Bestechung mit Gummibärchen

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von sonnenschein060671 14.03.11 - 12:57 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

mein Sohn 2 Jahre und knapp 3 Monate ist immer gern zu seiner Tagesmutti gegangen. Aber seit einiger Zeit gibt es riesige Probleme. Früh bummelt er, willl nicht auf den Topf, sich nicht anziehen. Ich besteche ihn oft mit einer Minitüte Gummibärchen, damit ich mich nicht mit ihm streiten muss und er anfängt zu weinen. Bei der Tagesmutti geht es dann weiter. Er will wieder mit nach Hause und weint so sehr, dass es mir schwerfällt zu gehen. Jetzt habe ich ihm auch schon ab und zu Gummibärchen gegeben. Während er sie dann isst, gehe ich. Es bricht mir das Herz ihn so zu sehen.

Kann es daran liegen, dass unser Papa zur Zeit zu Hause ist. Er hatte einen Unfall und ist krank. Für meinen Schatz ist es neu, dass der Papa früh mit im Bett ist. Vielleicht will er deshalb zu Hause bleiben. Aber ich gehe stundenweise arbeiten und da mein Mann zur Zeit nicht Auto fahren kann, muss ich ihn zu seinen Terminen fahren. Wenn es geht, lass ich den kleinen Mann schon zu Hause.

Im Moment bin ich sowieso etwas zart beseitet, da schwanger und mir tun die Tränen meines Juniors besonders weh.

Wie verhalte ich mich denn richtig? Soll ich ihn einfach weinen und toben lassen? Die Gummibärchen streichen?

Ich weiß es nicht. Was würdet Ihr in der Situation tun?

Danke und LG Jule

Beitrag von amadeus08 14.03.11 - 13:06 Uhr

na ja, MAL Bestechung, mit was Süßem ist sicher kein Problem, aber es kann eins werden, wenn man es als Mittel gegen Traurigkeit einsetzt, das weiß ich leider aus eigener Erfahrung. Noch heute habe ich das Problem, dass ich zu Süßem greife, wenn ich schlecht drauf bin oder gestresst bin und dann kommen immer wieder die Kämpfe gegen die Pfunde. Das würde ich meinem Kind nicht antun wollen. Naschen soll eigentlich kein Ersatz für Gefühle werden. Insofern wäre ich da vorsichtig.
Aber ansonsten habe ich leider keinen richtigen Tipp für Dich. Ihn weinen lassen ist vielleicht auch nicht so die Lösung. Vielleicht kann er doch mal ne Weile zuhause bleiben ???

Lg

Beitrag von redenmitniveau 14.03.11 - 13:08 Uhr

Hallo Jule, lass dich mal trösten #liebdrueck

Weißt du, Bestechung ist leider der falsche, wenn auch einfachste Weg, weil dein Sohn dann lernt das er gewisse Dinge nur machen braucht wenn er "bestochen" wird ;-)

ich würde versuchen aus ihm raus zu bekommen WARUM er weint!!Vielleicht gibt es etwas bei der Tagesmutter das ihn stört?!? Frag doch auch mal die Tagesmutter danach!

Vielleicht legt es sich dann, wenn du die Ursache gefunden hast!Weinen und Toben lassen ist ja leider auch keine Lösung...

Lg

Andrea

Beitrag von pegsi 14.03.11 - 13:12 Uhr

Dein Zwerg wird sicher verunsichert sein, weil er merkt, dass Mama und Papa beide nicht voll einsetzbar sind. Du mit dem Baby, Papa mit dem Unfall.

Die Gummibärchen würde ich streichen bzw. durch nicht-essbares ersetzen. Wenn meine Tochter beizeiten fertig ist, darf sie mit dem Laufrad zur Kita.
(Dalassen ist bei uns zum Glück kein Problem.) Wenn sie auf dem Weg nach Hause Theater macht, weil sie etwas will, was ich gerade hochschwanger nicht kann, biete ich Alternativen an, z.B. ein Buch vorlesen, mit ihr basteln (konkreter Vorschlag wichtig) etc. als "Belohnung".

Und wenn das alles nicht hilft, dann müssen wir uns eben streiten, das gehört nun mal zum Leben auch dazu. Seit ich schwanger bin, hat meine Tochter mich auch schon mehrfach weinen sehen, aber ich bin halt auch nur ein Mensch...

Beitrag von woelkchen1 14.03.11 - 13:26 Uhr

Wir hatten große Probleme, als unser Baby geboren ist und der Papa 2 Monate nach der Geburt zu Hause geblieben ist. Scarlett hat da einfach mitbekommen, dass da ja wer zu Hause ist- und sie weg "muß".
Also sind wir alle zusammen in den Kiga gefahren, und schon war das Problem erledigt!;-)

Beitrag von tosse10 14.03.11 - 14:45 Uhr

Hallo,

wir hatten das ganze als unser zweites Kind geboren wurde. Der Große wollte nicht mehr in die Spielgruppe. Es war ein Heidentheater. Da ich durch den KS nicht ganz einsatzfähig war, musste ich Wege finden ihn dazu zu bekommen ohne ihn z.B. zu tragen. Mal ganz davon ab das ich die Tränen auch schlimm fand. Bei uns hat sich das nach einiger Zeit von alleine gelegt. Allerdings hat er auch eine Belohnung bekommen als er das erste Mal wieder ohne zu weinen da geblieben ist. Aber nichts essbares (wobei ich damit kein Problem habe es "ab und zu" als Bestechung/Belohnung einzusetzen), sondern ein Hörspiel welches er sich gewünscht hatte. Das gab es auch nicht sofort morgens in der Situation, sondern nach dem Abholen mittags.
Ich finde so ein Trostpflaster ab und zu nicht schlimm. Aber es darf nicht die Regel werden. Irgendwann wird es sonst eingefordert und der nächste Konflikt ist geboren. Mal ganz abgesehen von der falschen Verknüpfung "Trost = Süß".
Bei uns war es so das wir den Konflikt mit viel reden und erklären ausgestanden haben. Ich weiss das ihm die Spielgruppe gefällt und sie tut ihm gut. Aber die Tränen taten mir sehr weh. Trotzdem mussten wir da durch - alle beide. Ich habe ihn dann erst Recht nicht zu Hause gelassen, denn das würde das Problem nur verschieben, nicht aufheben. Vielleicht wäre es sogar schlimmer geworden wenn er zu Hause hätte bleiben dürfen. Es ist nun mal so im Leben, durch manchen Dinge muss man einfach durch! Es ist für mich wichtig ihm das gut erklärt zu haben und ihn bestmöglich zu begleiten.

LG

LG