Benötige seelisch-moralischen Beistand

Archiv des urbia-Forums Stillen & Ernährung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von nicen86 13.03.11 - 14:14 Uhr

Hallo,
danke erstmal an die, die mir wegen der Milchpumpe geantwortet haben.
Bin dem Rat gefolgt und habe eine LLL-Stillberaterin kontaktiert, die uns auch gleich besuchen kam.
Leider ist der Fall hoffnungslos. Ich verfüge nur über ca. 1/4 Milchdrüsengewebe im Vergleich zu vollstillenden Mamas. Es wird zwar Milch produziert, aber eben viel zu wenig, um meinen Kleinen satt zu bekommen. :-(
Die Idee erst ein paar Minuten zu stillen und dann die Flasche zu geben lief auch super die ersten Tage, doch seit gestern habe ich höllische Schmerzen in beiden Brüsten. Die Beraterin meinte, dass das eine Reaktion der Brust ist, da diese mit der Nachfrage überfordert ist.
Sie hat mir ans Herz gelegt abzustillen #heul Wenn ich weiter machen würde, wäre das ungesund fürs Gewebe. Auch würde ich mich nur quälen mit den Schmerzen und der Kleine bekommt das genau mit.
Mir fällt es aber schwer diesen Schritt zu gehen. Ich wollte doch nur das Beste für meinen Schatz und jetzt kann ich ihm nicht mal mehr das bisschen Milch geben, was ich habe.
Habe das Gefühl eine schlechte Mama zu sein und könnte nur noch heulen.
Mein Partner redet mir zwar gut zu und meint, dass auch andere Kinder mit Flasche groß geworden sind, aber das beruhigt mich nicht. Ich kenne 2 Flaschen-Kids und die sind ständig nur krank, weil ihnen die Abwehrkräfte fehlen. Irgendwie schiebe ich das auf die fehlende Muttermilch.
Vielleicht findet ja jemand ein paar tröstende Worte.
Würde mich freuen.
Nicen

Beitrag von incredible-baby1979 13.03.11 - 14:20 Uhr

Hallo,

lass dich mal unbekannterweise #liebdrueck.

Ich kenne das. Konnte unseren Kronprinzen nicht stillen, da ich (trotz Akupunktur, Anlegen, Pumpen, Stilltee, Bockshorntee) KEINEN Milcheinschuss hatte #heul.

Habe mich anfangs schrecklich gefühlt und viel geweint #heul, mir Vorwürfe gemacht, dass ich unserem Sohn nicht das Beste geben konnte. Manchmal kam ich mir wie eine absolute Versagerin vor.
Selbst jetzt - nach 23 Monaten - werde ich noch ab und an wehmütig, wenn ich stillende Mamas sehe (ich hätte es auch soooooo gerne getan).

Aber - unser Julian ist ein kerngesundes, quietschfidels Kerlchen - trotz #flasche ;-).

Mach dich bitte nicht so fertig, wir haben es wenigstens versucht und dass es nicht klappt, ist einfach höhere Gewalt.

LG und alles Gute,
incredible mit Julian (23 Monate), der gerade Siesta macht

Beitrag von gundi2000 13.03.11 - 14:44 Uhr

Ach du, lass mich mal #liebdrueck

ich versteh dich total, wir haben vor 7 Wochen unser 4tes Kind bekommen, und bei den anderen 3en hat es mit dem stillen nie geklappt und ich hab mir vorgenommen, diesmal klappt es, hab gelesen, mich vorbereitet, trinke meinen stilltee usw. dachte das passt alles so und ist total super, fühl mich auch wohl dabei usw.

Dann waren wir letzte Woche beim KIA und unser Zwerg hat seit dem Krankenhaus erst 580g zu genommen.

Jetzt bekommt zusätzlich 2 Flaschen Pre Nahrung dazu, ich hab geheult beim ersten Flascherl, hatte das Gefühl ich bin unfähig mein Kind zu ernähren, ich war wirklich fertig mit den Nerven.
Ich stille zwar trotzdem noch weiter und jetzt geht es mir auch gut dabei,aber es hat mir auch sehr weh getan.

Aber bei unseren anderen Zwergen ging es leider gar nicht, trotzdem haben sie genau so viel liebe bekommen, wie stefan jetzt und sie werden auch wirklich trotzdem groß, glaub mir.

Nimm deinem Zwerg zu dir kuschle mit ihm, genießt es ganz einfach :-)

glg
Gudrun

Beitrag von gundi2000 13.03.11 - 14:45 Uhr

achja und meine großen, sind so gut wie nie krank hab ich vergessen, das trotz Flasche ;-)

Beitrag von sarahjane 13.03.11 - 15:46 Uhr

Du hast alles versucht. Das ehrt Dich. Aber was nicht sein soll, soll wohl nicht sein. Es gibt zahlreiche Frauen in ähnlicher Lage wie Du, Du brauchst Dich also nicht zu grämen.

Und was die Säuglingsmilchnahrung aus dem Handel betrifft: Wir leben nicht annodazumal. Heutzutage ist diese Milch perfekt auf Babys Bedürfnisse abgestimmt, und auch damit gedeiht ein Baby in der Regel sehr gut.

Dass Du 2 Babys, welche mit Säuglingsmilchnahrung ernährt werden, kennst, die anscheinend öfter mal krank sind, liegt mitnichten an der Milch. Ich fürchte, Du hast diesbezüglich zu viel von Menschen gelesen, die Frauen ein schlechtes Gewissen machen wollen, wenn sie ihr Kind nicht (ganz oder teilweise) per Frauenmilch ernähren können, wollen oder dürfen.

Frauenmilch KANN zwar die Abwehrkräfte/das Immunsystem eines Kindes stärken, doch Garantien gibts dafür keineswegs.

Nur mal so zur Info nebenbei: Einschlägige Brusternährungsbefürworter behaupten, dass mit Säuglingsmilch Ernährte quasi ein 100-prozentiges Risiko hätten, an Mittelohrentzündung zu erkranken.
Ich kenne bisher jedoch nur 2 per Brust (!) Ernährte, welche schon im Baby- bzw. Kleinkindalter an Mittelohrenztündung erkrankt sind.

Man wird immer auf Leute stoßen, welche diese und auf Menschen, welche andere Erfahrungen gemacht haben.
Daraus quasi wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen zu wollen, wäre grundweg falsch.

Zudem gibt es ja (wenngleich diese Nahrungen dann meist auch etwas mehr Geld kosten) Säuglingsmilchnahrungen, welche besonders gut der Frauenmilch angeglichen sind (mit LCP/ufa, Prä- und/oder Probiotik etc.). Vielleicht wäre so eine Milchnahrung eine Option für Dein Kind, um besser mit Deinen völlig unnötigen Schuldgefühlen klar zu kommen.

Es ist kein Weltuntergang, wenn ein Kind nicht (mehr) ganz oder teilweise per Brust ernährt werden kann, darf, soll oder möchte. Wirklich nicht!
Es ist schön, wenn es klappt, aber eben auch vollkommen okay, wenn irgendwelche Gründe dagegen sprechen.

Beitrag von lilly7686 13.03.11 - 19:13 Uhr

>>Nur mal so zur Info nebenbei: Einschlägige Brusternährungsbefürworter behaupten, dass mit Säuglingsmilch Ernährte quasi ein 100-prozentiges Risiko hätten, an Mittelohrentzündung zu erkranken.
Ich kenne bisher jedoch nur 2 per Brust (!) Ernährte, welche schon im Baby- bzw. Kleinkindalter an Mittelohrenztündung erkrankt sind. <<

Das ist doch Schwachsinn. Wenn jemand sowas behauptet, dann hat derjenige keine Ahnung, wovon er spricht (also jemand wie du zum Beispiel).

Es ist erwiesen, dass Flaschenkinder ein höheres Risiko haben, an Mittelohrentzündung zu erkranken, als gestillte Kinder. Das heißt aber nicht, dass ein Flaschenkind garantiert ne Mittelohrentzündung kriegt.

Halt dich also bitte zurück mit solchen Aussagen.

Beitrag von schnuffel0101 13.03.11 - 16:37 Uhr

So ein Quatsch. Es gibt so viele Mütter, die nicht stillen können (ich bin auch eine davon). Deswegen ist das Immunsystem nicht zwangsläufig schlechter. Das glaub ich einfach nicht. Meine beiden haben nur die Flasche bekommen und sind top gesund und ihnen fehlt es an nichts.
Du bist absolut keine schlechte Mutter. Du hast es versucht, es geht aber einfach nicht. Mach Dir keinen Kopf. Dann bekommt Dein Kind halt die Flasche, damit wächst es absolut genauso gut auf.
Klar ist stillen eine gute Angelegenheit, aber ich habe ein wenig den Eindruck, dass man hier sofort irgendwie niedergemacht wird, wenn man aus welchen Gründen auch immer nicht stillen kann oder will.
Das sollte doch jedem selber überlassen werden. Ich hab echt den Eindruck, dass hier etliche Leute versuchen, einem dann ein schlechtes Gewissen einzureden. Mag mich irren, aber so scheint es mir hier und viele Mütter springen auch sofort darauf an.
Lass Dich bloss nicht irre machen, Du bist garantiert eine genauso gute Mutter wie die stillenden.

LG

Beitrag von nicen86 13.03.11 - 16:57 Uhr

Vielen lieben Dank für die mutmachenden Worte. Ein wenig besser fühle ich mich jetzt schon, aber es stimmt, es wird einem ein schlechtes Gewissen gemacht, wenn man nicht stillt.
Da ich ein Mensch bin, der sowas an sich ran lässt, macht es die Sache nicht leichter. Aber den Kleinen werden wir groß bekommen auch ohne Mamas Brust :-)
#danke Nicen

Beitrag von lilly7686 13.03.11 - 19:18 Uhr

Hallo!

Du hast es versucht, und du hast getan, was du konntest.
Ich finde es super, dass du so gekämpft hast! #pro

Und du hast deiner Kleinen zumindest ein bisschen MuMi geben können. Das ist doch was, oder? Besser als nichts ;-)

Und nicht alle Flaschenkinder werden krank.
Ich kenne ein Stillkind, das voll gestillt mit 3 Monaten die erste Bronchitis hatte.
Meine Große ist ein Flaschenkind. Ich hatte die ersten 4 Wochen abgepumpt und danach keine Milch mehr. Sie hat MuMi abwechselnd mit Pre bis 4 Monate bekommen (was ich zu viel am Anfang hatte, wurde eingefroren; meine Große war ein Frühchen). Wobei sie nur die ersten 9 Wochen ausschließlich MuMi bekam, danach nur noch einmal am Tag, Rest war Pre.
Sie ist sehr selten krank, war auch nie wirklich viel krank. Und das trotz Frühgeburt (26.SSW) und vergleichsweise wenig MuMi.

Du siehst, auch Stillkinder können krank werden. Und auch Flaschenkinder können sehr gesund sein ;-)

Mach dir hier also bitte keine Vorwürfe. Sondern sei stolz auf deine Leistung und sei stolz auf dich :-)

Alles Liebe!

Beitrag von peppina79 13.03.11 - 20:26 Uhr

Hat das ein Arzt festgestellt? Oder die Stillberaterin??? Und ich mach mich schon fertig weil ich mit nur einer Brust stille und zufüttern muss. Auch nicht viel prickelnder...

Beitrag von nicen86 13.03.11 - 20:39 Uhr

Die Stillberaterin durch abtasten. Mein Drüsengewebe erstreckt sich nur bis max. 1cm um den Warzenhof herum. Bei "normalen" Frauen füllt es wohl die gesamte Brust aus.
Kann man nix machen, die Natur lässt sich da nicht beeinflussen.
Zufüttern ist glaub ich immer nervig. Ich halte jetzt erstmal durch und rede morgen nochmal mit meiner Hebi, wie es weitergehen soll.
Vielleicht werde ich auch abpumpen (da kann man die Intensität ja einstellen und somit die Belastung in Grenzen halten) und das dann per Flasche geben.
#danke nochmal an alle.
Nicen

Beitrag von crumblemonster 14.03.11 - 09:37 Uhr

Hallo,

ich kann Dich verstehen. Aber Du mußt wirklich kein schlechtes Gewissen haben oder ähnlich.

Meine Jungs bekamen nur 11 Tage bzw. 14 Tage Muttermilch. Dann ging gar nichts mehr. Sicherlich, ab und an sind sie krank und die Schnuppernase fängt im Herbst an und hört im Frühling auf. Aber sie sind nicht häufiger oder stärker krank als andere Kinder in dem Alter.

Jetzt bei meiner Kleinen konnte ich 12 Wochen voll stillen, momentan macht der Muttermilchanteil noch ca. 40 % aus (pumpe ab, aber das ist auch sehr stressig). Und.... mit ca. 8 Wochen bekam sie das erste Mal ein Antibiotikum, weil sie so stark erkältet war (war bei den Jungs nicht und der Große ist auch ein Winterkind - also hat es nichts mit der Jahreszeit zu tun). Das war bei den Flaschenkindern nicht so.

Dein Kind hat nichts davon, wenn Du 'auf dem Zahnfleisch krauchst'. Es braucht Dich in 'voller Stärke'. Mach Dir also keine Vorwürfe. Es ist, wie es ist. Auch Flaschenkinder werden groß.

Alles Gute und LG