Zum Millionsten Mal - Blähungen bei Stillkind

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. 

Beitrag von maerzschnecke 12.03.11 - 18:53 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

meine Süße ist jetzt 6 1/2 Wochen alt und irgendwie kommt es mir gerade so vor, als würde es mit der Pupserei und den Blähungen derzeit eher schlimmer als besser.

Klar, bei den Kleinen ist der Darm noch unreif und es dauert, bis sich die Verdauung an die Milch (in unserem Fall Muttermilch) gewöhnt. Die meisten berichten ja, dass dies nach 3 Monaten meist der Fall ist.

Jetzt ist es aber so, dass Emilia jedes Mal nach einem Schläfchen aufwacht, drückt und pupst wie verrückt. Dabei stöhnt und ächzt sie heftig. Die Pupse gehen dann unter Einsatz der Beinchen meistens ab, aber anscheinend klemmt zum Schluß der ein oder andere kleine Pups, so dass sie quengelig wird oder gar weint. Ich stille sie dann meist (weil Hunger hat sie ja nach dem Schlaf auch) und dabei drückt sie dann immer auch weiter.

Sie hatte jetzt mal zwischendurch 5 Tage gar keinen Stuhl in der Windel - für Stillkinder jetzt auch nicht ungewöhnlich. Aber ich habe immer das Gefühl, sie drückt. Egal, ob Pupse oder Stuhl. Vorgestern kam dann nach 5 Tagen etwas Stuhl, aber auch nicht sooooo viel. Gestern hatte sie dann heftig Blähungen und ich habe ihr das erste Mal ein halbes Kümmelzäpfchen gegeben - mit durchschlagendem Erfolg.

Damit ihre Blähungen jetzt besser werden, esse ich seit gestern vermehrt Kümmelsamen. Besserung ist jetzt nicht wirklich in Sicht.

Ich bin ein bisschen ratlos: soll ich einfach glauben, dass die Blähungen mit der Zeit besser werden, wenn der Darm ausreift?

Soll ich was an meiner Ernährung drehen? Ich esse jedoch schon relativ reizarm, weil ich selbst Fruktose- und Laktoseintoleranz habe. Mein Speiseplan beinhaltet von vorneherein kaum Blähendes (Obst/Gemüse/Hülsenfrüchte scheiden da komplett aus). Das einzige, was jetzt noch Blähungen verursachen könnte, wäre mein tägliches Rippchen Schokolade (laktosefrei) und die laktosefreien Milchprodukte. Wenn ich die Milchprodukte jedoch weglasse, sieht mein Speiseplan echt mager aus.

Wer kann mir denn da einen Rat geben? Bei wem hat ein Verzicht auf Milchprodukte deutliche Besserung gebracht? Oder ist die beste Taktik, einfach die nächsten Wochen irgendwie durchzustehen und zu hoffen, dass der Darm sich anpaßt? Oder doch ggf. Bigaia mal probieren?

P.S.: Solche Tipps wie Fliegergriff, Sab-Simplex, Fencheltee trinken usw. suche ich hier nicht, da das alles schon durchprobiert ist. Wir massieren täglich das Bäuchlein mit Weleda oder Windsalbe, ich trage sie auf dem Arm, wenn sie quengelt und Fliegergriff mag sie nicht sonderlich, genauso wie auf den Bauch legen.

Beitrag von kapril 12.03.11 - 19:35 Uhr

Ich hab jetzt keinen Tip, kann dir aber sagen dass es bei uns 4 Monate gedauert hat und dann war der Spuk plötzlich vorbei.

Ich denke dass es nicht an der Ernährung der Mutter liegt, denn egal was ich gegessen hab, es hat nichts geholfen. Es war sogar soweit dass meine Schwiegereltern mir wegen des Stillens schlechtes gewissen gemacht haben und immer wollten dass ich auf Flasche umsteige. Aber soweit ich bei Freundinnen mitbekommen habe ist es bei Flaschen kindern das gleiche.

Also durchhalten, es wird sicher besser.

Beitrag von maerzschnecke 12.03.11 - 19:38 Uhr

Danke für Deine Antwort. :-)

Ja, ich habe vorhin von meiner Mutter auch so einen Spruch bekommen.. 'Emilia hat aber viel Blähungen'. Klar, ihr letztes Kind wird nächste Woche 36 Jahre alt, da ist die Erinnerung meiner Mutter sicher etwas verzerrt und sie erinnert sich nicht mehr daran, wie es bei uns 3 Mädels war.

Und dann kamen so tolle Ratschläge wie 'Lass mal die Milchprodukte weg'. Dabei weiß sie genau, dass ich sowieso sehr eingeschränkt bin in der Lebensmittelauswahl #klatsch. Und ich mach mir dann trotzdem wieder einen Kopf.

Beitrag von woelkchen1 12.03.11 - 19:43 Uhr

Leider mußt du und Baby da durch! Wie du schon sagst- durch den unausgereiften Darm helfen oft diese Hausmittel nicht! Höchsten lindern können sie!

Bei meiner Großen hab ich auf alles mögliche verzichtet, sie hatte trotzdem Blähungen und Schmerzen, bis sie so 14-15 Wochen war.

Die Kleine ist 12 Wochen und hat mal einen Tag, wo sie gequält wird davon, dann ist wieder für 2 wochen gar nichts- und ich kann essen, was ich will! Sogar Kohlrouladen haben nix gemacht.
Ich hatte auch schon vorher- so ab ca. 8. Woche das Gefühl, dass die Püpse leichter abgehen!

Beitrag von woelkchen1 12.03.11 - 19:47 Uhr

Achso- in den ersten Wochen habe ich sie viel am Tage auf den Bauch gelegt zum schlafen, gerade abends! Denn meist ziehen sie die Beinchen dann an- unter den Bauch, und die Püpse können super abgehen und drücken auch nicht so, wie in Rückenlage.
Abends hab ich sie generell auf dem Bauch schlafen lassen, damit sie in der Nacht (Rückenlage) halbwegs Ruhe hat, weil die Luft schon raus ist!

Nachts hab ich sie gepuckt und hatte das Gefühl, auch das hat ihr gut getan!

Beitrag von maerzschnecke 12.03.11 - 19:56 Uhr

Danke für Deine Antworten. Ich lasse Emilia ab und zu bei mir auf dem Bauch in Bauchlage schlafen. Wirklich viel hat das nicht gebracht. Eben dieser letzte ominöse Pups drückt sie trotzdem.

Aber ich bin jetzt doch schon etwas zuversichtlicher, dass sich die Problematik mit der Zeit geben wird.

Beitrag von sarahjane 12.03.11 - 22:30 Uhr

Lasse Dein Kind doch mal auf Laktoseintoleranz hin durchchecken.
Evtl. musst Du dann die Milch(nahrung) umstellen.

Beitrag von steffi0413 13.03.11 - 01:50 Uhr

Hallo,

ich würde mal ein paar Fragen stellen, hoffentlich finden wir den evt. Täter.

Verschluckt sie sich oft beim Stillen?

Ist sie korrekt angelegt? Schluckt sie nicht Luft beim Trinken? Hörst Du kein "Schmatzgeräusch" oder ähnliches, was darauf deuten würde, dass das Vacuum unterbricht?

Wie oft trinkt sie in 24 Stunden?

Ist abends schlimmer oder kein Zusammenhang mit der Tageszeit?

Verwendet ihr Flasche, Schnuller, Stillhütchen?

Bekommt sie noch etwas ausser Mumi (Tee, Wasser, Pre)?

Spuckt sie viel? Wenn ja, frische Milch oder eher halbwegs verdaute?

Wie schaut ihr Stuhl aus?

Trinkst Du Stilltee? Nimmt sie Vitamin D Tabletten?

Nach der 4.-6. Lebenswoche kann es wirklich sein, dass Stillkinder nur selten (sogar in 10-14 Tagen einmal) Stuhl haben. Das ist in sich kein Problem, der Darm muss sich aber natürlich auch daran anpassen.

Obst/Gemüse/Hülsenfrüchte/"Blähendes"/Schoko usw. verursacht nur ziemlich selten Probleme bei Stillkinder. Ich würde als auf diese nicht verzichten, aber das Kind beobachten ob etwas doch eine Verschlechterung verursacht.

Kuhmilchunverträglichkeit ist in den meisten Fällen mit quarkartigem Spucken und schleimigem Stuhl (sogar Blut im Stuhl) verbunden. Du kannst aber versuchen Milch und Milchprodukte KOMPLETT für eine Woche weglassen. Wenn Kuhmilch der Täter ist, dann solltest Du in 4-5 Tagen eine wesentliche Verbesserung beobachten.

LG
Steffi

Beitrag von maerzschnecke 13.03.11 - 10:57 Uhr

Ich stille ausschließlich. Emilia schluckt aber definitiv viel Luft, trinkt recht hastig. Richtig angelegt ist sie, das hat die Hebamme am Anfang mehrmals geprüft. Emilia saugt extrem gut. Ich habe jedoch einen starken Milchspendereflex, weshalb es gelegentlich zu großen Schlucken und damit eben zu viel Luft und zu Verschlucken kommt. Ich lasse sie auch immer Bäuerchen machen, meist auch mal zwischendurch.

Nur nachts bekomme ich aus ihr kein Bäuerchen raus, weil sie gleich wieder wegschlummert. Nachts trinkt sie aber auch etwas ruhiger.

Stilltee habe ich die ganze Zeit getrunken, derzeit habe ich mal ausgesetzt, um den Tee als Ursache auszuschließen.

Tageszeit ist egal. Immer nach dem Schläfchen drückt sie die Pupse raus und der letzte klemmt dann.

Flasche u. Stillhütchen nehme ich nicht. Schnuller hatte sie vor 4 Tagen das erste Mal genommen.

Der Stuhl ist ordentlicher Stillstuhl. Sowohl Farbe als auch Konsistenz stimmen.

Wenn sie spuckt, dann meistens direkt nach dem Stillen. Gelegentlich kommt mal anverdautes,

Beitrag von steffi0413 16.03.11 - 18:50 Uhr

Hallo,

meine Reaktionszeit ist leider noch immer nicht die beste... Sorry! :-(

Wenn Du einen starken Milchspendereflex hast, das kann Luft schlucken und dadurch Blähungen verursachen.

Dagegen kannst Du öfters anlegen, im Liegen stillen oder eine Stillposition zu wählen wo die Milch gegen die Gravitation fliessen muss. zB. in Wiegehaltung lehnst Du dich zurück oder so
http://www.babanet.hu/album/foto.php?album=523&page=1&image=6975

Wenn das nicht genug ist, kannst Du vor dem Stillen ein wenig Milch ausstreichen oder abpumpen oder sogar wenn der Milchspendereflex einsetzt (und die Kleine Geduld hat) die Milch ausfliessen lassen bis die nicht mehr so verrückt spritzt.

Das ist super, dass Du sie anlegst, wenn sie nach dem Schlafen pupst, unruhig wird (man muss keinesfalls abwarten bis die Kleine schon schreit, dabei kann sie auch ein Haufen luft schlucken :-()
Stillen hilft der Verdauung bzw. hat eine schmerzmildernde Wirkung auch. :-)

Ich wünsche Euch alles Gute!

LG
Steffi