Freundin Morgen Gerichtsverhandlung und Ihr Sohn hat panische Angst

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von mama2003-2009 14.03.11 - 09:08 Uhr

Halli Halloooo

meine Freundin hat morgen eine Gerichtsverhandlung, es ging lange hin und her übern Anwalt und Jugendamt, Kindsvater und Kindsmutter seit 3 Jahren getrennt. Vater wohnt ca. 80km entfernt, nimmer den kleinen (7.Jahre) alle 2 Wochenenden zu sich.

Nun will er das halbe Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht.
Und morgen ist die Gerichtsverhandlung er hat sich nie gekümmert sie stand immer alleine da nun will er das halbe Sorgerecht warum auch immer. Es war schon eine Frau im auftrag des Gerichts bei Ihr um den Sohn zu befragen wo er leben wolle. Er sagte er will bei Mama bleiben und nur auf Besuch zu Papa. Doch der KV glaubt das alles nur dem Kind eingeredet wurde.

Nun soll das Kind morgen bei Gericht auch sagen wo er leben möchte.... und er sitzt seit Tagen weint, macht nachts ins Bett, will nicht mehr in die Schule aus Angst das er von der Kindesmutter weg will, er traut sich auch nicht dort auszusagen....

Wie stehen die Chancen der Mutter, Sie versucht die Frau die bereits dort war anzurufen und Sie darüber in Kenntnis zu setzten wie es dem Jungen geht.

Was könnte für das gemeinsame Sorgerecht bzw aufenthaltsbestimmungsrecht stehen?

Warum sie ihm das nicht geben will? Es gibt zu viele Gründe, die hier den Raemn sprengen würden..... Ich denke auch die Gründe sind berechtigt. Was bringt ein Gemeinsames Sorgerecht wenn man nicht miteinander sondern gegeneinander Arbeitet.Wenn Sie ihm wegen jedem bißchen hinterher rennen müsse etc.


lg mama2003-2009

Beitrag von vollmond73 14.03.11 - 10:53 Uhr

Hallo,

also wie so eine Gerichtsverhandlung ablaufen wird, kann ich dir natürlich nicht sagen.

Schlimm finde ich in dieser Situation, was dem Kind zugemutet wird und da sollten beide Eltern sich etwas schämen...sorry auch wenns deine Freundin ist.

Ich weiss ja nun nicht, welche Gründe sie hat...aber wenn er alkoholabhängig ist und ständig besoffen ist, wenn er Drogen nimmt, wenn er seinen Sohn geschlagen hat, Drohungen die er gemacht hat oder auch wahrgenommen hat, das sind eher Dinge, da glaube ich nicht, das er dann eine Chance hätte.

Aber wenn es eher Dinge sind, er sei unzuverlässig...also eher banale Dinge, dann kann er schon das Sorgerecht bekommen.

Was deine Freundin unbedingt mit Anwalt abklären sollte ist das Aufenthaltsbestimmungsrecht, das sie dieses alleine haben möchte und das am Besten heute noch abklären oder morgen früh vor der Verhandlung.

Natürlich wenn das Urteil gesprochen wurde...sollten beide zum Jugendamt gehen und dort eine Vereinbarung machen, woran sich beide halten müssen.

Ich kann dir nicht sagen, ob der Junge mit ins Gerichtsaal kommen muss um seine Aussage zu machen, oder ob er das in einem Hinterzimmer gefragt wird, denn das kann ein ziemlicher druck sein und er möchte keinem von euch verletzen...also da denke ich mal, das man dort mit ihm behutsam umgegangen wird.

Ich drücke deiner Freundin die Daumen, das es nach ihrem Wunsch entschieden wird.

lg

Beitrag von kati543 14.03.11 - 11:43 Uhr

Die Gerichte/Richter sind derzeit dabei "umzudenken". Zum einen werden sie dazu verdonnert durch das Urteil des EuGH vom 03.12.2009 und zum anderen durch das Bundesverfassungsgericht mit dem (bekannten) Urteil vom 3. August 2010.
Danach muß das gemeinsame Sorgerecht die Regel sein und nur in begründeten Ausnahmefällen darf einem Elternteil das alleinige Sorgerecht zugesprochen werden. Die Gesetzgeber müssen eine neue Regelung bezüglich des Sorgerechts finden, wie die auszusehen hat, weiß aber bisher niemand. Daher hat deine Freundin noch "Glück".
Die einzgste Ausnahme ist eben, wenn das Kindeswohl gefährdet ist. Die bisherige Gesetzgebung und Rechtssprechung ging davon aus, dass das Kindeswohl gefährdet ist, wenn die Eltern wegen jedem "Mist" über das Kind streiten, einfach weil sie einander nie Recht geben würden. Das gilt jetzt nicht mehr als Kindeswohlgefährdung. Was genau bei deiner Freundin vorgefallen ist und ob das "ausreicht" kann ich dir nicht sagen. Das hängt zum einen davon ab und zum nicht unerheblichen Teil von der persönlichen Meinung zu diesem Thema des Richters.
Was allerdings möglich ist - und das sollte sie mal mit ihrer Anwältin besprechen - ob ersatzweise der Antrag gestellt werden kann, auf das alleinige Bestimmungsrecht in verschiedenen Teilen des Sorgerechts. Also z.B. für den Bereich Gesundheit, Bildung,...

Beitrag von nadineriemer 14.03.11 - 11:51 Uhr

Also mein Ex hat es nicht bekommen,weil er ganz klar sagte das er uns sonst alle 3 Monate vor Gericht sieht,da ich mir dann da Unterschriften holen müsste,da mein Ex immer genau das Gegenteil will,was ich möchte.Mein Anwältin hat auch gleich gesagt das er es auf keinen Fall bekommt,weil er sich so verhält und so war es auch.Er hat es nicht bekommen.
Aber es läuft noch eine Verfügung gegen ihn.

Nadine

Beitrag von kati543 14.03.11 - 14:04 Uhr

Klar, nur sind nicht alle Männer so clever und tönen damit laut vor Gericht herum, oder?
Es sind vor Gericht eben immer Einzelfallentscheidungen. Hättest du einen anderen Richter gehabt, wäre das Ganze vielleicht anders ausgegangen. Es gibt auch Richter, die sagen, der Vater hat das Recht darauf, solange er nicht massiv das Kindeswohl verletzt.

Und da die gesetzliche Regelung ja ohnehin noch aussteht, weiß ohnehin niemand, ob dein Ex das Sorgerecht nicht doch noch bekommt. ;-)

Aber es gibt wirklich Erzeuger, da ist es besser, wenn sie keine/nicht alle Entscheidungen mittreffen dürfen.

Beitrag von nadineriemer 14.03.11 - 14:11 Uhr

Mein Ex bekommt nie das Sorgerecht,weil leider noch ganz andere Dinge vor gefallen sind.Er darf die kleine nicht einmal alleine sehen.

Aber ich frage mich mal abgesehen von meinem Fall,wie das laufen soll,wenn die Eltern sich nur noch streiten.Oft trennt man sich ja nicht ohne Grund und ich denke da ist es oft besser,wenn das Sorgerecht bei der Mutter bleibt,was nichts mit dem Umgang zu tuen hat.Was nützt es einem,wenn man ständig vor Gericht landet,weil man sich nicht einig ist.

Nadine#winke

Beitrag von kati543 14.03.11 - 14:35 Uhr

Das ist natürlich sehr schwierig. Aber von Vater-Seite aus betrachtet: Warum soll die Mutter automatisch das Sorgerecht bekommen, wenn der Vater sich sehr wohl auf das Baby freut und gewillt ist, alles für das Kind zu tun? Streit gibt es auch in einer Ehe. Gerade in Bezug auf die Kinder. Ich finde die Urteile eigentlich sehr gut. Es gibt aber nichtsdestotrotz Väter und auch Mütter, die nicht zum Wohle des Kindes handeln, sondern eher, um dem jeweils anderen Elternteil eines auszuwischen. Und gerade in der Vergangenheit haben sich die alleinerziehenden Mamas da wirklich nicht mit Ruhm bedeckt. Klar gibt es Fälle, wie deinen Ex, aber ich persönlich denke, die sind eher in der Minderheit. Die meisten Papas wollen sich um ihr Kind kümmern und auch in wichtigen Entscheidungen ein Wort mitzuentscheiden haben. Wir haben 3 solcher Fälle in der Familie und ich weiß nur, wie sehr die Papas darunter gelitten haben. Ein Vater hat sich von der Mutter noch in der SS getrennt (sie hatte einen "Neuen") und die beiden anderen Väter waren mit der Mutter verheiratet, hatten jeweils 2 gemeinsame Kinder im Alter von ca. 5-8 Jahren zum Zeitpunkt der Trennung. Alle 3 Mütter haben den Umgang völlig unterbunden. Alle Kinder sind mittlerweile Jugendliche/junge Erwachsene. Der Vater des 1. Kindes hat seine Tochter einmal gesehen (weil sie ihren Vater kennenlernen wollte), als sie 18 war. Es war ein einzigstes Treffen um Vorwürfe zu machen. Sie wurde total von der Mutter beeinflusst. Mutter hatte behauptet, dass nie Unterhalt gezahlt wurde (konnte anhand von Kontoauszügen widerlegt werden), Mutter hatte behauptet, dass nie Kontakt gewünscht war vom Vater - Vater hat regelmäßig Geschenke geschickt zu Weihnachten, Geburtstag,... teilweise Klassenfahrten komplett übernommen und letztendlich dafür mal ein Photo als "Bezahlung" bekommen.
Die 4 anderen Kinder haben bis zur Mitte ihrer Grundschulzeit mit beiden Eltern gemeinsam gelebt und danach ihren Vater nur noch gesehen, wenn Mama es wollte. Der Kontakt zu den Großeltern väterlicherseits (der vorher mindestens 1 mal wöchentlich bestand) wurde komplett unterbunden. Meine Tante hat ihre einzigsten Enkelkinder das letzte mal vor 17 Jahren gesehen. Ihr Mann ist deswegen mehrfach in der Psychiatrie gewesen und mittlerweile Pflegefall. Man hätte das auch "ordentlich" regeln können. Aber fragt auch nur einmal jemand danach, wie es dem "nur umgangsberechtigten Elternteil" oder dessen Verwandtschaft geht?
Wie würde es dir gehen, wenn dein Sohn ein Kind hat, sich scheiden lässt und du dürftest dein Enkelkind dann nie wieder sehen?
Daher ist meine Meinung zu dem Thema, dass das gemeinsame Sorgerecht die Regel sein muss und das alleinige Sorgerecht die Ausnahme (eben für solche Fälle wie deinen Ex oder verwittwete Menschen). Aber nur die Aussage "wir streiten sowieso nur" darf nicht dazu führen, dass der Vater nichts mehr zu melden hat. Was ist denn, wenn der Vater "Recht" hat und die Mutter nicht?

Beitrag von nadineriemer 14.03.11 - 14:45 Uhr

Hey,
ich kenne auch ganz viele liebe Papas wo es auch richtig und gut ist.Bei meinen Söhnen habe ich ihm nach 4 Jahren das Sorgerecht mit unterschrieben weil er sich wirklich bemüht.wir sind zwar getrennt,aber er hatte sich einfach wirklich bemüht.Bei meiner kleinen ist das leider nicht so.Das Problem ist das wirklich viele es ausgenutzt haben und leider haben sie es den Frauen damit schwerer gemacht,die wirklich angst um ihr Kind haben.Durch die neue Regelung gehen jetzt Frauenberatungen,Kinderschutzbund und solche Einrichtungen an die Decke,weil leider solche Frauen und ihre Kinder nicht mehr geschützt sind.Trotz Verfügungen und sonstigem,dürfen die Väter weiter Kontakt zum Kind haben.
Klar ist die Regelung gut,aber es wird schwer das wirklich um zu setzen,ich kann mir gut vor stellen,das erst Recht jetzt geklagt wird und das auf Teufel komm raus.Das es lieber und guter Väter gibt,ja die gibt es und müssen mehr Rechte haben.

Nadine

Beitrag von kati543 14.03.11 - 15:01 Uhr

Klar. Es gibt immer solche und solche.

Beitrag von janamausi 17.03.11 - 20:31 Uhr

Hallo,

wenn der 7jährige so fertig vor einer Gerichtsverhandlung ist, hat sich wohl deine Freundin völlig falsch ihm gegenüber verhalten. Hier wird wohl eher ein Machtkampf auf dem Rücken des Kindes ausgetragen.

LG janamausi