Warum ist es so schwer ?ich habe keine kraft

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von lonleynessmum 13.03.11 - 08:10 Uhr

Hallo an alle mamas und auch andiejnigen, denen es vielleicht genauso geht wie mir...

Mein Sohn

Kaum paar Monate alt (6) schon bin ich fix und fertig. Ich fühle mich so schlecht dabei wenn ich sagen muss das ich momentan die zeit zurück ersehne wo er noch nicht da war. Obwohl er ein wundschkind ist hätte ich mir nicht erträumt das das alles so schwierif ist. Mein mann und ich haben niemanden. Keine Eltern, FReunde? die hatte ich bevor ich schwanger war,jetzt meldet sich keiner mehr.
Meine beziehung war vorhher wunderschön ein traumduo und nun weiß ich vor lauter stress auch nicht ob das alles noch so weiter gehen wird. Ich kriege schon oft zuviel wenn sich mit schreien und quängellein vereinen. Ich freue mich wenn der kleine schläft und ich nichts hören muss.( wenn er mal schläft das maht er momentan mehr schlecht als recht) hat auch noch nie durchgeschlafen, ich weiß das muss er nicht aber er kommt momentan 3 bis 4 mal die nacht zur flasche und will auch nichts anderes. HAbe schon versucht mit nucki und tee bzw. wasser zu tricksen. Rum tragen etc. singen, streicheln....
Ich fühle für ihn liebe aber ich muss sagen das alles andere momentan überwiegt.
Ich kann einfach so nicht, wünsche mir die zeit bei das er einfach nur mal paar monate oder jahre älter wäre um ihn einfacher zu verstehen. Mein Partner ist arbeiten und unterstützung ist tagsüber also nicht vorhanden. Nachts muss er schlafen damit er morgens aus dem haus kommt und ich? naja ich bin einfach nur noch Mutter.Ich war lebenslustig, humorvoll habe einfach gelebt und nun fällt alles wie ein kartenhaus über mir zusammen.
Ich weine im stillen und sobald das schreien los geht würde sage ich auch oft zu ihm das er doch einfach nur still sein soll. Fläschen gegeben, popo sauber sonst keine wehwehchen aber trotzdem das schrille geräusch seines schreiens das mich innerlich noch mehr aufwühlt. Ja ich liebe ihn das weiß ich aber der zustand körperlich und seelisch frisst mich auf. Nach aussen hin die Mutter wie sie sein sollte, nach innen eine Frau die einfach nur noch fix und alle ist.
Er saugt mir die letze energie aus und ich fühle mich alleine und im stich gelassen von Menschen, die bis vor ein paar monaten immer da waren. So kann es gehen wenn man auf einmal nicht mehr der Mensch für andere ist, der man vorher war.
Ich wünsche mir doch einfach nur Ohren die zuhören, Arme die auch mal umarmen und trösten und Menschen die mich auch mit meinen schwächen akzeptieren.
Also wenn sich hier muttis angesprochen fühlen sollten, oder der beitrag mal gelesen wird. Gerne bei mir melden vielleicht hilft es ja sich einfach mal auszutauschen.
Trotzdem alles gute

Beitrag von mille78 13.03.11 - 09:26 Uhr

Hallo,

fühl Dich mal #liebdrueck!
Hattest Du eine Hebamme? Wenn ja, wende Dich als erstes mal an sie. Auch nach 6 Monaten kann noch eine postpartale Depression auftreten und bei Dir hört es sich nen bissele danach an. Es geht vielen Frauen so, nur leider wird das Thema oft verschwiegen. Wende Dich an einen Arzt oder eine Klinik. Auch wenn es schwer ist, Du brauchst professionelle Hilfe!Ansonsten schau, dass Du Dich vielleicht einer Krabbelgruppe anschließt oder ins Babyschwimmen gehts - einfach um wieder rauszukommen!

LG
mille78




Beitrag von stefannette 13.03.11 - 15:58 Uhr

Ich unterschreib das mal so. Bei Krabbelguppen etc. findet man schnell Anschluß und Gleichgesinnte.Du wirst Dich wundern,wie viele oft am Rande ihrer Kräfte sind.
Wenn Du allerdings wirklich keine Kraft mehr hast und kein Licht am Ende des Tunnels siehst, dann such Dir einen Arzt!!
Ich drück Dich#liebdrueck
LG Annette

Beitrag von holidaylover 13.03.11 - 16:18 Uhr

das unterschreib ich genau so!

ich habe hier auch keinerlei hilfe und wir haben 3 kinder!
keins meiner kids hat vor 1 1/2 jahren durchgeschlafen!
mach mit ihm pekip, babyschwimmen o.ä. wo du unter menschen kommst und freunde finden kannst.
wenn er sehr viel schreit, geh mit ihm mal zum osteopathen, bei uns hat das suuuper geholfen! #pro
wenn deine stimmung dann nicht besser wird, ruf deine hebi an oder geh zum FA und laß dich behandeln.
lg
claudia

Beitrag von italyelfchen 13.03.11 - 09:41 Uhr

Hey,

zwei wichtige Sachen:

1. Mach Dir keine Vorwürfe! Der klassische Babykoller! Kennen die allermeisten Muttis, ob jetzt beim ersten Kind alla "Wie schön entspannt und planbar war das Leben ohne Kind" oder beim zweiten alla "Es war doch gerade alles wieder so schön ruhig"! Nur wenige geben es zu, also mach Dir keinen Kopf, es geht nicht nur Dir so!

2. Raus mit Dir! Ab ins Leben! Schaffe euch Programm und Ruhephasen. Nimm an Kursen teil, geh in Krabbelgruppen! Das ist das perfekte Alter für den Einstieg. Babyschwimmen, Pekip & Co gibt es praktisch überall! Für mich war damals der Beitritt im Familientreff ein entscheidender Schritt! Du verlierst ein paar Freundschaften, wenn Dein Leben sich so massiv ändert, aber Du gewinnst auch neue, vor allem die, denen es genauso geht! Es macht viel mehr Spaß, die Kinder im Rudel zu bespaßen und die Babys sind meist auch ruhiger, wenn es was spannendes (andere Babys) zu gucken gibt! Versuch schön abzuwechseln. Ein Tag ein Kurs, ein Tag ein Treffen mit einer anderen Mami. Schaff Dir Luft, Zeit für ein Bad, Zeit zum Ausschlafen, mal Joggen gehen! Dafür sind die Wochenenden perfekt! Der Mann hat (meist) zwei freie Tage, eine Nacht sollte er opfern können und am Tag auch ein paar Stündchen! Die hast Du dann für Dich! Mangel an Schlaf und Ruhe ist Folter, egal ob so ein süßer Fratz verantwortlich ist!
Vielleicht klappt es einmal am Wochenende, ein paar Tage zur Verwandtschaft zu fahren! Dann habt ihr auch mal Zeit zu zweit!
Du wirst sehen, bald wird es besser!

Liebe Grüße
Elfchen

Beitrag von pechawa 13.03.11 - 11:19 Uhr

Hallo,

du hast den "Babyblues" und bist auf null, was deine Kraft betrifft! Hast du keine Mutter/Schwiegermutter, die dir den Kleinen mal abnimmt - vielleicht auch regelmäßig, damit du mit deinem Partner mal wieder was unternehmen kannst und sei es auch nur um mal wieder einen Abend gemütlich ohne Geschrei zu verbringen und dann endlich mal durchzuschlafen!
Ich weiß, wovon ich rede, denn meine erste Tochter war auch nachts ein Schreikind, bis zum 2. Lebensjahr. Eigentlich existiert man in dieser Zeit nur, man funktioniert, aber glaube mir, es wird besser und meistens sind dann diese Schreibabys später Vorzeigekinder, die sehr pflegeleicht sind ;-) Halte durch, und eine gute Partnerschaft muss das aushalten #pro

LG

Beitrag von manuluise 13.03.11 - 21:26 Uhr

Hallo,
ich würde dir dringend raten, dass du dir professionelle Hilfe suchst. Das, was du beschreibst klingt gar nicht gut. Meine Freundin hat nach der Geburt ihres Sohnes dasselbe mit gemacht. Sie hat es über Jahre verheimlicht. Erst jetzt, nach vier Jahren, spricht sie darüber.
Ich habe in meiner zweiten Schwangerschaft unter Schwangerschaftsdepressionen gelitten. Es war die Hölle. ZUm Teil habe ich jetzt noch damit zu kämpfen und es gibt auch Tage, an denen ich denke, warum hast du so schnell noch ein zweites Kind bekommen. Viel Geschrei und wenig Schlaf machen das Ganze natürlich nicht einfacher.
Suche dir bitte Hilfe. Gehe erstmal zum Frauenarzt oder sprich mit einer Hebamme. Nicht, dass du da nachher nicht mehr rauskommst.
Es bringt gar nichts, den anderen eine schöne heile Welt vorzugaukeln. Denke bitte auch an deinen kleinen Sohn. Du trägst die Verantwortung für ihn.
LG manuluise