ich bin soooo unendlich traurig

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Forum: Unterstützter Kiwu

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Beitrag von kia7 10.03.11 - 19:11 Uhr

Hallo an alle,

ich bin momentan einfach nur tieftraurig. Immer wieder versuche ich positiv zu denken und mir und meinem Mann Mut zu machen, aber immer wieder gibt es Rückschläge und wir stellen uns die berühmte Frage: WARUM? Warum wir?

Ich hatte 2008 meine erste Endometriose-OP und im November letzten Jahres meine 2.te Bauchspiegelung. Jetzt hatte meine Ärztin uns noch 4 Monate Versuchzeit gegeben und meinte heute, dass eine IVF der letzte Weg wäre... Damit hatten wir nicht gerechnet. Ich dachte erstmal an eine IUI, aber da meine Eileiter so verwachsen sind, würde eine IUI wohl nichts mehr bringen.

Der Schritt der IVF fällt mir unheimlich schwer. Zum einen bin ich momentan so am Ende meiner Kräfte und ich weiß nicht wie ich weiteres Hoffen und Bangen durchstehen soll. Und was ist wenn alle drei IVF keinen Erfolg gebracht haben, dann ist der Wunsch nach eigenen Kindern damit beendet?
Auf der einen Seite bin ich sehr froh, dass die Medizin heute solche Möglichkeiten bietet (früher wäre ich einfach ein hoffnungsloser Fall gwesen), aber auf der anderen Seite ist die Vorstellung mit dem Reaganzglas, den ganze Spritzen und der möglichen Mehrlingsschwangerschaft auch sehr befremdlich. Den Wunsch auf natürlichen Weg schwanger zu werden los zu lassen tut ganz schön weh...
Mein Mann und ich versuchen zusammenzuhalten, uns gegenseitig zu trösten und zu stützen, aber es gibt die Tage wie heute an denen wir einfach nur weinen könnten.

Im Freundes- und Familienkreis sind jetzt wieder ein paar schwanger. Wir freuen uns riesig für die, aber die Freude ist nicht mehr so unbeschwert, wie sie einmal war. Wir lieben unsere Familie und unsere Freunde, aber solche Nachrichten rufen auch Traurigkeit bei uns hervor und wieder die Frage nach dem WARUM.

Das Leben vor dem Babyplan war auch mit Höhen und Tiefen versehen, aber so ein Tief wie momentan hatten wir noch nie. Natürlich geht es uns nicht immer schlecht. Wir lenken uns viel ab, unternehmen schöne Dinge und sind auch immer wieder voller Hoffnung und freudiger Erwartung. Aber dann gibt es diese Tage wie heute, an denen die Traurigkeit und Enttäuschung so stark sind. Wir sind noch nicht bereit uns von unserem Traum zu verabschieden und ich kann mir nicht vorstellen, wie das jemals gehen sollte.

Wie geht es euch mit eurem unerfüllten Kinderwunsch? Wie geht ihr mit dem Druck vor einer IVF um?

Ich danke euch fürs lesen, dass musste ich mir einfach mal von der Seele schreiben!

Beitrag von tessorino 10.03.11 - 19:21 Uhr

Liebe Kia,
dafür ist das Forum ja da . Auch wenn ich jetzt in der 9 Woche SS bin . Weiß ich wie du dich fühlst. Nach so einer Diagnose wird einem erst einmal der Boden unter den Füssen wegerissen . Natürlich wäre es schöner auf nomalem Wege SS zu werden und all diese Probleme nicht zuhaben. Alle um einen herum werden Schwanger und schwärmen von ihren Kindern und ihrer Schwangerschaft. Es ist normal das es dich neben der Freude auch traurig macht. Aber glaub mir die IVF ist ein Weg euren Traum zu verwirklichen! Natürlich gibt es keine Garantie. Aber in der Klinik wird alles getan um euch zu helfen .Mir hat eine Psychologin gut geholfen . Diesen Weg muss man nicht alleine gehen . Mein Mann ist komplett zeugungsunfähig , wir waren am Boden und sehr sehr traurig . Nach 7 Inseminationen und 2 IVF mit Fremdsperma bin ich Schwanger. Aber der Weg bis hierhin war nicht leicht. Mir hat es immer geholfen mit Freunden, Familie und vor allem Betroffenen zu sprechen und sich auszutauschen . Und bin froh das es dieses Forum gibt. Ich wünsche dir auf eurem Weg alles gut. Überstützt nichts. Wenn ihr bereit seid dann versucht eine IVF. Das Spritzen , Narkose etc. ist natürlich nicht schön , aber für ein Baby macht man sich dann kaum noch Gedanken darüber .Ihr könnt das schaffen. Ich wünsche dir viel Kraft . Tesso

Beitrag von jessy272 10.03.11 - 19:23 Uhr

hi, vor ein paar wochen hab ich mal zusammengefasst wie es mir so während der kiwu behandlung so ergeht. vor allem wenn die nachricht vom negativ kam:
ich weine fast jeden abend, wenn ich heim komme und habe soviele sorgen, dass ich damit einschlafe und aufwache. es dreht sich immer nur ums versagen beim kiwu, wieso ich, was hätte, müsste, könnte... was wenn es nie klappt....usw usw.
der druck ist so unendlich hoch, dass ich mir auch keine auszeit erlauben würde. sag ich nein zur behandlung = sag ich nein zum baby, das ist einfach ein teufelskreis. die monate zwischen den icsis waren schlimmer wie die zeit während der stimu.
immerhin tu ich was, auch wenn es vergebens war, ich habe es wenigstens VERSUCHT und alle hoffnung reingesteckt!!

es ist einfach egal was man tut oder nicht tut, wie sehr man sich anstrengt, wie sehr man auch spart, wie sehr man es sich auch wünscht... man kann es sich durch keine leistung verdienen, irgendwann sein eignes baby in den armen zu halten!!!! und das find ich am schlimmsten.

und im grunde hab ich noch kein patent rezept gefunden mit den ganzen sorgen umzugehen. es wird mit der zeit schlimmer, je länger man in behandlung ist. aber da spreche ich jetzt aus meiner sicht.
es gibt sicher paare die das alles ganz locker nehmen. ich gehöre leider nicht dazu.

haltet aneinander fest und sagt euch immer, dass ihr es irgendwann schaffen werdet. mir hilft auch etwas, wenn mein mann mir öfters einfach nur sagt: DU BIST NICHT SCHULD!
denn genau das denk ich leider sehr oft ;((

ich wünsche dir viel kraft!
lg

Beitrag von madigaa 10.03.11 - 20:05 Uhr

Hey Kia, lass dich mal fest #liebdrueck
Ich kann dich voll verstehen, hab 09 die Diagnose Endo bekommen und hatte vor fast einem Jahr eine große OP per BS deswegen. Vom OP-Vorgespräch bin ich heulend heimgefahren, da erst hatte ich begriffen, dass es trotz OP nicht mehr darum ging, auf natürlichem Weg ss zu werden, die Zeit rennt einfach weg. Werde in 2 Mon 40. Nach der OP wurde ich für 3 Mon in künstl. Wechseljahre geschickt, eine Zwangspause nach Jahren unerfülltem Kiwu. War saukomisch. 3 Zyklen im Eimer. Jetzt hab ich bereits 2 ivf hinter mir, leider neg, aber es wurde bei einer GMS ein weiterer Hinderungsgrund gefunden, ein Septum, das muss raus. Für diesen Eingriff hab ich nächste Woche Vorbesprechung. Ich reise ständig zu Spezialärzten, wegen der Endo war ich extra nach Berlin gefahen ins KH. Wegen dem Septum wieder 250 km Kutscherei eine Strecke. Manchmal kommen schon Momente auf, in denen ich denke: hoffentlich hat der Kiwu-Zirkus bald ein Ende, egal ob pos. oder nicht.

Aber hey, eins hab ich gelernt: Vor ivf braucht man keine Angst zu haben. Du wirst dir schon die 2. Spritze wie ein erfahrener alter Hase setzten, und du wirst in der Kiwu sehen, dass ihr gar nicht allein seid. Dort ist das normal. Manchmal denke ich dort, ach gucke, die dort habens auch nicht einfach und müssen hart für ihr Ziel kämpfen. Manchmal kommt man auch ins Gespräch mit jemanden anders, nach der PU zum Beispiel im Aufwachraum, da wünscht man sich alles Gute und zwinkert sich zu. Jeder dort weiss, wie es einem geht.

Ich wünsche Euch viel Kraft für den neuen Weg, versucht es, wenn ihr euch bereit dazu fühlt#klee#klee Es ist eine Chanche und die ist nicht klein #pro#pro

LG madigaa

PS: sind die EL denn undurchlässig?? Wenn nicht, könnte doch immer noch irgendwann ein Wunder geschehen...

Beitrag von coala10 10.03.11 - 21:38 Uhr

Hallo Kia,
Mir geht es im Moment genauso. Wir haben in den letzten 14 Monaten 1 clomi-Zyklus, 3 IUI, und 3
IVF, alle negativ. Zur Zeit bereite ich mich auf die kryo vor die hoffentlich nächste Woche stattfindet.
Seit einer Woche geht es mir psychisch immer schlechter, denn momentan glaube ich dass ich, wir nie ein Baby haben werden. Ich hatte vor zwei Tagen dann einen kompletten Zusammenbruch und konnte nur noch heulen. Ich weiß im Moment nicht wo ich noch Hoffnung her nehmen soll.
Wenn also jemand einen guten Rat hätte wäre ich auch sehr dankbar.
Vg coala

Beitrag von katici 10.03.11 - 23:15 Uhr

Hier können dich wohl alle verstehen.
Man muss seine eigene Geschwindigkeit finden, mit der man an die Sache rangeht.
Du wirst hier ganz verschiedene Geschichten lesen.
Manche stecken die Diagnose und die Versuche einfacher weg, andere haben mehr Schwierigkeiten.
Wichtig ist, immer wieder innezuhalten und durchzuatmen.
Versuche erstmal die Diagnose zu verdauen und wenn du bereit bist, dann startet durch.
Die Vorstellung ist tatsächlich beängstigender, als die Behandlung an sich.
Man geht zwar durch eine Gefühlsachterbahn, aber man weiß doch, wozu man es tut!
Alles Gute für euch!
katici

Beitrag von lila301 11.03.11 - 08:03 Uhr

Hallo Kia,

Lass dich erstmal #liebdrueck.

Deine Gedanken und Gefühle kann ich sehr gut nachvollziehen, wie wahrscheinlich jeder hier. Ich stecke nun mittlerweile im 5. KiWu Jahr. Ich habe verzögert durchlässige EL und mein Mann zu wenig bewegliche Spermien.

Nach 4 neg. IUIs stecke ich nun in der erst ICSI. Ich musste mich auch erst an den Gedanken gewöhnen eine "Reagenzglasbefruchtung" zu machen, aber das ist nun mal die letzte Möglichkeit doch noch eine Familie zu gründen. Vor einigen Jahren wäre an dieser Stelle Schluss gewesen. Ok, dann hätte man mit dem Thema KiWu abschließen müssen und einen Weg gefunden damit fertig zu werden.

Aber ich bin froh das wir noch eine weitere Chance haben unserem Glück näher zu kommen. Ich war soweit, das ich dachte, IUIs haben keinen Sinn mehr, deshalb haben wir mit dem Arzt entschieden den nächsten Schritt zu wagen. Wir haben uns dafür entschieden, da wir nicht eines Tages aufwachen wollten und nicht alles versucht zu haben.

Ich kann dir auch nicht sagen was passiert, wenn diese ICSI negativ ausfällt, ich weiß es nicht. Das Loch in das wir fallen wird wahrscheinlich sehr sehr groß sein. Aber wir sind der Meinung, den Schritt der ICSI gehen zu müssen, um dann falls es nach x-Versuchen nicht klappt, mit dem Thema KiWu abschließen zu können, mit dem Gedanken alles menschenmögliche dafür getan zu haben.

Ich wünsche Euch viel Kraft, egal wie ihr euch entscheidet und alles Gute!
LG Lila

Beitrag von pupi1210 11.03.11 - 12:33 Uhr

Ich kann nur sagen: BLEIB STARK!!! #blume

Ich bin im 39üz und obwohl ich wiedermal seht traurig sein werde, wenn es diesmal wieder nicht klappt, will ich nicht aufgeben...

Ich hoffe du überwindest dein Tiefpunkt

LG
Pupi:-)