Hilfe, das Finanzamt hat sich angekündigt!

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von silasindira 10.03.11 - 23:54 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich hab da ein kleines Problem - ich hatte von Mitte 2005 bis Mitte 2008 einen kleinen Teeladen, den ich verkauft habe.
Da wir nicht wirklich davon Leben konnten, und mein damaliger Mann auch selbständig war und sein Geschäft eher noch schlechter lief, haben wir den laden letztendlich verkauft. Auch wollte ich mich mehr um meinen Sohn kümmern können.

Steuern und alles wurde alles vorschriftsmässig gemacht und sogar für den Verkaufspreis habe ich brav Steuern gezahlt.
Es war ein kleiner Laden, alte Kasse, Buchhaltung wurde mit der Hand geschrieben und Rechnungen aufgehoben. Aber unser Steuerberater hat sich deswegen nicht beschwert und alles gebucht.

Jetzt ruft mich heute eine nette Dame vom Finanzamt an und sagt mir, daß ich bitte am 11.4. alle Unterlagen bringen soll - sie wollen eine Steuerprüfung machen.
Na super - letztes Jahr erst tausende Euros Steuern gezahlt für den Laden, Kredit dafür zahle ich noch die nächsten vier Jahre ab und nun das. Ich krieg meine Vergangenheit wohl nie von der Backe...

Also habe ich meinen Steuerberater angerufen und der meinte, daß da evtl. wieder mal Kosten auf mich zukommen würden. Warum??? Ich habe mir überhaupt nichts vorzuwerfen, irgendetwas verschwiegen zu haben - alles wurde korrekt gemacht, da bin ich mir sicher.

Jetzt ist die Frage bringe ich den ganzen Kram hin zum Finanzamt oder lasse ich die Prüfung beim Steuerberater machen. Er sagte, daß dies evtl. besser sei, weil er besser mit deren Fragen umgehen kann. Was ja auch stimmt, denn wenn ich von irgendwas keine Ahnung habe - dann von Steuern!!!!
Hat hier irgendjemand von den Selbständigen Erfharung damit? Habt ihr auch schon mal so eine Prüfung gehabt? Was für Kosten kommen auf mich zu? Wie teuer würde es schätzungsweise werden, wenn die Prüfung mein Steuerberater in die Hand nimmt?

Mein Steuerberater hat mir auch vorgeschlagen, daß ich alles zum Finanzamt bringe und bei Fragen auf ihn verweisen soll. Weil er wohl weiss, daß ich mir eine Steuerprüfung, die bei ihm stattfinden würde wohl nicht leisten kann.

Könnt ihr mir helfen? Büddde....
Ich habe mir nichts vorzuwerfen, aber trotzdem ziemlich schiss... auch vor den kommenden Kosten...

DANKESCHÖN im Vorraus!

Beitrag von sassi31 11.03.11 - 02:43 Uhr

Hallo,

erstmal tief durchatmen. Ich habe beim meinem Ex-AG mehrfach Steuerprüfer im Haus gehabt und die waren alle nett und umgänglich.

Ob du tatsächlich Nachzahlungen leisten musst, wird sich rausstellen. Da würde ich mich jetzt noch nicht verrückt machen.

Ich würde die Unterlagen beim Finanzamt abliefern und die Telefonnummer vom Steuerberater da lassen.

Gruß
Sassi

Beitrag von silasindira 11.03.11 - 08:07 Uhr

Danke schonmal für die beruhigende Antwort!

Vielleicht kommen ja noch mehr Antworten. Würde mich freuen!#liebdrueck

Beitrag von hasi1977 11.03.11 - 08:14 Uhr

Ich seh das auch so. Gib die Unterlagen beim FA ab und wenn die Fragen haben, rufen die von allein beim Stb an. Wenn du die Prüfung beim Stb machen lässt musst Du den auf jeden Fall bezahlen.

Wird schon gut gehen. Bei solch kleinen Betrieben läuft eigentlich nichts schief, außer der Stb hatte keine Ahnung.

*daumendrück* und alles Gute

Beitrag von vwpassat 11.03.11 - 08:50 Uhr

Die Aussage Deines Steuerberaters "Also habe ich meinen Steuerberater angerufen und der meinte, daß da evtl. wieder mal Kosten auf mich zukommen würden." finde ich absolut daneben.

Er soll ja eigentlich in erster Linie Deine Interessen vertreten. Im Umkehrschluss würde seine Aussage ja bedeuten, dass er seine eigene Arbeit anzweifelt. Finde ich merkwürdig.

Eine Steuerprüfung (wenn Du immer alles korrekt gemacht hast) ist eigentlich Formsache. Es werden bestimmte Firmen nach dem Zufallsprinzip ausgewählt bzw. wenn bestimmte Kriterien zutreffen (sicherlich der Verkauf des Geschäftes bei Dir).

Ich habe selbst eine hinter mir, schreibe evtl. dann noch was dazu.

Beitrag von silasindira 11.03.11 - 09:48 Uhr

Ja, da hast Du Recht, wenn ich darüber nachdenke.

Also die ersten 2,5 Jahre hat ein Steuerberater gemacht, der dann leider verstorben ist und das letzte halbe Jahr mein jetziger Steuerberater.

Vielleicht meint er mit Kosten, die seine Arbeit betreffen, wenn er die Prüfung bei sich machen lässt.

Ich habe ihn gestern nochmal angeschrieben, was es kosten würde, wenn die Prüfung bei ihm stattfinden würde.
Er nimmt für eine Stunde 80 Euro und rechnet bei mir grob so ca. 6-8 Stunden für die Prüfung.
Damit wäre ich arm...;-(((

Nun tendiere ich eher dazu, daß ich die Sachen zum Finanzamt bringe und hoffe, daß alles reibungslos geht.
Was meinst ihr?

Beitrag von vwpassat 11.03.11 - 10:03 Uhr

Dein jetziger Steuerberater scheint ein Abzocker zu sein und das ist noch vorsichtig ausgedrückt.

Die Prüfung mag solange dauern, allerdings ist die Arbeitskraft des Steuerberaters ganz sicher nicht für die ganze Zeit von Nöten, sondern höchstens für einen Bruchteil davon. Er ist ja dafür da, bestimmte Buchungen, Geschäftsvorfälle etc. zu erklären, falls es Nachfragen von seiten des Prüfers gibt.

Ich habe, wie bereits oben gepostet, bereits eine Steuerprüfung hinter mir. Und das ganz ohne fremde Hilfe.

Die Prüfer sind auch nur Menschen und machen ihren Job. Bei mir hatte sich die Prüferin angekündigt, und war zu mir gekommen. Sie wollte einen kleinen Einblick, wie ich mein Geschäft betreibe und bat dann darum, die Unterlagen der letzten 3 Jahre mit ins Amt nehmen zu dürfen. Ca. 3 Wochen später gab es dann ein Abschlußgespräch.

Beitrag von kitty1979 11.03.11 - 13:53 Uhr

Hallo!

Also ich arbeite bei einem Steuerberater. Wenn bei Mandanten von uns Prüfungen anstehen, finden die auch meistens bei uns statt, weil 1. die meisten Unterlagen bei uns sind, und wir 2. die anfallenden Fragen besser beantworten können.

Ich weiß nicht, wofür Dein Steuerberater 6-8 Stunden veranschlagen möchte, bei uns sitzt der Prüfer in einem separaten Raum und am Ende der Prüfung gibt es eine Abschlussbesprechung sofern etwas gefunden wurde.

Ansonsten sieht man den Prüfer nur auf dem Weg zur Toilette, zur Pause oder beim Kaffee-bringen ;-)

Ich würde an Deiner Stelle die Sachen direkt ins Finanzamt bringen, damit fährst Du sicherlich am Besten. So wahnsinnig viele Unterlagen wirst Du für so einen Teeladen ja nicht haben nehme ich mal an.

Mach Dir nicht so einen Kopf, Prüfer sind auch nur Menschen. Und die meisten sind sehr nett - wenn man ihnen auch so gegenübertritt.

Lg Nicole

Beitrag von sassi31 11.03.11 - 14:19 Uhr

Vielleicht ist deinem jetzigen Steuerberater auch etwas aufgefallen, was sein Vorgänger anders gemacht hat, als er selber es getan hätte und er hält es für nicht ganz ok.

Bring die Sache zum Finanzamt. Wenn dort Fragen auftreten, melden die sich schon. Entweder bei dir oder eben direkt beim Steuerberater, wenn du das möchtest.

Beitrag von peterpanter 11.03.11 - 10:18 Uhr

Hi,

bei einer BP können natürlich Kosten für den Stb. entstehen. Denn diese Bruderschaft nimmt es von den Lebenden.

Wenn alles korrekt gelaufen ist bzw. gut vergraben ist, dürfte es auch keine Nachzahlungen geben. Vielleicht hast Du ja auch zuviel Steuern bezahlt und bekommst etwas zurück - ist alles schon passiert ;-)


grüßle

peter

Beitrag von nele27 11.03.11 - 10:43 Uhr

Moin,

klar rät Dein Steuerberater Dir, die Prüfung bei ihm machen zu lassen... er verdient ja ordentlich Kohle dabei #augen Er scheint Dich mit dem Argument "da könnten Kosten auftreten" ködern zu wollen. Was ihm ja auch fast gelungen wäre.

Wenn Du Dir nichts vorzuwerfen hast, kannst Du das doch aber getrost ablehnen und das Finanzamt kommen lassen...

LG, Nele

Beitrag von manavgat 11.03.11 - 11:59 Uhr

Wenn es der Steuerberater macht, dann wird es teuer. Das meinte er mit: Kosten.

Gruß

Manavgat

Beitrag von jupp43 11.03.11 - 13:16 Uhr

Hallo,

komm erstmal runter, so schlimm kann das nicht werden. Ich würde so eine BP nicht ohne Steuerberater machen, da liegen zuviele Fallstricke rum. Allerdings bin ich selbst Steuerberater und natürlich etwas voreingenommen... #schein

wenn Du Dein Gewerbe aufgegeben hast, kommt automatisch die Steuerprüfung, das ist bei uns hier jedenfalls immer so. Es geht hierbei nicht darum, dass Du was verschwiegen hast, sondern ob bestimmte Dinge, die Du nicht verkauft hast, richtig bewertet wurden. Gerade bei so kleinen Läden ist aber meist nicht viel zu holen, also mach Dich nicht verrückt.

Wenn Du Angst vor höheren Kosten hast, kannst Du die Prüfung auch im Finanzamt machen lassen, den STeuerberater aber als Ansprechartner angeben, denn er weiß am Besten, wi er den Aufgabegewinn ermittelt hat.

Wenn Du noch Fragen hast, kannst Du Dich gerne melden, grne auch per PN.

LG Jupp