeit gegen die angeblich so faulen und glücklichen Hartz-4-er hetzen.

Trotzdem muß man erkennen, daß der Weg, den man mit den Hartz-Reformen beschritten hat, letztlich erfolgreich ist. Als die letzte CDU/FDP-Regierung unter Kohl an die Macht kam, hatten wir in Westdeutschland ca. 1,5 Mio Arbeitslose. Diese Regierung schaffte es, die Zahl mit schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr um 0,3 Mio nach oben zu treiben, und das 16 Jahre lang. Diesen Trend konnte erst bei weit über 5 Millionen Arbeitslosen die rotgrüne Regierung mit den Hartz-Reformen stoppen und umkehren - übrigens gegen den erbitterten Widerstand der Union im Bundesrat. Heute stehen wir knapp über 3 Mio (die Zahlen sind geschönt, klar, waren sie damals aber auch). Wo ständen wir ohne Hartz? Bei 7 Millionen? 8 Millionen? Wäre das nicht wesentlich schlimmer für ALLE Beteiligten?
Und es ist nunmal die ganze Idee von Hartz-4, die Arbeitslosigkeit möglichst ungemütlich zu machen. Da ist eben dieses Urteil nur eine Blüte, die das treibt. Die ja aller Voraussicht nach außer ein bisschen Aufregung keine Folgen haben wird, weils - selbst wenn es Bestand haben sollte - nicht durchführbar ist.

Das heisst also: Ja, es gibt eine Ausgrenzung der Arbeitslosen. Es muß sie geben, sonst hätten wir viel, viel mehr davon. Aber sie ist in keiner Weise zu vergleichen mit der Ausgrenzung von (z.B.) Juden im Dritten Reich. Ein Jude konnte sich nicht einen anderen Glauben suchen und war dadurch vor der Ermordung sicher. Er wurde aufgrund seiner Abstammung trotzdem vergast.
Und unser Hartzer muß nicht das Geringste befürchten, egal ob er eine Arbeit findet oder nicht.

Beitrag von der-dude 10.03.11 - 15:30 Uhr

Hut ab. Also gibt es hier wirklich noch Menschen, von denen man was lernen kann

:-)

Volle Zustimmung: Es ist eine Verharmlosung, diese Art der "Verfolgung" mit dem gleichzusetzen, was sich in unserem Land zur Nazizeit abgespielt hat, und es sind vor allem völlig andere Rahmenbedingungen!!!

Beitrag von nick_knatterton 11.03.11 - 01:12 Uhr

Aha, also entstehen durch das Ausgrenzen Arbeitsloser und Erwerbstätiger mit ergänzendem Alg2 Bezug, Arbeitsplätze? Eine sehr interessante, wie auch gewagte These. Kannst Du sie belegen?

Ich empfinde Deine Denkweise als sehr realitätsfern, denn es ist für niemanden unmöglich in Alg2-Bezug zu kommen.

Beitrag von wemauchimmer 11.03.11 - 08:49 Uhr

Wer Lesen kann ist klar im Vorteil.
Die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen seit Beginn der Hartz-Reformen sprechen eine klare Sprache. Das habe ich bereits ausführlich erläutert.

Bitte, wo siehst Du Realitätsferne? Wo habe ich mit auch nur einem Wort behauptet, nur bestimmte Leute könnten zu Hartz-4-Empfängern werden? Ich glaube, Du vermengst da meine Argumentation mit der Argumentation anderer, die von BILD, ZDF, RTL2 und wie sie alle heißen entsprechend aufgehetzt wurden.
Wie Du glaube ich, daß beinahe jeder zum Alg2-Empfänger werden kann, die Jobs sind nunmal nicht mehr so sicher wie früher mal. Der Sinn von Hartz besteht darin, daß möglichst viele nur möglichst kurz in diesem Zustand verharren.

Und falls Du Dich an die Zeit vor den Hartz-Reformen erinnern kannst: Das Rezept, durch verstärkte Vermittlungs- und Weiterbildungsbemühungen einerseits und Druck (Leistungskürzungen) auf Arbeitslosenhilfeempfänger andererseits die Arbeitslosenzahlen herunterzubringen wurde mit großem Erfolg in vielen europäischen Nachbarländern, z.B. Holland, Dänemark usw. eingeführt, während unsere "Weiter-so-Regierung" einfach immer nur nichts unternommen hat und der Zunahme der Arbeitslosenzahlen außer leeren Versprechungen nichts entgegenzusetzen hatte. Das "Hartz-Rezept" war also nicht neu, sondern erprobt. Es funktionierte dort und es hat dann auch hier funktioniert.

Es ist sicher nicht schön, wenn man zu den 3,x Millionen Arbeitslosen gehört. Aber weißt Du, vor Hartz war es auch nicht schön, ein Arbeitsloser zu sein. Vielleicht war man materiell etwas besser gestellt, man lebte aber genauso in einer Gesellschaft, in der nun mal der berufliche und wirtschaftliche Erfolg zählte und war dementsprechend damals wie heute ganz unten in der "Hackordnung" angesiedelt. Und deshalb zählt es was, wenn heute viele Millionen mehr einen Job haben und sich somit einen Status sichern konnten.
LG

Beitrag von kathi.net 10.03.11 - 12:59 Uhr

Sorry, aber mit dem Begriff "Harzer" bist du auch nicht so ganz wertfrei, oder?

Und zum Thema: Hats du das Urteil gelesen oder nur den Artikel. Manchmal hat die "Bild" so gar nichts mit Bildung zu tun #schwitz

Beitrag von ppg 10.03.11 - 13:06 Uhr

Sorry, aber mit dem Begriff "Harzer" bist du auch nicht so ganz wertfrei, oder?

Nööö, "Harzer" ist eben schneller geschreiben als "ALGII - Empfänger"

Faulheit schlägt Political Correctness

Ute

Beitrag von kathi.net 10.03.11 - 13:34 Uhr

Dann solltest du dir vielleicht erstmal den Glücksspielstaatsvertrag von NRW zu Gemüte führen. Da steht das nämlich so drin. Und das Gerichtsurteil bzw. die Verfügung setzt demnach nur geltendes Recht um.

Beitrag von snailshell 10.03.11 - 15:17 Uhr

Na, bei deiner Faulheit hast du aber noch das "T" vergessen.

Beitrag von vwpassat 10.03.11 - 12:24 Uhr

Selbstverständlich gibt es nicht nur spielsüchtige ALGII-Bezieher.

Um Deinen Horizont zu erweitern, solltest Du aber mal vor einer Spielhalle oder nem Lotto-Laden am Monatsletzten schauen, wer da ein und ausgeht.

Ich finde auch, dass es zu weit geht, aber nur, weil man es nicht kontrollieren kann.

Dass Steuergelder für Glücksspiel verwendet werden, sollte sich von selbst verbieten.

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