Diesmal lieber Kaiserschnitt? Brauche Meinungen.

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Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von derhimmelmusswarten 13.03.11 - 12:02 Uhr

Je näher die Geburt rückt, desto mehr Gedanken mache ich mir.

Meine erste Geburt war 7/2009 bei 40+0. Meine Tochter wog 3340g. Geburt verlief schnell und zunächst komplikationslos (ebenso die gesamte SS). Hatte schon mal hier darüber berichtet, daher nur kurz: Letztlich wurden jedoch die Herztöne schlecht und obwohl sich eine Hebamme auf meinen Bauch warf und eine von obend drückte, kam sie nicht raus. Die Oberärztin rannte herein und holte sie dann per Saugglocke raus. Sie war schon bläulich, röchelte und musste dann 10 Tage auf die Intensivstation. Sie spuckte Blut. Man musste nachts auch noch für sie den Oberarzt kommen lassen, sie musste intubiert und künstlich ernährt werden. Hatte dann eine Lungenentzündung. Nach 10 Tagen durfte sie Gott sei Dank gesund nach Hause.

Zu mir selbst: Ich bin relativ klein, zierlich und sehr dünn. Laut FÄ habe ich ein enges Becken.

Nachdem ich nun auch noch eine Mutter kennengelernt habe, deren Tochter aufgrund der Umstände bei der Geburt behindert ist, habe ich richtig Angst, dass mir sowas wieder passiert. Das Kind ist gerade mal 7 Monate älter als meine Tochter. Kann nicht laufen, nicht stehen, hängt nur schlapp auf ihrem Arm. Wird also sein Leben lang ein Pflegefall sein. Soweit ich weiß, wegen Sauerstoffmangel bei der Geburt. So sieht es halt auch aus.

Wenn ich mir vorstelle, dass meine Tochter auch so dran sein könnte und nur knapp solch einem Schicksal entgangen ist, stelle ich mir die Frage, ob ich nicht diesmal einen Kaiserschnitt machen lassen sollte.

Wie hoch ist die Gefahr, dass wieder sowas passiert? Gibt es dazu Statistiken? Also wie wahrscheinlich ist eine 2. Saugglockengeburt oder dass es wieder zu den gleichen Komplikationen kommt?

Beitrag von hebigabi 13.03.11 - 12:46 Uhr

Ich hab in all meinen Berufsjahren noch nie selbst eine Frau entbunden, die 2 x eine Saugglocken- oder Zangengeburt hatte.

Komplikationen kann es immer geben- auch bei einem KS- da hab ich es auch schon erlebt, dass zur Kopfentwicklung trotzdem eine Zange gebraucht wurde und auch da kann eine Kopfentwicklung so massiven Zug am Kopf hervor rufen, dass viele Kinder massive Blockaden dadurch haben -also von "sanftem KS" kann echt nie die Rede sein.

Ich war! #heul beim 1. auch zierlich (Startgewicht 47 kg) - klein bin ich immer noch (1,55) :-p und meine Tochter wog 3550 gr-50 cm -35 und der 2. wog dann 3440 gr-52-36 und der war in 2 Std. da.

Ich würds spontan versuchen, aber das ist meine persönliche Meinung.

LG

Gabi

Beitrag von leiana1 13.03.11 - 14:10 Uhr

Also, ich habe die Erfahrung, dass keine Geburt ist wie die andere. Mein erstes Kind (2009) wollte auch nicht spontan kommen, Sternengucker, es kam zum Stillstand, schließlich KS, der für mich sehr traumatisch war. Danach hieß es, der Kopfumfang war einfach zu groß für mein Becken (38cm), ich könne nicht normal entbinden. Vor der 2. Geburt hab ich mir dann riesig Sorgen gemacht, auch über einen geplanten KS nachgedacht. Aber meine Ärztin hat mich beruhigt und gesagt, dass so viele Faktoren mitspielen. Schließlich habe ich mein 2. Kind spontan entbunden, es hatte auch einen KU von 38cm, aber lag mit dem Gesicht nach unten. Man kann einfach 2 Geburten nicht vergleichen, denke ich!
Alles Gute für dich!

Beitrag von sillysilly 13.03.11 - 15:09 Uhr

Hallo

du mußt entscheiden was du möchtest

ist der Wunsch nach einer natürlichen Geburt größer
oder beherrscht dich die Angst, und du wirst total gehemmt sein

Wenn du dir eine natürliche Geburt vorstellen kannst, dann würde ich immer diese Wählen.


Meine erste Geburt war sehr schrecklich - natürlich geplant und dann lief einiges schief ......... echt gravierende Dinge ........ und es war so eine schlimme Erfahrung für mich
es lief auf einen Notkaiserschnitt hinaus - und war knapp für die Maus und für mich
ging da dann auch um Fahrlässigkeit und so - war echt ne üble Geschichte

Für mich war klar, wenn noch ein Kind nur mit geplantem Kaiserschnitt
aber wenn ich es psychisch geschafft hätte wieder Vertrauen aufzubauen hätte ich mich immer für eine natürliche Geburt entschieden


Und gerade wenn du noch mehr Kinder willst, ist ein Kaiserschnitt einfach ein Risiko

Mein zweiter geplanter Kaiserschnitt war echt schön ....... hatte ein KKH das meinen Wunsch total verstanden hat, und auch Hebammen und Personal die mich toll begleitet haben

Aber mein dritter Kaiserschnitt, auch geplant war echt übel


Fühle ganz fest in dich hinein, entscheidend ist was du willst


Grüße Silly

Beitrag von amaia 13.03.11 - 18:39 Uhr

Ich kann Dir da leider auch nicht helfen. Du mußt in Dich rein hören und dann entscheiden. Vielleicht kann Dir Dein Arzt oder eine Hebamme helfen.

Ich persönlich entschied und entscheide wegen den von Dir beschriebenen Situationen immer für einen Kaiserschnitt. Lieber nehme ich mehr Risiken auf mich und entlaste das Kind dafür. Obwohl ich mit dieser Aussage gleich wieder einen Aufschrei erwarte bzgl. Anpassungsproblemen, Allergien, Darmbesiedelung etc.

Die Risiken welche Du bei einer Spontangeburt beschreibst werden immer unter den Tisch gekehrt.

Gruß
Amaia

Beitrag von widowwadman 13.03.11 - 22:06 Uhr

Beim KS ist das Risiko fuer die Mutter groesser, bei der vaginalen Geburt fuer das Kind. Ich wuerd mich noch mal mit dem behandelnden Arzt unterhalten und danach entscheiden.

Beitrag von minnie85 13.03.11 - 22:39 Uhr

Hi!
Ich denke, die Frage wie hoch die Wiederholungsgefahr ist solltest du nicht hier mit Laien, sondern mit einer Fachperson wie deiner Hebamme oder deinem FA klären. Hier wirst du nur subjektive Erfahrungen und Meinungen lesen.

Meine subjektive Meinung, ich habe beides erlebt, KS und spontan und würde mich, sofern keine Indikation vor liegt, nicht mehr für einen KS entscheiden...erstens, weil das Risiko für das Kind beim KS allgemein höher ist und zweitens wegen der Risiken für mich und Schmerzen (für mich waren die Schmerzen nach KS deutlich schmerzhafter als die Wehen).

Beitrag von widowwadman 13.03.11 - 23:03 Uhr

Das Risiko fuer's Kind ist beim KS allgemein nicht hoeher, sondern geringer. Das Risiko fuer die Mutter ist hoeher.

Beitrag von minnie85 14.03.11 - 14:25 Uhr

Wurde mir anders gesagt (vom Chefarzt) und ich habe das auch anders gelesen. Rein statistisch ist ohne Indikation für Mutter und Kind der KS die risikoreichere Variante. Letztendlich kann man es nur für sich entscheiden!

Beitrag von amaia 14.03.11 - 17:39 Uhr

Ach Minnie,

da gibt es doch wie so überall tausend Meinungen. Ein Chefarzt hat nicht unbedingt Recht. Der nächste Chefarzt erzählt was anderes. Es kommt immer darauf an wen man fragt und wer welche Interessen verfolgt. Der eine will seine Statistik so KS-frei wie möglich halten um gut dazustehen, der andere will die Kohle kassieren.

Ich habe mich wirklich mit dem Thema befasst und kenne alle Argumente und Gegenargumente. Für mich klingt die Theorie, dass die Mutter mehr Risiken auf sich nimmt und das Kind weniger hat logischer.

Generell kann man aber der Threadschreiberin keinen Rat geben. Sie muß für sich entscheiden, sie muß auf ihre innere Stimme hören und sie muß sich wirklich gut informieren. Soll heißen: Googlen, Literatur, Hebammen und Ärzte. Erst dann hat man einen Überblick über Für und Wider und kann entscheiden. Sich alle Argumente anhören und dann überlegen was einem am logischsten erscheint.

Gruß
Amaia

Beitrag von minnie85 14.03.11 - 22:04 Uhr

Da hast du recht: jeder muss für sich Informationen sammeln und entscheiden, was schlüssiger erscheint.

Ich habe für mich nach meinem WKS eine intensive Informationssuche begonnen (Besuch von Vorträgen, diverse Lektüre, Informationen von dem besagten Chefarzt, meinem FA, meiner Hebamme, Internetrecherche etc) und bin für mich zu dem logischen Schluss gekommen, den Studien zu trauen, die ohne Indikation für das Kind die Sectio nicht als risikoärmer ansehen. Einfach, weil ich die Argumentationen sehr gut nachvollziehen kann (auch in meiner Position als "Medizinerin" - wenn auch weit vom Fach entfernt!) und ich aus meiner inzwischen persönlcihen Erfahrung mit der Spontangeburt dies absolut untermauert sehe.

Beitrag von hexenhandwerker 14.03.11 - 12:11 Uhr

Ich habe auch noch nie eine Frau nach Zangen-oder Glockengeburt beim 2. Kind wieder so entbunden! Im Gegenteil waren das dann meist sehr schnelle und gute Geburten, die für die Frauen sehr heilsam waren.

Es gibt natürlich nie eine Garantie aber vergiss nicht, du hast jetzt ein anderes Kind im Bauch!
Und wegen deiner Größe kann ich nur sagen: Deine Tochter ist ja durch dein Becken durch und hat somit den Weg gebahnt (wenn auch mit Hilfe).
Außerdem habe ich schon die größten Kinder aus den kleinsten Frauen herauskommen sehen.

Hör in dich hinein und red mit deinem Kind. Du wirst die richtige Entscheidung für Euch selbst treffen müssen. Und egal wie sie ausfällt, es wird für euch die richtige sein.

Beitrag von sarahjane 18.03.11 - 10:37 Uhr

Was hebigabi über den KS schreibt, solltest Du nicht ganz für bare Münze nehmen, da ist durchaus etwas Panikmache drin.

Beim KS besteht ein leicht (!) erhöhtes Risiko für die Mutter, bei einer Vaginalgeburt ein leicht (!) erhöhtes Risiko fürs Kind. Es ist letztendlich also "gehüpft wie gesprungen".

Bei den von Dir geschilderten Ausgangspositionen ist es bei einer zweiten Schwangerschaft vielleicht tatsächlich ratsamer, per KS zu entbinden. Hier gibt es durchaus sanfte Methoden und man muss keineswegs immer per Vollnarkose entbinden, wenn man einen KS erhält.

Lasse Dich vom Gynäkologen Deines Vertrauens beraten - eine Hebamme sollte man diesbezüglich nicht in erster Linie als Beraterin wählen.