Krankenhausverwaltungsangestellte hier, ich habe eine Frage?

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von oma.2009 13.03.11 - 21:35 Uhr

Hallo,

ich habe mal eine ganz blöde, aber für mich sehr wichtige, Farge an jemanden, der im Krankenhaus die Abrechnungen für dieKkrankenkasse vornimmt.

Was kostet ein Intensivbett in der neuroligischen Intensivstation pro Tag evtl. auch ein ca.-Betrag?

Ich benötige einen evtl. Betrag zur Argumentation gegenüber den Ärzten, da mein Mann (meines Erachtens) zu lange auf der Intensivstation "festgehalten" wird, er liegt jetzt schon 6 Monate auf der Intensivstation und angeblich ist noch kein Ende in Sicht. Mein Mann und ich sind da anderer Meinung, nur mein Mann darf nicht sprechn, da er mit einer Trachealkanüle geblockt ist, die unseres erachtens auch nicht mehr notwendig ist.

Gerne auch über VK, da es ein sehr heikles Theam ist.

Ich bedanke mich schon mal im Voraus

LG

Beitrag von myimmortal1977 14.03.11 - 01:16 Uhr

Ca. 1.500 € pro Tag. Kann man googeln.

LG Janette

Beitrag von myimmortal1977 14.03.11 - 01:24 Uhr

http://www.wellness-gesund.info/Artikel/15314.html?a

Ich habe hier nochmal einen Artikel für Dich. Mit der kostentechnischen Argumentation befindest Du Dich glaube ich auf dem Holzweg.

Mir war auch im Kopf, wie im unteren Teil des Artikels beschrieben, dass man nach Fallpauschalen von der KK bezahlt bekommt.

Die tatsächlichen Kosten (nicht die Kosten, die das KH mit der KK abrechnen darf) belaufen sich auf das X-fache mehr.

Ein KH fährt mit einer Intensivstation fast immer ein Minus ein.

Von daher glaube ich kaum, dass man Deinen Mann aus "Gewinngründen" dort festhält. Denn eigentlich gibt es keinen Gewinn. Eher ins Gegenteilige.

LG Janette

Beitrag von elofant 14.03.11 - 07:58 Uhr

Mein Sohn lag über ein halbes Jahr auf der ITS. Wahnsinn, was das für Kosten sind. Da wirds mir ganz schlecht.

Wenn ich dann noch die 2 Herz-Ops dazu rechne und 2 Transporte mit dem Heli. Oh mann.




Einfach zum #schock#schock#schock#schock#schock

Beitrag von elofant 14.03.11 - 07:57 Uhr

Ich hab Euren "Fall" verfolgt.

Kann mir aber auch nicht vorstellen, dass es keinen gesundheitl. Grund gibt, dass Dein Mann auf der ITS liegt.


Warum kann die Kanüle denn nicht entblockt werden? Da gibts doch auch solche Sprechaufsätze. Bzw. kann sie doch entfernt werden, wenn sie nicht mehr zum Atmen benötigt wird.

Sagen denn die Ärzte nix, warum ernoch auf ITS liegt? Es muss doch eine klare Ansage geben, warum Dein Mann noch intensivmedizinisch betreut wird.

Beitrag von oma.2009 14.03.11 - 09:10 Uhr

Hallo,

danke für die Antworten...auf Onkel Google bin ich nciht gekommen, leider...

@ elofant
mein Mann liegt auf der Intensivstation, weil er sich während einer Rehabehandlung dort eine schwere Lungenentzündung geholt hat. Er wurde ins künstl. Koma gelegt und ich mußte, weil die Kanüle angeblich das Abtrainieren von der Beatmung erleichtern würde, die Einwilligung dafür geben, da ich die Betreungsvollmacht für meinen Mann habe. (Mittlerweile hat sich ja rausgestellt, dass die insges. 5 Lungenentzündungen hervorgerufen worden sind wegen diesem Krankenhauskeim) Man sagte mir aber auch, dass diese Kanüle höchstens 6 Wochen sollte, danach wollte man sie ziehen. Ich vermute, sie haben den bleiben richtigen Zeitpunkt dafür verpaßt...... (ich weiß, ich bin böse...aber es ist eben meine Meinung) Mein Mann wünscht sich jetzt eine gefensterte kanüle damit er mit Hilfe der Logopädin erstmal wieder sprechen lernt und danach möchte er die Kanüle gezogen haben. Wir kämpfen schon seit Monaten darum, aber die Ärzte weigern sich, kommen mit immer neuen Argumenten, warum sie die Kanüle nicht ziehen werden. Der Patientenwille bleibt dabei völlig außer Acht. Ich werde heute um ein letztes Gespräch mit den Ärzten bitten und dafür sorgen, dass mein Mann wieder mit dabei ist. Ansonsten werden wir andere Maßnahmen ergreifen. Ich habe mich rechtl,. und medizinisch beraten lassen und ich habe festgestellt: auch als hilfloser Patient und/oder Angehöriger ist man doch nicht rechtlos gegenüber den Ärzten. Und genau auf diese Ebene werden wir das Gespräch führen. Außerdem haben mir der Oberarzt und die logopädin versichert, keinerlei Erfahrung mit dieser gefensterten Kanüle zu haben. Es gab dort wohl bisher nur einen Patienten und der wurde mit dieser Art von Kanüle eingeliefert.

Wenn ich mir 1.500 Euro pro Tag vorstelle.... und das bei 6,5 Monaten, da glaube ich nicht, das die Klinik ein Minusgeschäft macht. Da ist bisher schon eine Stolze Summe von mind. 250.000 Euro zusammen gekommen.

Ich werde weiter berichten

LG

Beitrag von myimmortal1977 14.03.11 - 14:10 Uhr

"Wenn ich mir 1.500 Euro pro Tag vorstelle.... und das bei 6,5 Monaten, da glaube ich nicht, das die Klinik ein Minusgeschäft macht. Da ist bisher schon eine Stolze Summe von mind. 250.000 Euro zusammen gekommen."

Sorry, wenn ich Dich korrigiere.

Die Unterhaltung eines belegten Bettes auf der ITS verursacht dem KH pro Tag Kosten von 1.500 €.

Die Klinik darf aber nicht 1:1 diese Kosten mit der KK abrechnen. Egal, wie lange ein Mensch intensivmedizinisch betreut werden muss, aktzeptiert die KK nur Fallpauschalen.

Ich lehne mich jetzt mal an das Beispiel des Textes an, was ich Dir als Link zugesendet hatte.....

Ein Mann erleidet einen Herzinarkt. Muss 10 Tage auf der ITS verbleiben. Macht für die Klinik effektive Kosten von 15.000 €.

Die KK erstattet aber nur eine gesamte Fallpauschale "Herzinfarkt" von 2.500 €. Damit sollen alle Behandlungskosten abgedeckt sein.

Macht ein Minus für die Klinik von 12.500 €.

Ein "normales" Krankenhausbett kostet im Vergleich ca. 200 € pro Tag.

Eigentlich und ich kenne das fast nur so, sind die Kliniken immer darauf bedacht, einen so schnell wie möglich wieder vor die Tür zu setzen. Eben damit man einen Gewinn rausfahren kann. Damit von der Fallpauschale noch was übrig bleibt.

Sind medizinische Maßnahmen nicht mehr erforderlich oder werden gar ganz abgelehnt, befördern die KH einem auch recht schnell in Rehamaßnahmen oder Pflegeheime, eben gerade auch deshalb, weil sie die Kosten für die längere Liegezeit nicht erstattet bekommen.

Vielleicht ist der Fall bei Deinem Mann auch anders gelagert. Ich glaube nicht, dass er aus Kostengründen dort "festgehalten" wird.

Vielleicht ist es der Grund, dass man sich mit der gefensterten Kanüle dort nicht auskennt, Angst hat, dass es Komplikationen geben könnte und so einfach auf Nr. sicher gehen möchte.

Auch wenn Ihr Eure eindeutige Einwilligung dazu gebt, trägt das KH immer ein Restrisiko und steht dann in der Verantwortung, wenn was im Nachhinein schief gehen sollte.

Und das Restrisiko wollen sie vermeiden, um jeden Preis.

Schon mal versucht, Deinen Mann in ein anderes KH verlegen zu lassen, sofern er transportfähig ist, wo man sich mit der gewünschten Kanüle besser auskennt?

Schon mal mit Eurem behandelnden Hausarzt gesprochen? Vielleicht kann er Kontakte herstellen zu einem anderen KH?

Euch alles Gute, Janette


Beitrag von oma.2009 14.03.11 - 21:29 Uhr

Hallo Janette,

ich hatte heute ein informatives Gespräch mit den Ärzten: Männe wird morgen auf eine ander Abteilung der Intensivstation verlegt und dann dort körperlich mobil gemacht, soweit es geht.... Ich werde noch ein GEspräch mit der Saozialberatung haben und danach sämtliche Rezepte vom Krankenhaus bekommen, die nötig sind, damit mein mann nach Hause kommen kann, Pflegebett, anderen Rolli usw.Ich werde noch geschult dort damit ich meinen Mann absaugen kann, ihn an Sauerstoff (falls es Not tut) anschließen kann und auch das Kanülenwechseln werde ich lernen. Männe wird die Kanüle nicht mehr los werden, das steht wohl so zienlich fest, auch wenn wir noch einen Untersuchungstermin in einer Uniklinik in der Phonetik haben werden. Sollten die dort allerdings eine andere Diagnose stellen, werde ich alles in die Wege leiten, damit Männe seine blöde Kanüle wieder los wird.
Ich selber werde versuchen, mit Hilfe vom Pflegedienst, meinem Mann die letzten Tage/Wochen/Monate zu Hause so angenehm wie nur möglich zu gestalten (das wird für mich sicherlich nicht leicht werden). Mehr kann ich dann wohl nicht für ihn machen, leider. Seine Krankheit (Parkinson) ist schon zu weit fortgeschritten und eine Heilung bzw. ein Stillstand ist bei Parkinson eben noch nicht möglich.

Ich bedanke mich für die Antworten und Unterstützung von Allen hier.

LG