Wie lange ...

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von heson 11.03.11 - 09:52 Uhr

Hallo!

Ich wollte mal fragen, wie lange ihr so gebraucht habt, um die Trauer ... in den Griff zu kriegen, sag ich mal. Am 15.02.11 brachte ich in der 38. SSW unsere Tochter tot zur Welt und ... ich kann mir einfach nicht vorstellen, wieder arbeiten zu gehen. Ich kriege mein Leben, meinen Alltag, nur mit größter Mühe geregelt. Wenn ich mir vorstelle, ich müßte jeden Tag 70 km zur Arbeit und zurück fahren... Da krieg ich Panik. Dann krieg ich echt nichts mehr geregelt. Aber wann hört das mal auch bzw. wird besser? Ich bin jetzt bis zum 28.04. eh noch zu Hause, aber ... Ich bin einfach totunglücklich, tieftraurig und habe größte Sehnsucht nach meiner Kleinen .... #heul

Beitrag von schnuppelschaf1 11.03.11 - 10:05 Uhr

Hallo,

tut mir leid das du dieses mitmachen mußt.
Es ist das schrecklichste was einem passieren kann.
Hatte selber*nur*bis zur 18SSW dennoch trauere ich heute noch meinem Sohn nach:

Das kann ich dir nicht sagen.
Jeder verarbeitet das anders.

Das beste ist du suchst die eine Therapiegruppe.
In vielen Städten gibt es verwaiste Eltern als Gruppen.
Dort gibt es viele die das Gleiche mitgemacht haben wir ihr.
Dort kann man sich austauschen und erhält auch Hilfe.

Wünsche euch für die kommende Zeit viel viel Kraft!

Steffi mit Sternenkind Maximilian 18SSW

Beitrag von frechesdingnrw 11.03.11 - 11:47 Uhr

Ich hab Dir eine Pn geschrieben
#liebdrueck

Beitrag von jolinchen03 11.03.11 - 12:17 Uhr

Als erstes möchte ich dir mein allerherzlichstes Beileid ausprechen:-(. Es ist wirklich schlimm wenn einem so etwas passiert und das so kurz vorm Ziel.

Grundsätzlich kann man deine Frage gar nicht so konkret beantworten. Ich denke, jeder geht anders mit seiner Trauer um.

Ich habe im Jahr 2004 unsere Tochter zu den Sternen ziehen lassen müssen (6.Monat) und die erste Zeit war echt schlimm. Aber mit der Zeit wurd es besser/ertäglicher und heute habe ich es akzeptiert. Ich werde unsere Kleine niemals vergessen, aber ich kann heute wieder ein unbeschwertes Leben leben.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit.

Stille Grüße und eine #kerze für deine Maus

Beitrag von myimmortal1977 11.03.11 - 15:07 Uhr

#liebdrueck

Dein trauriges Erlebnis ist ja nun noch nicht lange her. Noch nicht mal einen Monat.

Trauerarbeit ist ein langwieriger Prozess, der viele, viele Facetten hat.

Wichtig für Dich ist in erster Linie, dass Du es schaffst, den Tod zu realisieren und früher oder später die Kraft findest, einen normalen Alltag zu leben.

Jeder Mensch geht damit anders um. Es gibt in der Hinsicht kein Patentrezept.

Ggf. ist es für Dich persönlich besser, zumindest für die erste akute Phase, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dich mit Menschen zu treffen, denen ähnliches wiederfahren ist.

Oftmals hilft es, das Gefühl zu bekommen, man ist nicht allein mit so einem Erlebnis. Beispiele zu finden, wie gehen andere damit um. Und sich das heraus picken zu können, was einem selber dabei hilft, das Schicksal in die korrekten Schubladen zu stecken und zu verarbeiten.

Warte nicht damit, Dir Hilfe zu holen. Sei auch nicht "zu stolz" dazu. Denke nicht, Du musst es allein schaffen, denn Du musst es nicht allein schaffen. Stark ist oftmals nur derjenige, der auch Hilfe annehmen kann und auch will.

Dir alles nur erdenklich Gute!

Janette

Beitrag von honeyfoot 13.03.11 - 18:03 Uhr

Hallo!

Lass dich ganz fest drücken!!!

Ich selbst habe unseren Sohn Clemens in der 37 SSW totgeboren. Das war am 4.8.2010 und seitdem ist unser Leben auch nicht mehr das, was es mal war... Ich gehe auch noch nicht arbeiten und es ist auch schon über 6 Monate her...

Ich will dir damit nur zeigen, jeder geht anders damit um. Einigen tut es gut, wieder arbeiten zu gehen, anderen nicht... und da gehören wir wohl dazu.

Ich kann dir nur empfehlen, such dir Hilfe!!! Mir tut der Austausch mit anderen Betroffenen sehr gut und deswegen gehen mein Mann und ich in eine Selbsthilfegruppe, durch die sich auch schon richtige Freundschaften entwickelt haben. Und ich gehe jede Woche zur Psychotherapeutin, die mir ebenfalls ans Herz legt, die Arbeit noch ein wenig ruhen zu lassen, da andere Dinge im Moment einfach wichtiger sind...

Wenn du magst, dann können wir gern per Nachricht uns ein wenig austauschen.

Drück dich fest!!! Du bist nicht allein mit deiner Trauer!!!

LG honeyfoot #liebdrueck