keine milch beim pumpen

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Wann soll ich mit dem Abstillen beginnen und mit Beikost starten? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. 

Beitrag von angeleyealpha 14.03.11 - 09:04 Uhr

Hallo mitmamis,

mein problem ist folgendes, meine kleinen liegt noch im KH, ist ein frühchen. Ich wollte sooo gerne stillen aber egal wie oft ich pumpe, es kommt kaum milch. Manchmal kommt auch gar nichts, aber der clou ist, wenn ich ausstreiche bekomme ich bis zu 40ml. Ich spüre ja das etwas in der brust ist aber die pumpe befördert sogar auf höchster stufe nix zu tage. Ich hab ne gute medela pumpe. Hab auch ne zeitlang nur ausgestrichen, doch der schuss ging nach hinten los, die milch wurde immer weniger. Jetzt ist die kleine 3 monate alt und ich bekomme pro tag nur 130ml zusammen, das ist für sie 1 von 5 Mahlzeiten am tag.
Weiß jemand rat?

Liebe grüße jenny und gia 12w

Beitrag von sarahjane 14.03.11 - 09:24 Uhr

Viele Frauen bekommen trotz aller Bemühungen keine (ausreichenden) Frauenmilchmengen abgepumpt. Das ist eine Laune der Natur und liegt in der Regel nicht an der Frau selbst (sprich sie trägt daran meist keine Schuld).

Folgendes KANN evtl. helfen:

- 4 bis 6 Tassen Fenchel-, Kümmel-, Anistee am Tag trinken
- Kohlensäure-, Koffein- und Teeinhaltiges nur in geringen Mengen trinken
- auf Salbei- und Pfefferminztee verzichten
- 5 ausgewogene Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen
- tagsüber beidseitig (!) alle 2 bis 3 Stunden mit elektrischer Milchpumpe für 10 bis 20 Minuten pumpen, abends/nachts alle 6 Stunden
- vor dem Abpumpen die Brüste mit einem warmen, feuchten Lappen belegen
- beim Abpumpen ein Foto des Babys in der Nähe haben
- evtl. etwas Bockshornkleesamenhaltiges aus der Apotheke besorgen
- etwas Malzbier trinken
- wann immer es möglich ist, das Kind an beiden Brüsten anlegen (zur Not mit Brusthütchen)

Wenn es mit dem Abpumpen dennoch partout nicht klappen will, wirst Du das leider akzeptieren müssen. Wie gesagt, so geht es vielen Frauen.

Die Milchmenge durchs Ausstreichen zu vermehren, ist relativ aussichtslos, dennoch kannst Du natürlich versuchen, so oft wie möglich Milch auszustreichen (siehe Zeitplan fürs Abpumpen).

Lasse Dir in der Klinik zeigen, wie man das Baby am besten anlegt und lege wie gesagt so oft wie möglich an.

Dann hast Du Dein Bestes getan.

Und wenn es nicht mit der (ausschließlichen) Frauenmilchernährung klappen sollte, wäre das auch kein Weltuntergang. Auf jeden Fall könntest Du Dir immer sagen, dass Du alles versucht hast.

Beitrag von danni80 14.03.11 - 09:58 Uhr

den tips kann ich mich anschließen, außer : BITTE NICHT AUSSTREICHEN! das macht man wenn man zuviel Milch hat und etwas Spannung von den Brüsten nehmen will, oder ich hab das bei meinem ersten Kind gemacht, weil ich schon nach einer Woche das Stillen aufgegeben hatte, ich musste so keine Tabletten nehmen zum abstillen, weil die Milch die ausgestrichen wird nicht nachgebildet wird. So wurde es mir zumindest damals von der Hebamme erklärt.
Frag doch bitte deine Hebamme was du machen kannst oder suche dir eine Stillberaterin, den Tip habe ich hier auch bekommen, die haben eine richtige Ausbildung in Sachen Stillen gemacht und haben mehr Ahnung als irgendwelche Ärzte

Wünsche dir, dass es doch noch klappt, habe zur Zeit auch Probleme beim Stillen, aber versuche alles zu machen was ich kann, damit ich nicht wieder zu schnell aufgebe!

Liebe Grüße Daniela

Beitrag von lilly7686 14.03.11 - 10:45 Uhr

Hallo!

Es ist eigentlich sehr häufig, dass Frauen beim Pumpen kaum was raus bekommen. Meine Große war ein Frühchen und nach 4 Wochen pumpen war die Milch weg. Sie war zu dem Zeitpunkt noch viel zu schwach zum Saugen.

Wie sieht es denn aus? Ist schon absehbar, wann deine Kleine aus dem KH entlassen wird? Wie groß und schwer ist sie denn schon?
Trinkt sie schon aus der Flasche oder bekommt sie die Milch noch per Sonde?
Welche SSW ist sie denn geboren? Wie waren ihre Daten bei der Geburt?

Ich frage viel, aber das alles hilft mir, mir ein genaueres Bild zu machen und dir evtl. Tipps geben zu können.
Wäre schön, wenn du mir antworten würdest, dann kann ich dir vielleicht etwas besser helfen :-)

Inzwischen kannst du 4-6 Tassen Stilltee pro Tag trinken (am Besten den von Weleda, der enthält Bockshornkleesamen, schmeckt anfangs etwas gewöhnungsbedüftig, aber wirkt super) und deine Kleine viiiiiel Känguruhen lassen. Vielleicht kann sie auch etwas an der Brust nuckeln.

Liebe Grüße!

Beitrag von angeleyealpha 14.03.11 - 14:38 Uhr

Hallo,

Meine kleine kam in der 30 woche. Sie ist jetzt 12w alt, kam im dez zur welt. Die trinkt jetzt seit 4 wochen ad lib. Ich versuche 1 mal pro tag zu stillen, da schafft sie 30g zu trinken. Sie ist schon längst fertig hat aber keine ausgereifte lunge und darf deshalb nicht heim.
Ich trinke 2-3 tassen weleda tee und pumpe 5 mal ab. Ab und zu trinkt die kleine selbst. Ich hole sie immer zu mir wenn ich da bin, zum kuscheln.

Liebe grüße

Beitrag von lilly7686 14.03.11 - 18:26 Uhr

Hallo nochmal!

Ich würde mich da an eine Stillberaterin vor Ort wenden.
Sie soll dir das Brusternährungsset erklären.
Das Set besteht aus einer Flasche, die man um den Hals der Mutter hängt, und zwei Schläuchen, die von der Flasche weggehen und an der Brustwarze befestigt werden.
Das Baby trinkt damit direkt an der Brust, bekommt aber zusätzlich dazu Milch aus der Flasche (abgepumpte MuMi oder Pre Nahrung).

Der Vorteil dieses Brusternährungssets ist, dass dein Baby damit das Trinken an der Brust nicht verlernt. Zusätzlich wird die Milchproduktion angekurbelt. Denn nur, wenn ein Baby an der Brust saugt, wird die Milch produziert, die das Kind braucht. Nachfrage regelt die Produktion!
Nach und nach kann man kleinere Schläuche (es werden 3 Schlauchstärken mitgeliefert) verwenden, oder die Flasche tiefer hängen (je tiefer sie hängt, umso langsamer fließt die Milch aus der Flasche).

Das Brusternährungsset sollte aber unbedingt von einer Stillberaterin genau erklärt werden! Das ist sehr wichtig!

http://www.afs-stillen.de
http://www.lalecheliga.de

Du musst allerdings auf der Station nachfragen. Denn auf eine Intensivstation darf eine "fremde Person" vermutlich nicht. Frag da bitte auf der Stationsleitung nach, ob eine Stillberaterin kommen darf und dir beim Stillen helfen darf.

Außerdem ist 5 mal Pumpen doch etwas wenig. Ich würde zum Anregen, bis du eine Stillbraterin gefunden hast, die dir vor Ort helfen kann, alle 2 Stunden pumpen. Nachts kannst du theoretisch eine Pause von 6 Stunden machen, allerdings würde ich in deinem Fall keine größere Pause als 4 Stunden machen. Zumindest solange, bis die Milch wieder mehr ist.

Ich wünsch dir und deiner Kleinen alles Liebe und wünsche dir, dass du deine Maus bald mit nach Hause nehmen darfst!
Gerade Mädels sind ja was Frühgeburt betrifft, sehr fit und stark ;-) Du wirst sehen, bald hast du sie daheim und sie wird sich gut entwickeln :-)

Liebe Grüße!

Beitrag von steffi0413 15.03.11 - 21:50 Uhr

Hallo,

das ist super, dass Deine Kleine Mumi bekommt, das bedeutet sehr-sehr viel für sie. :-)#pro

Viele Frauen können nur wenig abpumpen, weil sie so den Milchspendereflex nicht erfolgreich auslösen können.

Kannst Du schon mit der Kleinen kuscheln, Hautkontakt haben? Wenn ja, hast du schon versucht gleich danach abzupumpen? (Hautkontakt erhöht den Prolaktinspiegel bzw. unterstützt den Milchspendereflex)

Ich würde die höchste Stufe nicht empfehlen, dadurch ist das Abpumpen nicht erfolgreicher, kann aber weh tun, was den Milchspendereflex verhindern kann.

Hast Du schon versucht mit Ausstreichen anzufangen, so den MSR auszulösen und dann abzupumpen?

Wenn du die Milchmenge erhöhen möchtest, solltest Du versuchen ca. 8x in 24 Stunden 5-5, 3-3, 1-1 Minuten abzupumpen. Es wäre nicht schlecht, wenn davon 1x in der Nacht wäre (in der Nacht ist Prolaktinspiegel höher)
Häufigeres, kürzeres Abpumpen (ca. 10-15 Minuten pro Brust, alle zwei bis drei Stunden) ist wirkungsvoller als längeres Abpumpen in großen Abständen.
Bockshornkleesamen (Tee aus den Samen oder Kapseln) können die Milchproduktion auch noch unterstützen.

Milchspendereflex kannst Du vor dem Abpumpen/Ausstreichen mit heissem Wasser (so heiss, was deine Haut noch ertragen kann) stimulieren.
Bei mir hat es nicht geholfen aber viele finden die Marmet-Methode vor Ausstreichen sehr erfolgreich:
Mit zwei oder drei Fingern von außen nach innen zur Warze hin in kleinen kreisförmigen Bewegungen mit sanftem Druck massieren etwa 10 Sekunden lang jede Stelle => Durchblutungsförderung. Danach mit den Handflächen über die ganze Brust und über die Brustwarzen streichen => Brustwarzen richten sich auf. Dann Oberkörper vornüberbeugen und Brüste etwas schütteln => Milch fließt in die Milchseen.

Während des Abpumpens kannst Du C-Griff verwenden: drück (Daumen oben, andere Finger unten) deine Brust hinten dem Brustwarzenhof zusammen und halte so. Stark, aber weh tun darf es nicht. Das stimuliert den Milchfluss bzw. den Milchspendereflex und steigert Fettgehalt von Mumi.

Wenn Du jetzt die Milchmenge nicht wesentlich erhöhen kannst, ist auch nichts verloren. Wenn die Kleine dann oft (mind. 8-12x beidenseitig) in 24 Stunden) an die Brust darf, kannst Du zB. mit Hilfe eines Brusternährungssets die Milchmenge schnell erhöhen.

Bei weiteren Fragen/Problemen helfe ich sehr gerne!

LG
Steffi