abschied vom vater am offenen sarg?

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von selma1975 12.03.11 - 07:19 Uhr

hallo ihr lieben,
mein schwager ist vor 2 tagen ganz plötzlich gestorben im alter von 30 jahren.
am montag wird er noch einmal aufgebahrt,damit die angehörigen abschied nehmen können.
ich fragte meine schwester,ob sie die kinder auch mitnimmt,aber das möchte sie eher nicht.
ich finde aber das es für die kinder wichtig wäre,sich von ihrem vater zu verabschieden.
ich durfte meine omi noch einmal sehen,nachdem sie gestorben war,und fand es damals sehr wichtig noch einmal " tschüss" sagen zu können,bei meinem opi hat mir das dann sehr gefehlt.
was meint ihr?
sollte sie zumindest den "grossen" fragen,ob er seinen papi noch einmal sehen will,er ist fast 10.
die kleine ist erst 4,5 jahre alt,da bin ich mir selbst unschlüssig.
ich würde mich über antworten sehr freuen

Beitrag von schnuffel0704 12.03.11 - 07:38 Uhr

Guten Morgen,

das mit deinem Schwager tut mir sehr leid.
Ich gebe dir Recht das man wenigstens deinem großen Neffen die Entscheidung überlassen sollte ob er den Vater noch einmal sehen will.
Vielleicht würde ich die Kleine auch wenigstens fragen, ich weiß ja nicht in wie weit sie das alles schon verstanden hat.
Ich weiß noch als mein Opa starb war ich acht, meine Eltern hatten für mich entschieden das ich Opa nicht noch einmal sehen sollte, obwohl er friedlich ausgesehen haben soll, also hlat nicht entstellt.

Ich war jahrelang sehr sauer das man mich nicht selber hat entscheiden lassen.
man meint es als Eltern immer gut mit seinen Kindern und möchte nur das Beste, aber wissen wir das wirklich immer?

Thomas war vier als meine Oma starb und fünf bei der Anderen, ich habe ihn die erste Oma nicht noch mal sehen lassen da er sie im Altenheim schon länger nicht mehr besucht hatte und so auch nicht wußte das sie zum schluß stark abgebaut hat.
Er hätte sich erschrocken und das wollte ich ihm nicht antuen.
Bei meiner anderen Oma war es ähnlich.

Ich glaube es wäre wichtig Abschied nehmen zu können von dem Vater, denn wie du schreibst ist er ja plötzlich gestorben und die Kinder hatten noch gar nicht die Zeit das zu verstehen.
Und wie du schon schreibst denke ich auch könne sie damit besser umgehen als wenn er ein für allemal weg ist und nur noch das Grab und der Stein an den Papa erinnern.

Ich wünsche dir, deiner Schwester, den Kindern und dem Rest eurer Familie und Freunden ganz viel Kraft für diese Zeit und viel Unterstützung in der Trauerarbeit auch für die Kinder.

Alles Gute Tanja
#kerze#kerze

Beitrag von syldine 12.03.11 - 07:40 Uhr

Nein! Ich stimme deiner Schwester ganz und gar zu - denn ich kann mich gut an "meinen ersten Toten" mit 12 Jahren erinnern. Die Kinder werden nie wieder als erstes an ihren Vater denken, wie er war als er noch gelebt hat --- ihnen wird immer zuerst das Bild von der Leiche im Sarg vor Augen stehen....
Und wir brauchen auch nicht drumherum reden: eine Leiche sieht immer anders aus, als die lebende Person und damit würdet ihr den Kindern ein wichtiges Stück Erinnerung verdunkeln.
LG

Beitrag von sanny72 13.03.11 - 22:11 Uhr

Hallo #winke
#pro seh ich genauso.Und wer sagt,Tote sehen aus als ob sie schlafen,hat noch nie einen Toten gesehen !
LG Sanny72,die als Krankenschwester schon einige Verstorbene gesehen hat.

Beitrag von schullek 14.03.11 - 14:30 Uhr

obwohl ich weder gänzlich dafür noch gänzlich dagegen bin, stimme ich dir nicht zu:
"Die Kinder werden nie wieder als erstes an ihren Vater denken, wie er war als er noch gelebt hat --- ihnen wird immer zuerst das Bild von der Leiche im Sarg vor Augen stehen.... "

meine schwester war 10 udn ich 14, als unser vater starb udn wir ihn noch einmal sahen. wenn ich an ihn denke habe ich noch nie zuerst dieses bild vor augen gehabt. n ur wenn ich direkt daran denke sehe ich ihn so. und auch meiner schwester geht es so. denken wir an ihn, sehen wir ihn eher in bildern, wie er war. wir waren zu jung udn das ganze zu lange her, als dass wir uns wie in einem video erinnern würden. wie gesagt, eher bilder, aber nie das im sarg.
und auch wenn der anblick mehr als schmerzlich war, kann ich daran denken und vom geliebten lebenden menschen abstrahieren.

lg

Beitrag von xxichxx 12.03.11 - 07:43 Uhr

hallo selma,
also ich kann da nur von mir sprechen,ich habe mich nochmal von meinem vater verabschiedet und würde es NICHT nocheinmal tun.
Ich war damals 19 und mich lässt dieses bild bis heute nicht mehr los :-(denn tote sehen einfach anders aus...bis heute (30 Jahre alt)hab ich nur das bild von meinem vater,wie er tot im sarg lag und nicht mehr ein bild vor augen,wie er zu lebzeiten war.gerade bei kindern würde ich mir das überlegen....kinder müssen nicht ihren verstorbenen vater sehen-sie sollen ihn lieber so in erinnerung behalten wie er gelacht und mit ihnen gespielt hat etc.-aber nicht wie er blass und leblos vor ihnen liegt.
also wie schon erwähnt,dass sind meine erfahrungen,aber jeder muss das für sich entscheiden und geht wahrscheinlich anders damit um...
glg xxichxx

Beitrag von sillysilly 12.03.11 - 08:01 Uhr

Hallo

so wo sich alle gleichzeitig verabschieden, quasi in der Öffentlichkeit, weiß ich nicht ob ich es machen würde ........
aber Verabschieden finde ich schon sehr wichtig, sonst kann man es nur schwer "begreifen"
Ging sogar mir so.


meine Mama ist im Dezember gestorben
meine Kinder gerade 6 und 3,5 wollten sich unbedingt von ihr verabschieden.
Sie konnten es einfach nicht glauben, machten sich Sorgen -( ob die Oma nicht friert so ohne Jacke ) und bestanden regelrecht darauf
besonders meine Kleine schrie regelrecht sie will ihre Oma sehen

Ich war eher zögerlich

wir hatten eine tolle Trauerbegleiterin ( spezialisiert auf Abschiede von Kindern ) meinte, wenn die Kinder wollen soll man es sie machen lassen
die Kinder können das selbst entscheiden und lassen nur das an sich ran was sie verkraften können
und das sonst die Oma für sie immer im Pflegeheim sitzen bleiben wird, und sie sie ganz schwer los lassen können
Sie sollten Abschied nehmen um es zu verstehen

Wir haben sie dann sanft vorbereitet
haben erklärt was Tod ist, das die Oma nicht mehr in der "Hülle" Körper ist, vorher ein Bilderbuch zum Thema angeschaut, ect.


Wir sind dann mit den Kindern hin, und es war in einem sehr behütetem Rahmen -
ein toller Vorraum - wo man es sich auch noch anders überlegen könnte - alles helles Holz, Milchglas die Fenster, mit Kindersitzecke -
dann hinter der Tür war sie dann und wir konnten das ganz behutsam angehen -
und haben die Kinder nochmals gefragt ob sie es wollen

Meine Mutter war toll her gerichtet, der Sarg war auf lila Tüchern, überall Blumen, Kerzen - wirklich toll gemacht
Meine Große hat mit der Oma geredet, sie gestreichelt obwohl es echt schwer für sie war
Die Kleine wollte erstmal wieder raus ..... besprach mit Papa einiges ..... und wollte dann aber nochmals zur Oma rein. Papa mußte der Oma dann sagen, was sie ihr eigentlich sagen wollte
Wir hatten 2 Std. zur Verfügung

War schrecklich traurig aber gut
Wir hatten noch Papierkreuze bemalt - mit Fotos beklebt, Bilder gemalt und zur Oma in den Sarg gelegt.

Meine Kinder waren danach schon sehr betroffen, aber nicht geschockt ..... und sie konnten verstehen, daß die Oma wirklich nicht mehr da ist.
Natürlich war dann Tod und Sterben ein Thema, aber das gehört zum Leben dazu


Eine Freundin von mir kannte die Geschichte von uns, und deren Opa ist auch gestorben. Und aufgrund von meinen Erzählung hat sie ihre Kinder auch vom Opa Abschied nehmen lassen


Grüße Silly

Beitrag von schullek 14.03.11 - 14:33 Uhr

mir sind gerade die tränen gekommen. nciht vor betroffenheit. einfach weil so viel gefühl in deiner erzählung mitschwingt.
ich habe meinen vater als kidn auch nochmal gesehen. es hätte in einem schöneren rahmen wie bei euch geschehen können, das wäre besser gewesen. aber alles in allem war es kein verstörendes erlebnis. wahnsinnig schmerzhaft, aber ich glaube für mich als 14 jährige nötig um die realität zu begreifen.

lg

Beitrag von sillysilly 14.03.11 - 16:28 Uhr

Hallo

danke -

wie gesagt bin da eigentlich sehr offen - aber hatte selbst meine Zweifel

und ohne eine Trauerbegleiterin hätten wir es nicht gemacht und auch nicht wenn es nicht den entsprechenden äußeren Rahmen gehabt hätte.
Dies hat das ganze sehr erleichtert.

Diese Trauerbegleiterin hat eine 2 Jährige Ausbildung und das Beerdigungsinstitut ist spezialisiert auf den Tod von Kindern. Da haben sie eben auch viel mit Geschwisterkindern zu tun .....
und so hatte sie viel Erfahrung.

Auch beim aufeinander Treffen mit meiner Mama hätte sie uns persönlich begleitet, sie war ja dabei - aber wir wollten dann lieber alleine in den Raum gehen.

Muß dazu sagen, daß ich meine Mutter schon Tod gesehen hatte und wußte das sie nicht schlimm aussah.
Und die Trauerbegleiterin hatte vorher meine Mutter direkt nochmals angeschaut und sie dann quasi für die Kinder frei gegeben. Die nehmen da ihre Verantwortung sehr ernst.

Als wir wieder raus kamen, hat jedes Kind noch einen Erinnerungsstein an die Oma bekommen. Den hüten sie jetzt wie einen Schatz.


und meine Kinder waren zu keinem Zeitpunkt geschockt oder haben das Bild der toten Oma vor Augen.
Sie konnten danach verstehen, daß die Oma wirklich nicht mehr da ist ........


aber jeder muß das für sich selbst und seine Familie selbst entscheiden
und in jedem Todesfall neu


wir haben damit eben gute Erfahrungen gemacht


grüße Silly

Beitrag von teufelchen67 12.03.11 - 10:47 Uhr

hallo

ich habe mich damals von meinem opa am offenen Sarg verabschiedet, ihn auch berührt, ich würde es niemals wieder tun, das bild verfolgt mich noch heute nach so vielen jahren.
Es war keine schöne erfahrung, ich würde es nicht zulassen.

lg teufelchen

Beitrag von selma1975 12.03.11 - 11:09 Uhr

hallo ihr lieben,
ich danke euch für eure antworten,auch wenn sie sehr unterschiedlich sind.
ich habe eben mit der telefonseelsorge telefoniert,und er sagte,das die kinder,auch die kleine, es selbst entscheiden sollten,ob sie ihn noch einmal sehen möchten.
es ist auch keine öffentliche verabschiedung,sondern nur im engsten kreis,die beisetzung und trauerfeier sind später.
man soll den kindern genau erklären,was dort passiert,auch,das der papa anders aussieht.
ich selbst arbeite in einem evangelischen pflegeheim.dort waschen wir unsere toten selbst und richten sie schön her,und in der aufbahrungshalle können die verwandten abschied nehmen, deshalb hab ich in der beziehung keine berührungsängste.
leider ist der tod in unserer gesellschaft so ein tabuthema,noch vor ein paar jahrzehnten war es völlig normal,den verstorbenen im eigenen hause aufzubahren,so das jeder gelegenheit hatte sich zu verabschieden,auch die kinder.
aber ich schweife schon wieder ab,es gehen mir eben so viele gedanken durch den kopf!.
danke nochmal#blume
lg selma

Beitrag von schnuggi2009 13.03.11 - 10:02 Uhr

Sorry ... aber ich finde es echt schade ... dass Du Dir so viele Gedanken darüber machst ... ob jetzt die Kinder Ihren toten Papa noch sehen sollten oder nicht :-(

Nutze doch lieber diese freie Minuten ... indem Du für Deine Schwester und dessen Kinder da bist !!! ... denn ich denke ... Deine Schwester wird es doch am besten einschätzen können ... was sie ihren Kindern zumuten kann und was nicht.

Und vor allem denke ich auch ... dass Deine Schwester momentan ANDERE "Probleme" hat ... als mit Dir darüber zu diskutieren ... ob jetzt die Kinder ihren Papa noch sehen sollten oder nicht.

Beitrag von selma1975 13.03.11 - 15:43 Uhr

ich BIN für meine schwester und die kinder da,
und das problem ist eben,das es so viel zu bedenken gibt,was es jetzt zu tun gibt.
wir diskutieren auch nicht,und ich würde ihr NIE irgendwelche vorschriften machen.
die frage stand nun einmal im raum,und meine schwester war sich selbst unschlüssig was sie machen sollte.
darum hat sie mich und unsere andere schwester gebeten,uns zu informieren,und das ich den seelsorger anrief war auch mit ihr abgesprochen.
meine schwester empfindet es nicht als "einmischung",sondern ist froh,das wir offen über diese schwierigen dinge reden können.
lg selma

Beitrag von claudia_1984 12.03.11 - 13:48 Uhr

hallo

wem ich jetzt zuspreche weiss ich selbst nicht genau. es hängt ja auch immer von der seelischen verfassung der kinder abhängt.

ich kann nur von mir ausgehen.
meine uroma ist gestorben, da war ich 11 jahre alt und da hat es mir geereicht mit bei der beerdigung am grab zu verabschieden.

vor 2 jahren ist meine nichte am plötzlichen kindstod gestorben. und ich kann einfach das bild wo die kleine (sie war grade mal 4wochen alt) in dem kleinen sarg liegen tut aus dem kopf bekomme.
es ist zwar ein unterschied ob es ein erwachsener oder ein kind ist. aber ich denke die entscheidung wo die kinder sich von ihrem vater verabscheiden wollen sollten sie selber treffen. und dann sollte aber auch ihre entscheidung respektiert werden und je nach entscheidung ihnen auch geholfen werden damit umzugehen.

mein aufrechtes beileid

claudia mit james und luca

Beitrag von michback 12.03.11 - 14:21 Uhr

Hallo,

ich stimme deiner Schwester zu. Die Kinder werden immer den letzten Augenblick in Erinnerung haben.

Vor drei Wochen ist mein Vater ganz plötzlich im Urlaub verstorben. Zehn Tage später meine Oma. Meinen Vater konnte ich nicht mehr sehen und habe ihn so in Erinnerung wie er war. Lebendig, glücklich, lachend.

Meine Oma habe ich tot gesehen. Das Bild was ich von ihr im Kopf habe, ist das wie sie im Sarg liegt. Es ist kein schlimmes Bild, aber die Erinnerung an meinen Vater ist wesentlich lebendiger.

Außerdem liegt die Entscheidung allein bei der Mutter und du solltest dich da raus halten bzw. zu nichts drängen. Sie kennt ihre Kinder am Besten. Du bist nur als Schwägerin betroffen, sie als Ehefrau und die Kinder haben ihren Vater verloren.
Und glaub mir, es ist ein riesen Unterschied ob man die Oma verliert oder früh einen Elternteil beerdigen muss.

LG
Michaela

Beitrag von selma1975 12.03.11 - 16:15 Uhr

weisst du,ich habe mich in die lage meiner schwester versetzt,und überlegt,was ich an ihrer stelle tun würde,denn mein sohn ist genauso alt wie mein neffe.
ich hätte meinem sohn auf alle fälle die möglichkeit gegeben,seinen vater noch einmal zu sehen.
ausserdem hat meine schwester uns um rat und meinung gebeten,ich würde sie nie zu etwas drängen.
ich habe vorhin mit ihr telefoniert,und ihr auch von meinem gespräch mit dem seelsorger erzählt.
sie sagte mir dann,das sie nochmal darüber nachgedacht hat und es ihr doch richtig erscheint,den kindern die entscheidung zu überlassen. sie wird aber auch noch den seelsorger anrufen.
ich muss sagen ich bin froh darüber.
lg selma

Beitrag von marion0689 12.03.11 - 15:00 Uhr

Hallo!

Ich finde, das sollte man die Kinder selbst entscheiden lassen.
Oft ist es dann so, dass sie es sowieso nicht möchten.

Mein Opa ist gestorben, da war ich 13, bei meiner Oma 14.
Es war damals meine Entscheidung und ich habe mich dagegen entschieden.
Ich hatte irgendwie die Angst, immer nur dieses "Leichenbild" im Kopf zu haben. Ich glaube, es war gut, dass ich da nicht rein bin.
Wobei sonst fast alle nochmal bei meiner Oma waren. Alle haben gesagt, die sah aus, als würde sie nur schlafen. War also nicht weiß oder so.

Mein Onkel starb, da war ich 17. Mit 52 Jahren. An einem Herzinfarkt. Er lag die ganze Nacht Kopfüber in einem Bach. Er wurde obduziert etc.
Und da war für mich klar, dass ich ihn nicht mehr sehen möchte, sondern ihn lebend in Erinnerung haben möchte.
Bei ihm hatten alle Angst, wie er denn aussehen würde.

Trotz allem gingen alle zu ihm. Selbst meine Cousine, die damals schwanger war.
Alle hatten ihr erzählt, sie dürfe keine Toten sehen, sonst würde ihr Kind kreidebleich auf die Welt kommen ( so ein Schmarrn....). Sie ging rein und hat es nie bereut.

Meine Mutter hat alle 3 tot gesehen. Bereut hat sie es nur bei meinem Opa. Denn ihm hat sie noch die Hand gestreichelt. Das bereut sie. Denn da hat sie gemerkt, dass er wirklich "kalt" war. Total hart, einfach leblos.

Ich würde die Kids also selber entscheiden lassen. Anfassen lassen würde ich sie nicht.
Übrigens war die Tochter meiner ältesten Cousine gerade 3 als mein Onkel gestorben ist. Sie wollte den Opa aber unbedingt noch sehen.
SIe durfte mit rein und hat sich von ihm verabschiedet. Probleme hatte sie deswegen nicht ( Alpträume etc )

LG

Beitrag von parzifal 12.03.11 - 23:32 Uhr

Waren die Kinder denn nicht am Todestag zum Abschiednehmen da?

Das wäre für mich selbstverständlich.

Beitrag von selma1975 13.03.11 - 09:21 Uhr

hallo parzifal,
mein schwager hat sich das leben genommen,meine schwester und seine schwester fanden ihn in einem stallgebäude,und er wurde dann gleich von der polizei beschlagnahmt.die kinder waren zum glück in der schule/kita.
es gab nun mal keine krankheitsphase,die den kindern zeit gegeben hätte,sich zu verabschieden.
er war also einen tag vorher noch da,und auf einmal ist er weg.
am todestag war also die möglichkeit zum abschiednehmen nicht da.
lg selma

Beitrag von parzifal 13.03.11 - 09:50 Uhr

Ich dachte, dass der Abschied eventuell bereits am Todestag stattgefunden hat. Dann wäre m.E. "mehr Spielraum" dafür auf einen nochmaligen Abschied bei der Beerdigung zu verzichten.

Ich würde das jetzt vom jetzigen Erscheinungsbild des Toten abhängig machen.

M.E. sollte ein Abschied ermöglicht werden, wenn sich die Kinder nicht sträuben und der Anblick nicht abschreckend ist (verzerrtes Gesicht oder ähnliches).

parzifal

Beitrag von redrose123 13.03.11 - 09:26 Uhr

#kerze für deinen Schwager, den 10 jährigen kann man ja fragen ob er das will, die Kleine würde ich nun nicht mitnehmen. Ich habe dieses Jahr meinen Opa verloren und konnte Ihn nicht sehen wollte es nicht konnte es nicht. Menschen sind verschieden vieleicht wollen die Kinder es ja nicht....

Beitrag von kimchayenne 13.03.11 - 12:09 Uhr

Hallo,
ich würde grundsätzlich die Kinder fragen was se möchten.Habe weiter unten gelesen das Dein Schwager Selbstmord begnangen hat,da stellt sich noch die Frage wie er aussieht,kann man das den Kindern zumuten?
Als mein Mann gestorben ist habe ich die Entscheidung den Kindern überlassen,jeder konnte selber entscheiden ob sie ihn nochmal sehen möchten oder nicht,dies fand aber direkt am Todestag statt.Ich habe mich einen Tag vor der Beerdigung nochmal von meinem Mann verabschiedet und ich war froh das ich die Kinder da nicht mitgenommen habe.Er sah da doch ganz anders aus.Ich denke eine Aufarbeitung der Geschehnisse ist für die KInder sowieso wichtig,also würde ich das Thema da mit reinnehmen.Meine KInder sind froh das sie Ihren Papa nochmal sehen durften und ihm noch alles sagen konnten was ihnen auf dem Herzen lag.
LG KImchayenne

Beitrag von selma1975 13.03.11 - 15:31 Uhr

nochmal hallo an alle,
ich habe heute noch mal mit meiner schwester gesprochen.
sie hat dem jungen alles ganz genau erklärt,und ihm die wahl gelassen,ob er den papa noch mal sehen will.
er hat sich letztendlich dagegen entschieden.er hat seinem papa einen brief geschrieben,die kleine hat ein bild gemalt,und beides wird meine schwester ihrem mann morgen mit in den sarg legen.
lg selma

Beitrag von woman66 13.03.11 - 18:19 Uhr

Hallo Selma,

zuerst einmal mein herzliches Mitgefühl!

Ich denke Deine Schwester hat richtig entschieden!

Ich kann aus eigener Erfahrung nur folgendes erzählen:

Ich war 3 1/2 als mein Onkel (er war 27 Jahre alt) tödlich verunglückte und es war damals (1964) üblich, dass die Toten noch aufgebahrt wurden, in unserem Falle im Haus meiner Großeltern, in dem mein Onkel auch noch gelebt hatte. Und ich kann mich bis heute an meinen toten Onkel in diesem Raum erinnern.
Ich hatte Jahre später auch immer noch Probleme ohne ... ja fast ... Angst in diesen Raum zu gehen. Es existierten auch Fotos vom offenen Sarg und die habe ich auch Jahre später nie ansehen wollen. Meine Schwester hat das nicht erlebt, da sie erst später geboren ist. Sie hat diese Fotos sehr oft angesehen, ohne damit ein Problem zu haben.

Für sie waren es Fotos, für mich war es die Wirklichkeit!

Ich denke das sagt schon aus, wie ein kleines Kind so etwas empfinden kann.

Ich wünsche Euch viel Stärke und haltet zusammen!

Liebe Grüße

Petra

Beitrag von selma1975 13.03.11 - 21:10 Uhr

hallo petra,
vielleicht warst du wirklich zu jung,und ich denke,dir hat bestimmt auch niemand genau erklärt,was dort passiert.
es ist eine schwierige entscheidung,und was richtig ist,weiss man nicht genau.der seelsorger hat uns geraten,den jungen um seine meinung zu fragen,und ich denke er hat doch seine erfahrung.
letztendlich hat sich mein neffe ja dagegen entschieden.
lg und #blumeselma