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Forum: Politik & Philosophie

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Beitrag von adalgisa 12.03.11 - 13:56 Uhr

...Japan ist ja eh am anderen Ende der Welt:

http://bit.ly/ijYabI

Das Bayrische Landesamt für Umwelt hat gestern und heute einen zehnfach überhöhten Wert der Radioaktivität in der Luft registriert (siehe Link).

Woher der kommt, weiß ich aber auch nicht. Über AKW's sollte man dennoch vernünftigerweise nachdenken und dabei die Risiken nicht einfach ausblenden.

Beitrag von shmenkman 12.03.11 - 16:34 Uhr

Wenn du die Sievert-Größe errechnen kannst, können wir mit der Info vielleicht auch was anfangen ...

Beitrag von widowwadman 12.03.11 - 18:10 Uhr

Mit Japan hat des nix zu tun. Japanische Strahlung waer in der kurzen Zeit auch noch nicht so weit gereist.
Les mal die Erklaerung zum Graphen:

"Bei einer Interpretation der IfR-Messwerte sollten Sie folgendes bedenken:

Alle Dosisleistungsmessgeräte im Bereich der Umgebungsstrahlung sind nicht eichfähig und die Messwerte können deshalb mit Fehlern von ±30% behaftet sein.

Die naturbedingt vorhandene Gamma-Dosisleistung hat in Bayern Werte zwischen ca. 0,03 - 0,25 µSv/h (Mikro-Sievert pro Stunde). Diese "ganz normale" Schwankungsbreite ist bedingt durch den unterschiedlichen Gehalt des Bodens an natürlichen radioaktiven Stoffen, z.B. Uran (Bayerischer Wald!), Kalium, etc. Weiter trägt die kosmische Strahlung zu diesem natürlichen Untergrund bei. So ist der höhere Wert der Dosisleistung auf der Zugspitze (Schneefernerhaus) von durchschnittlich ca. 0,11 µSv/h (sonst ca. 0,05 – 0,06 µSv/h) aufgrund der Höhenlage durch die dort geringere Abschirmung der kosmischen Strahlung durch die Atmosphäre bedingt.

Aber auch das Wetter selbst spielt bei dem momentanen Wert der Gamma-Dosisleistung eine besondere Rolle. So erhöht sich in der Regel dieser Untergrundwert bei Regen. Der Grund hierfür ist, dass die natürlichen radioaktiven Aerosole in der Luft durch den Regen ausgewaschen werden und sich anschließend am Boden ablagern, wo sie durch das Gamma-Dosisleistungs-Messgerät vermehrt (durch die geringere Entfernung zum Messgerät) erfasst werden. Die IfR-Stationen sind deshalb mit Niederschlagsmessgeräten ausgestattet, um den Regeneinfluss auch messtechnisch darstellen zu können.

Ein weiteres Beispiel für den Einfluss des Wetters auf die natürliche Gamma-Dosisleistung: Bei längeren Frostperioden können die kontinuierlich entstehenden natürlichen gasförmigen radioaktiven Stoffe wegen der Vereisung des Bodens nicht in die Luft gelangen. Bei plötzlich einsetzendem Tauwetter werden diese gasförmigen radioaktiven Stoffe innerhalb kurzer Zeit in die Luft freigesetzt und erhöhen die vorher relativ niedrige Dosisleistung ebenfalls kurzfristig und in nicht unerheblichem Maße. Auch eine Schneedecke beeinflusst durch ihre Abschirmwirkung die natürliche Dosisleistung.

Ebenfalls durch Wettereinflüsse ist der oft "kurvige", d.h. deutlich schwankende Verlauf der Gesamt-Aerosolaktivitätskonzentration zu erklären, wobei ein ausgesprochener "Tagesgang" dieser Messwerte zu beobachten ist. Dieser Tagesgang kommt folgendermaßen zustande: Durch die Erwärmung des Bodens infolge der Sonneneinstrahlung (bei schönem Wetter) setzt am frühen Vormittag eine Aufwärtsströmung der Luft ein, die die an die luftgetragenen Staubteilchen (Aerosole) angelagerte Radioaktivität aus der bodennahen Luftschicht nach oben transportiert. Da das Gerät zur Messung der Gesamt-Aerosolaktivität die Luft aus dieser bodennahen Luftschicht ansaugt, ergibt sich eine Reduzierung des Messwertes zu dieser Tageszeit, denn die sich nach oben bewegenden Aerosole können so schnell nicht durch die aus dem Boden nachfließenden ersetzt werden. Die Zunahme der Aktivitätskonzentration in der Nacht ist dagegen bedingt durch die Abkühlung in den unteren Luftschichten. Diese Abkühlung stoppt die Aufwärtströmung der Luft, so dass sich die an die Aerosole gebundene Radioaktivität in Bodennähe, also in Messgerätnähe, anreichert.

Selbst der atmosphärische Luftdruck kann eine Rolle spielen: Bei besonders niedrigem Druck können die natürlichen radioaktiven Gase vermehrt aus dem Boden austreten und erhöhen die Konzentration der radioaktiven Aerosole in der Luft und dadurch die natürliche Gamma-Dosisleistung.

Die künstliche, also z.B. die von einem Kernkraftwerk verursachte Aerosolaktivitätskonzentration in der Luft wird aus der gemessenen Gesamt-Konzentration (Summe aus künstlichem + natürlichem Anteil) durch ein mathematisches Verfahren ermittelt. Dieses Verfahren funktioniert am besten unter einer bestimmten Voraussetzung:

Die einzelnen natürlichen radioaktiven Zerfallsprodukte befinden sich im radioaktiven Gleichgewicht, das heisst, das Verhältnis der natürlichen Radioaktivität der Alpha-Strahler und der Beta-Strahler ist konstant. Dieses radioaktive Gleichgewicht bzw. dieses konstante Verhältnis ist nun in der bodennahen Luft nicht immer gegeben, insbesondere nicht bei den oben erwähnten speziellen Wetterlagen (Regen, etc.). Aus diesem Grund sind in den grafischen Verläufen für die künstliche Aerosol-Aktivität kleine Spitzen und Schwankungen bemerkbar. Es können sogar gelegentlich kleine negative Werte auftreten. Diese Erscheinungen haben jedoch nichts mit der tatsächlichen Aktivitäts-Konzentration in der Luft zu tun.

Trotzdem werden solche Phänomene routinemäßig auf ihre radiologische Bedeutung hin überprüft.

Ganz zum Schluss sei noch darauf hingewiesen, dass die Messgeräte auch durch Defekte, Wartungs- und Kalibrierarbeiten außergewöhnliche Signale - (Sprünge, Spitzen) - liefern können."

Beitrag von adalgisa 12.03.11 - 18:38 Uhr

Vielen Dank für die Schulung #augen

Wenn Du hättest lesen können, dann wäre Dir in meinem wirklich kurzen Statement auch diese Passage aufgefallen:

#aha "Woher der kommt, weiß ich aber auch nicht."

Da steht nichts davon, dass das mit Japan etwas zu tun hat. Dennoch ist es erstaunlich, wenn der Wert kurzzeitig auf das Zehnfache des normalen ansteigt.

Und meinen nächsten Satz: "Über AKW's sollte man dennoch vernünftigerweise nachdenken und dabei die Risiken nicht einfach ausblenden." darfst Du dann gern mit Japan in Verbindung bringen. Dort rechnet man nämlich gerade mit dem Supergau und bevor es bei uns auch zu solch einem Gau kommt (der ja nicht von einem Erdbeben verursacht werden muss), sollte man über die Atomenergie nochmal genauer nachdenken!

Beitrag von widowwadman 12.03.11 - 20:32 Uhr

Noe, es ist nicht erstaunlich, sondern ne ganz normale Schwankung, wie der Text auch erklaert hat.

Beitrag von schnee-weisschen 12.03.11 - 18:33 Uhr

Barium-Salz-Gemische durch Chemtrails?
Hat weniger mit dem Erdbeben in Japan zu tun. Das wurde nur von den Ami mit HAARP ausgelöst, nachdem Japan sich ihnen vor geraumer Zeit nicht gebeugt hat.
Die ganze Aktion ist auch richtig gut, um von Lybien (=legalem Diebstahl von Öl) abzulenken :-)

Beitrag von widowwadman 12.03.11 - 20:33 Uhr

Und jetzt basteln wir uns alle einen Alufolien-Hut #gruebel

Beitrag von schnee-weisschen 13.03.11 - 09:19 Uhr

Wow, das war eine reflektierte Antwort. Und total fundiert.
Kannst Du mit bitte kurz sagen, was an HAARP Fiktion oder lächerlich sein soll?
Es ist eine hochoffizielle Waffe der USA.
Da ist nix eventuell möglich und möglicherweise einsetzbar. Es wird genutzt, offiziell.

Bei Deinem Alufolien-Hut sind anscheinend integrierte Scheuklappen vorhanden.

Beitrag von widowwadman 14.03.11 - 11:28 Uhr

Alles klar, deine Theorie klingt natuerlich viel einleuchtender als der Unsinn mit geologischen Bruchlinien...

Beitrag von schnee-weisschen 14.03.11 - 17:00 Uhr

Und woher kommen die "geologischen Bruchlinien"? Von Gozilla, der mal kräftig mit dem Fuß aufgestampft hat? #rofl
Vielleicht solltest Du erst einmal Informationen sammeln.

Beitrag von fred_kotelett 14.03.11 - 17:07 Uhr

Stimmt natürlich das geolog. Konzept der Plattentektonik ist ja genauso eine Lüge wie die Evolutionstheorie.

Danke das du mir die Augen geöffnet hast.

Beitrag von widowwadman 15.03.11 - 00:50 Uhr

Ok, das KANN nur Satire sein. So ungebildet ist doch kein Mensch.

Beitrag von lassiter 14.03.11 - 12:42 Uhr

#rofl



Josef

Beitrag von imzadi 12.03.11 - 19:57 Uhr

Nach dieser Statistik ist ja das schlimmste schon wieder vorüber. Heute abend ist viel weniger Strahlung als letzte Nacht. #gaehn

Beitrag von nightwitch1988 13.03.11 - 00:54 Uhr

hi

leute jetzt hört doch nur mal auf, panik zu schieben.
strahlungen von japan wären jetzt noch gar nicht hier und genug experten von zig sendern - ob radio oder fernsehen - haben schon gesagt, dass japan zu weit weg von deutschland ist, als dass wir was abbekommen. allein die aktuelle wetterlage lässt das nicht zu.

lg

Beitrag von adalgisa 13.03.11 - 10:54 Uhr

Nochmal: Es hat keiner behauptet, dass der kurzzeitige, sprunghafte Anstieg der Radioaktivität in Bayern mit Japan im Zusammenhang steht!

Aber irgendwo her muss er gekommen sein. Haben wir AKW in Deutschland? Ja! Was wäre also, wenn die Ursache dafür in Deutschland liegt... #aha

Beitrag von nightwitch1988 13.03.11 - 13:10 Uhr

dir ist aber schon klar, dass diese werte öfter schwanken?#aha

und sorry, du schreibst selbst in deinem ersten satz von japan, warum sollen wir das dann nicht so verstehen, als dass du denkst, diese werte kämen durch die katastrophe in japan zustande?

ich bin auch absoluter gegner von atomkraftwerken, aber was hier und in anderen foren im moment los ist, ist nix weiter als panikmache oder verschwörungstheorien ,etc.
klar kann sowas auch bei uns passieren, aber jetzt, wo es den japanern schlecht geht, könnt ich das kotzen kriegen (sorry, aber das musste mal sein), wenn die deutschen wieder nur an sich denken und angst haben, was abzubekommen oder gleich die nächste explosion und den nächsten gau in deutzschland sehen und sich schon im sterbebett sehen.

mich kotzt es an, dass viele deutsche immer nur an uns denken, anstatt mitgefühl für die japaner zu zeigen. bei uns ist noch nichts, jedenfalls nicht in diesem katastrophalen ausmaß, und dennoch schieben wir hier fast unnötig panik, anstatt an die menschen zu denken, die von dieser katastrophe wirklich betroffen sind.

und ich habe, sicher wie viele andere hier, auch schon vor diesem thread bzw der katastrophe in japan über atomkraftwerke nachgedacht. die leute, an denen es wirklich hängt, dass sie stillgelegt werden, werden hier sicher nicht lesen.

so, wünsche dir noch nen schönen sonntag und n ruhigen start in die nächste woche. noch sind wir nicht vom atomaren gau betroffen.#herzlich

lg

Beitrag von adalgisa 13.03.11 - 13:58 Uhr

"dir ist aber schon klar, dass diese werte öfter schwanken?"

Und woran liegt das? Erdrotation oder Mondphase vielleicht? Ich schrieb doch deutlich, dass ich selber nicht weiß, wo der überhöhte Wert herkommt, aber ein überhöhter Wert in einem Land mit AKWn lässt doch immerhin den Schluss zu, dass zumindest ansatzweise ein Zusammenhang bestehen könnte, nicht wahr? Wenn wir gar keine AKW in Europa hätten, dann könnte man die AKW komplett als Ursache ausschließen. Aber so? #kratz

"und sorry, du schreibst selbst in deinem ersten satz von japan, warum sollen wir das dann nicht so verstehen, als dass du denkst, diese werte kämen durch die katastrophe in japan zustande?"

Ich schreibe von Japan, weil dort derzeit ein oder zwei AKW vor dem Supergau stehen. Deutschland hat auch AKW, in denen es eines Tages zu einem Supergau kommen kann (egal, aus welchem Anlass). Jetzt den Zusammenhang verstanden? ;-)

"klar kann sowas auch bei uns passieren, aber jetzt, wo es den japanern schlecht geht, könnt ich das kotzen kriegen (sorry, aber das musste mal sein), wenn die deutschen wieder nur an sich denken..."

Ach so. Wenn Du mit noch 50 anderen tagtäglich im Steinbruch Felsen sprengst und eines Tages miterlebst, dass es dabei einen Menschen zerreißt, dann sagst Du wohl auch: "Tja, das ist entsetzlich, aber ich sprenge dann erst mal weiter wie bisher. Wird schon gut gehen..."?

Ich finde, wir müssen solche Anlässe (so dramatisch die auch sein mögen) sofort zum Anlass nehmen, und unseren eigenen Standpunkt überprüfen. Da kann man nicht sagen: "Bei uns wird das schon nicht passieren. Bisher ist es ja auch gut gegangen." Vielleicht hätte man es unmittelbar nach Tschernobyl tun sollen, aber ich fürchte, dass man auch nach der Katastrophe in Japan erst einmal weitermacht, wie bisher. Eines Tages passiert dann vielleicht mal etwas bei uns und dann kann man ja noch mal darüber nachdenken. Ich halte das für rücksichtslos den Menschen gegenüber, die es dann vielleicht mit voller Wucht trifft.

#winke

Beitrag von sarahg0709 17.03.11 - 15:00 Uhr

Das ist doch die natürliche Radioaktivität. Sie steigt z.B. in den Morgenstunden, wenn es regnet oder gerade Schneeschmelze ist.

Und wenn Du je einen Blick auf diese Graphiken vor dem Erdbeben in Japan geworfen hättest, dann wüsstest Du das jetzt.


LG

Beitrag von adalgisa 17.03.11 - 15:05 Uhr

Ich habe nirgends behauptet, dass die sprunghaft angestiegene Radioaktivität mit Japan zu tun hat. Die kann genau so gut auch von einem AKW in Deutschland stammen (kann, muss nicht) und ob wir hier wirklich immer alles erfahren, lass ich mal offen. Was ich eigentlich ausdrücken wollte ist, dass es uns in Deutschland ganz genau so treffen kann wie die Menschen jetzt in Japan. Darum sind mir die AKW auch in zunehmendem Maß immer mehr suspekt.