Chance für Papa, daß das Baby bei ihm bleiben kann?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von ilsabella 14.03.11 - 20:57 Uhr

Hallo!

Bin in einer Situation, die drehbuchreif für eine Seifenoper wäre. Aber heute nur zu einem Teil des Ganzen.

Ein sehr guter Freund von von mir hatte letzen Sommer eine kurze aber folgenreiche Affaire. Nichts ernstes, nur gelegentliche unverbindlich Treffen. Sie nahm die Pille, sagte sie.
Dann war sie schwanger. Als Vater kommt nur er in Frage, er zweifelt das auch nicht an. Sie sagte, sie habe wohl einmal die Pille vergessen. Er glaubte das nicht und stellte sie später zur Rede. Sie gab dann zu, die Pille abgesetzt zu haben, da sie gern ein Kind von ihm wollte und dachte, sie könne ihn so an sich binden.
Er stellte klar, daß er sich keine Beziehung mit ihr vostellen könne. Sie entschied sich trotzdem für das Kind. Er freundete sich mit dem Gedanken an, Vater zu werden, die Beziehung zu ihr änderte sich jedoch während der Schwangerschaft nicht.
Er ist ein gebranntes Kind: vor einigen Jahren verkündete ihm eine andere Frau, sie erwarte sein Kind, nur um dann später zu sagen: ätsch, es war doch nicht deins, ich hatte noch mit einem anderen Mann etwas. Er glaubte lange trotzdem, dass es sein Kind sei.
Obwohl ihm nichts an der Frau liegt: das Kind will er haben und hat schon während der Schwangerschaft alles getan, damit das Kind seinen Lebensmittelpunkt bei ihm hat: er geht in Elternzeit, das Kind wird bei ihm leben. Auch wird das Kind katholisch wie er (statt islamisch). Schon vor der Geburt haben sie das Sorgerecht geteilt.
In der späteren Schwangerschaft ist sie ungefragt und nicht eingeladen bei ihm eingezogen, hat sich dort regelrecht eingenistet. Er hat nichts gesagt, da er es sich vorerst nicht mit ihr verderben will.
Sie ist nicht esonders verantwortungsoll scheint es mir: sie rauchte die gesamte Schwangerschaft hindurch, kann deshalb jetzt nicht einmal ihr Baby stillen (!!!), ernährte sich extrem ungesund fast ausschließlich von Süßigkeiten, so daß der Arzt sie ermahnen mußte und schließlich das Kind per Kaiserschnitt geholt werden mußte, da es aufgrund der Fehlernährung zu einer zu schnellen Gewichtszunahme kam.
Der Hammer find ich: nach den 2 Monaten, die sie zu Hause bleibt, will sie ersteinmal mit ihrer Mutter - ohne Kind! - in Urlaub fliegen.

Er will diese Frau am liebsten so schnell wie möglich loswerden, aber das Kind soll bei ihm aufwachsen.
Wie gesagt, geteiltes Sorgerecht besteht.

Wie sind seine Chancen, was denkt ihr, dass er das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen bekäme, denn es sieht nicht so aus, als würden sich die beiden einigen können.

Meinungen sind sehr willkommen, am besten solche, die auch noch fundiert sind :-)

Danke ihr Lieben!

Beitrag von ciocia 15.03.11 - 08:17 Uhr

Hallo

ich kann deinem Freund zwar nicht helfen, was ich aber nie verstehen werde warum die Männer selbst nicht verhüten wenn die Frau angeblich so verantwortunslos ist? Wenn sie sich schon während der Schwangerschaft so gehen lässt, wird sie die Pille auch nicht gewissenhaft nehmen, wenn überhaupt. Ich wünsche ihm, dass er das Sorgerecht bekommt falls er sich um das Baby besser kümmern kann


Gruß

Beitrag von krypa 15.03.11 - 08:31 Uhr

Hallo ciocia,

ich verstehe die Forderung in Deinem 1. Satz nicht. Sie hat sich ja erst in der SS so verantwortungslos verhalten.

Außerdem halte ich so eine Forderung für unsinnig, weil mann dann nie mehr ein vertrauensvolles Verhältnis zu einer Frau eingehen könnte.

D a s könnte wirklich nicht mehr 'normal' sein.

MfG krypa

Beitrag von redrose123 15.03.11 - 08:40 Uhr

Naja ich finde es schon verantwortungslos, das sie einfach so ein Kind zeugt, es hätte auch so laufen können das der Vater dann sich nicht ums Kind schert und das ist verantwortungslos meiner Meinung nach.

Es war eine Affäre er wollte nur Sex und bei Verhütung mit Kondom gehts ja nicht nur darum das man sich vor eine rSchwangerschaft schützt sondern diversen anderen Krankheiten.

Beitrag von krypa 15.03.11 - 12:00 Uhr

Hallo redrose,

woher weißt Du, dass allein e r ''nur Sex'' wollte?

Ich denke, dass es lebensfremd ist, nur geplante SS 'erlauben' zu wollen.
Meines Wissens sind an die 40% aller SS sowieso ungeplant.

MfG krypa

Beitrag von redrose123 15.03.11 - 08:39 Uhr

Wie schon geschrieben wurde, ich verstehe es auch nicht das dein Bekannter nicht verhütet wie blauäugig ist das denn?

Er sollte sich einen Anwalt nehmen und alles Dokumentieren, ob er das Kind bekommt weiss ich nicht aber versuchen kann er es ja.

Beitrag von kati543 15.03.11 - 08:43 Uhr

Aus welchem Land kommt die Frau? Die islamische Auffassung des Sorgerechts ist ja ohnehin, dass Kinder bei dem Mann aufwachsen und die Frau maximal (falls überhaupt) ein Besuchsrecht hat. Wenn sie mit dieser "Regel" aufgewachsen ist, ist es kein Wunder, dass sie sich so verhält. Ohne das Verhalten der Frau rechtfertigen zu wollen: aber wenn es tatsächlich so ist, wie ich das hier annehme, hat dein guter Freund sie in eine absolute Krise gestürzt mit der Aussage, dass es keine Beziehung zwischen ihr und ihm gibt. Das Kind war für sie zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr existent. Und nur mal am Rande: Wie ignorant muß man sein, wenn man mit einer Muslimin unverheiratet ins Bett geht und hofft, dass weiter Probleme ausbleiben (selbst wenn sie so "offen" ist, sind die Familienbande in diesen Familien extrem stark)? Ich denke (persönlich), dass dein Freund eine ganze Menge zu dem derzeitigen Problemen beigetragen hat.

Aber nun zu der eigentlichen Frage. Ungeachtet der Tatsache, will er sich ja um sein Kind gut kümmern. Er sollte alles dokumentieren. Fotos, Videos, ärztliche Berichte, insofern er die von ihr "freiwillig" bekommt,... Er sollte mit ihr nochmals reden und ihr auch klarmachen, dass es seine Wohnung ist und sie sich eine neue bis zum Zeitpunkt X sucht. Danach werden die Schlösser ausgetauscht. Für alles weitere braucht er ein Gerichtsurteil. Er kann bereits jetzt das alleinige ABR beantragen. Vielleicht wäre die Mutter sogar mit dem alleinigen Sorgerecht einverstanden.

Ich würde ihm raten, ungeachtet des rechtlichen Weges, der jetzt beschritten werden muß, sich einmal mit einem islamischen Informationsdienst in Verbindung zu setzen und sich dort über islamische Richtlinien und Regeln aufklären zu lassen. Denn diese spielen bei der Entscheidung der Frau eine große Rolle. So kann er vielleicht dann mit ihr argumentieren. Zu dem Verhalten der Frau kann ich dir nur sagen, ich kenne einige geschiedene Frauen (aus Pakistan), die sich genauso verhalten. Das Kind ist bei der Trennung für die Frau quasi gestorben. Meistens sieht die Mutter ihr Kind nie wieder. Ist die Trennung noch während die Frau stillt, bekommt sie für ihre Arbeit ein Gehalt vom Mann gezahlt. Danach geht das Kind zum Mann. Manche Männer lassen sich überreden, dass wenigstens die Mädchen bei der Frau bleiben dürfen bzw. auch Jungs bis zum Alter von 7 Jahren. Auch wenn das für uns Deutsche sehr schwer nachzuvollziehen, gibt es eben Länder, in denen die Traditionen bzw. die religösen und gesetzlichen Regeln anders sind als hier. Dass das Kind katholisch wird, liegt auch in ihrer Erziehung/Religion. Im Islam nimmt das Kind die Religion des Vaters an. Das hat weniger mit seinen Überzeugungskünsten zu tun.

Beitrag von ilsabella 15.03.11 - 10:00 Uhr

Hallo Kati,

Ich danke Dir für Deine Antwort und den Hinweis, wie sich das mit dem Sorgerecht im Islam verhält.

Sie stammt aus einer persischen, also iranischen Familie. Nur ist diese Frau Mitte 20, in Deutschland aufgewachsen und das in einer nicht streng gläubigen Familie. Sonst wäre ein Kennenlernen und auch Ihr Eingehen auf eine unverbindliche Sache schlecht vorstellbar gewesen. Nunja, wie sich rausstellte, wollte sie dann ja mehr als eine Affaire...

Das mit dem Islamischen Recht ist auch deshalb hakelig, denn ich hab nachgelesen: daß das Kind nicht nur in erster Linie beim Vater bleibt, sondern bei derjenigen Familie, welche die islamische Erziehung garantiert. Aber nun wird das Kind katholisch.

Und die Frau lehnt das Kind in keiner Weise ab und wird von ihrer Familie auch nicht abgelehnt. Alles sind vernarrt in den Kleinen und besuchen sie täglich im Krankenhaus.

Ich vrmute, die Frauen, die Du kennst und von denen Du geschrieben hast, sind in Pakistan aufgewachsen?

Viele Grüße
I.

Beitrag von kati543 15.03.11 - 13:09 Uhr

So einfach ist das leider nicht. Nicht die Familie bekommt das Kind, die den islamischen Glauben lebt. Das Problem dabei sitzt an mehreren Stellen.
Zum einen DARF eine muslimische Frau überhaupt keinen vorehelichen Geschlechtsverkehr haben - demnach kann es auch kein Kind geben. Der voreheliche Geschlechtsverkehr (wichtig hierbei ist, dass die Frau NICHT bereits verheiratet ist) ist Sünde im Islam. Dann kommt noch dazu, dass eine Muslima keinen Andersgläubigen oder gar Attheisten heiraten darf (andersherum ist es zumindest teilweise möglich). Im Islam steht der Mann der Familie vor. Er kann alles, was die Familie betrifft, bestimmen. So hat er auch das Recht, die Religion vorzuschreiben. Daher ist es einer Muslima nicht gestattet, einen andersgläubigen zu heiraten. Sie könnte ihren Glauben nicht mehr ausüben. Andersherum geht es, da der Koran den Mann anhält, seiner Frau, die Ausübung ihrer monotheistischen (!) Religion zu ermöglichen. Gleichzeitig ist der Frau aber von Anfang an klar, dass die Kinder im Islam erzogen werden. Die Bestimmung liegt beim Mann.

Nein, nicht alle. Natürlich die meisten. Eines der Kinder, die ich kenne (sie ist das Kind aus solch einer Beziehung) hat ihre Mutter seit Jahren nicht mehr gesehen. Sie ist 8. Kein Telefonat, nichts. Alle Versuche, das verhältnis zwischen Mutter und Tochter wieder herzustellen, endeten ohne Erfolg. Frag nicht, wie es dabei der Tochter geht bzw. ging.

Mein Ratschlag an ihn wäre, er soll sich mal mit solchen Informationscentren in Verbindung setzen. Die beraten ihn anonym und kostenlos. Und sie kennen die Regeln im Islam und wissen, was machbar ist und was nicht.

Beitrag von thea21 15.03.11 - 09:50 Uhr

Bei seiner "Geschichte" kann er froh sein sich "nur ein kind" geholt zu haben!

Ansonsten: Anwalt!

Und demnächst: Verhüten, sonst wird es irgendwann mal HIV, Tripper und die Syphillis.

Beitrag von ilsabella 15.03.11 - 10:18 Uhr

Hallo,

OK, nachdem sich die Beiträge wg Weglassen von Kondom häufen: Hab ihn das auch gefragt. Er war dann schon verlegen. Er sei halt (das haben wir doch alle schon mal gehört) 'auch nur ein Mann' und auch mal angetrunken gewesen. Da hat er nicht dran gedacht. Außerdem Mädels: Wenn wir das wollten, könnten wir auch den einen oder anderen zum Vergessen des Gummis bringen, oder?

Außerdem wie Krypa weiter oben sagte: Stichwort Vertrauen!
Auch wenn man sich nicht liebt, kann man doch nicht davon ausgehen müssen, dass alle anderen Sexualkrankheiten verheimlichen und nur behaupten, sie seien HIV negativ.

Grüße

Beitrag von windsbraut69 15.03.11 - 10:49 Uhr

"Da hat er nicht dran gedacht. Außerdem Mädels: Wenn wir das wollten, könnten wir auch den einen oder anderen zum Vergessen des Gummis bringen, oder? "

Nur, wenn er mitspielt.
Ich finde das mehr als fahrlässig, zumal gerade der Vater ja kaum Einfluß dann darauf hat, was aus seinen Kindern wird.

Beitrag von thea21 15.03.11 - 11:05 Uhr

<<Wenn wir das wollten, könnten wir auch den einen oder anderen zum Vergessen des Gummis bringen, oder? >>

Ich bitte dich!

Beitrag von ilsabella 15.03.11 - 11:15 Uhr

das war die pure Provokation, ok... nicht allzu ernst nehmen

Beitrag von die-mama2 15.03.11 - 10:09 Uhr

Dein Freund kann ich so nichts raten, wenn er bereits das geteilte Sorgerecht hat, dürfte es da keine Probleme für das Aufenthaltsbestimmungsrecht geben.
Aber um ganz sicher zu gehen sollte er sich entweder beim Jugendamt erkundigen oder wirklich einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen.

Ich finde das es nicht richtig, wenn es um die Verhütung geht, dass die Männer sich grundsätzlich auf die Frauen verlassen, auch Männer sollten anfangen über Verhütung nachzudenken, allein schon wegen den Krankheiten zum bsp. HIV was sehr verbreitet ist.
Darüber machen sich die wenigsten Gedanken.

Ich wünsche deinem Freund bei seinem Vorhaben sehr viel Glück und Kraft.