Habe nach FG im Sept.2010, begonnen, FG mehr zu verarbeiten

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von asti-82 11.03.11 - 12:18 Uhr

Huhu ihr lieben und armen #stern-Mamis und Leidensgenossinnen,

ich hatte im Sept. 2010 eine FG mit AS (MA) bei 11+5 und das hat mich damals schon total umgehauen, v.a. weils so total überraschend kam für mich und aus heiterem HImmel. Hätte nie gedacht, dass das auch mich betreffen könnte, naiv, irgendwie, aber naja...

War damals echt total traurig und fertig, habe viel mit meinem Mann geredet, im Internet recherchiert und gelesen, Gedichte über Sternenkinder gelesen etc. Dann hatte mich der Alltag und die Arbeitswelt aber relativ schnell wieder und ich dachte eigtl, dass ich mich gefangen hätte, auch wenn der Schmerz natürlich noch da war.

Und als ich im Jan. wieder nen neuen SS-Test in der Hand hielt, der mir mein 2. Wunder ankündigte, war ich sehr glücklich, aber natürlich auch sehr ängstlich und besorgt um meinen neuen Wurm...

Doch es ging bis jetzt relativ gut (außer mehrmals Schmierblutungen, die ich mit Utro in den Griff bekommen habe), und trotzdem war ich mehr als besorgt und bangte vor jedem FA und habe immer wieder mehr Sorge als Hoffnung gehabt.

Und nun war ich letzte Woche auf Besinnungstagen (Exerzitien) und habe mich da nochmal bewusst mit dem Thema Schwangerschaft, der jetzigen und der FG beschäftigt.

Ich habe mich 2 Tage lang mit der FG beschäftigt, darüber gesprochen, viel geweint und getrauert und um mein kleines #stern gebetet. Es ist und bleibt mein 1. Kind und hat einen Platz in meinem Herzen und wird nie daraus verschwinden. Und dass ist traurig und auch sehr schön.
Ich habe meinem KInd einen Brief in den Himmel geschrieben, und all das gesagt, was mir auf dem Herzen lag. Das hat mir sehr gut getan, auch wenn ich dabei viel geweint habe. Am 2. Tag bin ich dann zufällig auf einen Friedhof gestoßen, habe dort noch einmal mein Kind Gott ganz besonders anvertraut, dass er darauf aufpassen soll und es beschützen soll. Vor einem Kindergrab war ich meinem Kind dann in Gedanken besonders nahe (wir waren noch nie auf dem Sammelgrab, wo unser #stern wohl beigesetzt wurde, wie es in den Papieren des KH stand). Ich habe gemerkt, dass mir ein Ort zum Trauern fehlte...

Dann habe ich auf dem Heimweg beim Friedhofseingang einen kleinen weißen Stein gefunden und mitgenommen.

Auf diesen Stein habe ich verschiedene Dinge geschrieben und gemalt:

"Mein liebstes Sternenkind" "Mein kleines Fischlein" (Habe am Anfang meinen Mann immmer Fischlein genannt), "Wir lieben dich für immer", dann noch Herzen, Sterne und Kreuze.

Dann bin ich zu einem schönen Platz gegangen, wo ganz viele Schneeglöckchen blühten. Dazwischen habe ich den Stein gelegt, habe den Brief noch einmal vorgelesen, viel geweint und ganz arg für mein Sternenbaby gebetet und mich so ganz bewusst von ihm verabschiedet.

Das hat mir geholfen, auch wenn mir jetzt beim Schreiben schon wieder etwas die Tränen kommen...

Ich musste ganz bewusst noch einmal Abschied von meinem Baby nehmen, und konnte das aber auch jetzt erst, fast ein halbes Jahr später erst so richtig tun. Die erste Schwangerschaft war für mich ein absolutes Hochgefühl, so glücklich war ich noch nie und so wohl in meiner Haut habe ich mich noch nie gefühlt. Ich bin dankbar für diese Erfahrung, und dafür, dass ich schon mein 1. Kind so wahnsinnig lieben durfte. Die jetzige SS ist anders, weniger Hochgefühl, aber genausoviel Liebe #verliebt

Nun kann ich mich besser für die neue Schwangerschaft öffnen, ohne dabei mein 1. Kind zu vergessen. Ich bin 2fache Mama, und hoffe, dass ich immerhin mein 2. Kind im Arm halten darf und es gesund sein wird. Ich versuche nun, wirklich "guter" Hoffnung zu sein, auch wenn mich Ängste und Sorgen natürlich immer wieder einholen...

Euch anderen Sternenmamis will ich sagen: Vielleicht dauert es manchmal länger, mit dem Verarbeiten eines so schrecklichen erlebnisses zu beginnen. Ich wollte mich erst nicht so bewusst damit auseinandersetzen, erst recht nicht wenn mein Mann dabei ist, weil er dann auch gleich wieder traurig wurde.
Und doch haben mir diese Tage sehr gut getan, auch wenn sie sehr schmerzlich und traurig für mich waren. Irgendwann kommt auch bei euch der Zeitpunkt, wo so etwas vielleicht an der Reihe ist und ich wünsche euch sehr, dass auch euch das helfen wird. Vielleicht bekommt ihr auch Ideen von meinem langen Bericht.

Sorry, es ist sehr lang geworden #hicks, aber es tat gut, das noch einmal aufzuschreiben und vielleicht hilft euch ja auch dieser Bericht ein wenig... :-)

Ich wünsche euch alles Liebe und dass ihr vielleicht auch bald "Guter Hoffnung" sein dürft.#winke

Asti mit ihren beiden Kindern

#stern im Herzen (11+5) und Minibauchzwerg #ei (13+0)

P.S: versuch mal, ein Bild vom Stein bei den Schneeglöckchen hochzuladen.

Beitrag von sumpfhuhnbine 11.03.11 - 12:28 Uhr

Hallo,

ich wünsche Dir alles Gute für Deinen Minibauchzwerg.
Das ist echt ein schöner Beitrag von Dir.
Ich habe zwei Kinder (5 Jahre und 1,5 Jahre) dazwischen hatte ich eine FG in der 8. Woche und ich hätte vorher nie gedacht, dass mich sowas so umhaut. Heute noch denke ich, da fehlt ein Kind.
Ich gehe öfters auf den Friedhof, wo die Kindergräber sind und lege dort eine Rose nieder für mein Kind. Es ist zwar da nicht begraben, aber das wird immer mein Ort bleiben um daran zu denken!!!
Habe damals auch einen Brief geschrieben und dort nieder gelegt,.

Liebe Grüße Sabine

Beitrag von glimmerfee 11.03.11 - 12:34 Uhr

Hallo Asti,

erstmal eine #kerze für dein #stern

Das hast du sehr schön geschrieben und auch ich konnte mir beim Lesen die Tränen kaum verdrücken.

Ich wünsche dir für die jetztige Schwangerschaft alles Gute. Man merkt bei dir, dass du nun wirklich bereit dafür bist. Alles wird gut!

gglg

Nicole mit #stern 9 SSW fest im #herzlich

Beitrag von wertvoll 11.03.11 - 20:04 Uhr

Ich finde Deinen Bericht anrührend und freue mich sehr, dass Du so eine positive Erfahrung mit Exerzitien gemacht hast. Auch finde ich es beeindruckend, welche schönen Wege Du für Dich gefunden hats, um Abschied zu nehmen. Ich hoffe, dass es mir und auch den anderen Betroffenen hier gelingt, so gute Wege zum Verarbeiten zu finden.

wertvoll (die ihren kleinen Kämpfer nach nur drei Tagen leben auf dieser Welt in der 27. SSw. im Sept. 2010 verloren hat)