Wie sagen wir es den Kindern?

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von schosam 11.03.11 - 10:20 Uhr

Hallo zusammen,

hoffe ich bin hier richtig. Mein Mann hat seit längerem starke Rückenschmerzen was aber erst richtig rausgekommen ist als er seine Weisheitszähne rausbekommen hat und die Schmerztabletten abgesetzt hat. Ist ende Januar dann zum HA gegengen, der meinte nur, dass ein Nerv eingeklemmt ist Spritze rein und wird schon wieder. Ende der Woche war es immer noch nicht besser überweisung zum Orthopäden Termin erst für Montag der folgenden Woche bekommen (Donnerstag vormittag angerufen). Hat vom Orth. Kg und wärmetherapie verschrieben bekommen und Schmerztabletten, verdacht auf "Bandscheibenvorfall im Anfangsstadium" (Reaktion vom HA nicht schlecht die aussage ohne Kernspint). Nach einer Woche wieder hin zum Orthopäden endlich bekommt er Überweisung zur Kernspint Termin Freitag (waren am Dienstag beim Orthopäden). Besprechung mit dem Orthopäden erst am Montag der folgenden Woche. Fazit verdacht auf Zyste oder Tumor müssen in die Uniklinik, er traut sich das nicht zu (wenigstens ehrlich) haben zweieinhalb Wochen jetzt auf den Termin gewartet und waren dann gestern dran nur Vorbesprechung und Blutabnahme. Nächste Woche wird eine Probe entnommen und da wir es uns finanziell bei den Spritpreisen (unser Auto verträgt kein E10) nicht leisten täglich 170 Km zu fahren. Sind dann eben Rabeneltern und geben unsere Kinder zu den Großeltern und ich werde bei meiner Schwägerin die in der Nähe der Uniklinik wohnt übrnachten, kann eben auch sein, dass er nur eine Nacht drin bleiben muß Donnerstag Aufnahme und entnahme dann am Freitag wo er evtl. auch wieder entlassen wird wenn nicht erst am Samstag. Wollten sich gestern noch nicht festlegen mit dem Entlassungstag. Dadurch stellt sich jetzt eben die Frage wie genau sollen wir es unseren Kindern (große 6,5Jahre und kleiner fast 4Jahre) erklären? Die Große weiß nur, dass Papa Rückenschmerzen hat und er für Untersuchungen übernacht ins KH muß und da das KH etwas weiter weg ist, schlafe ich bei der Tante und sie und ihr Bruder dürfen bei Oma und Opa übernachten. Der Kleine weiß nur, das er bei Oma und Opa schlafen darf. Hab schon im Kiga mit der Erzieherin gesprochen, wo uns schon oft auch privat geholfen hat (z.B. als es bei uns mal in der Küche gebrannt hat wohnt nebenan) sie meinte so wenig wie möglich darüber reden. Merke aber irgendwie, dass es keine Lösung ist, die große nässt wieder ein (macht sich immer sehr viele Sorgen und ist sehr feinfühlig, hat auch gemerkt dass es mir nicht gut ging als ich letztes Jahr nen Abgang hatte) und ist tagsüber zickiger als sonst und der Kleine wird grad auch (so mein Gefühl) agressiver. Sollen wir jetzt mit ihnen reden oder lieber noch nicht und wenn reden wie am besten erklären? Sind ja eigentlich selber durch den Wind und wissen nicht recht damit umzugehen. Ach ja, der OA in der Uniklinik hat beim Anblich der Kernspinnt und der Röntgenbilder eine Zyste so gut wie ausgeschlossen, was also heißt zu 90% ein Tumor #schock.

Sorry für das lange texten, wußte nicht wie kleiner zusammenfassen.
Danke Euch gleich mal für Eure Antworten

schosam mit Familie

Beitrag von expressi 11.03.11 - 10:52 Uhr

Hallo Schosam,

ersteinmal wünsche ich natürlich alles Gute für die Untersuchung#klee. Bedenke bitte: Auch ein Tumor ist nicht gleich bösartig!
Also nicht gleich so schwarz sehen.
Auch seid Ihr ganz sicher keine Rabeneltern wenn die beiden für 1 oder 2 Nächte bei Oma und Opa bleiben!! Was sind wir denn dann, wenn wir die Kinder einfach auch mal für ein Wellnesswochenende bei den Großeltern parken#schein?

Mit den Kindern würde ich es machen wie Du das gemacht hast:
Der Papa hat Rückenschmerzen, muss dafür untersucht werden und eine ohne 2 Nächte im Krankenhaus bleiben. Mama fährt mit, die Kinder dürfen so lange bei Oma bleiben.

Ich nehme sehr stark an, das Deine Kinder merken, das Du so heftig durch den Wind bist. Daher das einnässen, zicken, agressive Verhalten.

Rede mit Deinen Kindern!! Sag den beiden, das Du es garnicht schön findest, das der Papa Schmerzen hat und das Du Dir Sorgen machst. Das merkt sie ja sowieso! Dadurch, das es totgeschwiegen wird, wird das doch alles nur noch bedrohlicher für die Kinder. Drüber reden hilft auch den Kindern!

Zeige Deinen Kindern ruhig offen, das Du Dich sorgst, vermittele aber immer, das die Untersuchung etwas gutes und positives ist. Der Papa wird untersucht, dann kann man rausfinden was genau er hat und er kann die entsprechende Medizin/Operation bekommen, damit es ihm besser geht. Das ist doch auch für 6 und 4 Jährige schon gut zu verstehen.

Meine Große (fast 4) weiss auch, das der Opa am Herzen operiert worden ist, weil es ihm nicht so gut ging und er jetzt Tabletten nimmt, damit es ihm nicht wieder schlecht geht. Sie fragt ihn sogar immer mit leicht "drohendem" Unterton ob er denn seine Tabletten schon genommen ha#nananat.

Viele Grüße

Expressi

Beitrag von schosam 13.03.11 - 20:49 Uhr

Hallo Expressi

Danke für Deine lieben Worte, ich klammer mich wenn ich nicht grad hoffe dass er gutartig ist noch an die letzten 10% wo noch für die Zyste steht.
Mit den Kindern geht es wieder etwas besser und sie freuen sich auf die Zeit bei den Großeltern. Mit dem Bettnässen hab ich jetzt erstmal kurzen Prozess gemacht und der Großen wieder Windel angezogen und wecke sie weiterhin noch knapp drei Stunden nachdem sie ins Bett gegangen ist für einmal Klo gehen.

Versuche meinem Mann grad das Positive denken näher zubringen, hoffe ich schaffe das noch. Hab zur "Ablenkung" mit ihm über Namen für unser drittes Kind (bin im 4.Monat#schwanger) diskutiert, da hat er dann auch wieder positiver in die Zukunft geschaut.

Von meinem Chef hab ich auch schon das ok bekommen, dass ich soviel zuhause bleiben kann wie mein Mann und meine Kinder mich brauchen und das obwohl er einer Kollegin aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt hat und ich ihren Wochentag übernehmen hätte sollen und jeden Samstag gehen müßte ab April.

LG und nochmals Danke für Deine liebe Antwort

schosam

Beitrag von melle_20 11.03.11 - 15:34 Uhr

Als aller erstes wünsche ich euch viel Karft um das alles durchzustehen...

Aber Krebs heisst nicht gleich bösartig, glaubt erstmal ans gute.

Eure grosse ist so alt wie meine...Sie wird nun 7 im Mai...Ich würde ihr erklären dass der Papa eben da was hat was man operieren muss und es Papa dann wieder besser geht.

Meine grosse hat ihn ihrem Leben bisher nun 3 Leute gehen lassen müssen..das erste mal wars der UrOpa da hat sie sich mit ihren 4 jahren schon sehr dafür interessiert warum ein Mensch sowas bekommen kann...Dann verlor sie 2008 ihren heissgeliebten Opa ( mein vater) sie war jeden Tag bei ihm, hat diese langen 8 wochen im Kh besser weggesteckt wie wir...Sie hat ihn geknuddelt usw...Wo man denkt ein Kind steckt sowas nicht einfach so weg.

Bei meinem Vater haben wir ihr erklärt was passiert ist,er hatte eine Hirnblutung und einen Hirnschlag, da sie das genau wissen wollte haben wir ihr ein Buch gekauft wo der Menschlcihe körper drine ist.

Ich würde es immer wieder so machen und von vorne an den Kindern sagen was los ist wenn sie das Alter dazu haben...

Ich wünsche euch vielllll kraft und alles gute

LG

Melanie

Beitrag von schosam 13.03.11 - 20:58 Uhr

Hallo Melanie

vielen lieben Dank für Deine Antwort und die lieben Wünsche. Haben mit ihnen geredet und sie werden wieder ruhiger (obwohl ich der Großen zur Sicherheit grad wieder Windel anziehe) und freuen sich auf ein paar Tage bei den Großeltern. Wir versuchen auch positiv zu denken (mein Mann leider nicht so sehr wie ich) was leider nicht immer einfach ist.

Werde jetzt auch von meinem Chef doch nicht so viel eingesetzt wie eigentlich vor ein paar Wochen ausgemacht, damit ich genug Zeit für meinen Mann und natürlich auch für meine Kinder habe. Meinen Mann konnte ich jetzt am Wochenende etwas ablenken in dem ich mit ihm Namen gesucht habe für unseren nächsten Nachwuchs (bin im 4.Monat #schwanger) was dann auch schon keine schlechte idee war und er mal wieder ruhiger schlafen konnte.

LG und nochmals Danke für Deine Antwort

schosam