Partner mit ADS

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von **schwierig** 14.03.11 - 12:26 Uhr

Wer hat damit schon Erfahrungen gesammelt? Kann man den besseren Umgang mit diesem Partner lernen? Gibt es Therapien für Erwachsene?
Tipps für mehr Verständnis auf beiden Seiten?

Vielen Dank!
s.

Beitrag von manavgat 14.03.11 - 12:52 Uhr

Ich hatte 2 Jahre lang eine Beziehung zu einem erwachsenen ADSler. Es war alles wunderbar, solange er seine Antidepressiva nahm. Leider hat er immer wieder die Therapie abgebrochen. Meine Tochter war damals 8 und die Situation zuhause für ein Kind nicht tragbar. Ich löste das rein über den Kopf, trennte mich und kappte alle Verbindungen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von **schwierig** 14.03.11 - 12:58 Uhr

Wie war denn die Situation, was war nicht tragbar?

Beitrag von *** 14.03.11 - 14:21 Uhr

Wieso Antidepressiva?

Was hat das mit ADS zu tun?

Das habe ich in dem Zusammenhang bisher noch nie gehört.

Dadurch, dass ADSler eher nachdenklich sind, grübeln sie natürlich mehr und sind durch ihre vielen Gedanken oft chaotisch.

Aber das ist doch noch keine Grund, gleich Antidepressiva einzusetzen.....

Beitrag von goethes-erbin 14.03.11 - 14:23 Uhr

Schau mal:

http://www.dr-gumpert.de/html/antidepressiva.html

Beitrag von manavgat 14.03.11 - 15:04 Uhr

Schwerste Depressionen mit Aggressivität, Vermüllungs- und Verwahrlosungssyndrom, kein/ planvolles Handeln, die Arbeit beim AG wurde nicht bewältigt/er nahm stapelweise Akten mit nach Hause, die er dann nächtelang versuchte irgendwie sinnvoll zu ordnen...

Das geht allein schon nicht, mit Kind gar nicht. Ich will das nicht beschreiben, dann kommt alles wieder hoch.

Viele erwachsene ADSler entwickeln Depressionen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von lichtchen67 14.03.11 - 13:29 Uhr

Ich habe eine gute Freundin, die mit einem solchen Mann 10 Jahre lang verheiratet war und einen sohn hat mit ADHS.

von dem Mann trennte sie sich irgendwann, ging nicht mehr. der Sohn musste mit 18 bei ihr ausziehen, nämlich, dann als er selber beschloss, seine medikamente nicht mehr zu nehmen. Seitdem war und ist er eigentlich untragbar, er ist jetzt 26. sie ist oft davor, den Kontakt abzubrechen aber sagt dann "ist ja mein Sohn"...

Was ich da so höre... für mich persönlich unvorstellbar, ich könnte mit "so jemandem" ehrlich gesagt nicht zusammensein.

Es gibt sicher Therapien und auch Selbsthilfegruppen. Erkundige Dich. Und/oder google einfach mal ein bisschen http://de.search.yahoo.com/search;_ylt=AqfUqrg_TjTv3JUXk8iFll0qrK5_?vc=&p=Umgang+mit+ADS+Erwachsenen&toggle=1&cop=mss&ei=UTF-8&fr=yfp-t-708

Lichtchen

Beitrag von **schwierig** 14.03.11 - 14:07 Uhr

Ich war lange mit meinem Mann zusammen, es war phasenweise sehr anstrengend, wir haben 3 Kinder. Auch die älteste (11) ist sehr anstrengend und inzwischen wurde bei ihr ADS diagnostiziert. Allerdings ohne Hyperaktivität und in Verbindung mit HB, mit der Therapie kommen wir gut klar, Medikamente sind vorerst nicht nötig.
Mit meinem ExMann verstehe ich mich inzwischen wieder sehr gut, wir haben beide das Gefühl als würden wir zusammengehören, schaffen es aber irgendwie nicht. Jetzt ist es so, als würde meine Tochter eine Kopie ihres Vaters sein. Alle Punkte, die der Psychologe "aufdeckt", sind exakt auch die Punkte, die das Leben mit meinem Mann so schwer machen. Jedesmal fallen mir Balken von den Augen, wenn er bestimmte Probleme anspricht. Mein Mann sieht auch diese Parallelen und erkennt, dass er eventuell doch ein "Problem" haben könnte. Seine Eltern kamen nie mit ihm klar, denken aber immernoch er ist einfach ein schwieriger Mensch und baden in Selbstmitleid...
Nun will ich ihn besser verstehen und vielleicht erreichen, dass er auch eine Therapie in Angriff nimmt (er ist sehr mistrauisch gg. "Psychokram" und meint, die Welt versteht ihn halt einfach nicht) Allerdings kann ich nur Artikel über arme, hilflose und frustrierte Erwachsene mit ADHS finden, die nicht klarkommen und nicht stillsitzen können. So ist es aber Gsd nicht. Er ist chaotisch, impulsiv, vergesslich usw. aber intelligent und kreativ, nicht unerträglich und trotz allem sehr liebenswert. Nur braucht er (wir) definitiv Hilfe, wenn es nochmal was mit uns werden soll. Daher suche ich Informationen von Betroffenen und was ich finde, ist eher mitleiderregend, über arme Erwachsene die mit dem Leben nicht klarkommen, und irgendwie gar nichts über ADS, nur im Zusammenhang mit Hyperaktivität.
#danke

Beitrag von cassiopeia76 14.03.11 - 14:16 Uhr

Ach so, ja.....es gibt viel mehr Informationen über Hyperaktivität.
Nur ADS wird kaum erwähnt. Wahrscheinlich, weil man da nicht so sozial auffällig ist. Schade....

Beitrag von lichtchen67 14.03.11 - 14:20 Uhr

> er ist sehr mistrauisch gg. "Psychokram" und meint, die Welt versteht ihn halt einfach nicht)<

Aber ich meine das ist ein Zeichen dieser "krankheit".... Die werden von der Welt nie verstanden ;-).

Aber ich kapiere was Du willst..... Also ich weiß, dass meine Freundin mit ihrem Sohn damals sehr aktiv in einer Selbsthilfegruppe war. Meist sind ja die Erwachsenen da auch mitbetroffen, ist ja erblich.

Erkundige Dich dochmal nach sowas. Oder frag den Psychologen, bei dem Du eh mit Deiner Tochter bist. Bei den ganzen Links, die Google auswirft war nix dabei? da war doch auch ein extra Forum für Erwachsene mit ADS und ADHS dabei.....

Lerne mehr über die Krankheit generell und Du wirst Deinen Ex-Mann besser verstehen. Was Du erzählt über ihn klingt für mich so, als hätte ich das alles schonmal von meiner Freundin gehört ;-).

Lichtchen

Beitrag von **schwierig** 14.03.11 - 14:55 Uhr

Ich will ihn halt nicht "verschrecken" sondern behutsam vorgehen. Ich will ihn ja nicht therapieren oder so, sondern nur helfen und mir auch damit selber helfen. Er sucht zum Beispiel sein halbes Leben nach Dingen, sicher 3x täglich seine Schlüssel, seine Geldbörse usw. #schwitz und alle anderen sind grundsätzlich daran schuld.
Geplant ist, wenn er es denn mal irgendwann "einrichten" kann ;-), dass er als Begleitung mit der Tochter geht, damit er auch mal den Psychologen kennenlernen kann, da bin ich schon sehr neugierig, was dabei rauskommt.
#danke

Beitrag von goethes-erbin 14.03.11 - 14:22 Uhr

Hallo,

das Leben mit einem AD(H)S ´ler ist sehr anstrengend aber auch schön.
Hat dein Partner eine Diagnose?
Befindet er sich in Therapie? (Medikamente und Verhaltenstherapie)
Wenn du magst schau mal hier vorbei. Hier kannst du dich informieren und austauschen.

http://www.adhs-anderswelt.de/

Alles Gute#winke

Beitrag von **schwierig** 14.03.11 - 15:01 Uhr

Nein, er hat keine Diagnose, weil er ja erstmal davon überzeugt sein muss, dass es überhaupt eine "Lösung" für sein Problem gibt. Das sein Verhalten manchmal vielleicht doch nicht so "normal" ist wie er immer denkt, hat er ja schon eingesehen ;-). Ich möchte in erster Linie lernen, wie er tickt und wie ich mit ihm umgehen kann, in der Vergangenheit war ich die ewige Meckertante, weil ich dachte, er kann sich einfach nicht zusammenreissen und lässt alles rumliegen um mich zu ärgern. #augen
#danke

Beitrag von goethes-erbin 14.03.11 - 15:11 Uhr

Da ist schwierig, denn er muss es selber einsehen und sich therapieren lassen.

Wie du selber schon erkannt hast bist du nicht seine Therapeutin!

Du kannst nur dem helfen der sich helfen lassen will.

Wenn die Symptome nicht behandelt werden, was willst du dann tun?
Ich kann dir aus Erfahrung sagen, an der Seite eines unbehandelten AD(H)Slers hälst du es nicht lange durch.

Wenn keine Diagnose besteht, sollte er dir zuliebe mal zum Arzt. Mir scheint das ihr beide professionelle Hilfe benötigt, denn mal eben so, lässt sich das nicht "lernen".

Alles Gute:-)

Beitrag von hezna 14.03.11 - 14:22 Uhr

Schau mal hier:

www.adhs-anderswelt.de

Dort wirst du sicherlich mehr Menschen finden, die dir helfen können.

Gruß Hezna #klee

Beitrag von allebeiuns 14.03.11 - 21:38 Uhr

Hallo,
ich selber habe ADHS mein Sohn 9 J, hat ADHS in massivster Form und mein neuer Partner leidet unter ADS!
Erst hatte ich bedenken aber mittlerweile bin ich so froh das wir ihn haben den er ist unser Ausgleich! Wenn mein Sohn und ich auf 180% aufdrehen holt er uns mit seiner Ruhe weider runter, genauso schaffen wir es ihn zu motivieren wenn er wieder sehr letargisch ist und in der Weltgeschichte rumträumt!
Schwierig wird es bei uns meistens wenn wir an We nur rumhängen und keinen gescheiten tagesplan haben, dann fangen wir an uns gegenseitig zu nerven und dann endet vieles in Endlosdiskussionen weil wir uns dann nicht mehr einigen können;-)
Also im grossen und ganzen ist das Zusammenleben zwar schwierig aber durchaus gut machbar wenn man sich gegenseitiges Verständnis entgegen bringt!

LG
A.

Beitrag von scura 14.03.11 - 22:30 Uhr

Ich bin mit meinem Mann 6 Jahre zusammen. Als Kind wurde bei ihm ADS diagnostiziert (Soweit das in den Siebzigern ging und auch therapiert, mit den damaligen Möglichkeiten)
Ob seine Macken jetzt ADS sind oder halt Macken, ist mir relativ wurscht. Solange wir unsere Strategien haben um miteinander klar zu kommen, bin ich glücklich.
Manchmal komme ich mir zwar vor als müsste ich ständig Sozialtherapie/Verhaltenstherapie mit ihm durchführen, aber es wird immer besser.
Ich bin geduldig, er ist liebenswert. Bei uns ist alles okay, manchmal ist es anstrengend. Aber welche Beziehung ist das nicht!

Beitrag von **schwierig** 15.03.11 - 13:03 Uhr

Vielen Dank für Deine Antwort!
Kannst Du mir ein paar konkrete Beispiele nennen, wie Du mit ihm umgehst, wenn Du Dir wie seine Therapeutin vorkommst?
Bei uns sind es Phasen, manchmal ist alles toll und er sehr umgänglich und manchmal habe ich das Gefühl er hat ein Brett vorm Kopf und ich ein rotes Tuch in der Hand: alles was er tut bringt mich auf die Palme und alles was ich sage, kommt bei ihm falsch an.

Beitrag von scura 15.03.11 - 15:54 Uhr

alles was er tut bringt mich auf die Palme.....

ich versuche genau das zu vermeiden.
Man kann mit ihm nicht konstruktiv streiten. Vieles versuche ich anhand von Beispielen zu erklären. Ich greife ihn auch nicht mehr persönlich an: Du hast aber....z.B.
Ich rede wenn, über meine Gefühle, wie ich etwas tun würde, wie ich mich verhalten würde, beantworte Problemfragen oft mit Gegenfragen. Frage ihn was er in der Situation tun würde. Erkläre ihm immer wieder Ursache und Wirkung.
Wenn ich merke die Situation gerät ausser Kontrolle, beende ich sie und versuche abzulenken.
Es ist immer ein bißchen wie mit einem Kind.
Ein Grossteil des Familienlebens manage ich alleine. Termine/Geldfragen/Organisatorisches ist überhaupt nichts für ihn. Da gerät alles in kürzester Zeit ins Chaos.

Beitrag von **schwierig** 15.03.11 - 17:23 Uhr

genau so! #schwitz
Ich glaube ich muss Dir mal eine PN schicken ;-)

Beitrag von scura 15.03.11 - 21:15 Uhr

Kannst Du gerne tun

Beitrag von ich habs auch !!! 15.03.11 - 10:47 Uhr

Hallo.-.-
Sicherlich ist eine beziehung zu einem ADHSler schwierig, aber ich würde sagen das es nicht aussichtslos ist. Ich habe seit ca 1 jahr die bestätigung das ich ADHS habe. Ich bekomme medikamente die ich auch nehme. Für meinem Partnerv ist die situaion nicht einfach, aber anders rum, er hat kein Adhs und er ist auch schwierig........ Mir geht es immer so das ich mir viel einen kopf darum mache ob unser streit oder mein verhalten jetzt normal ist oder an ADHS liegt....... Ich glaube man muss mit der krankheit wachsen, so denke ich mir das um das alles einigermaßen gut ertragen zu können. Wenn mann sich liebt dann wird die liebe siegen, es ist eine krankheit für die man nichts kann, man kann nur das beste drauß machen indem man zur Therapie geht und medis nimmt....... Und hoffen das man in dem Partner jemanden hat der stark genug ist um die krankheit mit einem durch zu stehen.