Wie geht es "normal" weiter???

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von holsteinerin27-83 13.03.11 - 20:22 Uhr

Hallo Zusammen,

am 20.09.10 ist mein Vater ganz plötzlich im alter von 64 verstorben. Er ist neben mir eingeschlafen, und ich habe es nicht bemerkt. Seit dem ist eine Menge bei uns passiert, leider nicht nur gute Dinge. Seit diesem Tag ist es für mich eine Qual allein in einem Haus oder in einer Wohnung zu sein, besonders im dunklen. Alle Dinge im dunkeln sind schwer und besonders beim Auto fahren kommen mir die Bilder vor Augen. Der Gedanke das mein Papa weg ist, kann ich immer noch nicht realiesieren es ist ein unbeschreibliches Gefühl... habe auch schon überlegt in eine Selbsthilfegruppe zu gehen, da ich das Gefühl habe von meinen Mitmenschen nicht verstanden zu werden, es sieht so für mich aus, als wenn diese schon in Ihrem Alltag wieder sind und die Trauer hinter sich gelassen haben.Bin ich in meiner Trauer vielleicht zu extrem?
Wird dieser Schmerz weniger ? Ich habe nun auch so eine riesen Angst das ich meine Mama auch verliere, oder auch das ich sie allein lasse wenn ich nicht mehr zu haus wohnen sollte.
Ich mache mir auch Gedanken darüber ob es ein Leben nach dem Tod gibt, da ich 2-3 Erlebnisse nach dem Tod hatte die schon sehr sehr merkwürdig waren...
Danke!

Beitrag von meleke 13.03.11 - 20:34 Uhr

Hallo Du #liebdrueck

ich habe auch ein Elternteil sehr früh verloren. Ich hab grag geschaut, du bist 27 Jahre. Ich war 23 als meine Mom vor 7 Jahren bei einem Unfall ums Leben gekommen ist.

Aber eigentlich ist es immer zu früh #schmoll egal wie alt man ist.

Ich kann gut verstehen das dich die Bilder des erlebten verfolgen. Und das wird auch noch lange Zeit so sein.

Ich träume heute noch ...7 Jahre später von den Polizei Fotos des Unfalls.... und ich vermisse meine Mom immer noch genauso wie vor 7 Jahren.

Lass dir helfen von Menschen die dich verstehen. eine Selbsthilfegruppe ist da eine gute Idee.
Ich bin nie hingegangen, aber auch nur weil ich nie dazu Zeit hatte wirklich intensiv zu trauern. Das macht die Trauer im Herz um so schwerer. Denn eigentlich ist es ja so, das der Tot zum Leben dazu gehört. Man muss nur lernen mit Tot und Verlust und Trauer umgehen zu können.

Alles Liebe und Gute für dich. #liebdrueck


LG Susi

Beitrag von rala70 13.03.11 - 21:28 Uhr

Versuch es doch mal mit einer Trauerbegleitung, die haben mir damals sehr geholfen. Nachts habe ich immer ein Hörbuch gehört und etwas Licht angelassen. Damit konnte ich dann auch einschlafen. Ich kann Dich sehr gut verstehen und ehrlich gesagt, es ist doch noch ganz frisch. Mein Pa ist seit 6 Jahren und 2 Monate tot und die Bilder von der Intensivstation und auch die Trauer holen mich immer mal wieder ein. Ich finde das übrigens ganz normal. Trauer braucht seine Zeit und wenn man einen geliebten Menschen verloren hat, wird man wohl auch immer Trauern. Aber die Trauer verändert sich und irgendwann hat man gelernt damit umzugehen. Ich sage immer, dass die Trauer nunmal der Preis der Liebe ist und den bezahle ich gern dafür, dass ich so einen tollen Vater haben durfte.

LG

Beitrag von meleke 13.03.11 - 21:54 Uhr

"Ich sage immer, dass die Trauer nunmal der Preis der Liebe ist und den bezahle ich gern dafür, dass ich so einen tollen Vater haben durfte. "

Das hast du so schön gesagt und du hast so Recht #liebdrueck

Beitrag von svenja12 14.03.11 - 08:02 Uhr

Hallo .Mein Papa ist am 12.07.2010 im alter von 52 jahren gestorben,ich habe bis jetzt wenig getrauert.Ich bin eigentlich genau so wie davor als er noch lebte.Manchmal denke ich mir warum ich nicht Trauern kann denn er war mein halt.Klar habe ich auch mal meinen Tiefpunkt aber das eher selten.Er hat immer gesagt wenn er mal nicht mehr ist soll ich Lachen und Feiern und nicht Weinen.Ich kann es bis heute nicht richtig realisieren was da passiert ist.Aber ich glaube das das auch ein schutz vom Körper ist das man nicht zusammenbricht.An ein Leben nach dem Tod glaube ich auch,denn es sind mir ebenfalls schon dinge passiert wo andere denken das ich verrückt wäre.Meine Mama sagt immer das nach dem Tod alles aus ist,aber als meine Oma starb(4 monate nach meinen Papa war seine Mutter) passierte was an der Beerdigung wo auch meine Mama sagt das kann kein Zufall sein.

Papa ich vermisse dich und liebe dich ganz arg
und eine #kerze für deinen papa

Lg svenja12