Änderung Vaterschaft durch Ex's Hochzeit??

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Ob ihr gerade Vätermonate nehmen, werdender Vater seid oder einfach eine engagierte Vaterrolle einnehmt: Hier ist der Platz für männerspezifische Fragen und Probleme. Mütter sind in dieser Rubrik als antwortende Gäste willkommen. Neu: Unser Newsletter für werdende Väter.

Beitrag von falkster 14.03.11 - 00:51 Uhr

hallo an alle,

bin etwas verwirrt, da ich nicht ganz sicher bin, was ich glauben soll...

zur Vorgeschichte:
habe mit einer Exfreundin, mit welcher ich eine lange Beziehung führte meinen 11 Jahre alten Sohn. Wir waren nicht verheiratet, sie hat das alleinige Sorgerecht.
Sie hat einen neuen Partner, seit unser Sohn 3 Jahre alt ist, der sich auch gut um unseren Sohn kümmert, als wäre es sein eigener.
Da meine Ex zwischenzeitlich mehrere Fehlgeburten hatte überlegen die beiden mittlerweile ein Kind zu adoptieren. Für eine Adoption wäre es nötig, dass meine Ex und ihr Partner heiraten.

Im Zuge dessen hat sie sich mit einem Notar beraten und einige Punkte aufgebracht, die ich nicht ganz verstehe, bzw die ich ganz anders kenne.
Hier das, was meine Ex vom Notar gesagt bekommen hat mit jeweils meinem Kommentar danach:

- Durch die Hochzeit gelte mein Sohn als von dem Neuen angenommen und ich von meiner Unterhaltspflicht befreit...
Ich meine, dass das Unsinn ist und ich nur dann keinen Unterhalt zahlen muss, wenn ich auf die Vaterschaft verzichte und dann der dann-Ehemann meiner Frau meinen Sohn annimmt. Im selben Zug verliere ich natürlich alle Rechte an meinem Sohn, zB im Falle (Gott behüte!), dass den beiden etwas zustösst, was ich definitiv nicht will...

- Meine Ex will, dass unser Sohn, sollte ihr etwas zustossen, ihrem dann-Ehemann zugesprochen würde, was natürlich nur durch die Hochzeit überhaupt erst möglich wäre.
Ich meine, dass auch hier das erst als einzige Lösung gelte, wenn ich die Vaterschaft abgegeben hätte. Der Punkt ist, dass er natürlich vielmehr als alltäglich anwesender Vater fungierte für die letzten 7 Jahre, da ich arbeitsbedingt 6 Jahre im Ausland war und ich in dieser Zeit meinen Sohn vieleicht zwischen 2-4 mal pro Jahr gesehen habe. Die Beziehung der beiden ist also enger als die zwischen mir und meinem Sohn, wobei unsere Bindung sicher auch sehr intensiv, aber eben doch anders ist...
Wie ist das also geregelt, sollte meiner Ex etwas zustossen? Habew ich überhaupt irgendein Mitspracherecht, wo mein Sohn in diesem Falle leben würde? Oder wird der neue Partner durch die Hochzeit alleine Bestimmungsberechtigt? Müsste er dafür nicht zuerst die Vaterschaft auch förmlich übernehmen (entgegen dem o.g. Automatismus durch Hochzeit, von dem meine Ex auszugehen scheint)?


Bin etwas durch den Wind, da ich vor drei Monaten erneut Vater geworden bin mit meiner jetzigen Frau und ich ausgesprochen stolz war, als ich meine beiden Kinder gemeinsam bei mir hatte.
Das Gerede meiner Ex macht mich jetzt etwas unsicher, da ich nicht die Rechte und Pflichten an meinem Sohn aufgeben will, egal ob automatisch oder durch Unterschrift.

Kann irgendwer weiterhelfen bezgl der oben genannten Sachverhalte, möglichst sogar mit entsprechenden Links?
Ist es möglich, dass wer anders meine Rechte und Pflichten als Vater übernimmt, ohne dass ich etwas dagegen machen kann??

Danke für alle Antworten...

Beitrag von weltenbuergerin2 14.03.11 - 01:13 Uhr

"- Durch die Hochzeit gelte mein Sohn als von dem Neuen angenommen und ich von meiner Unterhaltspflicht befreit... "

Das ist Unsinn, du wirst weiterhin Unterhalt zahlen dürfen.

Im Falle des Todes deiner Frau solltest du nicht auf Gesetze pochen , sondern so entscheiden, wie es für dein Kind das Beste ist. Das Kind eben da lassen, wo es war all die Jahre.

Beitrag von falkster 14.03.11 - 01:38 Uhr

Den negativen Unterton in der Antwort hätte ich gerne einfach überlesen...

Klappt aber nicht bei der Kürze der Antwort. Ich dachte ich hätte in meinem Post deutlich und ausführlich meine Position erläutert.
Die Unterhaltsfrage ist sekundär und das ich zum Wohle meines Kindes entschiede ist wohl selbstverständlich. Meine Frage bezog sich darauf, ob ich überhaupt noch etwas zu entscheiden hätte...

In Zukunft sollte ich wohl darauf verzichten meine Position zu ausführlich darzulegen...

Trotzdem Danke für Deine Antwort.

Warum wird einem als Vater eigentlich immer in einem Unterton Drückebergertum unterstellt??

Beitrag von xbienchenx 14.03.11 - 16:51 Uhr

Wieder so eine Väter/Männerhasserin! Unmöglich! Suchst dir in seinem Text irgendwas raus und interpretierst es auch noch so wie es dir passt!

Gott, was gibt es für furchtbare Frauen!

Beitrag von weltenbuergerin2 15.03.11 - 23:15 Uhr

Halt mal den Ball flach!

Ich habe an den TE appelliert, im Fall des Falles an das Kindeswohl zu denken.
Hast du deine Tage, dass du so ausrastest?

Beitrag von falkster 16.03.11 - 00:28 Uhr

dito...

der negative Unterton läßt sich wohl kaum leugnen.

Und ich glaube auch, dass ich in meiner Anfrage keinerlei Anlass gab, einen solchen Appell auszusprechen. Ginge es mir nicht um das Wohl meines Sohnes, wäre dieser Thread seiner Grundlage beraubt...

Beitrag von weltenbuergerin2 16.03.11 - 01:02 Uhr

Wieso fühlst du dich angesprochen?
Da war kein negativer Unterton. Aber die Männer sind hier scheinbar superempfindlich.

Beitrag von falkster 16.03.11 - 01:23 Uhr

#kratz
Ähm... Ich fühle mich angesprochen, weil ich den Thread eröffnet habe, eine sehr genaue Schilderung eines Sachverhalts gab und von Dir als erste Antwort eine bekam, die vermuten lässt, dass Du meinen Text nur überflogen und entsprechend einen negativ gefärbten Kurzkommentar abgegeben hast...

Superempfindlich? Nö, aber zu oft werden einem Vater hier falsche Motive unterstellt, was ich eben dachte durch die ausführliche Schilderung umgangen zu haben. Scheinbar vergebens...

Beitrag von karna.dalilah 16.03.11 - 06:59 Uhr

Ruhig Blut!
Man wird immer wieder auf Menschen treffen, die einem etwas unterstellen usw.
Weil ein Teil unserer Ansichten, Fragen unseres Tuns in ihr Erleben oder Weltbild passen und dementsprechend reagieren sie,
Manchmal verstehen wir auch einfach was anderes.

Überlies es doch einfach und reagiere nicht darauf!

Du hast doch hier Antworten auf deine Frage bekommen.
Natürlich auch mit Ratschlägen auf dein Ansinnen, im Todesfall der Mutter und des Stiefvaters, deinen Sohn bei euch aufzunehmen.
Was die gute Frau außer acht läßt, du kannst ja gar nicht einfach schalten und walten,denn ein Familiengericht wird prüfen was für das Kind am Besten ist und was es will.
Außerdem beschreibst du ja,dass dein Sohn ja in einem liebevollen zu Hause aufwächst und ihr eben eine andere Bindung habt als das das Kind zum Stiefvater.
und 3. geht es hier niemanden was an, wie und was du in dem Fall entscheidest und tust.

In dem Sinne einen schönen Tag
Karna

Beitrag von falkster 16.03.11 - 09:04 Uhr

Danke für die aufmunternden Worte zum Morgen... :-)

Mir geht so was einfach nah, weil ich leider sehr oft hier mitlese und mitkriege, wie manchmal Leute massiv über einen Kamm geschoren werden so á la Vater -> autom. Unterhaltsverweigerer...

Und so was regt mich halt auf.

Jetzt ist aber erstmal wieder okay und die Antworten die ich bekam waren ja in der überwältigenden Mehrzahl wohlwollend Nützliche.

Und das ist gut...

Beitrag von xbienchenx 16.03.11 - 13:32 Uhr

Das ist ne klasse Antwort! Schön das es noch vernünftige Menschen gibt!



<<<Überlies es doch einfach und reagiere nicht darauf!

Das werde ich nie können...

Beitrag von xbienchenx 16.03.11 - 13:26 Uhr

Das er an das Kindeswohl denkt, liest man raus.

Du bist weder seine Lehrerin noch seine Mutter oder sonst wer, die ihm sagen muss an was er denken muss. Das war nämlich nicht sein Anliegen. Das du ne Männer/&Väterhasserin bist merkt man nun mal sofort!

...du rotzt ihn einfach nur von der Seite an.Und das ohne ein Grund! kannste hier sagen was du willst, ansonsten hättest du nicht so ein stuss geschrieben und würdest jetzt nicht so reagieren.

Beitrag von aberalleachtung 14.03.11 - 07:09 Uhr

hallo...

schau mal bitte hier, unter den einzelpunkten kommen dann auch genauere hinweise zu den paragraphen

http://www.finanztip.de/d/familienrecht/Adoption.htm


übrigens finde ich in deinem text nicht einen spruch, welcher dir gegenüber anlass zu einer negativ gestimmten antwort zulässt.
du schreibst absolut toll über deine ex, ihren neuen partner und dein kind- manch getrennt lebendes paar würde sich glaube ich so tolle worte vom ehemaligen partner wünschen.

liebe grüsse andrea

Beitrag von falkster 14.03.11 - 08:34 Uhr

Danke für die Links. Da gibt es einigen Lesestoff... :-)

Und danke für die positive Kritik.
Das Verhältnis mit meiner Ex ist nicht unbedingt toll, aber wir sind einfach auch clever genug zu verstehen, dass wir ein gemeinsames Kind haben und im Interesse unseres Sohnes macht es keinen Sinn gross über die Vergangenheit zu streiten. Speziell in Dingen, die ihn anbelangen.

Das war zum Glück von Anfang an so, also selbst in der sehr heissen Trennungsphase...

Und natürlich freue ich mich für meinen Sohn, wenn er ein gutes Verhältnis zu seinem Ziehvater hat. Leider hört man oft genug von Fällen, wo es nicht so gut läuft...
Und zusätzliche Bezugspersonen sind für ein Kind ja nicht erstmal per se schlecht. Im Kindergarten gab es Kinder, die sich bei Ihren Eltern beschwert haben, dass sie auch gerne zwei Papa's hätten... :-D

so. Bin jetzt mal lesen...

Beitrag von aberalleachtung 14.03.11 - 13:05 Uhr

#winkehallo

ich nochmal - schau mal hier ab ca. §1580 - da ist glaube ich alles erklärt...


http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/


nochmals liebe grüsse andrea

Beitrag von karna.dalilah 14.03.11 - 14:03 Uhr

Was du da gehört hast stimmt nicht ganz.
Wenn deine Ex heiratet kann sie keinen Unterhaltsvorschuss beziehen, da man wohl davon ausgeht dass der neue Partner das Kind mit der Heirat der Mutter it annimmt.
Annehmen heißt nicht adoptieren!
Es ist so wie du schon schreibst das dir mit der Heirat deiner Ex alle Rechte und Pflichten erhalten bleiben :-)
Du darfst also weiter für deinen Sohn zahlen und du darfst ihn weiter besuchen.

Wenn deiner Ex etwas passiert, kann sie eine Verfügung erstellen in der sie kundtut wo das Kind nach ihrem Tod oder bei Krankheit die ihr die Pflege und Erziehung des Kindes unmöglich macht, leben soll.
Das Jugendamt und das Familiengericht wird dies prüfen und entscheiden.
In der Regel wird dem Wunsch der Mutter entsprochen.
In deinem Fall ist ja der neue Partner dem Kind ja schon lange Zeit der soziale Vater.
Aber auch wenn in einem solchem Fall das Kind dem Partner deiner Ex zugesprochen wird, bleibt dein Umgangsrecht davon unberührt.

Also wenn du einer Adoption nicht zustimmt bleibt alles wie gehabt.
Ruhig Blut!

Karna

Beitrag von falkster 14.03.11 - 14:14 Uhr

Danke für die sehr schön zusammengefasste Antwort, die mein bisheriges Verständnis der Sachlage bestätigt...

Beitrag von hauke-haien 14.03.11 - 14:22 Uhr

"Adoption" ist im Deutschen auch bekannt als "Annehmen an Kindes statt".
Annehmen und Adoptieren sind das Gleiche!

http://www.rechtslexikon-online.de/Adoption.html

Der Wegfall des Unterhaltsvorschusses begründet sich dadurch, dass dieser Vorschuss durch den neuen Partner der Mutter geleistet werden kann und somit keine Notlage mehr vorliegt, bei der der Staat einspringen muss. Der Unterhaltsanspruch wird dadurch nicht beeinflusst.

Das zur Korrektur deiner Aussage!

Beitrag von karna.dalilah 14.03.11 - 14:26 Uhr

Danke :-)

Beitrag von falkster 14.03.11 - 17:20 Uhr

Danke schön. Sehr aufschlussreich...

Beitrag von witch71 14.03.11 - 14:12 Uhr

"Meine Ex will, dass unser Sohn, sollte ihr etwas zustossen, ihrem dann-Ehemann zugesprochen würde, was natürlich nur durch die Hochzeit überhaupt erst möglich wäre."

Das stimmt so auch nicht ganz. Man muss nicht zwingend verheiratet oder anders verwandt sein, damit einem die Sorge für ein Kind übertragen wird. In erster Linie zählt ja immer das Kindeswohl.

So ist mir beispielsweise ein Fall bekannt, da sind die Kinder nach dem tragischen Tod der Mutter und des Stiefvaters zu den Eltern des Stiefvaters gekommen. Grund hierfür war erstens die Willensäusserung der Kinder und auch das "Langzeitrecht" der Grosseltern, die die Kinder schon von klein auf sehr häufig und regelmässig betreut haben.
Zum Vater und dessen Eltern bestand kein regelmässiger Kontakt, die Eltern der Mutter waren nicht in der Lage die Kinder aufzunehmen und somit kamen einfach nur noch die Stief-Grosseltern in Frage.

Beitrag von falkster 14.03.11 - 14:28 Uhr

Danke für den Hinweis.

Ich habe in der Schilderung vielleicht den "Automatismus" vergessen, der wohl nur nach Hochzeit einträte(?).

Beitrag von witch71 14.03.11 - 18:19 Uhr

Ein automatisches Aufenthaltsbestimmungsrecht (um das es ja im Prinzip geht) kann es aber selbst nach einer Hochzeit nicht geben.

Das würde ja bedeuten, dass auch bei einer kurzen Ehezeit im Ernstfall das Kind beim neuen (evtl. noch recht unbekannten) Ehepartner verbleiben müsste. Und das kann nicht in jedem Fall sinnig sein, vor allem dann nicht, wenn das Kind zum leiblichen Vater regen und guten Kontakt hat.

Wenn ich Du wäre, würde ich im worst case übrigens mein Mitbestimmungsrecht auf den Willen des Kindes stützen. Was bei Euch wohl im Zweifelsfall bedeuten würde, dass Dein Sohn dann weiterhin beim Stiefvater leben könnte. Auch wenn Du Dir etwas anderes zu wünschen scheinst, solltest Du Dir dann überlegen, ob Deinem Sohn wirklich zuzumuten wäre, gleich zwei wichtige Bezugspersonen auf einmal zu verlieren.

Beitrag von falkster 14.03.11 - 23:25 Uhr

nee natürlich will ich das nicht.

Ich werde nur das Gefühl nicht los, dass meine Ex auf eine gewisse unterschwellige Weise versucht mich mittelfristig zu entrechten, bzw Rechte einzuschränken, was meinen Sohn angeht.

Ich will einfach sicher gehen, dass meine Entscheidungen und Ideale auch später noch Berücksichtigung finden (müssen)...

Die Vorstellung, dass ich, sollte den beiden etwas zustossen, ich ohne die Möglichkeit meinen Sohn zu mir zu nehmen dastehen könnte schmerzt und beunruhigt mich doch sehr...:-(

Beitrag von karna.dalilah 15.03.11 - 07:52 Uhr

Hallo,

das dich die Vorstellung schmerzt deinen Sohn nicht zu dir nehmen zu können ist gut nachvollziehbar.
Wenn beiden etwas zustoßen sollte, wird auch dein Sohn befragt wo er leben möchte denn er ist ja kein Kleinkind mehr.
Außerdem kann die Mutter deines Sohnes auch schon für diesen Fall jemanden bestimmt haben.
Kann ja sein dassdein Sohn zu Großeltern, Tante , Onkel einen engeren, intensiveren Kontakt hat als zu Dir.
Das die Mutter so verfügt und das Kind dem zustimmt.
Dein Umgangsrecht wäre allerdings davon unberührt.
Du würdest deinen Sohn also nicht verlieren.

Und das Wichtigste ist doch, dass der Sohn gut behütet ist und dass ihr euch nicht verliert.
Das wäre nämlich nicht der Fall solange du einer Adoption nicht zustimmst.
Egal ob der Sohn nach einem evt Tod der Mutter zu dir kommt oder nicht.


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