künast, atomstrom und energiesparvorschläge....;-)

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Beitrag von unipsycho 12.03.11 - 14:40 Uhr

So.. jetzt kann ich meine vorlaute klugschei*erklappe nicht mehr davon abhalten #schein:

Künast meint also, dass es in Erdbebengebieten keine Atomkraftwerke geben sollte. Eben wegen dem was in Japan passiert.
http://www.facebook.com/renate.kuenast

Wie kann eine POLITIKERIN in öffentlichen Medien so einen Stammtischschwachsinn von sich geben???

Klar sind Atomkraftwerke gefährlich und klar ist es wahnsinnig gefährlich in dieser Gegend ein Atomkraftwerk zu bauen. Aber was bleibt den Japanern übrig???
Atomkraft ist nun mal DAS mittel zur Stromgewinnung. Mal von all seinen Gefahren und Risiken abgesehen (jaja, ich weiß, die Gefahren und Risiken sind nicht abschätzbar...) haben wir eine maximale Stromausbeute bei wesentlich geringer Emmission als bei z.B. Kohlekraftwerken.
Und wo wäre denn Japan ohne Atomstrom???
Und wie sähe unsere Welt denn aus, wenn alle Energie aus Kohle und Öl gewonnen würde? Das ist mit Windkraft, Erdwärme, Wasserkraft und Solarenergie einfach nicht bewältigbar.
Wobei man auch berücksichtigen sollte, dass Japan seine Energie nur zu 25% aus Atomkraft gewinnt.
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/12914/umfrage/anteil-der-atomenergie-am-stromverbrauch-in-ausgewaehlten-laendern/
die tun ihr bestes ;-)

So wenig Versändnis ich dafür habe, dass in einem Atomkraftwerk in JAPAN Notstromaggregate ausfallen, aber vorbereitet waren sie. Es gibt ja Akkus, die einspringen konnten.
Und es wurden die Medien informiert. Menschen wurden evakuiert.
Ich will das (drohende) Unglück nicht verharmlosen. Nur die Äußerung, Atomkraftwerke dürten nich in Erdbebengebieten gebaut werden, halte ich für ungeprüften Quark...

Ich finde es sollte erst mal verboten werden, dass Politiker private und ungeprüfte Meinungen öffentlich äußern dürfen.
Das ist einfach nur Manipulation der Massen. Meinungsmache. Da nutzt einer ein Unglück für seine Interessen. Bravo. #pro Kein Stück besser als Westerwelles spätrömische Eskapade #augen

Aber der politischen Korrektheit wegen: ja, Atomkraftwerke sollten abgeschaltet werden. Aber bitte kümmert euch erst mal um einen angemessenen Ersatz. #aha
Ich weiß nämlich nicht, welche Energiegewinnung umweltgerecht und sozial unseren Atomstrom ersetzen soll #kratz
ist aber auch nicht mein Gebiet #schein also wer mich aufklären mag? :-)
Vielleicht wärs ja schon mal ein Weg, der Industrie beizubringen, dass "lange hält bringt kein Geld" Mist ist und man sehr, sehr viel Energie sparen könnte, wenn man langlebige Geräte, Spielzeuge und Alltagsgegenstände produziern würde, die eben nicht nur 3 Jahre halten (ich denke da mit Verzücken an mein Radio, was nach 3 Jahren entgültig den Geist aufgab und durch ein altes DDR-Radio ersetzt wurde, was älter ist als ich...) sondern 10-20.
Da ließe sich enorm viel Energie sparen - oder was denkt ihr? #schein

Beitrag von adalgisa 12.03.11 - 15:43 Uhr

"Mal von all seinen Gefahren und Risiken abgesehen (jaja, ich weiß, die Gefahren und Risiken sind nicht abschätzbar...) haben wir eine maximale Stromausbeute bei wesentlich geringer Emmission als bei z.B. Kohlekraftwerken."

Aber wir haben das Problem mit der Endlagerung der Abfälle. Das ist bis heute noch nicht gelöst. Siehe ASSE.

"Ich weiß nämlich nicht, welche Energiegewinnung umweltgerecht und sozial unseren Atomstrom ersetzen soll"

Sonnenenergie zum Beispiel. Was da tagtäglich von der Sonne auf die Erde geschickt wird, würde locker ausreichen, um den weltweiten Energiebedarf bei weitem zu decken. Wir brauchen nur eine geeignete Technologie (wer entwickelt die, solange wir ja noch den Atomstrom nutzen dürfen?) und eine Möglichkeit, die Energieausbeute auch zu speichern (nachts scheint ja nur ganz wenig Sonne #freu)

"So wenig Versändnis ich dafür habe, dass in einem Atomkraftwerk in JAPAN Notstromaggregate ausfallen, aber vorbereitet waren sie. Es gibt ja Akkus, die einspringen konnten. "

Und die auch eingesprungen sind. Allerdings kannst Du ja - wenn Du Dir anschaust, wie lange die Batterien in Deinem Vibrator halten - auch ausrechnen, wie lange Batterien oder Akkus halten, die millionenmal mehr Leistung bringen müssen. Hier geht es praktisch nur um Stunden, nicht um Tage, Wochen oder gar Monate.

"Ich finde es sollte erst mal verboten werden, dass Politiker private und ungeprüfte Meinungen öffentlich äußern dürfen.
Das ist einfach nur Manipulation der Massen. Meinungsmache. Da nutzt einer ein Unglück für seine Interessen. Bravo. Kein Stück besser als Westerwelles spätrömische Eskapade"

Wenn Du mit einem Finger auf andere zeigst, so zeigen drei Finger Deiner Hand auf Dich selbst zurück. So ein Zufall, oder? ;-)

Beitrag von unipsycho 12.03.11 - 15:58 Uhr

"Wenn Du mit einem Finger auf andere zeigst, so zeigen drei Finger Deiner Hand auf Dich selbst zurück. So ein Zufall, oder? "

ich bin eine privatperson. ich darf das :-p
Wenn ich den Einfluss von Künast und Co. habe, prüfe ich meine Aussagen differenzierter - versprochen! #schein

"Sonnenenergie zum Beispiel. Was da tagtäglich von der Sonne auf die Erde geschickt wird, würde locker ausreichen, um den weltweiten Energiebedarf bei weitem zu decken. Wir brauchen nur eine geeignete Technologie (wer entwickelt die, solange wir ja noch den Atomstrom nutzen dürfen?) und eine Möglichkeit, die Energieausbeute auch zu speichern (nachts scheint ja nur ganz wenig Sonne )"

mit "sozial" spielte ich auf das Desertec-Projekt an:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,630687,00.html

so lange staaten/Konzerne Rohstoffmonopole haben, ist es fraglich, ob Die Angst vor Altlasten einen völligen Atomstromverzicht genügend motiviert... #kratz
und wo du grad das ding mit der Nacht ansprichst. Prinzipiell scheint die Sonne ja 24 Stunden am "Tag" nur eben nicht auf die Saharah... #sonne

Beitrag von ayshe 12.03.11 - 20:25 Uhr

Da bin ich ganz bei dir.

Aber sie reden sich immer raus, bei UNS ist ja alles sowas von sicher #augen
Endlager, eben, davon will gar keiner reden.

Nach Tschernobyl ging es überall weiter, jetzt nach Japan wird es das auch.
Ich habe keine Hoffnung auf Abstellung.

Sicher sind sie höchstens rein theoretisch, aber das ist zu wenig.

Beitrag von der-dude 12.03.11 - 16:30 Uhr

Nicht nur in Erdbebengebieten sollte es keine Atomkraftwerke geben. Sie hätten erst garnicht gebaut werden dürfen. Irgendwie hätten es die Menschen schon geschafft, sich ihre Energie anders zu besorgen oder sie hätten von Anfang an anders gewirtschaftet, anders produziert, anders gelebt als jetzt. Und man würde über Ersatz nicht nachdenken müssen.

Oder findest du das gerecht, den zukünftigen Generationen, und zwar sehr sehr vielen, für hunderttausende von Jahren den Strahlenmüll zu hinterlassen??
Hast du schon mal was von wirklich sicheren Endlagern gehört? Also ich nicht. Aber Hauptsache WIR haben unseren Komfort, unser Wirtschaftswachstum, unseren "Fortschritt"...

Spätestens, wenn hier in Europa mal der "unwahrscheinliche" Fall eintritt, dass ein AKW hochgeht und dir die ersten Haare büschelweise ausfallen, spätestens dann wirst du über diese sog. "Stammtischparolen" mal nachdenken.

Beitrag von unipsycho 12.03.11 - 17:05 Uhr

das Lustige an der Gegenwart ist, dass die Zukunft unbekannt bleibt.

"hätte und wäre" gibts nicht. Atomstrom wurde entdeckt und als äußerst lukrativ eingestuft. Von daher ist es äußerst schwierig die Welt davon nun abzubringen.
Dass Atomenergie und Radioaktivität erst spät als äußerst gefährlich erkannt wurden zeigt der Ausschnitt aus diesem Buch:
http://books.google.de/books?id=fw6nz_ttUkgC&pg=PT19&lpg=PT19&dq=r%C3%B6ntgen+jahrmarkt&source=bl&ots=9ohQgUAUI5&sig=n6sU6SYnvUzYW5QwYL-FkL0xvhE&hl=de&ei=OZh7TffAOIzysgbyqrnZBw&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=4&ved=0CC0Q6AEwAw#v=onepage&q=r%C3%B6ntgen%20jahrmarkt&f=false

die leute haben sich zum Spaß enormer radioaktiver Strahlung ausgesetzt.

Beitrag von ayshe 12.03.11 - 20:27 Uhr

Aber inzwischen ist ja die Wirkung nun auch gut bekannt.

Wir riskieren es aber immer noch.

Beitrag von herzensschoene 13.03.11 - 13:52 Uhr

du schreibst, es ist äußerst schwierig die welt vom atomstrom abzubringen.

es ist aber nicht unmöglich.

nehmen wir mal den fall an. atomkraftwerke wären sicher, was ist hinterher. in den siebziger jahren hat man angefangen im wendland nach einem endlager zu suchen, man hat es immer noch nicht gefunden, produziert aber weiter jahrtausende strahlenden atommüll. jeder normaldenkende muss sich doch im klaren sein, das die rechnung nicht aufgeht.

mich nervt tierisch die diskussion um die sicherheit von atomkraftwerken ohne darüber zu reden was mit dem atommüll geschieht.

viele grüße maren

Beitrag von unipsycho 13.03.11 - 15:41 Uhr

Ich versteh was ihr meint.

Das Problem ist nur: Stromgewinnung über Atomkraft ist sehr lukrativ.
Große Energieausbeute, wenig Platzverbrauch, ein schier unerschöpflicher Vorrat an Rohstoffen
"Außerdem hat Atomenergie einen 2,5-Millionen-mal höheren Energiegehalt als Steinkohle und dessen Brennstäbe können mehrmals wiederaufbereitet werden."

http://www.atomkraftwerk.biz/Vorteile-Nachteile.html

Sehr, sehr vielen Menschen ist das Geld in der Tasche WESENTLICH wichtiger als irgendeine ominöse Nachhaltigkeit.
Das sieht man an Börschencrashs, an dem Unvermögen der Autobauer umweltfreundliche Fahrzeuge zu entwickeln, an den mysteriösen Schwankungen der Benzinpreisen und daran, dass Unternehmer plötzlich mit Nahrungsmittelpreisen spekulieren.
Das Menschen gefährdet werden könnten. Dass das alles in einer furchtbaren Katastrophe für 10000ende enden könnte, interessiert NICHT. Wer etwas tut, geht davon aus, dass es klappt. Sonst würde er es nicht tun.
Wer ein Verbrechen begeht, geht davon aus, dass er damit durchkommt. sonst würde er es nicht begehen.

Jeder Mensch begeht für jede Handlung eine Nutzen-Kosten Rechung. Geht die zugunsten der Nutzen auf, wird die Handlung begonnen.

Subjektiv werden die Kosten für einen Atomstrombetrieb als geringer eingeschätzt, als der Nutzen.
Man muss nur dafür sorgen, dass keinem das enorme Risiko, was in der Atomstromgewinnung steckt, auffällt. Und alles ist fein :-)

Wenn ich das richtig verstanden habe, so ist in Japan in den 70er Jahren bereits eine Kernschmelze vertuscht worden.
In Japan wird wohl auch die Bevölkerung schlicht erpresst. Nach dem Motto: wir können im Sommer ja mal die Atomkraftwerke abschalten, mal sehen wie ihr ohne eure geliebten Klimaanlagen zurecht kommt.
Da bis dahin (scheinbar) alles gut lief und es (scheinbar) keine schlimmeren Zwischenfälle gab, hält die Bevölkerung still. Kosten= nicht so recht ersichtlich, Nutzen=Strom/Komfort => die REchnung geht zu Gunsten des Nutzen auf und alle sind glücklich.

Um also die Konzerne dazu zu bewegen sich umweltfreundlicher zu verhalten, muss man dafür sorgen, dass die Kosten(Umweltschädlichkeit) den Nutzen (Geld) weit übersteigen. Nur so haben sie einen Anreiz dafür sich tatsächlich umweltschonend zu verhalten.

Es geht. Das weiß ich. Ich komme aus einem Haushalt wo man annähern mittelalterlich gelebt hat. Wir hatten sehr, sehr niedrige Energiekosten. So niedrig, dass wir ständig Prüfungen von Strom-, Gas- und Wasseranbieter auf dem Hals hatten, weil wir verdächtigt wurden Strom, Gas oder Wasser zu stehlen.
Wir lebten einfach.
Aber an so einem Leben hat keiner interesse. Menschen, die leben wie wir, werden als Spinner abgetan. Ich hab große Probleme meinen Mann von dieser Lebensweise zu überzeugen.
Und die Konzerne haben noch weniger Interesse die Menschen davon zu überzeugen so zu leben.

Verbraucht Energie!
Spült euer schmutziges Geschirr mit Trink- statt Regenwasser, wascht eure Kleidung, euren Körper und euer Auto mit trinkbaren Wasser!
Heizt eure Wohnung dauerhaft auf 20°C hoch (was bei modernen Häusern auch nötig ist, weil sie sonst anfangen zu gammeln...)
Heißes Wasser zu jeder Tages und Nachtzeit!
kauft billiges Spielzeug, was ihr nach 1 jahr wegwerfen müsst!
Die Haltbarkeit von Elektrogeräten ist nun mal auf wenige Jahre begrenzt!

An einem energiesparendem umweltfreundlichen Leben lässt sich nichts verdienen.Wir hatten schon groteske Situationen. Ein Mensch von der Müllbeseitigung war bei uns und hat uns gezwungen eine Restmülltonne bei uns aufzustellen und Gebühren zu zahlen, obwohl wir keinen Restmüll produzierten. "Das geht nicht!" und schluss.
Wir haben dem Gasversorger schlicht mit der Kündigung gedroht, als er uns keine angemessene Zahlungsweise für unseren Verbrauch bieten wollte und der gab kleine bei. Denn was viele nicht wissen: Energieversorger und Verbraucher stehen in einem wechselseitigem Abhängigkeitsverhältnis. #aha Löst sich eine Seite heraus, guckt die andere dumm aus der Wäsche.
Leider ist "der andere" aber viel zu oft der Verbraucher.

Umweltschutz wiegt zu wenig. nicht wirtschaftstauglich.
Also Atomstrom. billig, effektiv und nach uns die Sintflut.

Diese ganzen "Nein zu Atomstrom" sind Blödsinn. Unnötig. Bringt den Leuten bei, wie man tatsächlich Energie spart und schon sind diese ganzen Energiedebatten Schnee von gestern.
Aber die Politiker (ja, auch die Grünen!) haben sich nach den Interessen gewisser Konzerne zu richten und so lange das so ist, ist jede Atomstrom-/Energiespardebatte purer Schwachsinn und Volksverdummung #contra

Beitrag von vam-pir-ella 12.03.11 - 19:05 Uhr

Sehr gut geschrieben #pro

Beitrag von jane..doe 12.03.11 - 21:59 Uhr

#pro#pro#pro

Beitrag von herzensschoene 13.03.11 - 13:46 Uhr

genauso hätte ich es auch gesagt!!!!

Beitrag von syldine 12.03.11 - 18:58 Uhr

Es dürfte doch aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre klar sein, dass Energieerzeugung durch Atomkraft schnellstmöglich durch eine Alternative ersetzt werden muss - und da kann ich mich nur einem Vorschreiber anschließen: es gibt Alternativen wie z.B. Solarenergie - es muss halt dafür gesorgt werden, dass diese Alternativen sich rechnen!
Es ist doch nicht nur die Gefahr, die durch Geschehnisse wie jetzt in Japan oder damals in Tschernobyl droht.... viel schlimmer ist nunmal die Müllentsorgung. Schau dir doch die Krankheitsbilder der Arbeiter des Lagers Asse an - und tröt nicht in das Horn "es ist ja nicht erwiesen, dass Asse an der überdurchschnittlich hohen Anzahl von Krebserkrankungen Schuld ist" --- ein wenig logisches Denken reicht.
Reichen nicht die kranken Kinder Tschernobyls? Jetzt wird es auch in Japan vermehrt Fehlbildungen und Behinderungen bei Neugeborenen geben - und da sich Atom ja wohl nicht "mal eben" kontrollieren lässt, kann sowas auch hier in Europa und Deutschland passieren und somit unsere Kinder und Enkelkinder betreffen... und das hat nichts mit Stammtischgeschwafel zu tun sondern ist schlicht und ergreifend meine Meinung.

Beitrag von vam-pir-ella 12.03.11 - 21:45 Uhr

Hi!

"
Aber der politischen Korrektheit wegen: ja, Atomkraftwerke sollten abgeschaltet werden. Aber bitte kümmert euch erst mal um einen angemessenen Ersatz.
Ich weiß nämlich nicht, welche Energiegewinnung umweltgerecht und sozial unseren Atomstrom ersetzen soll

"

Die Menschheit existiert seit tausenden von Jahren ohne Atomstrom. Das erste Atomkraftwerk wurde 1954 in Russland gebaut.

(haben denn vorher alle gefroren, hatten kein warmes Wasser und lebten nach 20 Uhr in ständiger Dunkelheit?)

Seitdem weiß niemand wohin mit den giftigen Hinterlassenschaften.

Wieso sollten denn alternative Energiegewinnungen nicht umweltgerecht und sozial sein?
Es ist doch ganz einfach so, dass diese zur Zeit einfach nicht richtig erforscht und gefördert werden. Einfach deswegen, weil die Regierung (nicht allein die deutsche!) mächtig am Atomstrom mitkassiert.

Überlege doch bitte mal was Herr Röttgen mit der Aussage "Wir glauben, eine Gefahr für Deutschland und Europa praktisch ausschließen zu können. Das liegt an der weiten Entfernung zu Japan und an der aktuellen Wind-, Wetter- und Luftdrucklage" für einen Schwachsinn von sich gibt! Das!!! sind Stammtischparolen! So nach dem Motto "Ich bin hier sicher, was geht mich der Rest dieser verdammten Welt an"...

Der Mensch ist von der Natur aus mit einem Gehirn ausgestattet worden. Und eben dieses sollte er nutzen, um Fehler die begangen worden sind zu korrigieren. Und in meinem Augen wäre der Abschied von Atomenergie kein Rückschritt sondern ein Fortschritt.

Gruß,

v.

Beitrag von adalgisa 12.03.11 - 23:31 Uhr

"Und in meinem Augen wäre der Abschied von Atomenergie kein Rückschritt sondern ein Fortschritt."

Die ganze Angelegenheit kann man sich auch anders vor Augen halten. Es heißt ja so lapidar immer: "WIR betreiben AKW, weil WIR den (Atom)Strom brauchen." Zunächst betreibt keiner von uns hier so ein Kraftwerk. Auch nicht der Staat (von wegen "VEB Atomstrom"), bei dem WIR dann ein wie auch immer gelagertes Mitspracherecht hätten, sondern die AKW werden von privaten Betreibern oder Betreibergesellschaften betrieben. Diese wiederum tun das nicht aus karitativen Zwecken weil WIR den Strom ja so dringend brauchen, sondern weil SIE damit ein bombastisches Geschäft machen. Die Lobbypolitik unserer derzeitigen Regierung unterstützt sie dabei auch noch ganz ordentlich. Nun könnte mir das an sich schnurzegal sein, wenn im Katastrophenfall ein AKW in die Luft fliegt und dabei nur die Betreibergesellschaft zu schaden käme. Kommt sie aber nicht, sondern hunderte, tausende, wenn nicht sogar mehrere zehntausende von unschuldigen Menschen. Und hier muss man als Regierung die Verantwortung für sein Volk übernehmen und sagen: "Nee, das geht nicht, weil zu riskant!" ...

Aber solange es Leute gibt, die sich hinstellen und sagen: "Was interessieren mich die AKW? Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose." wird sich da so schnell nichts ändern. Leider, denn wenn man die Subventionen für die AKW in die Entwicklung alternativer, regenerativer Energieerzeugung gesteckt hätte, wären wir vielleicht schon einen großen Schritt weiter und damit auch weiter weg von der Atomgefahr.

Just my opinion.

Beitrag von vam-pir-ella 13.03.11 - 13:00 Uhr

Hi!

Du hast vollkommen recht mit dem was du schreibst.
In den Köpfen der Bürger muss wirklich ein Umdenken stattfinden. Wenn man sich überlegt, wie verantwortungslos und wenig effizient viele mit Energie umgehen könnte einen das kalte Grausen packen. Da wird die Heizung aufgedreht bis zum Anschlag, damit die Wohnung beim lüften nicht auskühlt. Oder es findet allabendlich eine Festbeleuchtung wie im Wiener Opernhaus statt. Wohlgemerkt in einer 3 Zimmer Wohnung, ect, ect...
Ausserdem sind erschreckend wenig Menschen an Alternativen zu Atomstrom interessiert. Viele glauben ja immer noch, dass wenn die AKW abgeschaltet wurden alle im Dunkeln sitzen würden. Und genau dieses Unwissen nutzt die Regierung schamlos aus!
Ich hoffe sehr, dass dieser Vorfall die Menschheit wachrüttelt.
Aber Tschnerobyl ist ja auch kein Thema mehr...

Gruß,

v.

Beitrag von molinalaja 13.03.11 - 09:12 Uhr

Und hier heißt es auch noch, "in Deutschland ist so eine Katastrophe nicht zu erwarten." #augen
Ein Erdbeben nicht, aber es kann genug andere Probleme mit den AKWs geben.
Mich kotzt dieses Gelaber der Politiker echt an.

Beitrag von vam-pir-ella 13.03.11 - 13:09 Uhr

Hi!

Solange es Menschen gibt die der Regierung wirklich jeden Mist glauben, solange wird sich an dem Geschwafel auch nichts ändern.
Jeder sollte sich doch überlegen, was für eine Welt er seinen Nachfahren hinterlassen möchte! Oder sind wir mittlerweile ein Volk von "Nach mir die Sintflut Denkern" geworden???
Kein Mensch weiß wohin mit Atommüll, aber anstatt dass man beschließt keinen weiteren zu produzieren werden die Laufzeiten verlängert. Da läuft doch was ganz gewaltig schief!

Gruß,

v.

Beitrag von unipsycho 13.03.11 - 15:51 Uhr

nur damit klar ist, welche position ich vertrete... #schein
ich hoffe, das kommt jetzt raus... #kratz

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=64&tid=3064713&pid=19407564

Beitrag von widowwadman 14.03.11 - 08:48 Uhr

"(haben denn vorher alle gefroren, hatten kein warmes Wasser und lebten nach 20 Uhr in ständiger Dunkelheit?)"

Das Wasser hat man sich am heimischen Herd erwaermt, und einmal in der Woche konnte man dann baden. Und wer beim Hoelzchen ziehen gewonnen hat durfte zuerst in die Wanne.

Jetzt mal im Ernst, der Energie Verbrauch im privaten, wie im industriellen Bereich ist in den letzten Dekaden enorm gestiegen, das kann man mit ein paar Windraedern und Solarzellen nicht abdecken.

Zumal die Windraeder, Solarzellen, Gezeitenkraftwerke etc ihre eigenen Probleme mit sich bringen, sei es nun Platzprobleme, die Spezies die ausgerottet wuerden (aber die sind ja unter Wasser, und das sieht man nicht, deshalb kann es einem egal sein...) etc

Ueber fossile Brennstoffe braucht man nicht weiter zu diskutieren.

Ich finde auch man sollte in alle Richtungen der Energie-Gewinnung weiterforschen, und das nukleare Energie natuerlich auch problematisch ist. Aber zu fordern die Kraftwerke abzuschalten bevor eine andere Loesung gefunden ist, ist weltfremd.

Beitrag von betty38 14.03.11 - 08:59 Uhr

Dem kann ich nur zustimmen !

Ich arbeite bei einem Enerigeversorger (nicht in der Erzeugung - der Mutterkonzern produziert auf alle erdenkliche Weise (Wind- Wasser- Kohle- Solar - Atom), sondern im Vertrieb und ich kenne die Problematik der Beschaffung Erneuerbarer Energien, wie auch die Preispolitik als solches..)

Eine Welt wie wir sie heute alle nutzen wäre schlichtweg nur für einige privilegierte Menschen möglich.

Beitrag von fred_kotelett 14.03.11 - 09:03 Uhr

"Ich arbeite bei einem Enerigeversorger"

Dann bist du ja sicher auch total neutral :)



Beitrag von betty38 14.03.11 - 09:06 Uhr

Wir verkaufen Strom, produzieren ihn nicht. Nur der Mutterkonzern s.o. (natürlich auch Erneuerbare Energien)...neutral bin ich gewiss nicht. Vielleicht aber auch ein wenig mehr damit befasst.

Beitrag von fred_kotelett 14.03.11 - 11:54 Uhr

Hallo,

es ging mir lediglich darum das man gerade als jemand der in der Energiewirtschaft angestellt ist seine Reflexion über das Thema hinterfragen sollte.

Ich arbeite auch bei einem großen Daxkonzern und betreibe Lobyismus für Dinge die ich persönlich nicht zu hundert Prozent unterstütze.
Ich denke man sollte sich immer klarmachen das die Position eines großen Konzernes, nicht immer sie einzig wahre Position sein muss.

VG