Montessori Schule gründen. Geht das so einfach?

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Beitrag von liz 11.03.11 - 21:31 Uhr

Hallo!

Ich komme aus Österreich. Genau gesagt, aus einem kleinen Ort in der Nähe von Linz. Ich habe 2 Kinder (4,5 und fast 3).

Nun beschäftigt mich jetzt schon die Schulfrage. Immerhin wird Dominik im September 2012 eingeschult. Nur, keine der beiden VS hier im Ort sagen mir wirklich zu. Ihn nach Linz fahren zu lassen (25 km einfache Strecke) auch nicht (immerhin war er dann grade 6).

Nun bin ich immer schon jemand gewesen der gerne einen Kindergarten oder eine Krabbelstube "eröffnet" hätte. Warum? Das ist eine lange Geschichte und ist nun nicht Gegenstand meines Threads.

Nun ist diese Idee wieder neu aufgeflammt. Diesmal in Form einer Schule. Ich habe nun überlegt, hier eine Schule aufzubauen, die nach Montessori unterrichtet da mir dieses Konzept zusagt.

Was meint ihr, was braucht es dazu? Von welcher Seite wird man als (Privat)schule unterstützt? Wie kann ich das ganze angehen? Ich würde mich über Input sehr freuen und bin über alles dankbar was ihr mir zu diesem Thema mitgeben könnt. (Anregungen, Tipps, Wissen und natürlich auch Kritik)

Danke und liebe Grüße
liz

Beitrag von galeia 11.03.11 - 21:48 Uhr

Wie einfach das ganze ist, kann ich dir nicht sagen, hier hat vor 2-3 Jahren eine Privatschule eröffnet, vielleicht kann man dir dort mit praktischen Tipps weiterhelfen? Ist allerdings eine deutsche Schule, die hier mittlerweile sehr anerkannt und erfolgreich arbeitet.

http://www.ostseeschule-flensburg.de/wir-ueber-uns.html

FG
H. #klee

Beitrag von liz 11.03.11 - 22:11 Uhr

Danke für den Link. Hab gleich mal reingeschaut und werde nächste Woche Kontakt mit denen aufnehmen. Möglich dass man dort Antworten für mich hat.

lg liz

Beitrag von fienchen1101 11.03.11 - 21:58 Uhr

Hallo,

<<<Geht das so einfach?<<<

Na klar. Wenn du ein paar Milliönchen auf deinem Konto hast; und auch sehr gute Beziehungen zu den Behörden; dann geht das so einfach.

Alternativ kannst du auch solvente Sponsoren suchen, die dir deine eigene Schule finanzieren.

Ich vermute, bis die Schule steht, sind deine Kinder schon fast aus dem Schulalter rausgewachsen.

Gruß

Ps: Auf welche Ideen so manche Leute kommen? #kratz

Beitrag von liz 11.03.11 - 22:10 Uhr

Hallo!

Danke für deine "nette" und "konstruktive" Antwort.
Mit einfach meinte ich nicht, so "ach stell ma mal ne Schule auf". Meine Frage war danach eher, kann man denn einfach so eine SChule gründen. Oder bedarf es da einer pädagogischen Ausbildung (die zb ich ja nicht habe).

Dass im Vorfeld einige Planungen kommen und das nicht einfach in 1 Jahr alles steht, ist auch mir klar. Da ich mich bisher mit dem Thema Schulgründung nicht beschäftigt habe, kann ich ja auch nicht wissen worauf zu achten ist.

Oft sind bei Urbia Leute aus einem gewissen Fachgebiet und können eine durchaus qualifizierte Antwort geben.

Hinter jeder großen Sache, stand irgenwann mal die Idee, der Wunsch. Und wenn niemand beginnt, wird das auch nix.

Gruß zurück

Beitrag von sunnygirl81 11.03.11 - 22:16 Uhr

Hallo Liz!

Ich weiß es auch nicht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass man als kleiner Bürger nicht einfach GründerIn einer Schule werden kann.
Bei uns ist es nicht mal möglich, dass ich mir die Schule aussuche, obwohl wir 2 Schulen im Ort haben. Das machen dann Direktor und Bürgermeister, so viel hat man bei uns zu sagen.

LG
Sunnygirl

Beitrag von liz 11.03.11 - 22:27 Uhr

Hallo!

Also bei uns geht das schon. Ich könnte sogar mein Kind nach Linz in die Schule schicken. Will ich aber gar nicht. *gg*
Warum sollte es als kleiner Bürger nicht gehen?

lg liz

Beitrag von fienchen1101 11.03.11 - 22:20 Uhr

Auch wenn meine Antwort sehr ironisch klang, so falsch ist sie dennoch nicht.

Ohne Moos nix los.

Zur Frage, ob man selbst eine Schule gründen kann: Ich denke ja. Man kann ja auch nen Friseursalon aufmachen, ohne Friseur zu sein. (reicht aus, wenn einer der Angestellten Friseur-Meister ist)

<<Hinter jeder großen Sache, stand irgenwann mal die Idee, der Wunsch. Und wenn niemand beginnt, wird das auch nix. <<<

Sicher. Aber ohne Geld und Connections, wirst du nicht weit kommen mit deinem Wunsch.

Beitrag von liz 11.03.11 - 22:24 Uhr

Hallo!

Also Connections hab ich zumindest mal. *gg* Ich kenne unsere Frau Bürgermeisterin und quatsche manchmal mit ihr. Das wäre doch mal ein guter Anfang. Ausserdem hab ich mir nun die Mail Adresse der Montessori Schule in Linz aufgeschrieben. Ich bin mir sicher, dass auch die gute Ideen und hilfreiche Tipps haben.

Natürlich ist es auch eine Geldsache. Aber ich bin mir sicher, dass ich hier im Ort nicht alleine da stehe mit der Idee. Und dann kann man ja mal schauen, was sich verwirklichen lässt.

Beitrag von fienchen1101 11.03.11 - 22:34 Uhr

Unter Connections verstehe ich wichtige Leute, die sehr viel Geld haben und es gern gut anlegen möchten. Eine Bürgermeisterin zählt sehr wahrscheinlich nicht dazu. (Ich kenne unseren Bürgermeister auch persönlich, haben auch schon desöfteren zusammen mal einen über den Durst getrunken.) Der würde mir nen Vogel zeigen, wenn ich ihn fragen würde, ob er mir für meine Privatschule ein paar Millionen zuschießen würde.

Das hier hab ich in einem anderen Forum gefunden:

http://www.montessori-shop.de/forum/montessori-schulen/54-montessori-schule-gruenden-wie-geht-das.html

Beitrag von liz 11.03.11 - 22:38 Uhr

Danke für den Link. Naja ist mir klar dass auch unsere Bgm nicht Millionen locker macht. Aber immerhin kann auch sie mir sicher Tipps geben wie man weiter vorgehen könnte

Beitrag von fienchen1101 11.03.11 - 22:41 Uhr

ich nochmal.

Hab noch nen interessanten Link. (letzter Beitrag ganz unten) Dort will eine Elterninitiative in Wien eine M.-Schule gründen.

http://montessori-online.org/foren/archiv/fruehere-beitraege-bis-07072008/gruendung-einer-schule

Beitrag von knutschkugel4 11.03.11 - 22:54 Uhr

ganz ehrlich -ich hab mir nun alles durchgelesen



und


vergess deinen grundgedanken#schwitz


du wirst es nicht schaffen in dieser kurzen zeit eine schule auf die beine aufzustellen

zu den konzept wil ich nix sagen-aber es gibt auch gesetzliche vorlagen und nur weil du Fr. bürgermeisterin kennst;-)-das wird nicht so einfach klappen


esgibt gesetzliche vorlagen und auch die wirst du einhalten müssen;-)



lg dany

Beitrag von gaia1976 12.03.11 - 00:01 Uhr

Hey,

ich finde es prima, dass Du motiviert bist, Dich für Deine Kinder zu engagieren.

Und da Du eine "besondere" Schule planst, würden vermutlich ja auch Kinder aus einiger Entfernung dazu kommen.

Alles in Allem keine schlechte Idee.

Der erste Schritt wäre wahrscheinlich der, dass Du einen Förderverein gründest, ihr gemeinsam ein Konzept entwickelt, zuseht,dass genügend Gelder (Mitgliedsbeiträge, Spenden,etc.) zur Verfügung stehen, geeignete Räumlichkeiten baut, kauft oder mietet, einen Wirtschafts- und Finanzplan, geeignetes Lehrpersonal, ...

Zum weiteren Verlauf läßt sich bei Google einiges finden:

http://www.progredi.de/schulgruendung/

http://www.tagesspiegel.de/zeitung/was-gehoert-zur-gruendung-einer-freien-schule/1326346.html

KENNST DU DAS? Das könnte Dir wohl am ehesten weiterrhelfen!!!!!!!!!

http://montessori-online.org/foren/archiv/fruehere-beitraege-bis-07072008/gruendung-einer-schule

Liebe Grüße und lass von Dir hören!
Gaia

Beitrag von dore1977 12.03.11 - 09:09 Uhr

Hallo,

natürlich geht das! Du brauchst allerdings gute Nerven, jede Menge Idealismus, einen guten Draht zu Behörden usw usw...

Vor ein paar Jahren wurde diese Schule bei uns in der Nähe aufgemacht. (Ca 30km weiter) Die Leute rennen denen die "Bude" ein. Sie haben sogar eine 2te Schule aufgemacht.
Möglich ist es!

http://leibniz-privatschule.de/

LG dore

Beitrag von delfinchen 12.03.11 - 09:14 Uhr

Hallo,

nein, das geht nicht "so einfach".

Erstmal braucht man viel Geld, und das ist das kleinste Problem.

Man braucht Personal, dass die entsprechende AUsbildung hat, mus Konzepte vorlegen, Schulprofile erstellen etc.

Wenn das so einfach wäre, würde ich schon längst meine eigene Schule leiten.

LG,
delfinchen

Beitrag von _traurige_ 12.03.11 - 10:15 Uhr

Hallo,

um in Österreich eine Schule "leiten" zu dürfen, muss man ausgebildeter Pädagoge sein.
DH. man muss vorher Pädak gegangen sein, als Lehrer gearbeitet haben und dann muss man mind. 40 Jahre alt sein um überhaupt sich als Schulleiter zu bewerben. (so ist das Recht bei öffentlichen Schulen.)

In meinem Arbeitsgebiet haben wir auch eine Privatschule und zwar auch Montessori - und die haben auch erst nach 3 Jahren Vorarbeit und vielen Konflikten die Schule eröffnen dürfen. Die Schule bekommt aber, da sie nur Öffentlichkeitsrechte hat - keine Förderungen! Muss alles von den Eltern und Sponsoren bezahlt werden ....

Also, überleg dir dass lieber gut. Rede lieber mal mit der Schulleitung der VS in deiner Nähe. Vielleicht gibt es mehr Eltern die die Montessoriform bevorzugen würden.

Liebe Grüße
Manuela

Beitrag von mariajuana 10.04.11 - 00:03 Uhr

Hallo,


es ist machbar... meine Tochter geht jetzt seit letzten Sommer auf eine Waldorfschule im Hünsrück/Deutschland. Diese Schule läuft jetzt seit 3 Jahren und wird im kommenden 4. Jahr zum ersten Mal staatlich gefördert. Die staatliche Förderung deckt in etwa die Personalkosten. Die restlichen Kosten müssen von den Elternbeiträgen und Spenden gedeckt werden. Der Elternverein hat sich 3 Jahre zuvor gebildet und die Eltern (keiner von ihnen ist Millionär!) haben die Schule aus eigener Kraft und mit Hilfen von Spenden aufgebaut. Es gibt eine Bank, die extra für Waldorfschulen Kredite herausgibt, mit diesen Krediten konnte dann ein Gebäude mit Grundstück direkt am Wald gekauft werden. Ich war bei der Aufbauphase nicht dabei, aber ich muss sagen, die Eltern haben eine Menge geschafft, was keiner am Anfang für möglich gehalten hätte, dass es funktionieren würde. Mitterlweile führt die Schule 7 Klassen (Kombiklassen) und hat ingesesamt 63 Schüler, angegliedert gibt es noch einen Waldwaldorfkindergarten. Alle packen mit an und es ist unsere Schule.

Was die Ausbildung der Lehrer betrifft, weiss ich nicht wie es im Montessoribereich gehandhabt wird, aber eine Waldorflehrerin hat nicht unbedingt eine abgeschlossene Berufsausbildung als Lehrerin, sondern es gibt eigene Fachhochschulen, die ausschliesslich Waldorflehrer ausbilden, meisten haben die Unterstufenlehrer eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung. Bei uns auf der Schule gab es zu Beginn pro Klasse eine Klassenlehrerin und eine Teamerin. Die Teamierinnen haben berufsbegleitend eine Ausbildung zur Waldorfkalssenlehrerin begonnen und können heute ihre eigene Klasse führen. Mit den 2 Lehrern war leider auf Dauer nicht finanzierbar, aber es ist auch ok mit einem Lehrer.


Wir könnten sicher noch Sponsoren gebrauchen und an der Schule muss noch viel getan werden, aber für unsere Kinder ist es jetzt schon ein Paradies und ich bin sehr glücklich, dass es Eltern gab, die mit so viel Optimismus an dieses Projekt herangegangen sind :-)

Also nur Mut :-)


Liebe Grüße Juana