Unterhalt fürs Kind?

Archiv des urbia-Forums Familienleben.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von blaaaah 14.03.11 - 09:06 Uhr

Ich habe mal eine Frage, vielleicht kennt sich jemand aus?

Ein Mann hat zwei leibliche Kinder, die bei der Mutter leben. Er ist von der Mutter seiner Kinder geschieden und zahlte bisher trotz relativ gutem Einkommen nur den Mindestbetrag Unterhalt für die Kinder und das auch nur schleppend und mit immer wieder neuen Aufforderung und Verhandlungen. Die Frau hat noch nie auch nur einen Pfennig Unterhalt gesehen, obwohl sie mit den Kindern allein ist seit die Kinder noch sehr klein waren.

Inzwischen ist er wieder verheiratet und hat mit der neuen Frau ebenfalls ein gemeinsames Kind bekommen. Die neue Frau hat noch drei Kinder in die Ehe mitgebracht. Nun hat der Mann die Kinder der neuen Frau adoptiert und sagt, er brauche nun jeden Cent, da er nun vier eigene Kinder und eine Frau zu versorgen habe und die Exfrau müsse nun auf den Unterhalt für die Kinder, die er mit ihr hat und die ja nicht bei ihm leben, komplett verzichten, da für diese Kinder kein Geld mehr da sei.

Das ist doch nicht richtig oder? Ok - die Exfrau verdient selber und kann ihre Kinder auch ohne den Unterhalt des Mannes groß ziehen aber fehlen tut ihr das Geld schon. Der Vater entzieht sich schon jeder Verantwortung für die Kinder und nun auch noch seiner finanziellen Verpflichtung.

Aber mal ehrlich, er hätte die Kinder seiner neuen Frau ja nicht adoptieren müssen, dann hätten sie für diese Kinder ja auch den Unterhalt vom leiblichen Vater bekommen, der ja nun wegfällt. Aber was kann die erste Frau dafür und was können seine ersten Kinder dafür, dass er so doof ist und die Kinder adoptiert. Und das obwohl er sicher vorher wusste, dass danach weniger Geld vorhanden sein wird und er seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber seiner ersten Kinder nicht mehr nachkommen kann?

Die neue Frau ist übrigens nicht berufstätig. Sie hat sofort aufgehört zu arbeiten als die beiden verheiratet waren. Böse Zungen behaupten sogar, der Vater und die Neue haben das so geplant und gemacht, damit er keinen Unterhalt mehr für seine ersten Kinder zahlen muss.

Weiß jemand, wie das rechtlich aussieht? Der Exmann hat ein Haus, einen VW-Bus und sie fahren mindestens zwei mal im Jahr in den Urlaub. Sie haben mehrere Hunde und die laufen da alle Markenklamotten rum. Ok - das hat alles nichts zu sagen aber sooo schlecht kann es denen finanziell ja gar nicht gehen.

Hat die erste Frau eine Chance, den Mindestunterhalt für ihre Kinder weiterhin zu bekommen?

Gruß
blaaaah

Beitrag von chili-pepper 14.03.11 - 09:12 Uhr

Nach meinen Wissen, ja.
Sie kann zur Not Unterhaltsvorschuss beim JA beantragen und diese widerum holen sich das Geld vom Exmann.
Es ist unerheblich, was der Vater später tut oder nicht tut.
Er ist zum Unterhalt an seine Kinder verpflichtet.
Mein Weg würde zum Jugendamt bzw. Familiengericht führen.

Blöder Kerl.

Beitrag von silbermond65 14.03.11 - 09:31 Uhr

Der gute Mann ist für ALLE seine Kinder unterhaltspflichtig.
Und wenn er meint,er muß mal eben noch ein paar dazu adoptieren ,dann hat er halt Pech gehabt.
Die anderen bekommen trotzdem ihren Anteil.
Sollte es dich betreffen ,dann schnellstens zum JA ,besser noch zum Anwalt.

Beitrag von blaaaah 14.03.11 - 10:13 Uhr

Ich könnte mich maßlos aufregen. Wenn er knapp war, hat er auch mal einfach einen Monat nicht gezahlt und einen zweiten und dritten und immer erst, wenn Druck gemacht wurde, hat er wieder gezahlt. Angeblich ist er ja sooo knapp bei Kasse aber der nächste Urlaub kam immer oder der neue VW-Bus oder der nächste Hund.

Und jetzt meint er, ich würde ja eh genug verdienen und er hätte ja nun vier Kinder und seine Frau zu versorgen und da wäre es unfair, wenn er noch an mich, die ich ja angeblich genug hätte, auch noch Unterhalt für meine Kinder zahlen müsste. Er tut so, als ob die Kinder, die ja trotzdem immer noch auch seine sind, ihn nichts mehr angingen und das nur weil sie nicht bei ihm leben.
Er holt sie auch nicht mehr zu sich. Es besteht leider kaum noch Kontakt zum Vater. Die Kinder leiden darunter, kommen aber mit der neuen Frau und den neuen Geschwistern gar nicht klar. Deswegen kam es dann auch zum Bruch.

Wahrscheinlich habe ich tatsächlich mehr zur Verfügung als er, weil wir ja nur zu dritt sind aber ich empfinde es als bodenlose Ungerechtigkeit. Die drei Kinder der neuen Frau hätte er nicht adoptieren müssen, dann hätte er auch genug Geld für den Unterhalt für seine leiblichen Kinder.

Er ist sehr gerissen und ich vermute, er wird sich irgendeinen Dreh einfallen lassen haben, um um die Zahlungen herum zu kommen oder es wird wieder endlose Kämpfe und Schriftverkehr geben müssen. Ich bin es so leid.

Danke für eure Antworten

blaaaah

Beitrag von chili-pepper 14.03.11 - 10:21 Uhr

Völlig wurscht, ob Du mehr hast oder nicht.
Das Geld ist nicht für Dich sondern für die Kinder und ihnen gegenüber ist er verpflichtet.
Wäre er wirklich so clever, hätte er sich vor der adoption mal schlau gemacht, denn die Kosten werden dadurch nicht weniger.

Hol Dir offiziellen Rechtsbeistand und lass Dich nicht übern Tisch ziehen.

Unterhalt für die Exfrau als Streitthema, lasse ich mir eingehen.
Aber für die Kinder gibt´s keine Diskussion.

Anwalt, Jugendamt und Familiengericht. Alle mal abtelefonieren.

Liebe Grüße.


Beitrag von blaaaah 14.03.11 - 10:35 Uhr

Danke, das werde ich wohl tun müssen. Unterhalt für mich hat er noch nie gezahlt. Das war weder nötig noch hätte ich das gewollt.

#danke

blaaaah

Beitrag von mariella70 14.03.11 - 17:14 Uhr

Hallo,
ich sehe, dass eure Kinder noch keine 12 sind, also könntest du Unterhaltsvorschuss beim JA beantragen. Den gibt es UNABHÄNGIG von deinem Einkommen, wenn der Vater nicht zahlen kann oder will.
Das Gute dabei ist: Damit hat dieser Drückeberger das Amt am Hals, das sich die Kohle von ihm wiederholen kann. Man hat da - je nach Sachbearbeiter - nicht viel Humor und noch weniger Verständnis...
Du beantragst eine Beistandschaft, die kostet nichts und kann sogar einen Anwalt ersetzen, erklärst die Lage und lässt die Profis mal machen. Es kommt so rüber, als habe der Bursche vorsätzlich eine Zahlungsunfähigkeit herbeigeführt. In diesem Fall kann der Selbstbehalt deutlich gekürzt werden, bzw, er zur Annahme eines Nebenjobs verdonnert werden. Auf jeden Fall wird er sich erklären müssen, es wird also unbequem und das ist ihm zu gönnen.
Du musst es nur durchziehen. Wenn das Amt trödelt, nachhaken, Vorgesetzten ansprechen, nicht locker lassen.
Da du nicht drauf angewiesen bist, kannst du dich gemütlich an den Rand setzen und dem Match zuschauen.
Wichtig: Wenn kein dynamischer Titel besteht, dringend nachholen und weiter die titulierte Summe einfordern, da sie wahrscheinlich höher ist als der UV - die Differenz kannst du sukzessive eintreiben. Es laufen dann solange Schulden auf, bis der Titel abgeändert wird.
Liebe Grüße
Mariella

Beitrag von blaaaah 15.03.11 - 09:48 Uhr

Hallo Mariella,
#danke für deinen Beitrag.
Ich habe im April Urlaub und wir fahren nicht weg, da werde ich loslegen

Ich habe mir vorgenommen, falls doch noch Unterhalt für Kinder rausspringt, werde ich diesen auf ein Extrakonto ansparen und das Geld den Kindern mit Volljährigkeit auszahlen. Dann können sie sich damit ihr erstes Auto oder eine Wohnungseinrichtung finanzieren. Ich werde doch nicht aufgeben und auf das Geld verzichten.

#danke euch allen.

Gruß
blaaaah

Beitrag von zwiebelchen1977 14.03.11 - 10:45 Uhr

Hallo

Rein rechtlich sind die adoptierten Kinder nun auch seine. Er ist für sie verantwortlich.

Der Unterhalt wird nun durch 6 Kinder aufgeteilt. Denke, du wirst weniger bekommen.

Bianca

Beitrag von zubbeline 14.03.11 - 12:34 Uhr

"Aber mal ehrlich, er hätte die Kinder seiner neuen Frau ja nicht adoptieren müssen, dann hätten sie für diese Kinder ja auch den Unterhalt vom leiblichen Vater bekommen, der ja nun wegfällt. "

Nö, hätte er sicherlich nicht gemußt, aber er hätte ja auch nicht noch ein leiblichen Kind bekommen müssen und hat es doch getan.

Ich geh mal davon aus, dass der leibliche Vater der anderen Kindern sich ebenso seiner Verantwortung entzieht. Sonst wäre es ja eigentlich nur ein saudummer Zug gewesen. Aber wenn sein Einkommen ja eh an diversen Stellen mit berücksichtigt wird, kein Unterhaltsvorschuss mehr gezahlt wird, weil sie verheiratet sind etc. dann ist es irgendwie noch nachvollziehbar, dass er sie adoptiert hat um das ein Stück weit wieder abzufangen.

Das zur Verfügung stehende Geld wird jetzt halt durch 6 Kinder geteilt. Garnicht mehr für die ersten beiden Kinder zahlen geht nicht, aber bei 6 Kindern wird das ja vermutlich dann ehr eine Mangelfallberechnung.

Beitrag von blaaaah 14.03.11 - 15:02 Uhr

Diese anderen Kinder hatten einen Vater, der für sie Unterhalt gezahlt hat. Mein Ex hatte also keinen wirklichen Grund diesen Part zu übernehmen obwohl er wusste, dass er dann nicht mehr oder noch weniger für seine eigenen Kinder aufkommen kann.

Beitrag von zubbeline 14.03.11 - 18:22 Uhr

woher weißt Du das so genau?

Der richtige Vater hat doch auch ein Wort mitzureden, wenn es um Adoption geht. Ich kenne keinen Vater, der seinen Pflichten voll nachkommt und sich um seine Kinder kümmern will, der sich dann mit so einem Schritt einverstanden erklärt. Ich kenne noch nichtmal zahlungsunwillige Väter, die bei sowas nicht auf die Barrikaden gehen. Also für mich schwer vorstellbar. Na wie auch immer....dann ist er halt einfach ziemlich d....
Wer adoptiert freiwillig, wenn ein anderer seiner Verpflichtung nachkommt und bindet sich damit über Jahre noch mehr Kosten und Verantwortung ans Bein?

Beitrag von blaaaah 15.03.11 - 09:41 Uhr

Ich weiß es. Der leibliche Vater dieser Kinder hat den Unterhalt gezahlt aber es gab keinen Kontakt mehr. Als die Frage der Adoption gestellt wurde, war er froh, dass er O.T. "einen dummen gefunden hat, der für seine Kinder aufkommt". Er hat aus finanziellen Gründen der Adoption zugestimmt.

Sowas macht die Runde.