Bin echt geschockt, was hier abgeht......

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von herrlucci 14.03.11 - 22:12 Uhr

Hallo Leute,

also, ich lese mich hier gerade so ein bißchen durch die Beiträge, und bin echt geschockt, was hier abgeht:

Kinder hauen, rotzen, spucken ihre Eltern an... Lügen, schreien, sind aggressiv... Bitte, woran liegt das?

Sind die Eltern selbst dran schuld? Oder ist das wirklich der Charakter des Kindes, oder halbe halbe??

Habe selbst gerade ein Erlebnis der unvergessliche Art:

Eine Freundin kommt mit Mann und Tochter (8 Jahre alt) Sonntag mittag zum Essen. Mein Freund kocht sich die Finger wund: Kürbiscremesuppe mit Nocken, Sauerbraten mit Spätzle (selbst gemacht), Rotkohl und Kaisergemüse und zum Kaffee gabs eine frische gebackene Donauwelle.

Die Suppe hat die 8 jährige mit (O-Ton) pfui kommentiert und Daumen runter gezeigt... Der Kommentar der Mama: Wenn du´s nicht magst, lässt es halt stehen.... Klar....
Von den Spätzle hat sie 3 Stück gegessen, weder Gemüse noch Fleisch... (ok, Kinder mögen vielleicht nicht so sehr Gemüse) Kommentar der Mama: "Wenn Du s nicht magst, lässt es halt stehen.... Klar....Natürlich kam auch wieder der obligatorische Daumen runter....

Zur Donauwelle muß ich nichts sagen, die hat sie nicht mal probiert, sondern gleich die mitgebrachten Kekse gegessen... :-[

Halllooooooo??????????????

Was geht da ab???? Wieso sind Eltern so lasch?? So inkonsequent??

Weils anstrengend ist?

Oder habe ich zu überzogene Ansprüche?

Also mein Sohn wird sich definitiv nicht so verhalten!

Beste Grüße
Katja


Beitrag von zaubertroll1972 14.03.11 - 22:31 Uhr

Hallo,

Was hätte Dein Sohn getan wenn er die Speisen nicht hätte essen wollen?
Trotzdem gegessen? Wenn ja, warum? Muß er essen auch wenn er nicht mag?
Was hätte die Mutter tun sollen?
Ich weiß jetzt auch gerade nicht was Dein Erlebnis mit

"Kinder hauen, rotzen, spucken ihre Eltern an... Lügen, schreien, sind aggressiv... "

zu tun hat. Das sind doch 2 unterschiedliche Dinge!

Grße Z.

Beitrag von herrlucci 14.03.11 - 22:46 Uhr

Ja, mein Sohn wird alles probieren. und wenn etwas begründet nicht schmeckt, ok. Ich esse ja auch nicht alles, z.B. Innereien...


Das ist doch kein Benehmen, ein Essen mit dem Daumen zu bewerten....wenn man irgendwo zu Besuch ist...

Nicht Mittagessen - Aber Kekse essen geht?
Sorry, aber dafür habe ich kein Verständnis.

Beitrag von anthea21 14.03.11 - 23:46 Uhr

Hallo,

sorry, aber da musste ich gerade herzhaft lachen.

Dein Sohn wird alles probieren? Wie denn? Willst du ihm das Essen in den Mund stopfen und diesen zuhalten? Erinner dich in ein paar Jahren an diesen Thread und du wirst nicht mehr so reden *g*.

Ich hab auch ein Kind, das so ziemlich alles ißt. Und dann hab ich ein Kind, das gerade mal 50 Lebensmittel (wenn es hochkommt) zu sich nimmt inkl. Süßigkeiten. Beide wurden gleich erzogen. Und nu?

OK, das mit dem Daumen hätte nicht sein müssen, da sagt meine nur einfach "nein danke" oder pickt sich evtl. die Zutat raus, die ihr schmeckt (in dem Fall wären das Spätzle gewesen und evtl. ein Stück Sauerbraten, Kürbiscremesuppe wäre gar nicht gegangen).

Aber ansonsten handhabe ich das (bis auf die Kekse) genau so. Wenn sie es nicht mag, muss sie es nicht essen, dann gibt es aber auch nichts anderes bzw. eine gesunde Alternative (Joghurt, Obst).

Seitdem ich den Stress und Druck aus dem Ganzen rausgenommen hab, probiert sie wenigstens ab und zu mal wieder etwas, das sie früher nie angerührt hätte.

Liebe Grüße,
Karin

Beitrag von zaubertroll1972 15.03.11 - 08:03 Uhr

Wenn es den Erwachsenen schmeckt heißt es noch lange nicht daß es Kindern schmeckt. Wie Du selber schon sagst, die Geschmäcker sind verschieden.
Daß mit dem Daumen hätte nicht sein sollen aber alles andere finde ich ziemlich übertrieben von Dir.
Trotzdem hat all das nichts mit spuckenden und schlagenden Kindern zu tun.
Du machst hier einfach so ein Faß auf......wofür?!

Beitrag von thea21 15.03.11 - 08:26 Uhr

Eben DU!

Du bist aber nicht der Rest der Welt.

Und wenn ihm DEIN Essen nicht schmeckt, heißt das noch lange nicht, dass er als Strafe, für dein schlechtschmeckendes Essen nix mehr futtern darf!

Wenn du schon rumblökst, dann beleuchte es mal von hinten!

Und das Vorhaben, das dein Sohn alles probieren müssen wird, ist mehr als blauäugig! Viel Spaß dabei und vor allem mit seiner Reaktion.

Beitrag von redrose123 15.03.11 - 08:58 Uhr

Ähm wie alt ist dein Sohn jetzt?

Soweit ich gelesen habe hat die Tochter ja was probiert und es hat Ihr nicht geschmeckt! Also wo ist dein Problem?

Es ist ja nicht dein Kind und gott sei dank darf jeder selbst entscheiden was ok ist und was nicht, ich finds nicht ok wenn man sagt mein Kind wird das und das niemals machen #rofl

Beitrag von metalmom 15.03.11 - 09:27 Uhr

Ach wie niedlich, Du hast noch voll die Pläne und Theorien wie es bei Dir und Deinem Kind erziehungstechnisch laufen wird.
Wart`s ab, vieles davon wirst Du in die Tonne kloppen (müssen).
Ooohhh ja, das wirst Du.
LG,
Sandra

Beitrag von tinka85 14.03.11 - 22:34 Uhr

Mein Sohn wird 8 und wenn es Mittag gibt und er mit dem Daumen nach unten zeigt - was durchaus vorkommen könnte - hätte ich auch nur gleichgültig gesagt : dann lass es stehen. Mein Sohn weiß dann in aller Regel was damit gemeint ist.

Es gibt dann halt auch kein Kuchen oder sonst was zum Nachtisch. Wer nichts richtiges isst, kriegt auch nichts anderes. Ich rede hier natürlich von ganz gewöhnlichen Dingen.

Soll in deinem Fall heißen: Suppe wird zumindest mal probiert - weil er sie nicht kennt, Spätzle mit Soße und Gemüse kann gegessen werden. Sauberbraten mag er definitiv nicht, also muss er das auch nicht essen.

Da ist auch überhaupt nichts anstrengendes bei.

Ich hätte ihm gesagt, dass man essen nicht als pfui oder eklig usw bezeichnet - das wars dann aber auch. Und dass er ordentlich sagen kann, wenn es ihm nicht schmeckt - nach dem Probieren versteht sich. Finde ich jetzt auch kein riesen Drama.

Da finde ich andere Dinge viel tragischer. ZB wenn wir irgendwo hingehen würden und er nicht Hallo sagt (mit 7 Jahren wohl bemerkt). Aber das Problem haben wir toi toi toi schnell in den Griff bekommen weil er schnell gemerkt hat wie doof es ist im Treppenhaus zu sitzen ( denn wer nicht zumindest einmal vernünftig hallo sagt kommt nicht mit rein). Dabei erwarte ich nicht dass er jedem die Hand gibt, das ist für mich total übertrieben, aber sagen kann er das ruhig.

Kinder hauen, rotzen, spucken ihre Eltern an... Lügen, schreien, sind aggressiv... Bitte, woran liegt das?

Zu dem Thema: In meinen Augen sind es berechtigte Phasen. Auch wenn sie nervig und anstrengend sind. Meine Tochter (2,5) haut auch mal, spuckt zur Zeit auch liebend gerne und schreit auch manchmal. Mein Sohn hat das Lügen gerade hinter sich gebracht aber er hat halt irgendwann gemerkt dass er es könnte und getestet. Und ja, er hat eine geringe Frustrationstoleranz und es gab Phasen, in denen war er bei seinem Wutanfall auch mehr als agressiv.
Darüber zu urteilen finde ich immer sehr fragwürdig. Für mich ist jedenfalls wichtig, dass meine Kinder die Dinge angemessen lernen und sie ablegen.

Mein Sohn würde zB nie auf die Idee kommen mich anzuspucken oder zu hauen. In dem Alter setze ich es einfach vorraus, dass er das gelernt hat - und keine Sorge, das hat er.

Ich bin nicht bequem, es ist mir auch nicht zu anstrengend und ich bin auch kein inkonsequenter Mensch (Kleinigkeiten werden aber durchaus kompromisbereit gelöst, denn nicht überall ist knallharte Konsequenz angebracht).


Beitrag von angelinchen 14.03.11 - 22:53 Uhr

darf man fragen wie alt dein Sohn ist???

LG Anja

Beitrag von marysa1705 14.03.11 - 22:54 Uhr

Hallo,

ich kann auch nicht wirklich nachvollziehen, was Dein "Erlebnis der unvergessenen Art" mit den eingangs geschilderten Verhaltensweisen ("Kinder hauen, rotzen, spucken ihre Eltern an... Lügen, schreien, sind aggressiv... ) zu tun haben soll... #kratz

Bei uns wird niemand gezwungen irgendetwas zu essen. Wir Eltern bestimmen WAS auf den Tisch kommt (natürlich dürfen auch die Kinder "mitreden" bzw. Vorschläge machen), aber jeder darf selbst bestimmen, wie viel er wovon isst.

Hat aber nichts mit den Verhaltensweisen zu tun bzw. hat auch keine Auswirkungen auf derartiges Verhalten. Klar kann man darüber streiten, ob das jetzt die beste Art und Weise war, den #contra zu zeigen, ein einfaches "Nein, danke" wäre vielleicht besser gewesen, aber gut - für mich trotzdem noch ein ziemlicher Unterschied zu den übrigen Verhaltensweisen.

Grundsätzlich denke ich aber, dass das Verhalten der Kinder NIE ganz OHNE Zusammenhang zu den Eltern ist. ;-) Sie spiegeln einfach vieles von unserem eigenen Verhalten auf ihre Art und Weise wider.

LG Sabrina

Beitrag von jazzbassist 14.03.11 - 23:23 Uhr

Erziehung ist einfach ein sehr langwieriger Prozess. So wie die Natur etwa neun Monate braucht, ein Lebewesen zu schaffen, dass außerhalb des Leibes der Mutter überhaupt erst lebensfähig ist, brauchen Eltern viele viele Jahre, bis dieses Kind eine eigene Persönlichkeit entwickelt hat, gereift ist, alle Regeln gesellschaftlichen und sozialen Lebens gelernt hat und ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft werden kann.

Erziehung funktioniert also nicht im Sinne von: »So, jetzt bist du jetzt 24 Monate alt, jetzt zähle ich alle Regeln auf, und, an die wirst du dich jetzt halten«. Auch wenn das Momentan möglicherweise noch Ihre Vorstellung von Erziehung ist, funktioniert Erziehung sehr häufig einfach nur situationsbedingt. Also ihr Sohn wird später mal einen Kindergarten besuchen und lernt da plötzlich ganz tolle Wörter. Ihr Sohn weiß dann noch gar nicht, was diese Wörter zu bedeuten haben - aber er wird (wie jedes andere Kind ebenfalls) - feststellen, dass, wenn es diese Worte verwendet, die Erwachsenenwelt ganz komisch reagiert. Wie ein ferngesteuertes Auto; beliebig oft reproduzierbar. Von daher ist die Wahrscheinlichkeit unvorstellbar groß, dass auch Ihr Sohn Sie später einmal mit unschönen Worten tituliert. Dann wird es entsprechend Ihre Aufgabe von Erziehung sein, ihrem Sohn dass wieder abzugewöhnen; diese Wörter stellenweise zu erklären und ihn auch beizubringen, warum er diese Wörter nicht verwenden soll -> Weil sie verletzten.

Das ist bei den meisten Sachen so. Viele Kinder fangen mit dem Hauen z.B. im Sandkasten an, weil Ihnen hier einfach noch das Wissen und die Fähigkeit fehlt, bsw. einen Konflikt (den Streit um die Schaufel) wie Erwachsene zu lösen. Ihre Aufgabe von Erziehung wird dann sein, einem Kind das lösen von Konflikten beizubringen, und auch, dass »Hauen« z.B. keine Lösung ist. Das weiß ein Kind nämlich nicht, sondern muss es, wie eigentlich alles im Leben, erst erlernen. Auch der Umgang mit Wut und Aggressionen; das tolleren von Frustration etc. - müssen Kinder erst mühselig erlernen.

Und sicherlich wird Ihr Kind später auch mal etwas nicht so prickelndes anstellen, und dann ziemlich unsicher sein. Vielleicht hat es dann Angst, bestraft zu werden; vielleicht ist der Verhältnis zu Ihnen als Mutter auch so stark, dass Ihr Sohn sie einfach nicht enttäuschen möchte und sie deshalb anlügt. Auch hier wird ihre Aufgabe von Erziehung dann sein, einem Kind beizubringen, dass es nicht lügen sollte. Vielleicht besitzt er aber auch soviel Rückrad, und sagt frei heraus: "Du Mama, mir ist da was ganz lustiges passiert. Also bei dem Paul auf der Straße da lag ein Stein, der sah aus, wie ein Bumerang. Den hab' ich dann einfach mal geworfen; ein Bumerang fliegt ja immer zurück. Dieser Bumerang jetzt nicht #kratz - der ist im Küchenfenster von Pauls Mama steckengeblieben. Wir wissen ja beide, dass das die Haftpflicht zahlt - und - was gibts heute zum Mittagessen?".

Es gibt unaufzählbar viele Dinge, die wir unseren Kindern erst beibringen müssen. Einige Dinger müssen Sie als Mutter aktiv bekämpfen, andere »Phasen« müssen sie - warum auch immer - nie durchleben. Ein paar Sachen kann man präventiv abarbeiten; aber bei den meisten Sachen können sie eigentlich nur warten und, wenn dann etwas auffällt, Gegenrudern. Sie hätten ansonsten das Erste Kind auf dieser Welt, dass bereits gut erzogen auf die Welt kommen würde. Von daher bin ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass einige der Verhaltensweisen, die Sie hier aufgezählt haben, auch bei Ihrem eigenen Sohn erleben werden - und, wie alle Eltern - stehen sie dann vor der schönen Aufgabe, ein Kind wieder »auf den Rechten weg zu bringen«. Den Prozess nennt man Erziehung. Und darum geht es in diesem Forum sehr sehr häufig, Eltern diese solche "Phasen" feststellen und hier Hilfe suchen, wie man nun am besten mit dem spuckenden Kind umgehen kann, um ihn das möglichst schnell wieder abzugewöhnen. Denn, Kinder funktionieren oftmals nicht nach dem Prinzip: "So, jetzt darfst du zur Strafe kein Sandmann mehr gucken" - und - am nächsten Tag sind die dann wieder superartig.

Und, möglicherweise werden Sie, wenn Ihr Sohn 8 Jahre alt ist, auch mal am Küchentisch sitzen, und der sagt ihnen: »Ihh, Spinat - dass ess ich nicht«. Das ist absolut kein Weltuntergang, da sie bis dahin soviel Probleme mit ihrem Sohn gemeistert haben, so dass Spinat da fast schon ein Klacks ist. Vielleicht haben Sie das Glück, dass Ihr Sohn später alles einmal isst; vielleicht will er mit 8 nur noch Nudeln und Pommes haben und sagt bei allem anderen »Ihh *Daumen runter* *würg*«. Das können Sie vorher schlecht wissen, dass können Sie vorher auch nur sehr schwer »erziehen«. Sie müssen ja erst feststellen, dass ihr Kind einen ziemlich einseitigen Geschmack hat. Und erst, wenn sie das festgestellt haben, versuchen sie das beste daraus zu machen. Auch, hier z.B. einem Kind beizubringen, dass es unheimlich viel Arbeit, Mühe, Zeit und Liebe kostet, so ein Gericht überhaupt erst zuzubereiten und dass es für den »Koch« verletzten sein kann, wenn man da einfach *Daumen runter* zeigt.

Beitrag von summerfeeling 15.03.11 - 22:07 Uhr

Danke!

Beitrag von solania85 14.03.11 - 23:35 Uhr

Hättest du deinem Kind das essen "reingewürgt"???

Ich würde nicht anders handeln wie deine bekannte. Wer nicht will hat Pech gehabt. Mach ich auch bei meinen "Babysitter-kindern" so.
Wenn sie was nicht mögen dann sollen sie es lassen- ich zwing es niemand runter.
Wobei Sauerbraten vllt. auch nciht das richtige Kinderessen ist? also mögen ja auch sehr sehr vile Erwachsene nicht.

Beitrag von michback 15.03.11 - 17:26 Uhr

Das Essen hätte man nicht reinwürgen müssen. Eine 8-jährige kann aber entscheiden ob sie was mag oder nicht.

Das können meinen Kinder schon und die sind jünger. Ich erkläre ihnen wobei es sich bei der besagten Speise handelt und lasse sie entscheiden ob sie es essen wollen oder nicht.

Und probieren und danach das Gekochte mit "Pfui" und "Daumen runter" zu bewerten finde ich als schlecht erzogen. So was gehört sich nicht.
Ich denke, die TE hat sich nicht darüber geärgert, dass das Kind das Essen nicht mochte, sondern die Art und Weise wie sie sich darüber geäußert hat. Und ein Kind in dem Alter sollte so was eigentlich schon können.

Genauso unmöglich ist es, eigene Kekse mit zu bringen. Das hab ich damals gemacht als meine Kinder ca. 1-2 Jahre alt waren. Aber nicht mehr in dem Alter.
Das finde ich respektlos dem Gastgeber gegenüber.

Beitrag von lena1309 15.03.11 - 00:05 Uhr

Hallo Katja,

ich glaube du bist einfach gekränkt, dass das Kind das Essen nicht so begeistert hat wie dich.
Du stellst ja sehr deutlich dar, dass dein Freund das Essen selbst gekocht hat, macht er das sonst nicht?
Und wo liegt hier jetzt der Unterschied zwischen selbst gekocht und gekauft? Ja wahrscheinlich der Zeitaufwand, aber ich kann an deiner VK nicht erkenne, wie alt dein Kind ist, denn du schreibst ja von deinem Sohn und welche Maßstäbe du da ansetzt. Ich kann da nur spekulieren, dass er noch keine wirklichen Widerstände leisten kann.

Aber was hättest du denn an der Stelle der Mutter gemacht? Zwingen? Diskutieren? Überreden? Betteln?

Ich sage dazu nur, ja ich bin auch mal inkonsequent, wenn dass heißt, dass ich bei einem Besuch mein Essen in Ruhe essen kann. Soll mein Kind doch sehen, wie es den Magen voll kriegt und wenn es das Essen nicht mag, dann eben die Kekse. Ich "kämpfe" tagtäglich, da darf man auch mal Fünfe grade sein lassen.

LG
M.

Beitrag von joshua0709 15.03.11 - 06:00 Uhr

Hallo,
ich glaube der TE geht es darum, dass scheinbar im Verlauf der Erziehung versäumt wurde allgemein gültiges, respektvolles Benehmen zu vermitteln. Ich muss auch sagen, dass das mein erster Eindruck war. Daumen runter und "pfui" passt meines Erachtens eher zu einem 3-4 jährigen und nicht zu einem 8 jährigen.
Vielleicht ist das aber auch bei dem Besuch zu Hause ein Reizthema und sie wollten ihr Kind nicht vorführen, wer weiß?
LG
Uta

Beitrag von rienchen77 15.03.11 - 06:40 Uhr

meine Kinder hätten zwar keinen Daumen nach unten gezeigt aber hättes es auch nicht gegessen... es war ja bei euch definitiv keine Essen was Kinder gern essen...

Beitrag von mamavonyannick 15.03.11 - 06:55 Uhr

hallo,

nun ja... ein durchaus leckeres Essen, was dein Mann da gekocht hat. aber eben nicht für ein Kind. Wenn wir z.B. ins Restaurant gehen, würde sich mein Sohn niemals dieses Essen bestellen.
Nun seid ihr natürlich kein Restaurant, aber zumindest hätte man - in anbetracht dessen, dass ein Kind dabei ist - die Eltern mal fragen können, was die Tochter so isst. Gut habt ihr nicht gemacht, dann wären jetzt die Eltern dran gewesen, ihrem Kind insoweit gut zuzureden, dass man zumindest Nudeln und Soße essen kann bzw. wenn man es gar nicht mag, dann zumindest nicht lautstark "iiihhh" brüllt. Das lernt selbst mein 4-jähriger, dass sich so etwas nicht gehört.

vg, m.

Beitrag von golm1512 15.03.11 - 07:44 Uhr

Du hast ja Sorgen....

Ich habe zwei Söhne im alter von 5 und 7 Jahren. Wir kennen ganz viele Kinder in allen Altersstufen. Keines der Kinder benimmt sich so wie du es zu Beginn geschrieben hast. Alle haben hin und wieder Aussetzer, auf die entsprechend reagiert wird und gut ist es. Hier bei urbia liest man nur Extreme. Das ist nicht das Leben!

Dein Erlebnis der unvergessenen Art wirst du wohl noch öfter haben, wenn dein Sohn so weit ist.
Meine sind eher unkompliziert, was das Essen angeht. Euer Essen hätten sie auch nicht genossen. DAS ist kein Kinderessen. Und niemals würde ich sie zwingen oder nötigen, das zu essen, weil ich weiß, dass sie irgendwann von allein auf den Geschmack kommen werden. Wenn ich es ihnen vorher nicht verderbe.
Wo wäre das Problem gewesen, zu den Spätzle noch ein Glas Tomatensoße aufzuwärmen? Damit hättest du das Kind sicher zufriedener gemacht. Und dich auch.
Kinder können die Arbeit in der Küche nicht "würdigen" und sie können auch nicht "dankbar" sein für ein Essen, das sie nicht mögen. Eigentlich mögen die ja eher einfache Gerichte. Das Mädchen hätte sicher nciht verlangt, dass ihr euch ihretwegen so eine Arbeit macht.

Einer meiner Söhne würde niemals Kuichen mit Obst essen. Was soll ich tun? Ihm das reinwürgen? Oder lieber trockene Kekse mitnehmen, wenn ich genau weiß, dass das für alle die simpelste Lösung ist?

Ja, du hast überzogene Ansprüche, aber das wirst du auch noch selber merken.

Beitrag von herrlucci 15.03.11 - 14:34 Uhr

Bei uns wird keine Extrawurst gebraten! Ein GLas Tomatensoße, gehts noch???

Beitrag von golm1512 15.03.11 - 14:49 Uhr

Ehrlich? Ich würde Leute wie dich gar nciht erst mit Kindern besuchen kommen.

Wir hatten noch niemals Schwierigkeiten mit unseren Kindern irgendwo zum Essen zu sein. Wenn wir aber als Familie eingeladen werden, dann ist es in der Regel so, dass unsere Freunde wissen, was geht und was nicht oder wir besprechen das miteinander.
Meine Kinder essen dann oder nicht.
Wenn wir Kinder zu Besuch haben, die alle verschieden Vorlieben haben, dann sage ich ihnen von Anfang an, dass sie alles dürfen, aber nichts müssen. Bisher musste noch kein Kind den Daumen nach unten halten, weil sie gar keinen Druck hatten zu essen, was ihnen nicht schmeckt. "Extrawürste" gibt es dann in Form von Butterbrot. Ein Glas Sosse empfinde ich jetzt nicht als Zumutung, wenn man weiß, dass Kinder zu Besuch kommen, die mit eingeladen waren.

Das mit dem Daumen und dem "Pfui" finde ich immer noch nicht furchtbar. Nicht nett, aber nicht furchtbar. Vielleicht hätte ich hinterher auf dem Nachhauseweg was dazu gesagt, aber ich hätte ganz bestimmt nicht am Essenstisch damit angefangen.

Ich kann mir denken, dass die Atmosphäre bei euch eher unentspannt war.

Du hast immer noch nicht gesagt, wie alt dein Kind ist.

Ich werde hier keine Grabenkämpfe ums Essen bestreiten. Weder mit meinen noch mit Gastkindern. Bisher gab es auch nie überzogene Reaktionen, weil alle selbst entscheiden können und ich eben icht beleidigt bin nur weili das essen nicht schmeckt. Meine Güte!

Beitrag von juniorette 15.03.11 - 14:55 Uhr

Bezieht sich deine gastgeberunfreundliche Antwort nur auf kindliche Gäste oder auch auf deine erwachsenen Gäste?

Bei mir hat mittags mal ein Nachbarskind geklingelt, das früher aus der Schule kam, und deren Mutter noch nicht zu Hause war.

Ich habe dieses Kind gefragt, ob es Mittagessen möchte und dann Spaghetti Miracoli gekocht. Und das, obwohl ich selber keine Kinder hatte (war schwanger) und selber mittags nichts Warmes esse (da zusammen mit meinem Mann abends).

Und dir ist es sogar zuviel für deinen geladenen Gast (ja, auch das Kind war dein Gast!) schnell etwas warm zu machen? #klatsch

Deine Einstellung gegenüber einem Kind finde ich schlimmer als die Ungezogenheit des Kindes.
Wenn du dieses Kind mit derselben "Herzensgüte" behandelt hast wie deine Antwort hier ausgefallen ist, wundert mich das Protestverhalten des Kindes überhaupt nicht mehr.

Als Kind habe ich mich bei Gastgebern, die nicht auf Kinder in meinem Alter eingestellt waren, extrem unwohl gefühlt und mich entsprechend benommen.

Beitrag von tauchmaus01 15.03.11 - 08:04 Uhr

Meine Kinder müßen sich auch nichts runterwürgen was sie nicht wollen.

Was hat das mit hauen und den anderen Dingen zu tun?

Daumen runter ist vielleicht einfach die harmlosere Variante, was soll denn das Kind sonst sagen:
"Entschuldigt bitte, aber diese Mahlzeit ist nicht das was meinem Gaumen mundet?"

Steh drüber und freu Dich einfach dass ihr ein Stück mehr Donauwelle über habt. Oder habt ihr EXTRA für dieses Kind gekocht?

Wenn ich Kinder zu Besuch habe, dann frage ich nach den Vorlieben der Kinder. Ich weiß dann schon vorher was sie mögen und was nicht und es tut mir echt keinen Abbruch einfach einen kleine Topf Nudel zu kochen wenn das Kind keine Spätzle mag (ich mach die auch selber, aber meine Große mag sie nicht, na und?)

Du hast Sorgen.........

Mona

Beitrag von juniorette 15.03.11 - 08:17 Uhr

Guten Morgen,

ich schließe mich meinen Vorrednern an:
was hat "Kinder hauen, rotzen, spucken ihre Eltern an... Lügen, schreien, sind aggressiv" mit Essensverweigerung zu tun?

Sicherlich hätte ich als Mutter mir mein Kind geschnappt und unter 4 Augen erklärt, dass es nicht probieren muss, aber gefälligst höflich "Nein, Danke!" zu sagen hat.
Generell würde ich meinem Sohn, bevor wir das erste Mal woanders zum Essen eingeladen sind, einschärfen, dass man zu Essen nicht pfui sagt und natürlich auch keine abfälligen Gesten macht.
Das ist für mich aber ein Versäumnis der Eltern.

Was DU ganz klar falsch gemacht hast:
du hast absolut kein kinderfreundliches Essen serviert und ich hätte als 8Jährige auch höchstens die Donauwellen probiert.
Sowohl Sauerbraten als auch Spätzle verweigere ich noch heute als Erwachsene, und ja, ich weiß wie das schmeckt #zitter

"Also mein Sohn wird sich definitiv nicht so verhalten! "

D.h. dein Sohn ist noch nicht so alt oder war noch nicht in einer vergleichbaren Situation. Also warte erstmal ab.
Okay. es sollte machbar sein, zu verhindern, dass sich sein Kind abfällig zu Essen äußert, aber ob er es mag, kannst du nicht erzwingen.

Und nochmal zum Thema
"Kinder hauen, rotzen, spucken ihre Eltern an... Lügen, schreien, sind aggressiv..."

Ja, Kinder hauen manchmal. Es ist für mich aber ein Unterschied, ob ein Kindergartenkind gerade zuhaut, weil es sich nicht anders zu helfen weiß, oder ob ein 10Jähriger mit dem Baseballschläger seine Eltern vertrimmt.

Spucken:
mein Sohn hatte als 2Jähriger auch eine Spuckphase. Für ihn war es ein lustiges Spiel, weil er keine Ahnung davon hatte, wie asozial ich gerade jemanden anzuspucken finde (diese Phase hat sich mit Konsequenz von meiner Seite dann relativ schnell gegeben, aber sie gab es halt)

Lügen. Ja, mein 4Jähriger lügt manchmal ganz offensichtlich. Oder ist es gar keine Lüge, wenn er sagt, er hat aufgeräumt, aber ich finde es ganz und gar nicht aufgeräumt?
Auch hier mache ich einen Unterschied zwischen harmlosen Lügen wegen Lapalien oder knallharten Lügen, weil das Kind etwas wirklich Schlimmes gemacht hat. Und auch hier finde ich die offensichtlichen Unwahrheiten eines Kindergartenkindes nicht so schlimm wie knallhart berechnende Lügen von älteren Kindern.

Schreien. Auch hier ist es doch wieder eine Frage des Alters des Kindes. Keiner wird ein Baby, das schreit, als ungezogen ansehen.
Und so wie ich mal lauter werde, wenn mir der Kragen platzt, darf mein Kind auch seinen Frust über irgendwas rausbrüllen.
Je älter mein Sohn wird, desto weniger wird sein Frustgeschrei, weil er einfach immer besser mit Frust umgehen kann.
Trotzdem gibt es auch ältere Kinder, die vom Wesen her so sind, dass sie nicht so gut mit Frust umgehen können oder vom Wesen aggressiver sind als andere Kinder. Das völlig abzuerziehen, scheint mir sehr schwierig (ich war ein sehr aggressives Kind).

Ich würde mal sagen, wenn dein Kind älter ist, wirst du deine Aussage
"Also mein Sohn wird sich definitiv nicht so verhalten! "
noch bereuen ;-)

LG,
J.