Sohn 3,5 Jahre hört nie richtig zu...

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von arica 12.03.11 - 17:48 Uhr

Hallo,

also da unser Sohn unser erstes Kind ist, fehlt mir manchmal so ein bischen die Erfahrung was sein Verhalten angeht. Deshalb möchte ich hier einfach mal fragen, ob es anderen evtl. ähnlich geht.

Unser Sohn wird im Juni 4 Jahre alt. Er hat vor 2 Jahren angefangen mit Laufrad fahren. Das hat er ohne Probleme geschafft. Draufgesetzt und losgefahren als hätte er nie was anderes gemacht. Seit letztem Jahr möchte er immer mal wieder mit dem Fahrrad fahren. Aber das klappt so gut wie gar nicht. Also das Fahren ansich klappt noch am besten (er wackelt halt ständig mit dem Lenker hin und her), solange er sich auch darauf konzentriert. Aber anfahren und bremsen klappt gar nicht. Heute wollte er es nun wieder probieren. Er ist ständig hingefallen. Dann hat er aufgegeben, wie immer, wenn was nicht klappt oder so läuft wie er es möchte. Für mich sieht es immer so aus, als ob das ganze Prozedere noch zu komplex für ihn ist. Andererseits merke ich auch, das er sich nicht darauf konzentriert, sondern in der Gegend rumguckt oder mit der Klingel spielt usw. Und wenn er einmal hingefallen ist, dann scheint er regelrecht blockiert zu sein. Möchte man ihm was erklären, Tipps geben oder so, hört er gar nicht zu. Er schaut mich dabei auch überhaupt nicht an. Also lasse ich das dann. Bringt ja nichts, wenn er nicht zuhört.

Ich weiß teilweise einfach nicht, was er von mir erwartet bei dieser Sache. Und wie ich mich dabei verhalten soll. Erklärungen möchte er anscheinend nicht. Er interessiert sich aber schon für das Fahrradfahren.

Einfach nur trösten, wenn er hinfällt und mir lieber auf die Lippen beissen und gar nichts sagen? Und hoffen, das er es irgendwann von alleine schafft?

Wir hatten auch schon überlegt, ob er zumindest das Anfahren und Bremsen mit Stützrädern lernen könnte. Er hat halt gesehen, wie ein anderes Kind mit Stützrädern fährt und nicht hingefallen ist und möchte das jetzt halt auch so. Wir haben dann probeweise auch mal die Stützräder dran gemacht. Er ist dann lieber damit gefahren, aber hing da drauf wie der "Affe auf dem Schleifstein". Er hat sich voll und ganz auf die Stützräder verlassen und ist total schief gefahren. Das mit dem Anfahren und Bremsen hat er so auch nicht gelernt, wie es ohne Stützräder funktionieren würde. Sich draufgesetzt und beide Füsse eben auf die Pedale. Ich weiss, das empfohlen wird ohne Stützräder fahren zu lernen. Aber für das Laufrad wird er langsam zu groß. Er ist für sein Alter eher groß.

Er braucht wohl noch Zeit. Das ist wohl doch noch zu komplex für ihn. Oder die Konzentration reicht dafür nicht aus. Ich weiss es auch nicht.

Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Mit dem Laufrad hat er jedenfalls einen ziemlichen Kamikaze-Fahrstil drauf.

Ich will ihn nicht drängen, das bringt nichts. Irgendwann wird er es vermutlich lernen.

Viele Grüsse
Arica

Beitrag von arica 12.03.11 - 17:52 Uhr

Achso, das mit dem Zuhören, habe ich jetzt ganz vergessen.

Das funktioniert bei ihm auch nicht richtig. Wenn man ihm sagen möchte, das er etwas bestimmtes tun soll oder er mir mit seinen Worten nochmal sagen soll, was ich ihm gesagt habe, funktioniert das nicht mehr. Es hat schonmal sehr gut funktioniert. Im Moment scheint er da nie bei der Sache zu sein. Er hört nicht zu, redet über was anderes (fängt plötzlich ein anderes Thema an), sieht mich nicht an. Will er nicht zuhören oder ist er momentan zu sehr mit anderen Sachen beschäftigt. Kennt das jemand?

Arica

Beitrag von zahnweh 12.03.11 - 20:43 Uhr

Ja, das kenne ich von meiner. Da hilft nur Blickkontakt aufbauen. Und wenn ich 10 Minuten vor ihr stehe... so lange sie mir nicht in die Augen schaut, kann ich ihrer Puppe mehr erzählen.

Was allerdings interessant wäre, die Ohren anschauen zu lassen, ob organisch alles ok ist. Nur um sicher zu gehen. bei mir selbst reicht ein Schmalzpropf um ein Druckgefühl im Kopf zu haben und nur noch die Hälfte zu hören. DASS was gesagt wird ja, von dem WAS gesagt wir maximal ein Viertel...

Bei meiner ist es wie geschrieben abgelenkt sein, nicht zu hören wollen (ihr neuestes: sie hält sich die Ohren zu), Blick risikieren aber doch ausweichen ... kann wie gesagt eine Weile dauern. Aber wenn ich ihren Blick habe, kommt das meiste auch an.

Beim Laufradfahren geht das natürlich nicht. Da muss ein STOPPPP sitzen und ich sie schnappen, bevor sie die Böschung runterfährt/wenn sie den Gegenverkehr auf dem Fußgänger-Radweg sieht, aber stehen bleibt, weil sie nicht einschätzen kann, wie sie reagieren soll/sie weiter als vereinbart fährt

es wird besser von Tag zu Tag. sie wird reifer und lernt dazu. Aber so lange sie für sich selbst noch ein Risiko ist beim Fahren, bekommt sie von mir kein Fahrzeug, bei dem sie noch schneller wird oder wie du schreibst, noch komplexer mitdenken muss.
Nicht nur fahren und bremsen: beim Laufrad fahren soll sie erst mal üben auf andere Fahrradfahrer, Fußgänger auf dem Gehweg zu achten, Geschwindigkeiten einschätzen, auf Mama hören usw.

Beitrag von zahnweh 12.03.11 - 20:35 Uhr

Hallo,

ich würde einfach noch abwarten.

Meine könnte es motorisch vermutlich, aber da sie mit Gefahren nicht umgehen kann, bleibt sie beim Laufrad.

Mit 5 oder älter, werde ich ihr das Fahrrad mal anbieten.

OHNE Stützräder.

Ihr Freund ist MIT Stützrädern auch schon gestürzt. Das Kurvenfahren ist mit den Dingern kaum möglich und bei kleinen Unebenheiten ist er umgefallen, mit dem Laufrad, Füße weit oben an der gleichen Stelle nie.

Ich selbst hatte auch Stützräder und musste komplett umlernen. Das Fahrgefühl war total anders. Die, die nie vorher auf einem Fahrrad oder Laufrad saßen, konnten ohne Stützräder viel schneller fahren, als ich durch das Umlernen. Hat mehrere Wochen gedauert, bis ich es halbwegs konnte - Gleichgewicht halten, in die Kurven neigen, Kurven fahren in engerem Radius usw.
Ach so, fast alle waren 6 oder 7 Jahre alt, wer früh dran war, war 5 Jahre. ;-)

Gib ihm Zeit. Und lass die Stützräder weg. Auch mit ihnen kann man übel stürzen (zumal man es nicht erwartet und Kind samt Fahrrad anders verrenkt da liegt, als ohne die Teile)