Das Tagebuch der Anne Frank

Archiv des urbia-Forums Kids & Schule.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von schnuffieundschmusie 13.03.11 - 20:07 Uhr

Hallo,
meine Tochter(9) geht in die 4. Klasse. Im Sachunterricht wurde Berlin (sie geht in Berlin in die Schule) durchgenommen. Und natürlich zwangsläufig die Mauer.
Nun sind sie bei Hitler mit allem Drum und dran. Sie weiß, was in den KZts geschah, und wie eine Gaskammer funktioniert hat. Nun liest sie mit Begeisterung und Intresse das o.g. Buch. Ich finde das ganze Thema für 9/10 jährige zu früh.

Bin ich "veraltet"? Wird das wirklich in der 4. Klasse so im Detail besprochen?
Fehlt nur noch, dass sie einen Ausflug nach Sachsenhausen machen. Das ist ja nicht weit von Berlin entfernt.

Gruß
Karola

Beitrag von aletheia 13.03.11 - 20:17 Uhr

Wenn sie mit der Thematik schon so weit vertraut ist, kann sie meiner Meinung nach das Buch ruhig lesen. Es ist ja alles andere als "brutal", das Thema an sich ist nur schlimm.
Wir hatten das Thema Nationalsozialismus in der Schule erst etwas später. Ich würde mit ihr darüber sprechen und schauen wie sie damit umgeht.

Beitrag von tauchmaus01 13.03.11 - 20:18 Uhr

Ich bin auch in Berlin zur Grundschule gegangen und ja, wir haben das KZ besucht und es war traumatisch für mich.

Die ziehen ihren straffen Lehrplan durch und wo damals die Kinder schon 10/11 waren in der 4., Klasse sind die Kinder dank der Zwangseinschulung mit 5 einfach noch jünger als damals die Kinder in der 4. Klasse.

Rede mit der Lehrerin ob sie so einen Ausflug vorhat. Es war der stillste Ausflug den wir je in Berlin erlebt haben.

Mona

Beitrag von lena1309 13.03.11 - 20:18 Uhr

Hallo,

wo liegt denn dein Problem mit dem Buch?
Das Thema kann man auch in dem Alter deiner Tochter schon gut besprechen und da ist Anne Frank immer ein guter Einstieg, da ist einfach die Gefühlswelt und die Sprache für Kinder gut zu verstehen.

"Fehlt nur noch, dass sie einen Ausflug nach Sachsenhausen machen. Das ist ja nicht weit von Berlin entfernt." Für diesen Satz hast du einen #contra verdient, denn das drückt deutlich deine Ablehnung aus.
Und wenn die Klasse nach Sachsenhausen fährt, wäre das eine gute Idee. Vernünftig vorbereitet und begleitet, ist so ein Besuch für die Kinder eine gute Möglichkeit die graue Theorie zu begreifen.

Ich finde es gut, wenn auch in der Grundschule schon mit diesem Thema begonnen wird, denn die Zeitzeugen sterben langsam aus, da man das Thema anders wachhalten. und da ist die kindliche Neugier und der Wissensdurst ein guter Grundstein.

Mir scheint eher, du hast Angst davor, das deine Tochter dann auch mit dir über dieses Thema reden will. Klingt ein wenig nach Vogel-Strauß-Taktik. Wenn ich es nicht sehe, ist/war es nicht da.

LG
M.

Beitrag von tauchmaus01 13.03.11 - 20:36 Uhr

Ich denke auch dass Sachsenhausen zu besuchen nicht falsch ist. Aber alles zu seiner Zeit. Mit 9 Jahren am Ort des Geschehens zu sein, Wände zu sehen an denen Menschen erschossen wurden, den Raum zu betreten wo Menschen aufgehangen wurde, die Lager zu sehen, die "Duschen", die Bilder der gestapelten Leichen, das Video dass einem dort im Filmraum gezeigt wird.....das alles ist nichts für 9 Jährige Kinder!

Meine 93 jährige Tante ist Zeitzeugin, ihre Geschichte habe ich auf Video dokumentiert, für meine Kinder später einmal. Aber sicher nicht wenn sie erst 9 Jahre alt sind.

Wir waren traumatisiert nach Sachsenhausen, Albträume, schlaflose Nächte.....ich denke mit 12/13 hätte ich dass sicher alles anders aufgenommen und vor allem auch nicht mit Angst sondern mit Interesse aufgenommen.

Alles zu seiner Zeit!

Mona

Beitrag von lena1309 13.03.11 - 20:45 Uhr

Hallo Mona,

ich wollte auch nicht sagen, dass Sachsenhausen in jedem Winkel empfehlenswert ist für diese Altersstufe.
So würde ich den Filmraum ausfallen lassen oder es auch den Kindern selbst überlassen, wenn die Anzahl der Begleitpersonen groß genug ist, kann man sich da ja aufteilen.

Und es muss eine vernünftige Nachbearbeitung stattfinden. Die Kinder dürfen da nicht allein gelassen werden.
Ich war beispielsweise 8, als ich mit meiner Mutter Buchenwald besucht habe und 10 als wir das 1. Mal in Auschwitz waren. Da hat meine Mutter mir immer die Wahl gelassen. Und sie hat mich danach reden oder schweigen lassen.

Und eine Wand ist eine Wand, die Leichen liegen da nicht mehr. Und die Duschen sind eben ein Teil der Maschinerie. Ich denke, es hilft den Kindern das Thema zu begreifen. Sie sehen den Ort, zu dem sie bisher nur Worte und Bilder kennen.

Mich störte einfach auch diese Ablehnung, die ich gelesen habe. Dieses Thema kann man auch mit 8 oder 10 schon verstehen.

LG
M.

Beitrag von schnuffieundschmusie 13.03.11 - 20:38 Uhr

Hallo,
so ein Blödsinn.
Was hat das mit Vogel-Strauß-Taktik zu tun?
Ok, es ist Geschichte, aber alles zu seiner Zeit. 9 Jährige sind einfach noch nicht reif dafür, dass sie sich über Millionen von Toten unterhalten.
Ich war selbst vor 3 Jahren in Sachsenhausen und es hat mich tagelang danach noch beschäftigt. Wie sollen das Kinder verarbeiten. Vor allem in dem Alter begreifen viele noch nicht den Ernst der Lage. Und ich finde es sehr daneben, wenn sie ihre "Witzchen" darüber reißen.

Und warum muß dieses Thema immer wach gehalten werden? Gibt es nicht aktuelle Themen, die wichtiger sind?
Gruß
Karola

Beitrag von lena1309 13.03.11 - 20:49 Uhr

Hallo,

Zitat: Und warum muß dieses Thema immer wach gehalten werden? Gibt es nicht aktuelle Themen, die wichtiger sind?

Damit diese Frage nicht mehr gestellt wird. Denn wenn die Geschichte vergessen wird, verlieren wir ganz viele Möglichkeiten die Kinder von der Brauen Seite fernzuhalten.

Und ja, Kinder können dieses Thema verstehen. Und man darf auch Witze dabei machen und lachen, wenn man es richtig macht. Man muss nicht über Leichen lachen, oder die Duschen oder so. Aber es gibt zum Beispiel in Auschwitz einen Grund zu lachen, wenn man sich den Spruch über dem Eingang ansieht. Da hat sich jemand einen winzigen Protest erlaubt und über den darf man lachen.

LG

Beitrag von dornpunzel 13.03.11 - 22:05 Uhr

'Und warum muß dieses Thema immer wach gehalten werden?'

Weil man die Vergangenheit begreifen muss, um die Gegenwart verstehen zu können. Deshalb.



Beitrag von sassi31 14.03.11 - 02:27 Uhr

Ich war ca. 10 Jahre alt, als ich die Serien "Holocaust" und "Ein Stück Himmel" mit ansehen durfte. Natürlich hat meine Mutter erklärt, was da passiert und alle Fragen beantwortet. Wir Kinder wußten aber eh schon Einiges über den Krieg und die Judenverfolgung. Denn meine Mutter hat den Krieg miterlebt und uns von ihrer Kindheit erzählt.

Mit 11 Jahren haben wir in der Schule den Film "Nacht und Nebel" angesehen. Das war schon ziemlich heftig und es wurde den Schülern erlaubt, den Raum zu verlassen, wenn sie es nicht ansehen konnten. Auch dazu gab es Erklärungen. Niemand stand allein mit dem Gesehenen da und musste zusehen, wie er nun damit klar kommt. Wir durften Fragen stellen und es gab jede Menge antworten.

Mit 12 Jahren habe ich dann "Das Tagebuch der Anne Frank" gelesen und wieder eine Menge über das Leben im Krieg und den Umgang der Deutschen mit den Juden gelernt.

Ja, all das hat mich sehr beschäftigt. Aber da ich immer Ansprechpartner hatte, die auch die Muße hatten, mir alles vernünftig zu erklären, war es kein Problem, damit klar zu kommen. Sicher gibt es schönere Themen, aber die Geschichte lässt sich nunmal nicht mehr ändern und verleugnen.
Einen Schaden habe ich aber ganz sicher nicht davon getragen, weil ich so früh mit diesem schwierigen Thema "belastet" wurde.

Warum das Thema wach gehalten werden muss? Damit niemals auch nur irgendein Mensch vergisst, wie schrecklich der 2. Weltkrieg mit der Judenverfolgung und -vernichtung gewesen ist. Nur so kann man verhindern, dass sich das noch einmal wiederholt.

LG
Sassi

Beitrag von anarchie 13.03.11 - 21:05 Uhr

Unsinn!


Mit 9 muss man nun echt nicht ins KZ fahren!!!!!

Meine Großen( 8 und 7) wissen auch schon viel über den 2. WK, Hitler, Judenverfolgung und Ähnliches - aber ins KZ würden sie definitiv NICHT fahren.


Beitrag von lena1309 14.03.11 - 23:00 Uhr

Wo habe ich geschrieben, dass die Fahrt ins KZ das einzige, ultimative Mittel zur Vermittlung der Geschichte ist? Es ist eine Möglichkeit.

Und auch Kinder können sehr gut mit dem Besuch umgehen, wenn man ihn vernünftig vorbereitet und nachher betreut. Und da sind auch die Eltern gefragt, wenn sie sich mit den Lehrern abstimmen.

Beitrag von mama0102 13.03.11 - 21:43 Uhr

Also das ist echt eine ziemlich dämiliche Antwort, wirklich, sorry!
Ich habe das Buch mit 13 gelesen, freiwillig und ich fand es schrecklich. Allein der Gedanke, dass all das Geschriebene real passiert ist hat mich damals richtig erschrocken und sehr sehr lange traurig gemacht.
In einem KZ war ich dann mit 17 und ich war tagelang am Boden zerstört. Noch heute, fast 15 Jahre später bekomme ich Gänsehaut, wenn ich an diesen "Ausflug" denke. Wie bitte soll ein Kind in der 4. Klasse mit einer solch unbeschreiblichen Grausamkeit umgehen können?? Selbst ich als Erwachsener habe damit meine Probleme. Meine Tochter besucht auch die 4. Klasse und ich selbst stehe dem Thema immer offen gegenüber ( zumal meine Oma den Krieg als junge Frau miterleben musste und Bekannte sogar deportiert wurden!!). Ich bin allerdings froh, dass es bei uns erst viel später behandelt wird und dass mein Kind solchen Grausamkeiten noch nicht ausgesetzt wird, denn Schreckliches werden die Kleinen noch genug mitbekommen im Leben!

Sandra

Beitrag von lena1309 14.03.11 - 23:02 Uhr

Meine Antwort ist nicht dämlich, sie spiegelt nur eine andere Sichtweise und Herangehensweise dar.

Dämlich ist die Frage, warum man heute noch unbedingt über die Zeit des Dritten Reiches so genau Beschied wissen muss. Und die wurde hier schon gestellt, aber nicht von mir.

Beitrag von dornpunzel 13.03.11 - 21:52 Uhr

Hm, ich kann dir nur teilweise zustimmen.

Ja, es ist wichtig, unglaublich wichtig, unsere Geschichte lebendig zu halten. Gegen das Vergessen zu arbeiten und unsere Kinder mit dem, was geschehen ist, vertraut zu machen.

Aber behutsam. Vor allem vertrete ich die Meinung, dass das im Elternhaus zu geschehen hat und nicht in der Schule. Ich persönlich würde es niemals einem Lehrer und dem straffen Lehrplan überlassen, meine Kinder über die Vergangenheit aufzuklären.

Aus diesem Grund finde ich die Grundschule zu früh für diese Thematik. Meine Kinder wissen, bis auf die zwei Kleinen, mit dem Namen 'Hitler' und den Weltkriegen etwas anzufangen. Jeder so viel, wie es seinem Alter entspricht.

Es ist doch nicht damit getan, zu sagen 'Ja, wir Deutschen haben große Schuld auf uns geladen, es wurden Juden ermordet und so weiter und so fort ...'. Das ist nur die Hälfte der Geschichte. Zum richtigen Begreifen, zum richtigen Verständnis unserer Geschichte gehört auch die Zeit des ersten Weltkriegs, seine Konsequenzen, die Weimarer Republik.

Mit dem zweiten Weltkrieg, oder noch schlimmer, der Judenverfolgung anzufangen ist falsch und kontraproduktiv. Der Besuch eines Konzentrationslagers sollte am Ende eines langen Prozesses des Verstehens stehen und nicht als Schocktherapie eingesetzt werden.

Ist aber natürlich nur meine Meinung.

Ach ja, zum Tagebuch ... Meine zwei Großen haben es gelesen. Meine Tochter vor kurzem 'Der Junge im gestreiften Pyjama'. Sie hat der Höflichkeit halber nichts dazu gesagt.

Beitrag von lena1309 14.03.11 - 23:08 Uhr

Hallo,

ich habe auch nicht sagen wollen, dass das Thema allein in die Schule gehört. Auch die Familie muss diese Thema mit behandeln.
Aber meine Erfahrung ist, dass der Rahmen der Schule den Fakten auch einen Teil des Schreckens nimmt, weil Eltern teilweise sehr emotional werden, Lehrer aber durch die Rollenverteilung eine gewisse Distanz haben, ohne dabei alle Emotionen komplett ausschalten zu wollen.

Ich denke, da müssen die Eltern mit den Schulen zusammenarbeiten, damit eben die Kinder und Jugendlichen nicht plötzlich allein mit den Informationen und Bildern klar kommen müssen. Aber leider gibt es einige Familien, da ist dieses Thema überhaupt nicht präsent und da muss die Schule eben einen Teil übernehmen, leider.

LG

Beitrag von anira 14.03.11 - 09:14 Uhr

sie hat doch recht!!!
die kinder sind erst 8-10 jahre!!!!!!!!!!!!!!
12 ist früh genug
sowas ist traumatisch und net mal eben eina usflug
warum müssen so kleine kinder mit unserer vergangeheit so hart konfrontiert werden?


und zeitzeugen sterben aus
es gibt wohl genug video aufnahmjen interviews usw die das alles festhalten

Beitrag von marion2 14.03.11 - 10:29 Uhr

zu anderen Themen gibt es nicht mal Videos und Fotos und sie können trotzdem im Unterricht behandelt werden...

Beitrag von marion2 14.03.11 - 10:41 Uhr

Hallo,

der Tod von Zeitzeugen muss hoffentlich nicht auch noch dafür herhalten, demnächst mit Kindergartenkindern Ausflüge ins KZ zu machen.

Gruß

Beitrag von rain72 14.03.11 - 11:09 Uhr

Hallo,
aus meiner Sicht hat es überhaupt nichts mit "vogel-Strauß-Taktik" zu tun, wenn man eine 9jährige als zu jung für das Thema empfindet. Ich kann das gut nachvollziehen.
Übrigens ist die Fragestellerin damit nicht allein, schau mal hier:
http://www.schule-bw.de/unterricht/paedagogik/lesefoerderung/lesetipps/klassiker/Frank1
Da wird auf dem "Bildungsserver Baden-Württemberg" das Tagebuch der Anne Frank ab 12 (!) empfohlen. Natürlich mag es auch Kinder geben, die schon eher mit dem Thema umgehen können - aber als Thema für den durchschnittlichen neunjährigen finde ich das schon heftig. Natürlich bleibt das Thema auch als Erwachsener noch schwierig... Aber ich weiß nicht, ob irgendjemand damit geholfen ist, wenn man Kinder möglichst früh damit konfrontiert. Ich denke, damit legt man viel eher einen Grundstein für nachhaltige Ablehnung der Beschäftigung mit dem Thema als für ein Verständnis der Zusammenhänge!
LG
rain

Beitrag von angelinchen 14.03.11 - 21:47 Uhr

Hallo
na du bist ja krass drauf. Nur weil man dieses Thema erst mit 12 oder 13 Jahren NÄHER bzw sooo nah (im KZ) begreifen lernen muss, wird doch dieser Teil unserer Geschichte nicht gleich vergessen!!!! und schon gar nicht, weil die Zeitzeugen aussterben...DAS ist lächerlich!

Ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster jetzt. Ich bin der Meinung, dass wir Deutschen ohnehin viel zu sehr auf dieses Stück Geschichte reduziert werden! Es IST unvorstellbar grausam gewesen und sicher in keinster Weise herunter zu spielen geschweige denn darf es in Vergessenheit geraten! ABER es gibt viele Nationen dieser Welt, die ähnlich grausames getan haben, und da wird vertuscht und vergessen, aber uns wird es wohl jahrhundertelang vorgehalten...aber gut, das ist ein anderes Thema

Ich finde jedenfalls, dass 9 oder 10 -jährige absolut nicht mit der ganzen grausamen Realität damals konfrontiert werden müssen oder überhaupt sollten! Wir haben damals mit glaube ich 15 oder sowas den Film "Schindlers Liste" im Kino gesehen...Ich war wochenlang fertig, weil man das echt schwerlichst verarbeiten kann...und dann mit 9!!! in ein KZ?????ne, echt nicht

Gruss. Anja

Beitrag von lena1309 14.03.11 - 22:57 Uhr

Hallo,

hier dein Zitat: na du bist ja krass drauf. Nur weil man dieses Thema erst mit 12 oder 13 Jahren NÄHER bzw sooo nah (im KZ) begreifen lernen muss, wird doch dieser Teil unserer Geschichte nicht gleich vergessen!!!! und schon gar nicht, weil die Zeitzeugen aussterben...DAS ist lächerlich!

Wo habe ich geschrieben, dass das Thema vergessen wird, wenn man es mit 12 oder 13 behandelt?
Ja, die Zeitzeugen sterben aus und somit muss man sehen, welche Möglichkeiten bleiben, um diesen Teil der Geschichte lebendig zu halten. Und da sind die KZs ein Teil davon.

Und ich habe das Gefühl, ich glaubt, ich will die Kinder direkt neben den Scheiterhaufen mit den Leichen stellen. Nein, das ist nicht mein Anliegen, aber auch der Holocaust kann für Kinder begreifbar gemacht werden, ohne dass man mit den entsetzlichsten Bildern und Filmen arbeiten muss.

LG
M.

Beitrag von angelinchen 14.03.11 - 23:26 Uhr

Du hast ja Recht damit, dass die KZs nunmal nach den Zeitzeugen als einzigstes noch "greifbar" sind.

Allerdings MUSS denn ein 9-jähriges Kind das schon SEHEN??? Reicht es nicht, das Thema zu besprechen? Es spricht ja niemand dagegen, Jugendliche dahin zu führen, aber bei jüngeren Kindern weiss man doch nicht, ob sie das überhaupt verarbeiten können. Mein Sohn würde das sicher nicht verarbeiten, auch nicht mit Gesprächen, er ist ohnehin extremst feinfühlig.

also, im Grunde hast du Recht, aber man sollte da schon aufs Alter des Kindes und auf dessen psychische Allgemeinverfassung schauen.

LG Anja

Beitrag von lena1309 14.03.11 - 23:39 Uhr

Hallo Anja,

ob ein Kind das sehen MUSS, ist in dem Alter von ca. 9 Jahren nicht so leicht zu beantworten. Müssen ist ja ein so schwieriger Begriff.
Aber ich denke, ein Kind KANN in diesem Alter ein KZ besuchen oder das Thema auf andere Wiese begreifen.
Jedes Kind ist da schon auch zu beobachten, wie weit es ist und welche emotionale Verfassung es hat. Darum habe ich ja auch gesagt, dass die Vor- und Nachbereitung ganz wichtig ist. Und die soll ja auch nicht unabhängig von den Eltern etc. laufen. Das ist Teamarbeit.

Aber ich weiß aus meiner praktischen Erfahrung, dass Kinder auch in dem Alter dieses Thema verarbeiten können und sie sehr genau auch ihre eigenen Grenzen erkennen können. Und diese Grenzen muss man akzeptieren.
Aber zu sagen, ein 9jähriges Kind kann das Thema auf keinen Fall verstehen oder verkraften, finde ich falsch. ich sehe da auch immer den absolut natürlichen Drang der Eltern, ihre Kinder vor schlimmen Dingen zu bewahren. Und da traut man seinem eigenen Kind eben auch teilweise zu wenig zu. Da hilft der objektive Blick einer außenstehenden Person.

LG
M.

Beitrag von sarahjane 13.03.11 - 20:57 Uhr

Ich finde es auch reichlich früh. Wir wurden damals erst mit 13, 14 Jahren an diese Thematik herangeführt.

Ich sage es mal so: Wenn Dein Kind sehr reif für sein Alter und nicht sooo sensibel, wird es wohl mit diesem Thema gut klar kommen.

  • 1
  • 2