kirchliche Trauung nur aus "Spaß"??

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Beitrag von marion0689 14.03.11 - 09:20 Uhr

Hallo!

Habe vorhin einen Beitrag im Hochzeitsforum gelesen. Deswegen nur mal meine Frage bzw meine Gedanken.

Warum wollen Menschen unbedingt kirchlich heiraten, wenn sie damit eigentlich nichts am Hut haben??
Hier werden oft Fragen gestellt, ob man den kirchliche heiraten könnte, wenn einer ausgetreten ist.

Ich sehe ständig Leute in meinem Umfeld, die nicht einmal im Jahr in den Gottesdienst gehen, aber eine riiiiesige kirchliche Trauung mit allem Tamtam und weißem Kleid haben möchten.
Wieso macht man sowas?? Nur aus Spaß??
Frägt man diese Leute dann nach der Bedeutung von Ostern,Pfingsten etc haben sie oft einfach keine Ahnung.

Ich persönlich finde, es sollte viel viel stärker vorher von den Kirchen geschaut werden, ob die Brautleute überhaupt die Voraussetzungen haben, sich kirchlich trauen zu lassen. Wozu denn eine kirchliche Trauung, wenn sich die Brautleute zwei Tage später über die Kirche lustig machen?

Genauso sehe ich das übrigens mit Taufen/Kommunionen und Konfirmationen. Ständig sehe ich Kinder mit ihren Eltern bei den obligatorischen Gottesdiensten. Danach nie wieder.

Jetzt kommen sicherlich Antworten wie: Für meinen Glauben brauche ich keine Kirche. Das sind dann aber auch genau die, die ständig über die Kirche meckern und sich lustig machen. Aber zur Trauung dackeln dann alle schön zusammen vor den Traualter......

Was denkt ihr davon???

LG

Beitrag von catwoman28 14.03.11 - 09:30 Uhr

hi,

genau aus diesen Gründen haben wir vor 10 Jahren "nur" Standesamtlich geheiratet.Und nur der Älteste meiner 4 Kinder wurde getauft,da mich damals alle belatschert haben,das gehöre sich so,beim 2.war ich dann schlauer und meine anderen 3 sind NICHT getauft.

Natürlich träumen viele Frauen von einer Hochzeit in Weiß, irgendwie ist das eben in den Köpfen verankert,aber ich lebe auch so ganz gut.

LG Cat#sonne

Beitrag von flogginmolly 14.03.11 - 09:38 Uhr

Hallo,

der Kirche ist es egal warum man Kirchlich heiraten will, sie bekommen Geld dafür also werden sie kaum Paare abweisen. Also die meisten jedenfalls, klar gibt es sicherlich einige die da pingelig sind aber das ist die Ausnahme.
Die Kirche sehen viele als Lokation die gebucht wird, und so läuft es ja auch ab. Dazu noch das Thema ''Kleid'' und bums traut man sich Kirchlich ohne wirklich den von der Kirche vorgegeben Glauben zu leben.
Aber muss man in deinen Augen Bibelfest sein um in der Kirche heiraten zu müssen? Und wieso sollte man jeden Sonntag in den Gottesdienst dackeln. Das machen die meisten doch nur noch wegen des Dorfklatsches, und weil man dort Leute trifft die man sonst selten sieht.
Ich habe weder Kirchlich geheiratet, noch besuche ich den Gottesdienst und hab unsere Tochter auch nicht taufen lassen, und wenn es mich überkommen würde, würde ich einen Freien Prediger buchen und eine Weltliche Trauung in Weiß vollziehen, vorzugsweise im Garten oder so.
Aber jeder wie er will, aber dieses ständige ''Agnostiker'' und andere Heiden;-) dürfen dies nicht sollten das nicht nervt nur noch. Man muss sich doch als Christ auch nicht ständig rechtfertigen warum man dieses oder jenes tut...

Beitrag von sillysilly 14.03.11 - 09:58 Uhr

Hallo

die meisten meiner Freunde haben in der Kirche geheiratet obwohl sie keinen Bezug dazu haben - und nicht besonders gläubig sind
und ich auch nicht das Gefühl habe im Alltag, oder mit ihren Kindern irgendwie gläubig sind

Warum das so ist kann ich dir genau sagen

Hochzeit Standesamt - 12 Minuten Schnellverfahren, Fließbandhochzeiten

Hochzeit in der Kirche hat Flair, ist etwas behüteter, tolle Kulisse und man kann sein weißes Traumkleid auch entsprechend ausführen

Bekannte von uns wollten das nicht tun, weil sie es eben nicht "ehrlich" fanden - und haben eine freie Zeremonie gemacht
allerdings haben sie nur für den Typen an die 1000 Euro gezahlt


und die Pfarrer machen das nicht besonders gerne, was ich auch irgendwie verstehe
auf der Hochzeit meiner besten Freundin hat der Pfarrer sich das auch total anmerken lassen - da klar war das sie eben in der Kirche heiraten weil es halt toll paßt -


Wir sind im Alltag schon gläubig - sind aber keine Kirchgänger - allerdings vermittle ich meinen Kindern schon christliche Werte und finde die Gemeinschaft sehr schön ........ wir haben einen Bezug zur Kirche aber nicht in Form von sonntäglichen Kirchgängen

und wir haben in der Kirche geheiratet und der Pfarrer ist ein guter Freund meines Mannes, der auch unsere Kinder getauft hat.
War unheimlich toll


Grüße Silly

Beitrag von serdes 14.03.11 - 09:58 Uhr

"Wieso macht man sowas?"


Ich denke, das liegt daran, dass einigen Menschen gewisse Rituale und Traditionen wichtig sind.

Individualismus wird in unseren Breitengraden in der heutigen Zeit sehr hochgehalten. Somit steht es den Menschen auch frei zu entscheiden, welche Rituale für sie selbst von Bedeutung sind, welche sie beibehalten und welche sie verwerfen möchten.

Die Kirche selbst (bzw. ihre Mitarbeiter) schätzt/schätzen es im Übrigen durchaus, dass auch Menschen, die die Kirche nur sporadisch besuchen, doch noch gewissen Sakramenten Bedeutung verleihen.

Beitrag von brummel-baer 14.03.11 - 10:03 Uhr

Deiner Meinung nach darf man sich also nur kirchlich trauen lassen, wenn man Mitglied der Kirche ist? Schon einmal überlegt, dass man auch an Gott glauben kann (oder es zumindest versucht) wenn man nicht in der Kirche ist?

Und auf die Gefahr hin, dass Du mir mit Deinem vorletzten Absatz kommst: Ich mache mich nicht über die Kirche lustig aber bin durchaus in der Lage, die (katholische) Kirche kritisch zu hinterfragen.

Gruß
BB

Beitrag von scrapie 14.03.11 - 10:10 Uhr

Widerspricht sich das nicht? Man will sich in einer Kirche trauen lassen, die man gleichzeitig kritisch hinterfragt? Ich esse auch kein Fleisch vom Metzger, den ich kritisch hinterfrage...

und wenn man an Gott glaubt ohne in die Kirche zu gehen (was ja völlig legitim ist), warum will man dann seinen Segen genau dort bekommen? Reicht es dann nicht einfach zu wissen, dass man Gottes Segen so oder so hat, ob man nun in die Kirche geht oder nicht, weil Gott alle Menschen liebt?

Lg

Beitrag von sillysilly 14.03.11 - 10:18 Uhr

Hallo

ich sehe da schon einen Unterschied

z.B. ich Hinterfrage das System Kirche an sich oder die Einstellung vom Papst oder .....

aber ich lebe doch meinen Glauben - wir beten im Alltag, gehen zu Kindergottesdiensten, sind im Kath. Kindergarten
Meine Kinder kennen den Sinn von den kirchlichen Festen .... wir feiern nicht nur Weihnachten wg. den Geschenken sonder feiern die Geburt von Jesu
ect.

das ist für mich ein großer Unterschied
wenn der Glaube in irgendeiner Art eine Rolle im Leben spielt dann kann man durchaus in der Kirche heiraten auch wenn ich manches im System fraglich finde

aber

wenn ich in der Kirche nur heirate weil ich mein weißes Brautkleid tragen will, die Show mag - dann bin ich da fehl am Platz



Grüße Silly

Beitrag von scrapie 14.03.11 - 10:30 Uhr

Aber das ist doch ein Unterschied. Du hast Bezug zu der Kirche und lebst diesen biblischen Glauben. Dann ist es doch auch völlig nachvollziehbar, dass du deine Kinder dort taufen lässt und dort heiratest.

Die Frage der TE war doch, warum sich ungläubige Menschen, die mit der Kirche nichts am Hut haben, sich dort taufen lassen und dort heiraten.

Beitrag von brummel-baer 14.03.11 - 10:33 Uhr

>>> Die Frage der TE war doch, warum sich ungläubige Menschen, die mit der Kirche nichts am Hut haben, sich dort taufen lassen und dort heiraten <<<

Ungläubige Menschen sind meiner Definition nach weder getauft noch gefirmt/konfirmiert. Damit entfällt auch die Möglichkeit, sich kirchlich trauen zu lassen.

Wovon Du vielleicht redest sind Menschen, die Ihren Galuben nicht oder nicht mehr praktizieren.

Beitrag von scrapie 14.03.11 - 10:42 Uhr

Taufe und Konfirmation kann man sich selten aussuchen. Nur weil man getauft wurde, heißt es nicht, dass man mal gläubig war... es heißt ja heutzutage nichtmal mehr, dass die Eltern mal gläubig waren.

Nicht jeder der getauft wurde bzw konfirmiert, hat seinen Glauben auch ausgelebt...

Beitrag von serdes 14.03.11 - 10:50 Uhr

Die Firmung kann man sich schon aussuchen. Damit wird die Taufe vollendet und sie wird vollzogen, wenn die Vernunft des zukünftigen Firmlings so weit gediehen ist, dass er in vollem Bewusstsein und Überzeugung "Ja" sagen kann, zu Gott, dem christlichen Glauben und der Kirche.

Beitrag von scrapie 14.03.11 - 10:52 Uhr

Ich für meinen Teil kenne seeeeeeeeeehr viele gefirmte Menschen, die einfach dahin gegangen sind "weils jeder macht" und "weils die Eltern so wollten"... nicht weil sie an Gott geglaubt haben.

Beitrag von serdes 14.03.11 - 11:00 Uhr

Tja, aber ausgesucht haben sie sich's schon, egal aus welchen Gründen. Sie hätten ja nicht gehen müssen.

Beitrag von scrapie 14.03.11 - 11:13 Uhr

Ich glaube bei den Evangelisten macht mans später (mit 14 oder 16?) und bei den katholiken früher (mit 8 oder 10?)... bei den evangelen kann man tatsächlich behaupten, dass sie es sich aussuchen konnten... bei Kindern beizweifel ich, dass sie die Wahl haben.

Beitrag von serdes 14.03.11 - 11:24 Uhr

Ok,......ich gebs zu.....ich bin katholisch#freu


Bei meiner Firmung war ich 15, mein Patenkind war bei ihrer Firmung erst 12.
In der katholischen Kirche wird aber im Moment viel über eine Firmung ab 17/18 gesprochen. Mal sehen, was sich da noch tut.

Beitrag von scrapie 14.03.11 - 11:32 Uhr

Die Tochter einer Bekannten ist ca. 11 Jahre und hatte ihre Firmung letztes Jahr... und die Wahl hatte sie nicht (trotzdem hatts ihr (zum Glück) Spaß gemacht ;-) )

Beitrag von marion0689 14.03.11 - 12:10 Uhr

Eine Bekannte von mir ( die andere auslacht, weil sie zu Hause beten ) hat sich Konfirmieren lassen und dann kircglich geheiratet. Um auf der anschließenden Feier zu verkünden, was für einen Scheiß die in der Kiorche da verzapfen und sie im Leben nicht auf die Idee kommen würde, zu Hause mit ihren Kindern auch nur ein Gebet zu sprechen.

Beitrag von sillysilly 14.03.11 - 10:39 Uhr

Hallo

das hatte ich ja in meiner Antwort geschrieben warum

dann gab es aber die These wenn ich nicht hinter er Instituion Kirche stehe, sollte ich da auch nicht heiraten

und das sehe ich eben nicht so
wir leben Glauben - stehen aber nicht unbedingt in allen Bereichen hinter der Institution Kirche

Grüße Silly

Beitrag von scrapie 14.03.11 - 10:46 Uhr

Ich seh es anders. Hinterfragen kann man die Kirche natürlich. Es wäre ja traurig, wenn man NICHT hinterfragen würde und einfach "Ja und Amen" sagen würde... aber wenn sich Leute von der Kirche abwenden (indem sie zum Beispiel austreten) ... warum wollen sie dann genau von dieser Kirche, die deren Meinung nach Blödsinn verzapft (in welcher Hinsicht auch immer) trauen lassen?

Beitrag von marion0689 14.03.11 - 12:07 Uhr

Das ist etwas anderes. Ihr lebt den Glauben im Alltag.
Ich kenne aber viele, die sich lustig machen, dass jemand zu Hause betet oder die Kinder in einen katholischen Kindergarten schickt.

Und wieso genau diese Leute dann vor der Altar schreiten, kann ich nicht verstehen.

Beitrag von brummel-baer 14.03.11 - 10:20 Uhr

Ich wurde katholisch getauft, bin zur Kommunion gegangen, wurde gefirmt und bin mit 18 Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten. Meine Gründe waren vielfältig, die Kirchensteuer war nicht darunter.

Letztes Jahr wurde ich evangelisch getraut. Mir kommt diese Glaubensrichtung persönlich wesentlich näher und dank der fantastischen Pfarrerin, die wir vor Ort haben, bin ich kurz davor, wieder in die (evangelische) Kirche einzutreten.

Ich habe auch mein Kind taufen lassen, weil ich der Meinung bin, dass ein jeder seinen religiösen Weg suchen muss und ich meinem Kind durch eine frühe Taufe den Weg damit ebne.

Gruß
BB

Beitrag von scrapie 14.03.11 - 10:39 Uhr

Ich bin orthodox getauft, aber als wir nach Deutschland kamen wurde mir einfach der evangelische Glaube in den Ausweis eingetragen... so wichtig wird hier der Glaube genommen vom Staat/Kirche... hauptsache Kohle in de Täsch.

Beitrag von marion0689 14.03.11 - 12:04 Uhr

Ich habe ja geschrieben, dass man sehr wohl an Gott Glauben kann, auch ohne die Kirche.

Aber wenn man dann ständig über die Institution Kirche schimpft und dann fröhlich im weißen Kleid zum Altar dackelt, DAS finde ich eigenartig.

Beitrag von scrapie 14.03.11 - 10:24 Uhr

Moin,

das frage ich mich auch regelmäßig. Besonders bei Taufen finde ich es absolut sinnlos. Man geht dahin um sein Kind taufen zu lassen, damit das Kind Gottes Segen hat, damit man Gott zeigt, dass man es ernst meint mit seinem Glauben und dabei glaubt man gar nicht an diesen kirchlichen/biblischen Gott... für mich ist das Verhöhnung derjenigen die wirklich glauben und ihr Leben danach auslegen.

Genauso wie ungläubige Moslems die kein Schweinefleisch essen, weils halt jeder so macht. Fortschritt entstand, weil es (zum Glück) Leute gab, die nicht immer etwas getan haben, nur weils jeder macht ("Kind, wenn andere vom Hochhaus springen, dann springst du doch nicht hinterher?!")

Ich (als nichtgläubige) fahre von dem Geld lieber mit meinen Kindern lieber in den Urlaub.

Übrigens werde ich deshalb von meinen Großeltern "verstoßen", weil ich meinen Kindern nicht die Möglichkeit gebe in den Himmel zu kommen.

Ich denke, wenn es einen Gott gibt, dann wird er es verkraften, dass meine Kinder kein Wasser über den Kopf geschüttet bekamen.

Zumal man laut Bibel nicht unbedingt von einem Pfarrer getauft werden MUSS um getauft zu sein. Das ist nur Geldmacherei. Wenn man an Gott glaubt und nach dem Tod zu ihm kommen möchte, dann reicht es, wenn man von einem gläubigen Christen getauft wird.


Und falls die Frage kommt, warum ich dann Weihnachten und Co feier... ich feier, weils dann Geschenke gibt und nicht Jesu Geburt/Auferstehung usw. Wäre ja traurig, wenn ungläubige nicht mehr feiern dürften ;-)